Frage von askingyou22, 134

Was sollte man beim Fasten beachten?

Die Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch und endet am Karfreitag, richtig? In diesen 40 Tagen soll mittwochs und freitags auf Fleisch verzichtet werden und zusätzlich auf etwas anderes, was einen persönlich am Herzen liegt. Gibt es sonst noch wissenswertes dazu?

Antwort
von Netie, 59

"Wenn ihr aber fastet, so sehet nicht düster aus wie die Heuchler; denn sie verstellen ihre Angesichter, damit sie den Menschen als Fastende erscheinen. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin. Du aber, wenn du fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Angesicht, damit du nicht den Menschen als ein Fastender erscheinest, sondern deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird dir vergelten." Matthäus 6,16-18

Das sagt Jesus Christus zu denen, die ihre Religiösität auf dem Goldtablett servieren, um sich "schön" zu machen.

lg

Antwort
von hertajess, 60

Ok. Wenn Du wissen willst wie noch vor wenigen Jahrzehnten die vorösterliche Fastenzeit begangen wurde in katholischer Gegend kann ich Dir Auskunft erteilen:

Fleisch war in dieser Zeit komplett gestrichen. Dafür gab es in der Regel freitags dann Fisch. 

Täglich wurde in der Bibel gelesen. Wer Zeit hatte ging fünf Mal am Tag in die Kirche um an einem Fürbittengottesdienst teilzunehmen und anschließend den Rosenkranz zu beten und sich mit der Tageslosung zu beschäftigen. 

Das ganze Haus wurde einer Grundreinigung unterzogen, die ganze Wohnung. Das bedeutete durchaus dass Möbel von der Wand genommen wurden um dahinter sauber zu machen, der Keller und der Dachboden ebenfalls einer gründlichen Reinigung unterzogen wurden. 

Selbstverständlich blieb dabei nicht die übliche Tagesarbeit liegen. Diese wurde nicht gemacht damit sie erledigt ist sondern das ganze eigene Sein wurde darauf abgeklopft ob diese Arbeit so passt oder nicht. 

Es war durchaus üblich mindestens am Wochenende in Gemeinschaft die Bibel zu betrachten. 

Und ja: Selbstverständlich wurde auch abgesehen von tierischer Nahrung auf manche andere Luxusnahrung verzichtet. 

Allgemein hielten die Menschen innere Einkehr. Werbung jeglicher Art machte dann also keinen Sinn denn sie wurde schlicht nicht beachtet. 

Tatsächlich üblich war auch auf Sex jeglicher Art zu verzichten was aber durchaus bedeutete miteinander so achtsam als möglich umzugehen. 

Es ist durchaus richtig dass es sich um menschliche Regeln handelt. Wie alle Regeln wenn wir es so verstehen wollen. MIr ist allerdings nicht eine Person bekannt die Schaden erlitt weil sie sich an die von mir beschriebenen Regeln gehalten hat. 

Es ist selbstverständlich dass Kinder und Kranke eine Ausnahme darstellten. Diese wurde dann nicht pauschal erteilt in meinem Erleben sondern jeweils abhängig vom Zustand der jeweiligen Person. 

Waren Haus und das eigene Innere einer Grundreinigung unterzogen worden wurde die Umgebung einer näheren Betrachtung unterzogen. Gab es im Viertel, im Dorf Menschen die bedürftig waren? Wie konnte ihnen zur Seite gestanden werden ohne sie zu beschämen? Daraus konnten sich dann Aufgaben für das folgende Kirchenjahr ergeben. Aus solchen Betrachtungen sind die ersten Krankenanstalten entstanden die wir heute mit Krankenhäuser bezeichnen und Pflegeheimen. - Als Beispiel. 

Die Fastenzeit endete mit dem Glockenläuten am Ostersonntag. Denn die Kirchenglocken schwiegen vorher einige Tage. Uns Kindern wurde erklärt sie seien in Rom um erneut gesegnet zu werden. Tatsächlich war es eine günstige Gelegenheit sie zu warten. 

Und ja: Zu den Gebetszeiten läutete bis zum Schweigen der Glocken selbstverständlich das Geläut. Ich kann mich nicht erinnern dass sich damals in katholischer Gegend eine Person über angeblichen Lärm beschwert hätte. Denn wir verstanden die Sprache der Glocken. 

Tatsächlich läuteten die Glocken Ostersonntag zur ersten Messe. Vorher zu essen und zu trinken war ein Tabu welches eben nur Jene brechen durften die dazu berechtigt waren. Schließlich gab es die erste Kommunion nach langer Zeit. Und die sollte auf nüchternen Magen genommen werden. 

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Seither hat es manche Veränderung gegeben, Anpassung an den Affentanz ums Goldene Kalb. Heute reicht es vielfach aus meinetwegen ganz auf Alkohol zu verzichten während der Fastenzeit. Das regelmäßige Studium der Bibel wird oft nicht mal mehr von Kirchenvertretern genannt. 

Wir können lang und breit Worte zu den genannten Traditionen finden. Oder diesbezüglich einfach fasten und uns des Grundgesetzes erinnern oder es einfach mal lesen. Denn ja: Es steht zu diesem Thema in Zusammenhang. 

Antwort
von Franz1957, 24

Man sollte einfach Gottes Willen beachten, das ist alles. Gottes Wille ist z.B. bei dem Propheten Jesaja kurz und bündig nachzulesen:

...Nein, das ist ein Fasten, wie ich es liebe: die Fesseln des Unrechts zu
lösen, die Stricke des Jochs zu entfernen, die Versklavten freizulassen,
jedes Joch zu zerbrechen, an die Hungrigen dein Brot auszuteilen, die obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich deinen Verwandten nicht zu entziehen. ...

http://www.bibleserver.com/text/EU/Jesaja58,6-7

Antwort
von Qivittoq, 58

Es geht in der vorösterlichen Fastenzeit nicht darum, ein altes kirchliches Gebot zu befolgen, sondern den eigenen Lebensstil und das eigene Lebensziel kritisch zu überdenken.

Das Fasten/Verzichten soll dabei helfen, herauszufinden, ob man von irgendetwas abhängig ist und diese Abhängigkeit dann zu lösen. Es ist ein selbstkritisches Experimentieren mit dem Lebensstil.

Der Verzicht auf Fleisch an bestimmten Tagen oder während der ganzen Zeit hat also nur wirklichen Sinn, wenn man dabei überlegt, ob und wieviel Fleisch in der Ernährung wirklich nötig ist, welche Auswirkungen das hat (Gesundheit, Tierhaltung, Umwelt) und wie man nach der Fastenzeit seine Ernährung zusammenstellt. Es kann aber auch etwas ganz anderes sein (Medienverhalten, sozialer Umgang, Engagement für andere...).

Antwort
von reisil95, 31

Ich denke nicht das es absolut auf die Form/Methode ankommt! Der Herr sieht ins Herz😉 Wenn dein Blickwinkel zu Gott gerichtet ist, spielt der rest keine grosse rolle!

Antwort
von hummel3, 47

Bevor du dich mit dem religiös begründeten Fasten abgibst, solltest du wissen, dass eine entsprechende, jahreszeitlich vorgeschriebene Regel zum Fasten in der Bibel nicht auffindbar ist. Das heißt, die übliche Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Karfreitag ist menschengemacht.

Ebenso gilt nicht, dass der Mensch, wenn er dann aus eigenem Antrieb fastet, auf Fleisch, oder bestimmte andere Lebensmittel an bestimmten Wochentagen verzichten soll.

Fasten ist also eine freiwillige, ganz persönliche Angelegenheit und dient der Selbstergründung, der Selbstreinigung bzw. letztlich der eigenen Erbauung des Menschen. Gefastet werden kann auf vielerlei Weisen, z. B. durch Verzicht auf bestimmte Speisen, Süßigkeiten, Alkohol, Rauchen, aber auch durch Verzicht auf Fernsehen, Musik, Sex, Sport und noch vieles mehr, was man sonst im Übermaß treibt. 

Kommentar von realsausi2 ,

ist menschengemacht.

Ja was denn sonst?

Kommentar von Viktor1 ,

Nun - der Sinn des Fastens (bewußter Verzicht) ist einfach die Stärkung (Training !) der Willenskraft, da das was wir (gerechtes) wollen und das wozu es uns treibt oft nicht im Einklang sind. Alles was nach Selbstzweck aussieht ist wohl daneben. Zur Erbauung dient es also nicht. Schaden kann  dazu Meditation  nicht aber auch körperliche "Beanspruchung" kann da hilfreich sein als aktive Willensstärkung..

Antwort
von chrisbyrd, 33

Christen müssen nicht unbedingt fasten. Wenn sie fasten, bleibt es ihnen überlassen, auf was sie in dieser Zeit verzichten wollen. Das Fasten kann sich auf Essen und/ oder Trinken beziehen, aber auch auf Fernsehen oder andere Dinge. Es gibt keine Vorschriften. Manche verzichten ganz auf Essen, andere essen nur Gemüse. Wieder andere verzichten auf Alkohol oder Süßigkeiten usw.

Wichtig ist aber, dass Christen nicht fasten sollen, um Gottes Gunst zu verdienen oder Seine Liebe zu „vergrößern“. Gottes Liebe zu uns kann nicht größer werden als sie es bereits ist.

Die Bibel sagt in Johannes 3,16: "Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat."

Antwort
von Viktor1, 38

Hallo,

du willst hier offensichtlich eine "katholische Antwort" wie dies heute  von der Kirche "geboten" wird, keine Bibelsprüche, wie es "früher" war, persönliche Befindlichkeiten und Frömmelei oder irgendeine Gegenhaltung mit dümmlichen "Argumenten".
Aber dies alles hast du ja hier geboten bekommen - und es wird noch mehr werden.
Kurz und zutreffend steht es hier :
https://de.wikipedia.org/wiki/Paenitemini
Mehr ist es nicht, weshalb ich auch meinen Senf nicht dazu geben muß.
Doch noch - der Verzicht auf Fleisch oder auf andere besondere "Vergnügen"
wird als Abstinenz bezeichnet, nicht "Fasten", was natürlich auch seinen Platz in der Fastenzeit hat.

Gruß Viktor

Antwort
von realsausi2, 36

auf Fleisch verzichtet werden und zusätzlich auf etwas anderes, was einen persönlich am Herzen liegt.

Wie wäre es mit Verzicht auf ritualisierte Dogmen einer überholten Ideologie?

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