Frage von Super456, 52

Was sollen wir ihm noch bieten?

Hallo! Wir sind seid vier Jahren Besitzer eines gestörten Jack Russel Terriers. Er ist extrem lebhaft und sensibel.Am Tag gehen wir zwischen 4 und 5 Stunden mit ihm raus.Er versteht sich gut mit Katzen und spielt immer mit unserem Kater.Wir haben schon alles durch.Fährten haben wir ihm gelegt,wir haben ihm gigantische Kuscheltiere gekauft bis hinzu 8 Stunden wandertouren durch Den Schnee.Er liebt es Frisbey zu spielen und gräbt gerne Gärten um.Doch wenn wir nach Hause kommen legt er uns den Ball vor die Nase.Was sollen wir ihm noch bieten?Intelligenzspiele,findet er doof.

Mfg

Expertenantwort
von Naninja, Community-Experte für Hund, 14

Das Erste, was JRT lernen müssen, ist Ruhe zu halten. Ihr habt Euch eine hyperaktive Rakete rangezüchtet, die in ständiger Erwartungshaltung steht. Das ist weder für Euch, noch für den Hund schön.

Als erstes würde ich den Ball, Frisbee und (sofern vorhanden) Quietschspielzeuge wegpacken, und zwar komplett. Ab sofort keine Wurfspiele mehr/ keine Spiele mehr, bei denen der Hund hetzen kann!

Spiele mit dem Kater und generell im Haus würde ich komplett unterbinden. Das Haus soll für den Hund Ruhezone sein, er braucht auch als erwachsener Hund ca. 17 Stunden Schlaf am Tag. Dazu würde ich entweder eine Box (positiv) aufbauen, oder das Kommando "Decke", damit der Hund in einem geschützten Bereich, der an keinem Durchgangsort liegt, zur Ruhe kommt.

Spaziergänge würde ich so aufteilen, dass der Hund 2-3 kurze Runden hat, auf denen er sich lösen kann, und eine große Runde inkl. Freilauf von 1 1/2 -2 Stunden. Beim reinen Laufen braucht ein Hund ca. eine Stunde, bis er in einen Entspannungszustand kommt. Mehrere kürzere Runden pushen den Hund, ohne dass er abschalten kann.

Bei der Auslastung würde ich komplett auf eine Beschäftigung umsteigen, die den Hund stark fordert, ohne ihn hochzudrehen. Nasenarbeit (Einheit á  10 min) oder Kopfarbeit (z.B. Clickern, ebenfalls Einheit á 10 min) sind eine sehr gute Alternative, weil der Hund ruhig sein muss, sich konzentrieren muss und stark gefordert wird. Die Einheiten würde ich in den Spaziergang einbauen und dafür sorgen, dass er sich einen Teil seines Futters damit erarbeiten muss.

Dreht der Hund auf, sobald er seine Leine sieht oder ein Mensch den Schlüssel in die Hand nimmt, würde ich vom Hund aktiv Ruhe einfordern. Im Eingangsbereich und vor dem Haus geht es erst los, wenn der Hund absolut ruhig ist und wartet. Gleiches gilt für alle anderen Situationen, in denen er sich aufregt (z.B. Fütterung). Das gewünschte Ergebnis gibt es erst, wenn der Hund ruhig ist.

Zum Schluss würde ich einen festen Tagesablauf einführen, der dem Hund Struktur und einen Rahmen gibt, der ihm Halt vermittelt.

Dass der Hund Intelligenzspielzeuge doof findet, dürfte in erster Linie daran liegen, dass er so unter Strom steht, dass die Stresshormone seiner Konzentrations- und Aufnahmefähigkeit im Wege stehen. Fahrt den Hund deutlich runter, lastet ihn angemessen und rassegerecht aus (s.o.) und sorgt dafür, dass er sich entspannen kann. Ich wette, dass er nach einer Weile vollkommen anders auf das Spielzeug reagiert.

Antwort
von xttenere, 13

Ihr habt Euren Jack Russel dermassen hochgepusht, dass er kaum mehr zu bändigen ist....Diese Rasse ist an sich schon lebendig genug...da muss man nicht noch zusätzlich dran arbeiten.

Bringt erst mal etwas Ruhe in das System. Ein Hund braucht nicht 24 Stunden Beschäftigung...der braucht auch mal Ruhe.

Verteilt die Spaziergänge auf 3 x am Tag....und wenn Ihr mit ihm spazieren geht, integriert die Arbeit wie Fährten suchen...Unterordnung etc. in den Spaziergang.

Und wenn Ihr zu Hause seit, schickt das Kerlchen auf seinen Platz, damit er zur Ruhe kommt...denn was zu viel ist nun mal zu viel....und das was Du hier alles aufzählst, ist so einiges zu viel.


Antwort
von HamAsket, 18

Hy,

Geht zum Hundetrainer und macht such-oder jagdarbeiten. wenn ihr das richtig ausführt ist der Hund k.o. Und zwar nach stunde eins weil das krasse Kopfarbeit ist. 

Hier sind noch ein paar Sportarten die ich bei Terriern öfter gesehen hab

-Treibball

-maintrailler

-Flächen- und fährtensuche

-longieren 

-Agility

Und für alle natürlich immer Unterordnung 

Antwort
von Viowow, 16

Darf der Hund auch mal zur Ruhe kommen?
Der arme Kerl. ständig in Action. das ist nicht besonders gesund für einen Hund. Auch für nen JRT nicht.
Warum kommt er überhaupt selber an sein Spielzeug? Ball so wegpacken, das er nicht dran kommt. Ruheecke gestalten, Buch nehmen, hinlegen und lesen, Hundi neben sich liegen lassen, Ruhezeiten einüben.
Das erfordert viel Training, die Ruhezeiten fest zu installieren, und das ganze nicht als "Strafe" zu verpacken, sondern als Positiven Rückzugsort. als gestòrt würde ich euren Hund nicht bezeichnen. nur als nicht ganz korrekt begleitet(durch euch)

Kommentar von xttenere ,

denke, dass der FS selber sehr ( hyper ) aktiv ist, und dies auf seinen Hund überträgt. Denn jeder "normale " Hundehalter möchte sich zwischendurch ja auch mal hinsetzten, und vielleicht ein Buch lesen

Kommentar von Viowow ,

das könnte auch sein. ich kenn das problem nur zu gut🙈 unser war auch so als er aus dem TH kam. nur sind 30kg spielaufforderung nicht so leicht zu ignorieren😂 haben uns dann direkt eine trainerin gesucht, die eine box positiv mit uns aufgebaut hat. inzwischen ist die box weg und er weis, im haus ist ruhe und schlafen angesagt

Antwort
von Revic, 33

Ich glaube das Problem ist nicht, dass ihr ihn zu wenig auslastet, sondern dass der Hund schlichtweg nie gelernt hat, auch mal zur Ruhe zu kommen. Das hätte eigentlich schon im Welpenalter auf dem Programm gestanden und zwar ganz oben.

Kommentar von Super456 ,

Er war als Welpe immer ziemlich ruigh👀

Kommentar von Revic ,

Das ist schön aber das meinte ich nicht. Wenn man seinen Hund quasi "dauerbespaßt", tut man dem Tier nicht nur einen Gefallen, auch wenn es gut gemeint ist. Das Tier kann dadurch sehr gestresst und dadurch auch sensibel werden. Regelmäßige Ruhezeiten sind enorm wichtig, damit sich der Hund auch mal erholen kann.

Kommentar von Super456 ,

Wenn wir ihn nicht beschäftigen zerlegt er seine spielzeuge und fängt an die Katze zu terrorisieren und wir sind dann auch nicht besser drann

Kommentar von Revic ,

Dann leinst du ihm auf seinem Platz an. Ganz einfach. Irgendwann beruhigt sich jeder Hund. Man muss nur Geduld haben.

Kommentar von Arashi01 ,

Auch eine Hundebox ist eine sinnvolle Möglichkeit. Erst wenige Minuten hineinschicken. Drin findet er was schönes, vielleicht ein Kauknnochen oder ähnliches. Nicht zu machen.

Dann immer länger. Sodass er lernt Pausenzeiten einzuhalten.

Bei unserem Bordercollie verwenden wir da ein Kommando: PAUSE. Da muss sie sich hinlegen und tuts inzwischen sehr gerne.

Solche Hyperhunde neigen zum Überdrehen, wenn man da nicht eingreift. Sie werden sonst regelrecht zum Junkie.

Aber auch ein zuviel an Eiweiß im Futter (das ist individuell, einer braucht mehr, die andere fängt da schon an zu "spinnen") kann die Ursache sein. Überdenkt auch mal Euren Futterplan.

Antwort
von Bitterkraut, 33

Biett ihm einfach mal Ruhe. Nichtstun.

Entspannt euch und wenn der Hund nervt, schickt ihn ruhig auf seinen Platz und bleibt entspannt.

Kommentar von xttenere ,

wenn dies so einfach wäre, würde GF verhungern.

Ich denke, dass in diesem Fall bereits bei der Welpen Erziehung so einiges schief gelaufen ist, und der Kleine nie gelernt hat sich hinzulegen und Ruhe zu geben. Jetzt verlangt er nach immer noch mehr Beschäftigung, und sein Halter möchte ich die in seiner Unwissenheit auch geben.

Da müsste das Training wieder bei null angefangen werden.

Kommentar von Bitterkraut ,

Ich hatte jahrelang den Jack Russell meines Nachbarn in Urlaubspflege, der hat mich anfangs immer fixiert, er blieb zwar in seinem Korb auf Geheiß, hat mich aber ununterbrochen voller Erwartung und Spannung angstarrt. Das war für uns beide anstrengend.

Irgendwann hab ich ihm einen großen Karton vor die Optik gestellt, 15 Minuten später konnte ich hören (sehen konnten wir uns ja nicht mehr), wie er abgeatmet hat - am Ende war er selber froh, mich nicht mehr anstarren zu müssen und sich entspannen zu dürfen.

Antwort
von TygerLylly, 6

Manchmal ist weniger mehr. Anstatt den Hund ewig zu bespaßen muss er lernen, dass auch mal Sendepause ist.

Habe selbst zwei JRT. Die kommen drei Mal am Tag raus. Morgens (je nach Wetter) zum Pinkeln um die Ecke oder größere Runde mit Freilauf (wenns regnet gehts, nicht, weil ich mein Kind dann nicht mitnehme). Mittags das Gleiche und vorm Schlafen gehts nur eben vor die Tür.

Außerhalb dieser Zeiten chillen die irgendwo rum, gucken was das Kind macht...

Räum erstmal das Spielzeug weg. Wenn er freien Zugang dazu hat, ist er auch permanent in einer Erwartungshaltung. Ein hibbeliger Hund muss nicht bis zum Kreislaufkollaps ausgepowert werden: Er muss lernen zu entspannen! Das lernt er, indem ihm nicht ständig Aufmerksamkeit geschenkt wird, es feste Zeiten für Ruhe und Spaß gibt.

Antwort
von NoradieHexe, 10

Wenn ihr wirklich etwas daran ändern wollt, empfehle ich euch, einen gewaltfrei arbeitenden Hundetrainer mit ins Boot zu nehmen. Euer Hund ist zu sehr gestresst, wie ihr ja selbst auch schon erkannt habt. 

Allerdings ist es auch nicht einfach eine sensorische Diät ohne fachliche Unterstützung durchzuführen . Es ist ein bisschen ähnlich wie bei Drogenabhängigkeit. Die Abläufe im Gehirn sind gleich. 

Gute Ansprechpartner findet ihr beim BHV e.V. Fragt gezielt nach einer sensorischen Diät. Weiss der Trainer nichts damit anzufangen, nehmt einen anderen.

Alles gute für euch.

Kommentar von Viowow ,

also unsere trainerin hat auch nie von eines sensorischen diät gesprochen, hat aber genau das gemacht. nur weil jemand mit fachbegriffen um sich schmeißt, hat er noch lange nicht zwingend viel ahnung...

Antwort
von rosale, 29

Also der Hund ist sicher nicht gestört. Jack Russel Terrier sind von Natur aus schon hippelige Hunde und sollten im Haus konsequent zur Ruhe "gezwungen" werden.

Nimm einfach den Ball und sage AUS und nimm das ganze Spielzeug weg, sonst legt er dir mal den Ball beim schlafen mitten auf den Bauch und gibt nie Ruhe.

Wenn du immer wieder nachgiebst, wird sich nichts ändern. Das kann ein 4jähriger Hund auch lernen.


Kommentar von Revic ,

Hier muss ich hinzufügen: Das Kommando "Aus" kann dem Hund natürlich nur gegeben werden, wenn er darauf entsprechend trainiert wurde. Hunde wissen nicht von Natur aus, was "Aus" oder "Nein" bedeutet. Das muss man ihnen erst beibringen.

Kommentar von rosale ,

Ja sicher aber wenn du AUS sagst und dabei den Ball weglegst, wird er schnell kapieren, was gemeint ist, auch bei anderen unerwünschten Verhalten. Natürlich kannst du jedes andere Wort auch nehmen, nur musst du dann dabei bleiben.

Kommentar von Revic ,

Da muss ich dir leider widersprechen. Das einzige, was der Hund in dieser Situation merkt ist, dass sein Herrchen sauer ist. Das "Aus" ist in dem Fall nichts weiter als ein "Bellen". Warum Herrchen jetzt sauer ist oder das es sogar was mit dem Hund selbst zu tun hat, dass kann der Hund nicht wissen und auch nicht, was er denn stattdessen tun soll. Ein nicht auftrainiertes Abbruchsignal hat keinerlei Bedeutung für den Hund und lässt ihn deshalb auch keine Rückschlüsse ziehen.

Kommentar von rosale ,

Sicher nicht beim erstenmal, wenn er das nicht kennt aber wenn das immer wieder so gehandhabt wird, kapiert es auch der dümmste Hund, dass bei  AUS  oder Schluss dann nichts mehr geht. Eine meiner Hündinnen hats nach 1 Woche kapiert, die wollte auch nachts immer Balli spielen, statt schlafen. Dazu ist nur Konsequenz nötig und keine extra Schulung von "Experten"

Kommentar von Revic ,

Wer hat hier was von Schulung durch Experten gesagt? Ein einfaches Abbruchsignal kann von jedem gewöhnlichen Hundehalter auftrainiert werden, der sich ein wenig mit den Lerngesetzen auskennt. Deine Hündin hat einzig und allein gelernt, dass Herrchen nachts kein Ball spielen mag. Aber nur, weil einfach nichts dergleichen passiert und nicht, weil du "Aus" sagst. Verhalten, dass sich nicht lohnt, wird gelöscht. Wenn aber morgen ein Stück Wurst auf den Boden fällt, dann wird dein Hund sich kaum für dein "Aus" interessieren.

Kommentar von rosale ,

Hast du eine Ahnung. Wenn ein Stück Wurst auf den Boden fällt und ich sage AUS oder Pfui, schnappt keiner meiner der Hunde danach. Das habe ich ihnen beigebracht, damit sie von Fremden nix nehmen, wenn ichs nicht erlaube. Naja, ich habe ja auch keine blöden Hunde.

Kommentar von Revic ,

Also hast du ihnen ein Abbruchsignal auftrainiert. Es kommt nunmal niemand um die Lerngesetze herum. Auch du und deine Hunde nicht.

Kommentar von rosale ,

Richtig!, von was rede ich eigentlich die ganze Zeit? Das geht aber nur mit absoluter Konsequenz, was bei vielen HH nicht eingehalten wird. Da fangst dann immer wieder von vorne an. Gutes Nächtle :-)

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