Was soll ich nur mit meinen Leben machen(Teil 2)?

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1 Antwort

Heyhey,

habe mir jetzt mal alles durchgelesen und muss sagen, in gewissen Punkten erkenne ich mein früheres Ich wieder. Warum sage ich früheres Ich? Weil ich in deinem Alter genauso drauf war (bin mittlerweile 23). Ich sage dir hier vorneweg, dass das kein üblicher Ratschlag sondern mehr eine etwas persönlichere Geschichte werden wird. Aber ich nehme mal an, dass du dir das ein oder andere daraus mitnehmen kannst.

Bin selbst introvertiert, frage mich bei meiner Umgebung (auch heute noch manchmal) was so toll am nächstbesten Absturz und dem nächstbesten One-Night-Stand ist, und warum man sich so über materielle Werte, wie Autos, Uhren und Zeug definieren muss. Man fühlt sich ein wenig wie das Alien, weil man da so ganz anders tickt. Aber irgendwie will man die Anerkennung und Sympathie der Leute, weil man in sich drinnen genau weiß, dass man nicht so verkehrt ist und sich wünscht, dass die Leute einen eben nicht als das Alien, als das man sich selbst sieht, sehen. Man will dazugehören.

Mittlerweile sehe ich das ganze schon fast (und das klingt jetzt vielleicht ein wenig abgehoben) als soziales Experiment, wenn mir sojemand begegnet. Eine Art Herausforderung an mich selbst, einen Draht zu diesem Menschen zu finden, seine Beweggründe und Lebensgeschichte zu erfahren. Es ist interessant, was man da so alles erfährt.

Bis ich das so sehen konnte, hats aber gedauert. Mein großes Glück war der Zufall. Ich bin genau in diesem Alter über einen Bekannten in einen schulpolitisch-aktiven Verein geschlittert, der es sich auf die Fahnen geheftet hatte, sich für überregionale Schülervertretung stark zu machen, viele Seminare in Bereichen wie Rhetorik und Motivation, aber auch Leadership veranstaltete. Zuerst war ich einfach nur neugierig auf die Inhalte – habe gedacht, damit lerne ich endlich wie ich Leute dazu bringe, mich zu mögen – und dann habe ich die Leute dort kennen gelernt.

Viele davon genauso viel (wenn nicht mehr) Party im Kopf, wie die Leute, die ich in meinem alltäglichen Umfeld nicht leiden konnte – nur irgendwie waren mir die meisten davon sehr sympathisch, weil sehr viele sehr helle Köpfe darunter waren. Im Nachhinein weiß ich, dass das vor allem an dem anderen Kontext war, in dem ich diese Leute kennen gelernt habe. Es waren Seminare, die stark auf Persönlichkeitsbildung abzielten und deshalb Leute, die sich selbst weiterentwickeln wollten. Der andere Kontext hat es mir ermöglicht, diese Leute auf einer ganz anderen Ebene kennenzulernen, wie man es im täglichen Leben vielleicht macht. Ohne Hintergedanke nämlich.

Ich lernte diese Leute kennen und konnte selbst entscheiden, ob ich sie teil meines Lebens sein lassen wollte oder nicht. Ich lief im täglichen Leben kaum Gefahr dort jemanden zu begegnen, es lag an mir ob ich zu ihnen Kontakt halten wollte oder nicht.

Ich glaube, du merkst schon worauf ich hinaus will. Tritt mal einen Schritt zurück. Versuch das ganze aus einer anderen Perspektive betrachten und nichts zu erzwingen. Leute kennen zu lernen, ist am leichtesten, wenn kein Druck da ist und man selber darüber entscheiden kann. Je mehr du du selbst bist, und je weniger dich dazu zwingst (zB witzig zu sein) desto besser ist es. Dein Umfeld kann dich so nämlich einschätzen. Und was man einschätzen kann, ist gefahrlos, also kann man sich auch auf einer persönlichen Ebene damit (oder mit der Person) einlassen ;)

So, sorry für den langen Text. Hoffe da ist was dabei für dich :)

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Kommentar von Chumgunboy
14.12.2015, 21:39

Danke ich muss sagen das die meisten antworten aus verschiedenen Foren mich innen drinn ein bisschen gerüttelt haben, aber mich nie wirklich aufgeweckt haben. Aber jetz hab ich endlich eine Antwort auf die ich mich stützen kann. Ich glaube du bist eine sehr interessante Person die eine sehr arge Veränderung durchgemacht hat, natürlich im positiven Sinne. Danke für deine Antwort sie hat mir wirklich geholfen und ich meine das Ernst.

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