Frage von Dreams97, 134

Wie kann ich meiner Mutter helfen?

Hallo!

Meine Mutter bringt mich zum Verzweifeln. Jeden zweiten Tag gibt es nur noch Stress daheim. Ich halte es langsam nicht mehr aus! Und zwar ist es so, dass meine Mutter vor wenigen Wochen erfahren hat, dass sie Fructose-Intoleranz und Sorbit-Intoleranz hat. Mein Bruder und ich haben ihr dann vor vielen Tagen jeweils die richtige Nahrung vom Internet bestellt, damit sie etwas zu essen hat. Soweit so gut. Heute wollte sie zusammen mit mir noch einmal im Internet nachschauen, was sie so essen kann mit ihrer Fructose-Intoleranz und Sorbit-Intoleranz. Das habe ich dann auch gemacht. Natürlich stand da nichts anderes drinnen wie davor. Und gleich war sie wieder beleidigt und ist weggegangen. Als ich im Internet auch gelesen habe, dass man zu einem Ernährungsberater gehen kann, habe ich ihr das vorgeschlagen, doch sie hat es einfach abgelehnt und nicht viel dazu gesagt. Vor einer halben Stunde wollte ich dann etwas essen und fragte sie, ob sie auch mitisst. Und sie nur: "Nein! Ich esse jetzt drei Tage lang nichts mehr, dann sterbe ich auch!" Davon redet sie ständig. Vom Sterben. Man kann gar nicht auf sie eingehen. Egal, wie man es versucht. Sie stößt einen von sich. Am Ende hieß es dann wieder, dass mein Bruder und ich ihr nicht helfen würden. Aber das stimmt doch gar nicht! Wir haben ihr, so oft es geht, geholfen. Aber ich persönlich verliere langsam die Geduld, weil diese Phase jeden zweiten Tag geht. Und wenn ich dann mal zu ihr sage, dass sie nicht so pessimistisch sein soll, dann kommt meine Mutter gleich mit alten Geschichten von mir und macht mir Vorwürfe, obwohl die Vergangenheit rein gar nichts mit ihrer Situation zutun hat.

Manchmal sagt sie auch: "Ich bin eine arme Frau!" Was soll das jetzt bedeuten? Zudem nimmt sie nie das an, was man zu ihr sagt. Auch wenn man ihr sachlich kontra gibt, ist sie gleich beleidigt. Sie nimmt sich gar nichts zu Herzen. Stattdessen kommen immer wieder Vorwürfe gegen einen selbst. Da hat man manchmal das Gefühl, man redet mit einer Wand.

Ich versuche wirklich, ihr zu helfen und ihr Vorschläge zu machen (wie den mit dem Ernährungsberater), aber wenn immer nur Vorwürfe oder sonst was kommen, kann ich leider auch nichts mehr tun.

Was soll ich jetzt eurer Meinung nach machen? Ich weiß echt nicht mehr weiter!

Hier ist noch ein Link zu einer Frage, die ich letzten Sommer hier reingestellt habe, der beweist, dass ich nicht übertreibe: https://www.gutefrage.net/frage/ist-das-verhalten-meiner-mutter-normal-hilfe?fou...

Danke im Voraus!

Grüße, Dreams97

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von jovetodimama, 35

Deine Mutter versinkt in Selbstmitleid, und das offenbar nicht zum ersten Mal. - Ich wundere mich, dass Du und Dein Bruder ihr noch immer so treu beisteht, nach alledem, was sie schon zu Euch gesagt hat oder Euch an Unterstützung versagt hat!

Dass es Deiner Mutter momentan schlecht geht, dass sie womöglich zusätzlich zu ihrer Fruktose- und Sorbit-Intoleranz eine psychische Krankheit hat, ändert nichts daran, dass eigentlich sie die Mutter ist und Ihr die Kinder seid - und nicht umgekehrt! Das heißt, dass sie mit ihren eigenen Problemen möglichst zurechtkommen sollte, ohne Euch damit zu belasten, und im Gegenteil dabei noch Euch bei Euren Problemen mit Rat und Tat zur Seite stehen sollte.

Das tut bzw. kann sie nicht. Trotzdem muss sich das nun nicht total umdrehen - auch wenn Du kein kleines Kind mehr bist, bleibst Du das Kind Deiner Mutter. Das heißt, Du musst sie nicht Deinerseits bemuttern!

Dass sie Deine Ratschläge nicht annimmt, braucht Dich nicht daran zu hindern, ihr weiterhin welche zu geben, wenn Du es für möglich hältst, dass sie Deinen Rat vielleicht doch einmal annehmen würde. Aber andererseits brauchst Du Dich jedenfalls in keiner Weise schuldig am Unglück Deiner Mutter zu fühlen, vor allem dann nicht, wenn sie Deinen Rat und Deine Versuche, ihr zu helfen, nicht annimmt. Das ist und bleibt nämlich ihr Part!

Machen kannst Du also eigentlich nichts anderes, als das, was Du ohnehin schon immer versuchst.

Das einzige, was Du wahrscheinlich noch nicht ausprobiert hast, und was möglicherweise doch auch einen "Test" wert wäre, ist, Deiner Mutter zu sagen, dass Du ihr nun schon sehr lange versucht hast zu helfen, dass Du aber leider den Eindruck hast, dass sie diese Hilfe von Deiner Seite weder annehmen kann noch wertschätzt, und dass Du Deine Aktivitäten in dieser Hinsicht von nun an auf null zurückfahren und Dich wieder mehr um Dich selber kümmern wirst. - Dann verhältst Du Dich einige Tage lang nur beobachtend und verkneifst Dir jegliche mitfühlenden Bemerkungen, Beschwichtigungen und Ratschläge. Vielleicht merkt Deine Mutter dann, dass sie Dich nicht mehr in der Hand hat mit ihrem Selbstmitleid und ihren Drohungen, sterben zu wollen, und dass Du die Verantwortung für ihr Leben und Wohlergehen schonungslos an sie zurückgibst! Wenn es "funktioniert", dann wird sie wahrscheinlich zuerst toben und jammern und mit noch mehr Drohungen versuchen, Dich zu Deinem bisherigen mitfühlenden und schuldbewussten Verhalten zurückzubringen. Dann aber, wenn sie merkt, dass Du dieses "Spiel" im Ernst beendet hast, wird sie auch aufhören, das Spiel zu spielen, und - hoffentlich - sich endlich selbst um sich kümmern.

Ich wünsche Dir viel Mut und Durchhaltevermögen für diese Maßnahme und viel Glück, nämlich dass Deine Mutter ihre Eigenverantwortung tatsächlich wieder selbst wahrnimmt! Alles Gute!

Kommentar von Dreams97 ,

Dankeschön für deine hilfreiche Antwort! 

Antwort
von tuedelbuex, 29

Die Frage ist, wie und ob man Dir überhaupt helfen kann.....denn Du hast, bzw. bist ja gar nicht das Problem. Das Problem hat, bzw. ist Deine Mutter, die sich offensichtlich nicht helfen lassen will und/oder mit ihrer Situation nicht klar kommt. Mehr, als Dir zu raten, mit dem Hausarzt (keine Ahnung, ob der Rat weiß) zu sprechen bleibt eigentlich nicht. Ansonsten die Mutter machen lassen und mehr oder weniger ignorieren (Hört sich gemein an, ich weiß! Aber wenn es ihr nur um Aufmerksamkeit von Euch Kindern geht, die sie am liebsten 24 h am Tag erhalten möchte könnte das helfen. Denn auch ihr seid nur Menschen und keine Maschinen, die zudem noch für alles eine Patentlösung haben), damit sie mal auf ein "normales" Level kommt.....

Antwort
von Zarina88Niony, 40

Such einen Ernährungsberater oder so und ruf ihn od. sie zu euch nach Hause... Dann besprecht ihr es noch einmal ganz in Ruhe mit deiner Mum...

Antwort
von beroud, 33

mein vater ist mit 75 jahren verstorben - er war geistig voll da, konnte seinen alltag bewältigen und war auf keine pflege angewiesen - er hatte seine wehwehchen, wie man sie mit 75 hat, aber nichts ernstes - er ist mit dem müll raus zur tonne und auf dem rückweg mit einem hirnschlag umgefallen - er hat, nach aussage der ärzte, den aufprall nicht mehr erlebt

er ist damit genau so gestorben, wie er es sich immer gewünscht hat - er starb ohne schmerzen oder lange krankheit - er war für niemanden eine last, war nicht auf hilfe, pflege oder irgendjemanden angewiesen, konnte seinen tag frei gestalten und mußte nicht auf demütigende weise wie ein kind gefüttert und versorgt werden

warum erzähle ich dir das? du kommst sicher von allein drauf...

Antwort
von ThePoetsWife, 39

Hallo dreams97,

eigentlich verhält sie sich gerade wie ein kleines, trotziges Kind.

 Eure Mutter hat lediglich eine Intoleranz von Fructose und Sorbit, davon geht die Welt nicht unter.

Von einer erwachsenen Frau kann man eigentlich erwarten, dass sie, wie es ihr angeboten wurde, eine Ernährungsberatung in Anspruch nimmt und ihre Ernährung dementsprechend umstellt.

Eure Mutter ist mit Sicherheit in der Lage, die Konsequenzen daraus zu ziehen. Ich denke, eure Mutter ist weder gebrechlich, noch ein Pflegefall und daher auch in der Lage sich selbst zu versorgen.

Irgendwie habe ich das Gefühl sie will eure permanente Aufmerksamkeit und euch gängeln. Das würde ich ihr mal klipp und klar sagen.

Vielleicht liegt hinter ihrem ganzen Verhalten aber auch etwas ganz anders, dass sie Probleme irgendwelcher Art hat - da sollte sie mal mit euch darüber sprechen.

Liebe Grüße

Kommentar von Dreams97 ,

Danke!

Kommentar von ThePoetsWife ,

gerne

Antwort
von KaeteK, 45

Du kannst gar nichts machen. Ich würde gar nicht mehr auf ihre Aussagen reagieren, bis sie einsieht, dass bei ihr was falsch läuft. Lass ihr Zeit um die Diagnose anzunehmen - vielleicht besinnst sie sich ja. Schick sie mal in eine Krebsklinik, dann weiß sie was es heißt, wirklich krank zu sein lg

Kommentar von Dreams97 ,

Ich glaube, da wird nie eine Einsicht kommen. Es wird immer so weitergehen wie bisher. 

Kommentar von KaeteK ,

Ich habe deinen älteren Beitrag noch kurz überflogen. Such dir einen Job und sobald du die Schule fertig hast, zieh aus. Bei dir habe ich das Gefühl, dass du schon in einer Abhängigkeit zu ihr stehst. Lass sie wirklich links liegen, vor allem wenn sie durchknallt. Gesund ist ihr Verhalten nicht, aber man kann niemand zwingen, sich Hilfe zu holen.

lg

Kommentar von Dreams97 ,

Ausziehen könnte ich erst, wenn ich einen Job habe. Davor kann ich leider nicht ausziehen. Aber ja, es wird immer unerträglicher. Früher war ich mir das gar nicht so bewusst. Und danke für deine hilfreiche Antwort. 

Kommentar von Zarina88Niony ,

wenn sie auszieht, was ist mit ihrer MUm?

Antwort
von Jule140, 33

Darf ich dich fragen wie alt du bist?

Kommentar von Dreams97 ,

Wieso? Ich bin 18.

Kommentar von Jule140 ,

weil dritte dich dann auch viel ernster nehmen. Es kommt jetzt drauf an wie ernst deine Mutter alles meint. Hast du das Gefühl das sie sich wirklich etwas antun könnte? besteht die hohe Wahrscheinlichkeit einer (dauerhaften) essstörung? Ich würde dir vorschlagen (auch wenn deine Mama die erste Zeit richtig sauer auf dich ist) setzt dich mit professioneller Hilfe zusammen. Frage die wie es weitergehen kann. Die können dir viel mehr Ratschläge geben. Wenn nun natürlich der absolute Härtefall Eintritt bleibt leider nichts anderes als zwangsweisung. Zum Thema zwischen euch in der Familie... gibt's da evtl iwelche verwandte die vermitteln können? Es ist recht schwierig da deine Mutter beinahe schon depressiv klingt evtl sogar etwas Narzisstisches dabei.. Ich persönlich glaube - ohne professionelle Hilfe wird sie das nicht hinbekommen..

Antwort
von Exitussi, 33

Es ist nicht eure Aufgabe, eure Mutter zu ernähren!!!  Es ist nicht eure Aufgabe, eurer Mutter das Leben zu erklären!!!   Alles zurück auf null und nichts mehr sagen!!   Eure Mutter muss sich selbst um einen Ernährungsplan kümmern.

Dazu hilft der gute Hausarzt mit einem Faltblatt oder Rat. letztlich soll sie sich natürlich ernähren und Süßstoffe, Fertiggerichte und Obst meiden. Thats all.   Kartoffeln, Fleisch, Käse, Gemüse, Reis, Nudeln...Soja...alles erlaubt.

Ihr seid nicht verantwortlich, warum macht sie euch Schuldgefühle?

Wenn das wirklich so ist, hat sie noch ein Problem mit ihrer Persönlichkeit, das ihr nicht lösen könnt.  Holt euch Hilfe von anderen Erwachsenen.

Kommentar von Dreams97 ,

Naja, sie wollte unsere Hilfe und wir haben ihr geholfen. Ich dachte, das macht man so innerhalb der Familie. Langsam weiß ich gar nichts mehr. 

Kommentar von Exitussi ,

Sie kann nicht erwarten, dass ihr mit eurer Lebenserfahrung Ernährungsfragen im gehobenen Stil beantwortet. 

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community