Was soll ich mit meiner Muttttter machen.....?

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9 Antworten

Hallo,

Du musst dir auf jeden Fall Hilfe holen. Am besten bekommst du sie vom Jugendamt, denn dort weiß man, wie man mit solchen Situationen umgeht. 

Ich hatte eine schwer alkoholkranke Tante. Als sie eines Tages im Suff stürzte, rief mein Cousin, er war damals 13, die Polizei, da er dachte, seine Mutter sei tot. Sie war kaum verletzt, konnte aber durch ihren Zustand nicht mehr aufstehen und war einfach eingeschlafen. Die Polizei rief die Rettung und meine Tante wurde auf die Psychiatrie gebracht. Die Polizei hatte auch eine Mitarbeiterin des Jugendamtes zu Hilfe gerufen. Dieser Dame hat mein Cousin dann sein Herz ausgeschüttet und alles über die häuslichen Zustände erzählt.  

Es wurde ihm angeboten, vorübergehend zu einer Pflegefamilie zu ziehen. Er wollte aber lieber zu unserer Oma, die ihn auch gerne aufnahm. Als die Tante den körperlichen Entzug im Krankenhaus hinter sich hatte, wurde ihr mitgeteilt, dass ihr Sohn nicht länger bei ihr leben könnte und wollte und dabei seitens des Jugendamtes die volle Unterstützung hat. Das hat meine Tante so weit aufgerüttelt, dass sie einer stationären Therapie an einer Suchtklinik zustimmte. Sie kam direkt vom Krankenhaus dorthin und es war für sie, aber auch für uns alle ziemlich hart, da sie 6 Wochen lang keine Besuche empfangen durfte. Als ich nach dieser Zeit zum ersten Mal mit der Oma und meinem kleinen Cousin hinfuhr, erwartete uns ein kleines Wunder. Die Tante, die auch meine Taufpatin war, war kaum wiederzuerkennen. Sie sah fast aus wie früher, bevor sie in diese schreckliche Sucht gerutscht war. Wir konnten wieder ganz normal mit ihr reden und sie versprach meinem Cousin, nie wieder rückfällig zu werden. Sie erzählte auch, dass sie in der Therapie gehört hatte, das würden nur 40% der Patienten dauerhaft schaffen, aber sie sei wild entschlossen, zu diesen 40% zu gehören. 

Sie hat es tatsächlich geschafft! Das Jugendamt kümmerte sich allerdings weiter bis zur Volljährigkeit um meinen Cousin. Etwa ein, zwei Mal schaute jemand vorbei und er hatte immer Ansprechpartner, die er sofort hätte kontaktieren können, wenn es Probleme gegeben hätte. 

Du kannst dir sicher vorstellen, dass ich über diesen Teil meiner Familiengeschichte nicht so gerne spreche. Dir habe ich das aber erzählt, damit du siehst, dass du Hilfe bekommen kannst. Vielleicht kommt deine Mutter ja auch zu sich, wenn sie von Amts wegen erfährt, dass es so nicht weitergehen kann. 

Bitte hole dir so schnell wie möglich Hilfe. Wenn du dich nicht direkt zum Jugendamt traust, kannst du auch die Polizei bitten, dir den Kontakt herzustellen. Auch ein Vertrauenslehrer könnte das machen, wenn du dich in der Schule jemandem anvertrauen möchtest.

Ich drücke dir - und deiner Mutter! - fest die Daumen, dass es zu einer Lösung kommt und deine Mutter den Weg aus der Sucht findest.

Alles Gute und viele liebe Grüße

Lilly

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Deiner Mutter ist nur zu helfen, wenn sie erkannt hat, dass sie krank/alkoholsüchtig und bereit ist, diese Hilfe anzunehmen. Eine Therapie kann nur erfolgreich sein, wenn der Patient einsichtig ist und den eisernen Willen hat, die Sucht aufzugeben.

Bei Alkoholikern ist es folgendermaßen: Solange das Leben einigermaßen läuft und für ihren täglichen Alkoholpegel gesorgt ist, gibt es für sie keine Veranlassung, ihre Sucht aufzugeben. Sie müssen erst (ich übertreibe mal) in der Gosse landen, bis sie einsehen, dass das Leben so nicht weitergehen kann. Die meisten Süchtigen beginnen erst dann, über sich, ihr Leben und ihre Krankheit nachzudenken und zur Einsicht zu gelangen, dass der Alkohol ihr Leben bestimmt und zugleich ruiniert. Deshalb ist es am besten, allerdings für dich als Tochter auch am härtesten, diesen Punkt in ihrem Leben herbeizuführen.

Im Grunde genommen kannst du deiner Mutter am besten dadurch helfen, dass du die Polizei benachrichtigst, wenn sie betrunken am Straßenverkehr teilnimmt. Das muss dann aber so sein, dass sie auf frischer Tat ertappt wird, damit die Straftat eindeutig bewiesen wird. Damit schützt du Gesundheit und Leben deiner Mutter, aber auch aller anderen Verkehrsteilnehmer. Das ist sehr wichtig, denn Alkohol am Steuer hat schon vielen Menschen das Leben gekostet oder aus ihnen lebenslänglich Behinderte Menschen gemacht  - sowohl Alkoholsüchtige selbst als auch völlig unbeteiligte Verkehrsteilnehmer.

Beuge einem schlimmen Verkehrsunfall vor, der Tote, Behinderte und einen großen finanziellen Sachschaden verursachen kann. Kraftfahrzeugversicherungen haften nicht bei Alkoholfahrten, sondern holen sich das Geld von deiner Mutter zurück!  Eine Bestrafung und der Führerscheinentzug sind finanziell viel überschaubarer als ein Verkehrsunfall. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie einen Verkehrsunfall baut!

Insofern könnte man sogar sagen, dass du eine Verantwortung hast, Menschen zu schützen. Das ist leicht gesagt und nur ganz schwer in die Tat umzusetzen. Aber in Wirklichkeit hilfst du ihr damit und schützt sie vor sich selbst. Außerdem sind solche Ereignisse für den Alkoholsüchtigen sehr häufig (nicht immer!) tatsächlich eine Art Schlüsselerlebnis, das sie zur Einsicht bringt, etwas tun bzw. ihr Leben ändern zu müssen.

Wenn deine Mutter dann eine Kur gemacht hat und tatsächlich geheilt ist, dann wird sie dir dankbar sein, dass du die Notbremse gezogen hast. Solange sie alkoholsüchtig ist, wird sie dich allerdings dafür "verfluchen". Die Frage ist, ob deine Mutter überhaupt erfahren muss, dass DU die Polizei über ihre Alkoholfahrt benachrichtigt hast.

Es ist eine sehr schwierige Entscheidung. Denke mal darüber nach.

Als Angehörige einer Alkoholsüchtigen kannst du dich an folgende Organisation wenden, die überall in der Bundesrepublik vertreten ist und die dir kostenlos mit Rat und Tat zur Seite steht:

http://al-anon.de/

Alles Gute! :-)

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Google mal nach der Selbsthilfegruppe für Angehörige von Alkoholikern.

"Helfen" kannst du Alkoholikern nur, indem du sie immer wieder hart konfrontierst: "Weißt du, wie abstoßend du bist, wenn du säufst. Du stinkst. Nein, ich werde dich gewiss nicht umarmen, wenn du gesoffen hast. Du bist Alkoholikerin."

Mehr als die harte Konfrontation kannst du nicht machen. Jede "Hilfe" verschlimmert ihren Zustand. letztlich muss sie erst ganz unten sein, bevor sie vielleicht einsieht, dass sie selbst was machen musst.

Mehr als ihr immer wieder zu sagen: "Du bist Alkoholikerin. tu was!" kannst du nicht machen.

Aber die Selbsthilfegruppe für Alkoholiker ist wirklich hilfreich. Für dich!!!

Die Krankenkasse kann dir da sicher weiterhelfen. Die Anonymen Alkoholiker haben auch Selbsthilfegruppen. Auch für Jugendliche.

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Hallo. Der Text könnte eins zu eins von mir sein. War mir grade schon fast unheimlich, das zu lesen!!!

Ich kann dir nur einen Rat geben, auch wenns verdammt hart ist: Grenze dich von den Gedanken ab, ihr helfen zu können/müssen. Es geht nicht. 

Wenn sie nicht selbst begreift, dass sie Hilfe braucht und sich diese holt, kann es nicht besser werden.

Erpressen bringt nichts, sie hat eine Sucht.

Alkohol weg kippen auch nicht, sie besorgt neuen.

Autoschlüssel weg sperren, um sie und andere zu schützen, sonst kannst du nix machen.

Meine Mutter trinkt, seit ich denken kann, ich hab ALLES versucht, bin für ne ganze Woche zuhause abgehauen, hab gedroht, mich ans Jugendamt zu wenden, hab ihr den Alkohol weg geschüttet, hab sie weinend angefleht, hab ihr verschiedene Kontaktdaten von Therapeuten besorgt, sie mit zu meiner Therapeutin genommen, es meiner Vertrauenslehrerin erzählt, die mit ihr redete, ihr vorgeworfen meine Angststörung hätte mit ihrer Trinkerei zu tun - alles vergebens!

Mittlerweile wohne ich seit Jahren nicht mehr bei ihr, bekomme die Eskapaden nicht mehr mit und mir gehts besser. 

Wenn sie anruft oder schreibt, wenn sie betrunken ist, reagiere ich nicht und fertig. 

Lass die Hoffnung los, dass DU ihr helfen kannst! Die hatte ich zwanzig Jahre vergeblich.

Du kannst hoffen, dass sie von selbst drauf kommt - mehr leider nicht. 

Ich weiss - harte Worte aber es ist so. Alles gute dir!

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Dass kenn ich alles nur allzu gut! Allerdings nicht von meiner Mutter, sondern von meinem Vater. Ich bin mittlerweile 26jahre alt, und bin draufgekommen dass man diesen Menschen wirklich nicht helfen kann! Die können nur sich selbst helfen! Leider! Du kannst mir glauben wenn ich dir sage dass meine Mutter, mein Bruder und ich alles versucht haben meinem Vater zu helfen, wirklich alles. Aber bei Gott hat es nicht geklappt! Am Ende wurde uns von einer Psychologin gesagt dass nicht unser Vater arm ist, sonder wir, die Angehörigen die sowas mitansehen und ertragen müssen. Und da hat sie vollkommen recht!! Ich habe es als Pflicht gesehen meinem Vater zu helfen da ich ja seine Tochter bin, aber mir wurde ebenfalls von meiner Psychologin beigebracht dass dies ganz und gar nicht meine Pflicht ist denn es ist die Pflicht von deiner Mutter sich um dich zu kümmern und nicht umgekehrt! Ich weiß es fällt einem vllt schwer, aber, du musst auf DICH und auf DEIN eigenes Leben schauen! Deine Mama ist alt genug und trägt ganz allein die Verantwortung für ihr Leben! Ich weiß nicht wie alt du bist, aber das Beste was dir passieren kann ist auszuziehen. und dann aktzeptierst du sie entweder als dass was sie ist: eine alkoholsüchtige, oder du kommst damit nicht klar und brichst den kontakt ganz ab. Wäre meine Mutter nicht immer noch mit meinem Vater zusammen dann hätte ich zu ihm auch keinen kontakt mehr weil ich dass einfach nicht aktzeptieren kann. Er hat von meinem Bruder und mir durch den scheiss alkohol die ganze Kindheit versaut!! er hat unsere mutter vor unseren augen geschlagen, er ist ihr fremdgegangen und sie hat ihm alles verziehen weil sie nicht den mut hat alleine weiterzuleben und eine neue Richtung zu gehen ( auch eine sache bei der ich lernen musste dass ich mich für ihr leben nicht schuldig fühlen darf) Und nun ist es so weit dass er sogar seine arbeit gekündigt hat und von morgen bis abends im pyjama rumläuft und sauft. noch dazu wollte er sich ausgerechnet als ich mit meinem 2. Kind schwanger war umbringen. Glaube mir, solche Leute versauen einem das komplette Leben und wir müssn auch noch zusehen wie sie sich zu tode saufen und können ihnen absolut nicht helfen. die armen schweine sind wir, die sowas ertragen müssen! Ich wünsche dir alles Liebe!

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deine mutter ist Alkoholikerin, als schwer alkoholkrank. sie braucht einen entzug in einem dafür geeigneten Krankenhaus. informiere deine verwandten darüber oder wende dich an eine familienberatungsstelle (Caritas ect)

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Du solltest es dem Jugendamt melden.Das ist in dieser Situation die beste Lösung.Auf jeden Fall wünsche ich dir viel Glück und lass dich nicht unterkriegen

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Melde dich beim jugendamt oä und die werden deine mutter dann evtl zwangseinweisen

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Kommentar von LanaLou509
26.10.2016, 22:02

Es wird heutzutage niemand mehr zwangs eingeweist. es beruht alles auf freiwilligkeit!

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kannst ja deine tante oder dein onkel fragen ob sie mit dir zsm hilfe suchen. du musst da nicht allein durch. lg

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