Frage von Sternchen016, 76

Was soll ich jetzt noch glauben (Thema reiten)?

Hallo! Ich habe eine Frage zum Reiten. Ich weiß einfach nicht, was ich noch glauben soll. Ich reite seit etwa acht Jahren, was erst mal lange klingt. Aber das kann man so nicht sagen - die ersten sieben der acht Jahre war ich immer nur ein, zwei Wochen in den Reiterferien. Als erstes bei einem Reiterhof, der relativ klein war, da habe ich auf Shettys Reiten gelernt. Auf Gleichgewicht und sicheren Sitz wurde da am meisten geachtet, aber Longenstunden gab es da logisch keine. Wir sind in der Abteilung ohne Zügel hintereinander her geritten... Wirklich mehr als abwenden, durch die ganze Bahn wechseln und Gangarten habe ich nicht gelernt, natürlich auch richtig Striegeln und so. Dann wurde der Hof an die Tochter gegeben, und die war irgendwie total unfreundlich, so dass wir uns eine andere Möglichkeit gesucht haben. Das war dann auf einemIsländerhof, vor knapp drei Jahren. Hier hab ich endlich auch Auftrensen und Satteln gelernt. Da war ich zwei, dreimal in den Ferien, bis ich tatsächlich in eine Reitgruppe gekommen bin. Da bin ich übrigens immer noch drin. Wir reiten da etwa alle zwei Wochen aus, mit etwa fünf Personen plus Reitlehrerin. Die reitet immer vorne und kann uns so natürlich nicht ständig korrigieren. Ich hatte eigentlich gedacht, dass ich ganz gut reiten kann,immerhin war ich ja in der Ausreitgruppe, und blutige Anfänger dürfen ja gar nicht ausreiten. Von Knieschluss und Kreuzhilfen hab ich bisher nur gelesen, das wurde aber nie irgendwie speziell erklärt. Vielleicht war es ja ein anderer Name, keine Ahnung.... In den letzten Sommerferien hab ich dann eine Reitstunde auf einem kleinen Hof genommen,aber das war ein totaler Reinfall. DasPony ist ständig angetrabt. Die Reitlehrerin hat mich dann an die Longe genommen, was ich an ihrer Stelle wohl auch gemacht hätte. Dann hat sie meinen Sitz ganz anders korrigiert als die zwei Reitlehrerinnen, die ich davor hatte. Am Ende war ich total verkrampft und zittrig, wütend, enttäuscht. Ich hab mich gefühlt wie ein totaler Versager und wenn ich daran zurückdenke, muss ich immer daran denken, dass es vielleicht besser wäre ganz aufzuhören mit reiten. Die nächste Stunde, wieder auf dem Isländerhof,hab ich versucht die Anweisungen der letzten Stunde zu befolgen. Wir waren ausnahmsweise auf der Ovalbahn, und die Reitlehrerin hat mir wieder genau das Gegenteil erzählt, zu meinem Sitz.Ich weiß nicht mehr,was ich glauben soll!Ich meine, ich denke,so richtigen Reitunterricht hatte ich nie!Ich wäre so gern in einer Gruppe, die richtigen Dressursitz lernt und einfach, wie man richtig und gut reitet! Ich will Ahnung vonPferden haben und mich nicht immer fragen müssen, wer jetzt Recht hat, die eine oder die andere Reitlehrerin!Bei uns gibt es zwar einen ganz tollen Stall, wo man so reiten lernt, aber da ist eine jahrelange Warteliste. Ich weiß echt nicht weiter.Wie erkenne ich denn jetzt,was richtig ist? Wer sich das durchgelesen hat,dem muss ich schon danken. Vielleicht kann mir jemand ein bisschen helfen...

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 67

Knieschluss ist auf jeden Fall falsch. Diese Hilfe ist von Anno Dunnemals.  Man reitet in der Balance, aber nicht mit Knieschluss. Das verspannt nur.

Und mit ständigem Kreuzanspannen auch nicht.

Kauf dir doch mal eine gute Reitlehre und lies sie. Z.B. Michael Putz: Reiten mit Verstand und Gefühl. Allerdings muss du immer daran denken, dass der Autor sich stets auf das Reiten von großen Pferden bezieht. Letztlich reitet man natürlich auch einen Isi wie alle Pferde, aber die Beinhaltung ist halt notwendigerweise etwas anders. Man kann einen Isi schlecht mit den Beinen treiben wie ein Großpferd, da beim Isi einfach kein Pferd mehr ist, um es wie ein Großpferd zu treiben. Manche Reiter versuchen es dennoch, und das ergibt dann diesen grausigen Klappmessersitz, wo langbeinige Reiter noch Pferd suchen, wo keines mehr ist.

Um zu erkennen, was gut und richtig ist, muss man schon sehr viel Unterricht gehabt haben und auch theoretisch in der Materie vorgedrungen sein. Es gibt leider schlechte Reitschulen, die einem was von Knieschluss und Sattel auswischen erzählen.

Kommentar von Hjalti ,

Ich reite meine Isis sitztechnisch (mal abgesehen von den “Zusatzgängen“) ganz genau wie meinen Andalusier und die Friesen, meine Berittpferde, etc. Gibt auch keinen Unterschied beim Treiben - ich lege ja die Wade an und hau den Pferden nicht die Hacken in den Bauch!

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde & reiten, 23

Das ist, als würdest du 2 Fremdsprachen lernen. Es gibt nicht immer richtig oder falsch. 

Auch sind Pferde  verschieden, selbst die Sättel machen oft viel aus. Auf einem Pferd neige ich dazu, die Beine zu weit nach hinten zu tun, auf dem anderen rutschen sie leicht nach vorne. Entsprechend bekomme ich jweils andere Korrekturen...

Auch haben Reitlehrer andere Herangehensweisen.

Was Dir der eine Reitlehrer sagt, das tue dort - und was Dir der andere sagt, mach da, wo er lehrt.

Mit der Zeit wirst Du merken, welche Methode Dir besser zusagt. 

Wenn es Dir zu schwierig ist, es zu trennen, mußt Du eben eines streichen. Aber es ist prinzipiell nur bereichernd, sich auf verschiedene Stile einzustellen.

Antwort
von WesternCalimero, 29

 Du stehst vor einem Problem, von dem andere gar nicht wissen, daß es das überhaupt gibt, weil sie immer den gleichen RL haben.

Ich habe das so verstanden, daß der Sitz dein größtes Problem darstellt. Da ich nicht weiß wie du genau sitzt, kann ich dir auch nicht sagen welche Information richtig oder falsch ist.

Allerdings kann ich dir hier eine recht simple Erklärung anbieten, anhand derer Du selbst feststellen kannst, ob die eine oder andere Variante richtig ist:

Pferde gehen grundsätzlich unter das Reitergewicht. Das bedeutet, wenn dein rechter Sitzbeinhöcker belastet ist, sollte das Pferd nach rechts gehen.

Ob es "Drehsitz" genannt wird oder "Gewichtshilfe" ist ziemlich wurscht...

Die Gefahr beim Drehsitz ist eigentlich immer das abknicken der Hüfte (damit belastet man aber leider die falsche Seite). Das ist etwas, was wir in der modernen Zeit alle falsch machen, denn wir üben das falsche Verhalten täglich gleich mehrmals (im Bus, Bahn oder Auto). Wenn das Fahrzeug in eine Kurve fährt, werden wir nach außen gedrückt. Dann legen wir uns mit dem Oberkörper zum Kurvenmittelpunkt. Dabei sitzen wir aber auf dem (für das Reiten) falschen Sitzbeinhöcker.

LG Calimero

Antwort
von Mistress321, 20

Ihr macht alle einen ganz entscheidenden Fehler, indem ihr euch nie in das Pferd versetzen könnt.

Wir haben vor ein paar Jahren als ich noch jünger war in meinem Reitstall mit unserer Reitlehrerin ein ganz interessantes Experiment durchgeführt indem wir uns auf die Schultern der anderen gesetzt haben um die Hilfen zu kapieren.

Ich kann nur sagen dass ich bei einigen so gut wie gar nichts kapiert habe was sie auf mir oben wollten. Es war vollkommen diffus und und völlig unverständlich. Und ich war umgekehrt genauso geschockt wie wenig von meinen "Hilfen" angekommen ist.

Wie soll das auch noch ein Pferd kapieren?  Ich bin fast eine halbe Stunde auf einem jungen Kerl gesessen, der eigentlichen sehr guter Reiter war und er hat mir gesagt dass er von meinen Hilfen nur einen Bruchteil mitbekommen hat, obwohl ich mir alle Mühe gegeben habe. Hat mich damals sehr geschockt. Probiert das einfach mal aus und ihr werdet sehen, wie diffus ihr auf dem Rücken eurer Pferde sitzt. Ein Mensch kapiert so gut wie gar nichts und wie soll das dann ein Pferd kapieren?

Antwort
von LyciaKarma, 48

Ich würde sagen, da, wo du die richtige Reitstunde hattest, solltest du tendenziell  bleiben - ohne den Unterricht zu kennen. 

Einfach, weil man nicht irgendwelche Leute aufs Pferd setzt und sie mit ins Gelände nimmt. Das sagt mir genug, um da nicht mehr hingehen zu wollen. 

Antwort
von valeriasophie, 59

Ich würde erstmal den Stall wechseln und in eine richtige Reitschule wechseln. Ich finde es etwas unverantwortlich, dass sie dich mit ins Gelände nimmt, wo du vermutlich nicht richtig sicher reiten kannst (ist nicht böse gemeint, aber aus reiterfreien und aus Ausritten lernst du meiner Meinung nicht sehr viel). Ich glaube es wäre mal ganz gut zu hören was dir die verschiedenen Reitlehrer gesagt haben.

Kommentar von dressurreiter ,

Blödsinn, nach 7 Jahren reiten kann sie sicher ins Gelände. Und auf welchen Reitlehrer soll sie denn hören, die sagen doch alle was anderes, lies dir doch bitte nochmal die Frage durch, bevor du so einen Unsinn antwortet.

Antwort
von leniiiiiiiiiiii, 34

Als erstes würde ich eine richtige Reitschule suchen!
Aber fals du keine richtige Reitschule findest könntest du auch einfach dir ein Plegepferd suchen oder so und bei YT findest du ein paar videos zum Thema reiten (ist aber nicht die beste idee)😒😂😊

Antwort
von Cheyene, 17

Ich denke, dass die beiden Reitlehrerinnen dir unterschiedliche Sachen sagen, kann daran liegen, dass sie verschiedene Reitstile haben. Und passend zu dem jeweiligen Reitstil der Lehrerin werden natürlich auch die PFerde ganz anders geritten.
Du solltest dich allgemeiner über das Reiten informieren, Videos und Lehrfilme, Bücher, YT, egal was, aber ich denke zu einem Reiter wird man, weil man sich durch und durch mit Pferden beschäftigt. Ich verbrachte meine Tage früher damit, riesige Lexikas von PFerderassen anzuschauen, dadurch lerne ich nicht besser reiten, aber mental werde ich zu einem Reiter, der sich wirklich für Pferde interessiert, ein Pferdemensch eben.
Und dann logisch das praktische, das du irgendwo erlernen musst. Schaue dir alle Höfe in deiner Gegend an, nimm vielleicht auch bei jedem eine Reitstunde, und dort, wo du das beste Gefühl hast (nicht dort wo es am einachsten war, aber dort wo dir vorkommt, was die Reitlehrein sagt, macht Sinn und das Pferd reagiert auch darauf) versuchst du einen Platz zu bekommen. Informiere dich was für Stil auf dem Hof gelehrt wird (Englisch/Western) und im Sommer kannst du ja eine Reitwoche auf eínem anderen Hof mit gleichem Stil machen. Zudem kannst du an reitwochenenden/kursen teilnehmen. Da kommen berühmte Reiter an bekanntere Höfe, man kann sich anmelden, dorthin fahren und sich von denen unterrichten lassen (allerdings bräuchtest du da ein pferd vom hof, wenn du nich nicht bereit bist, ein eigenes zu haben) So bekommst du einfach die Erfahrung von überall und musst nicgt nur das übernehmen, was dir eine Person sagt.

Aber das wichtigste, gib nicht auf! Nicht wenn dir das reiten wirklich gefällt. Ich reite auch schon lange, aber mein anfang war sehr schwer, denn meine Reitlehrerin glaubte (wahrscheinlich auf grund meiner schmächtigen und schüchternen Gestallt) kein bisschen an mich und machte mich immer nieder. Nun, über 10 Jahre später, bin ich auf einem anderen, wunderbaren Hof, habe einen Araber und wir beide sind ein unzertrennbares Team! Ausgelernt habe ich natürlich noch immer nicht, das hat man ja nie :)

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