Was soll ich bloß tun mit meiner Familie?

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7 Antworten

Liebe lottlott,

zuerst: Ich kann deinen Frust und deine Verzweiflung aus deiner Perspektive gut nachvollziehen.

Deshalb mache ich dir einen Vorschlag und ich beschreibe dir, wie ich deine Frage (und Beschreibung deiner Gesamtsituation) aus meiner Perspektive sehen könnte. Damit es schnell geht und du nicht einen uhrig langen Text durchwühlen musst (hoffentlich) in Kurzfassung:

1. Dein Leben zieht nicht an dir vorbei, du bist mittendrin!

2. Dein Mann managt Beruf, du Familie. Du machst das gut, weil du dich um die unterschiedlichen Anforderungen kümmerst.

3. Dein Mann ist stark und weiß, dass er sich auf dich verlassen kann. Deshalb weiß er auch, dass er sich in die Familie nicht reinknien muss. Vielleicht weiß er auch, dass er das gar nicht so gut kann wie du. Er bleibt bei seinen Leisten (Geld für die Familie verdienen) und überlässt der Kompetenteren in Familienfragen den Vortritt: Dir!

4. Die Wertschätzung die du dir wünschst, wirst du nie bekommen. Die kannst nur du dir geben, indem du deine Stärken akzeptierst (gute Mutter und Familienmanagerin) und nicht nach mehr verlangst.

5. Frage dich ehrlich, warum du eine 2. Ausbildung machen möchtest! Wenn es dabei um Wertschätzung von außen geht, dann ist es vielleicht eher ein Traum, den du nicht aufgeben willst aber eigentlich nichts mehr mit der Realität zu tun hat. Mutter und Hausfrau zu sein ist ein absolut anspruchvoller Fulltimejob! Lerne, diese Arbeit selbst wertzuschätzen. Damit fängt alles an. Wo willst du da Pläne hineinpressen, die du dir vor Zeiten augemalt hast?

6. Bettel nicht um Unterstützung, sondern nimm dir, was du brauchst! Wenn du dich selbst wert schätzt, dann weißt du, was du wirklich brauchst. Dafür kannst du einstehen und auch argumentieren.

7. Ist doch egal, wenn du die einzige bist, die in eurer Partnerschaft gewisse Themen anspricht. Hauptsache ist, dass sie überhaupt jemand anspricht und du mit deinem Mann dann über deine Vorstellungen/Sorgen/Pläne reden kannst. Es gibt bestimmt auch Themen, die nur dein Mann zur Sprache bringt, weil du dich nicht so sehr dafür interessierst.

8. Dass er sich in der Familie nicht nach deinem Wunsch einbringt heißt noch lange nicht, dass er deshalb desinteressiert wäre! Er hat nur andere Dinge in seinem Kopf. Du könntest seinen Job ebensowenig machen, wie er deinen. Nicht, weil ihr beide zu dumm dazu wärt, sondern weil ihr andere Schwerpunkte habt. Das hat aber nichts mit eine Wertschätzung zu tun!

Sei nicht frustriert, das tut weder dir, noch deiner Familie gut. Sei stolz auf das, was du geleistet hast. Du weißt selbst, was du kannst und ich bin überzeugt: dein Mann weiß es auch - er spricht nur nicht darüber, das ist alles. Und mal ehrlich: wann hast du eigentlich deinem Mann gesagt, dass er das in der Firma prima macht und dass du es ganz toll findest, dass er dafür sorgt, dass ihr zu Essen und ein Dach über den Kopf habt, dass er spitzenmäßig aussieht und ein heißer Vogel ist, den du am liebsten sofort vernaschen möchtest,...?

Vielleicht stimmen nicht alle meine Perspektivenbeschreibungen, aber vielleicht zumindest die ein oder andere...dann hat es sich doch schon gelohnt, oder?

Ich wünsche dir alles Gute!

NN



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Kommentar von NamikaNirname
11.03.2016, 18:56

Vielen Dank für den Stern.

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Natürlich rate ich dir, dir Hilfe zu holen. Zum Beispiel von einer Familienberatung oder dem Hausarzt. Und wenn du dich ein wenig gefangen hast, schreibst du mal auf was du dir wünscht. Du schreibst auf welche Veränderungen du haben möchtest. Vielleicht sogar auch zu welchen Veränderungen du bereit wärst. Aber Veränderungen wird es vorgeben. Dann plane doch mal 10 Minuten Gespräch ein mit deinem Partner. Und trage ihn die Fakten vor. Deine Wünsche. Und fragst ihn was er zu ändern bereit ist. Manche Männer reden nicht gerne. Doch wenn du sagst das du was veränderst wenn sich nichts ändert, wird er sich überlegen zu zu hören. Ich kann mir vorstellen dass das alles sehr Kraft rauben mit ist. Kinder sind auch einen Job. Ein Job den man gut machen möchte. Doch man muss sich auch wohl fühlen in seiner eigenen Haut und Situation. Und wenn es der Mama nicht gut geht, geht es meist den Kindern auch nicht gut. Ich würde dir auch raten eine Kur zu beantragen.

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Kommentar von lottlott
08.03.2016, 22:27

Ich danke dir für deine Antwort! Vielleicht ist das der Weg.Denn Gespräche haben bis jetzt nie etwas gebracht. Ich werde es so noch einmal versuchen.Lg

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An deiner Stelle würde ich es deinem Mann genau so sagen, dass du Anerkenung brauchst und mit den Nerven total am Ende bist. Vielleicht frägst du, ob du zur Erholung einen Kurzurlaub bekommst um deinen Kopf mal wieder frei zu bekommen. Du musst jetzt einfach mal einen klaren Kopf bekommen und Zeit haben, dass du überlegen kannst.

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männer zögern eine entscheidung hinaus, weil sie sich keine option verbauen wollen, frauen tun es, weil sie sich längst entschieden haben und sich vor den konsequenzen fürchten :) es heißt, frauen brauchen ein jahr, bis sie sich ihrer entscheidung bewußt sind...

und jetzt bist du wohl soweit - sohn und tochter kommen vermutlich an erster stelle, der mann deutlich dahinter, vor allem, wenn er die erwartungen nicht erfüllen kann oder will

interessant, daß du das haus erwähnt hast - da es für die problematik keine rolle spielt, ist es wohl für die lösung von bedeutung - entweder denkst du an ein leben im haus ohne mann, oder du empfindest es jetzt als klotz am bein

so oder so hast du längst entschieden und hoffst lediglich auf eine göttliche fügung, die dir den ärger und arbeit abnimmt

vielleicht klingt das jetzt alles ein wenig abwimmelnd, aber ich meine wirklich, daß du hier eine der wenigen bist, die keinen rat benötigt - du weißt längst, was du tun willst, du mußt es nur noch tun

am ende gebe ich dir dann aber doch einen guten rat - auch wenn du ganz allein deinen weg wählst, entscheide nicht für andere, ob sich dich dabei unterstützen - du wirst mit mann und kindern reden müssen...

viel glück in deinem neuen leben

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Kommentar von lottlott
09.03.2016, 07:52

Ich danke dir für die Antwort.Ich denke du hast recht.Danke

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Wenn du mit deinem Leben nicht glücklich (oder zumindest nicht zufrieden) bist, musst du dein Leben ändern und nicht deinen Mann.

Warum hast du deinen Traum von einer zweiten Ausbildung aufgegeben?

Natürlich sind ein Kleinkind und ein "Problemkind" anstrengend, die Belastungen und Allein-Entscheidungen zehren an deinen Nerven. Aber deine Kinder brauchen dich nicht mehr 24 Stunden am Tag, weder ein Kindergartenkind noch ein ADHS-Kind.

Dir fehlt Anerkennung, die erfährst du aber nicht durch ein "Das Hemd hast du aber schön gebügelt" von deinem Mann, sondern im Beruf oder Ehrenamt oder von mir aus auch in der Hobbygruppe. Wenn du nicht immer verfügbar bist, übernimmt auch dein Mann notgedrungen Verantwortung.

Ich hatte ähnlich gelagerte Probleme wie du. Vor meinem ersten Kind war ich 18 Jahre durchgängig berufstätig und auch zwischen den Kindern habe ich teilzeit gearbeitet. Nach dem Zweiten war ich drei Jahre in Erziehungsurlaub. Dann stand die Entscheidung an, wieder arbeiten zu gehen mit Schicht- Nacht- und Wochenenddiensten, Arbeiten an Feiertagen, entweder Weihnachten oder Silvester frei, entweder Ostern oder Pfingsten...

Ich habe lange gehadert und mein Mann hätte mich lieber zuhause gesehen, doch als ich mich selbst dabei erwischte, der Kassiererin bei Aldi ein Gespräch aufzuzwingen, war für mich klar; das kann nicht der Rest meines Lebens sein.

Nun bin ich seit zehn Jahren wieder im Job und habe trotz hohem organisatorischen Aufwand, wenig Schlaf und viel Stress keinen Tag bereut.

Auch als fürsorgliche Mutter und liebende Ehefrau hast du ein Recht auf Selbstverwirklichung. Lebe dein Leben!

Alles Gute für dich!

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ich schätze da hilft nur ein Gespräch mit deinem Mann. Erzähl ihm doch mal wie du dich fühlst, wenn er kein totaler Klotz ist wird er dich verstehen und ihr werden gemeinsam eine Lösung finden wie du deine zeit sinnvoller gestalten kannst.

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Nun, da du nicht arbeitest, muss er eben mehr verdienen. Dementsprechend hat er nicht zusätzlich noch Zeit und Nerven für Probleme mit dem Kind etc. denn das ist dein Job in der Familie, wenn ich das so richtig verstanden habe. War das denn nicht vorab geklärt?

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Kommentar von lottlott
08.03.2016, 21:58

Das solche Probleme auftauchen war ja nicht abzusehen.Er macht diesen Job schon seit lange bevor es mich in seinem Leben gab.Ich erwarte doch trotzdem von dem Vater der Kinder das er sich interessiert. Und Entscheidungen mit mir zusammen trifft.Aber das mache ich alleine.Und dafür habe ich nicht geheiratet.Ich dachte solche Sachen bespricht man als Team und entscheidet gemeinsam.

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