Frage von conceptart, 112

Was soll ich bei der Gehaltsvorstellung angeben?

Hallo, ich bewerbe mich gerade bei einem Spieleentwickler als Vollzeit Game Designer. Die Bewerbung läuft über Email ab und auch die Arbeitsproben sind als pdf gefordert. Außerdem soll man neben des Lebenslaufes noch eine Gehaltsvorstellung angeben. Ich bin mir jetzt natürlich unsicher... Ich habe mal geschaut, wieviel man im Schnitt deutschlandweit verdient, auch pro Bundesland und je nach Rang (Junior Artist, Senior, Art Director..). Danach würde ich mir noch die Mietpreise in der Umgebung anschauen, weil ich dafür umziehen müsste. Und was man für den Lebensunterhalt eben so braucht. So würde ich mir das dann mal ausrechnen. Wie geht ihr das an? Hat jemand Tipps? Ich will mich nicht schon vor dem Vorstellungsgesrpäch ins Aus schießen. Danke !

Antwort
von Tilgung, 112

Ich würde vorrangig nicht mit den Lebenskostet argumentieren, denn selbiges Problem hat der Chef oder die Chefin natürlich auch. Schlimmstensfalls wirst du einfach unter den Tisch geredet mit Schlagwörtern wie: Geschäft, Konkurrenzdruck und sinkenden Einnahmen. Besser ist es mit seinen Qualifikationen ins Rennen zu gehen.

Am Anfang einer Verhandlung sollte man immer erst einen Anker auswerfen. Studien haben ergeben, dass es völlig ausreichen ist, wenn die Zahl überhaupt genannt wird, auch in einem anderen Zusammenhang, damit der Arbeitgeber schon höher an sein Limit geht.

Ein Anker ist, wenn jemand sagt 2300. Dann wurde ein Anker gesetzt und man trifft sich für gewöhnlich in der Mitte dessen was beide verlangen. Wenn einem ein Anker zu hoch erscheint, dann kann man natürlich sagen " ... da ich das und das kann, aber vielleicht erscheint ihnen das zu hoch". Dann läuft man nicht gefahr als all zu unverschämt zu gelten.



Kommentar von Tilgung ,

Übrigens kann man nicht nur über das Gehalt verhandeln. Arbeitszeiten, Urlaubstage, Bezuschussungen, Weiterbildungen, Fortbildungen, sogar Essen etc..

Du kannst dir ja überlegen "Was kann mir mein Arbeitgeber anbieten, was mir viel Wert ist, aber ihn wenig kostet". ;)

Antwort
von WhotDaHell, 56

Ich bin auch gerade im Bewerbungsprozess... die normalen Einstiegsgehälter bei Kleinunternehmen bis mittelständischen Unternehmen liegen in meiner Branche so bei um 40.000 Euro +- 4000 Euro. Wenn ich mich jetzt aber bei einem Weltkonzern oder in der Pharmaindustrie bewerbe (ich habe etwas Naturwissenschaftliches studiert), dann scheidet man mit einer Gehaltsforderung von 40.000 Euro gleich aus, weil man sich und das Unternehmen komplett falsch eingeschätzt hat. Da kann man es dann auch mit 50.000 versuchen. Man sollte es schon so ungefähr treffen. Es ist nicht nur ein Ausschlusskriterium, wenn man zu viel verlangt, sondern auch wenn man deutlich zu wenig verlangt. Und auch wenn es nur ein mittelständisches Unternehmen ist, was aber gerade total expandiert und floriert, kann man sich nach dem Unternehmenserfolg richten.

Du musst bei dem Gehaltswunsch also mehrere Dinge berücksichtigen... nur der Mietpreisspiegel der jeweiligen Stadt ist dabei völlig uninteressant ;)

Antwort
von LeroyJenkins87, 76

Dass du dich schon informiert hast, in welchem Bereich sich die Gehälter bewegen, ist schon ein guter Anfang.

Wie schon von Tilgung geschrieben wurde, sind Argumente wie Lebenserhaltungskosten etc. nicht sinnvoll, da diese auf alle zutreffen.

Ich habe mich immer am Durchschnitt orientiert. Von da aus brauchst du dann Argumente, die dein Gehalt rechtfertigen (Erfahrung, Ausbildung, Qualifikation, etc.). Abhängig davon was du alles vorweisen kannst, erhöht sich deine Gehaltsvorstellung.

Wenn du dann einen Betrag, der für dich in Ordnung ist, gefunden hast, schlägst du nochmal etwas drauf, da selten der geforderte Betrag gezahlt wird. Ausser du hast dich unter Wert verkauft ;)

Antwort
von thetee99, 78

So wie du würde ich das auch machen.

Gehälter sind erstmal Region- und Brachenabhängig. Dann kannst du im Internet vergleichen, was überhaupt so üblich ist.

Dann überlegst du dir, was du mind. brauchst für deinen eigenen Unterhalt.

Dann überlegst du dir, welche Zusatzqualifikationen du anzubieten hast, falls vorhanden und könntest noch etwas draufpacken.

Und zum Schluß würde ich nochmal 10% mehr angeben, als Verhandlungsspielraum.

Ich denke, zuwenig Gehalt zu fordern wir oft schlechter bewertet, als zuviel anzugeben. Wenn der AG wirklich an dir interessiert ist, wird er versuchen das Gehalt runterzuhandeln, wenn er es nicht zahlen kann/will. Wenn du zu wenig angibst, erwartet man auch dementsprechende Leistung von dir und könnte Rückschlüsse auf dein Selbstvertrauen ziehen.

Viel Glück.

Antwort
von Falkenpost, 47

Hi,

vergesse nicht, das Gehalt als Jahresgehalt anzugeben inkl. ggf. Weihnachts- & Urlaubsgeld.

Gruß
Falke

Antwort
von J0eSpivy, 80

Ich freue mich, wenn Sie mich zum Vorstellungsgespräch einladen, dabei können wir sicher auch noch auf meine Gehaltsvorstellungen eingehen und uns sicher einigen.

Kommentar von conceptart ,

Danke für die Antwort. Es ist aber ausdrücklich erwünscht, die Gehaltvorstellung bereits bei der schriftlichen Bewerbung anzugeben.

Kommentar von J0eSpivy ,

Waren sie bei mir auch. Dennoch wird so, sofern die Vorstellung zu hoch ist, aussortiert. Ich habe nie eine konkrete Gehaltsvorstellung mit angegeben.

Kommentar von Falkenpost ,

Wenn das Profil in Summe passt, erhält man i.d.R. ein Gegenangebot.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten