Frage von MijnDiamond, 117

Was soll eigentlich die 3 monatige Sperre beim Arbeitsamt? Wie soll man da leben?

Wie soll man 3 Monate ohne Geld leben? Und was kann man tun wenn man in den 3 Monaten keinen Job findet und nicht in die Schuldenfalle stürzen will?

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Geld, 44

Mittlerweile sollte sich das bei der arbeitenden Bevölkerung herum gesprochen haben,dass man eine 12 wöchige Sperre seines Arbeitslosengeldes ( ALG - 1 ) bekommt,wenn man keinen wichtigen Grund für seine Eigenkündigung nachweisen kann,oder durch eigenes Fehlverhalten diese Kündigung herbei geführt hat !

Denn dann hat man seine Arbeitslosigkeit selber zu verantworten,ohne dieses Fehlverhalten bzw.Eigenkündigung ohne wichtigen Grund hätte man die Versicherung / Lohnersatzleistung ( ALG - 1 ) nicht in Anspruch nehmen müssen.

Diese Sperre soll also verhindern,dass man z.B. einen sicheren Arbeitsplatz einfach mal so ohne wichtigen Grund kündigt,nur weil man evtl.keinen Bock mehr auf diese Beschäftigung hat und dann ALG - 1 beziehen möchte.

Unter Umständen kann dann für diese Zeit ein Antrag auf ALG - 2 ( Sozialleistung ) beim Jobcenter gestellt werden,dann würde man eine sanktionierte Leistung bekommen.

Bei einem Single z.B. würde dann der derzeitige Regelsatz zum Lebensunterhalt von 404 € um 30 % gekürzt und das für 3 Monate,dazu würde man dann min. noch die KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) bekommen.

Antwort
von Icekeks77, 81

die 3 Monatige Speere bekommt man wenn:

- du einen Job selber gekündigt hast

- dich an die Regeln vom Jobcenter nicht gehalten hast wie z.b.Termine nicht war nehmen,Bewerbungen nicht geschrieben,Kurse unentschuldigt gefehlt hast usw.

Also alles was du selber verschuldet hast.

erst wird um 30 % gekürzt,dann 60 % und dann 90 %. Bei der 90 % Kürzung bekommst du gar kein Geld mehr vom Amt,sondern nur noch solche Gutscheine mit geringen Wert für Aldi,Lidl und so.Damit kannst du einkaufen gehen.Genussmittel (z.b. Zigaretten)kannst du damit nicht kaufen.Das Geld für die Miete wird dann automatisch vom Amt an den Vermieter überwiesen.

Bei Terminen wird erst 10 % gekürzt.

Antwort
von Hardware02, 24

Na, ganz einfach: Man SPART, so lange man noch Arbeit hat, eben damit einen so etwas nicht in Schwierigkeiten bringt.

Antwort
von rodney2016, 9

Eine solche Sperre gibt es nur bei Eigenverschulden, z.B. wenn du von dir aus gekündigt hast. Die Sperre ist m.E. auch korrekt. Man sollte für seinen eigenen Lebensunterhalt selbst aufkommen. Warum sollte es die Allgemeinheit tun? Man legt sich darüber hinweis, während man arbeitet einen Notgroschen an, damit man im Fall der Fälle gut über die Runden kommt.

Du hättest deinen Job erst kündigen sollen, nachdem du einen neuen gefunden und den Arbeitsvertrag unterzeichnet hast.

Antwort
von Ifosil, 86

Diese 3 Monate Sperre hat nur einen Sinn, deine Freiheit bei der Berufswahl durch die Hintertür zu beschneiden. 
Wenn man es nicht Gesetzlich kann, nutzt man die finanzielle Abhängigkeit der Menschen aus.

Kommentar von Ursusmaritimus ,

Hmmm, warum nutzt man nicht "die Freiheit der Berufswahl" sucht sich etwas Besseres und kündigt mit nahtlosem Übergang?

Warum kündigt man einfach bei Nichtgefallen und nimmt die Gesellschaft in Zahlungsverpflichtung bis der (erhoffte) Traumjob vorbeifliegt?

Mir erscheint die Kürzung (welche bei Unzumutbarkeit des Jobs, Krankheit dur Arbeit, Nichtbezahlung etc. nicht ausgesprochen wird) nachvollziehbar und mit der Freiheit der Berufswahl vereinbar.

Kommentar von Kitharea ,

Das was ich von so manchen Jobs gehört habe, sind diese unzumutbar in Behandlung, Bezahlung. Das Alles hat auch Auswirkung auf die Gesundheit und mitunter verstehe ich es, wenn man keinen einzigen weiteren Tag mehr bei dieser Firma bleibt. Das trifft wahrscheinlich nicht auf alle Fälle zu, aber ich denke auch dass das es dem Amt ziemlich egal ist, in welche Verfassung Menschen fallen, wenn er als Mitarbeiter derlei Dinge aushalten muss. Soweit ich weiß wird da auch nicht wirklich nachgefragt was jetzt das Problem war, sondern einfach gekürzt. Dass mitunter Sperren verhängt werden, wenn sich der Arbeitgeber nicht ausreichend um zb. Schutzkleidung kümmert sehe ich als Beispiel absolut nicht ein.
Ich gebe dir in dem Punkt recht, dass man sich vorher etwas Anderes suchen könnte. Aber ich kann mir auch durchaus Jobs vorstellen, wo einem die Gesundheit physischer und psychischer Natur wichtiger ist. Letztendlich sollte es für jeden vom Amt abhängigen nur ein Ziel geben - sich aus der Abhängigkeit zu befreien. Man merkt halt oft, wie jene Menschen sich zu viel auf das Amt verlassen. Ich für meinen Teil, würde eine Stelle vom Amt nur im allerhöchsten Notfall annehmen und sofort am 1. Arbeitstag anfangen etwas Anderes zu suchen. Auch Arbeitgeber wissen, wie abhängig man von der (meist schlechten) Meinung des Amtes ist und nützen dies nicht selten aus.

Kommentar von MijnDiamond ,

ich finde er hat schon recht. wenn man an den maultaschenfall denkt mit der dame die verhaltensbedingt gekündigt wurde weil sie eine maultasche die übrig war und sowieso weggeschmissen worden wäre gegessen hat. die müsste dann auch eine sperre gehabt haben. das ist doch nicht fair. diese dame hat sicher auch schon über 30 jahre gearbeitet und eingezahlt. es gibt sicher viele leute denen es ähnlich geht. dann gibt es leute die unzufrieden mit ihrem job sind. Klar kann man sich was neues suchen, aber was ist wenn man nicht gleich etwas findet. oder eben keine zeit hat für vorstellunhsgespräche, probearbeiten etc. weil man eben den job hat. soll man dann erst warten bis man psychisch krank wird und dann kündigen um dem amt glaubhaft zu machen dass man krankheitsbedingt kündigen musste? ist es nicht besser er erst gar nicht so weit kommen zu lassen und den vorzubeugen? denn es macht definitiv krank wenn man unzufrieden im job ist.

Kommentar von Kitharea ,

Wie gesagt - das System an sich zielt darauf ab die Angestellten abhängig zu machen und so klein zu halten, dass diese oft keine andere Möglichkeit sehen als das zu tun was die sagen. Ich persönliche halte das Alles für moderne Sklaverei. Und was die Kosten betrifft sind die Sklaven heutzutage weitaus billiger als früher. Es gibt zahlreiche Zahlen und Studien zu dem Thema im Internet - und ehrlich gesagt empfinde ich das Ganze Arbeitslosen-System in Deutschland als menschenverachtende Frechheit. Man stärkt diese Menschen nicht - das was sie eigentlich bräuchten um wieder auf eigenen Beinen zu stehen - man schwächt sie um sie klein und abhängig zu halten. Man ist Mensch 2. Klasse. Und das obwohl man mitunter jahrzehntelang schon gearbeitet hat.

Antwort
von kevin1905, 11

Die 3 Monate gibt es nur, wenn du durch eigenes Verhalten die Einkommenssituation verschlechtert hast.

Also Eigenkündigung, ggf. Auflösungsvertrag etc oder Herbeiführen einer fristlosen.

Antwort
von Gerneso, 27

Die Sperre hat man ja selbst herbei geführt. Man verzichtet somit freiwillig auf das Geld.

Antwort
von kaufi, 39

Die wollen verhindern das der Arbeiter sich selbst zum Arbeitslosen macht und Geld damit einsparen. Ich wurde auch mal gesperrt. Da ich durch ein ärztliches Attest nachweisen konnte, das es gesundheitsbedingt war, konnte ich Widerspruch einlegen. Die Sperre wurde dann aufgehoben. Soweit ich mich entsinne stand in dem Schreiben, das wenn man mittellos wird, Sozialhilfe beantragen kann.......zumindest sowas Ähnliches.

Kommentar von kevin1905 ,

Man kann bei Beüdrftigkeit ALG II beantragen, aber auch hier gibt es dann Einschränkungen (meines Wissens eine 30% Sanktion).

Antwort
von Zumverzweifeln, 58

Die Sperre hindert einige daran, von sich aus zu kündigen.

Das ist wohl der Sinn.

Ich drücke dir die Daumen, dass du schnell etwas findest.

Antwort
von MijnDiamond, 44

Ich habe es in meiner frage nicht deutlich genug geschrieben sorry. Es geht nicht um Hartz IV. Ich meine die gesetzliche sperre beim arbeitlosengeld 1 die man bekommt, wenn man selbst kündigt oder verhaltensbedingt gekündigt wird.

Antwort
von scharrvogel, 17

wenn man seinen gesunden menschenverstand einschaltet und sich an die normalen regeln hält, gibts nie eine sperre beim arbeitsamt.

so man eine sperre hat, fällt man ins alg2 und bekommt dort 30% sanktion. das geht drei monate so und dann geht man normal ins alg1 zurück.

wie man davon leben soll? nun man überlegt sich ja vorher was man tut und wie man sich verhält. tut man es nicht, muss man damit rechnen das der geldhahn berechtigt abgedreht wird. wen interessiert wie du dann lebst. du stürzt dann eben in die schuldenfalle, wäre dann einzig dein problem und durch dich verursacht.

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