Frage von Diimiitrii, 77

Was soll daran falsch sein immer die ungeschönte Wahrheit zu sagen?

Bsp: Die Frau des Mannes in dem Video hat sich das Leben genommen, weil Dr. House ihr gesagt hat, dass ihr Mann sie betrügt.

Hierzu dieser Monolog. Es geht darum, dass Dr. House keine Rücksicht auf die Konsequenzen von Wahrheiten nimmt, sondern sie einfach ausspricht.

https://www.youtube.com/watch?v=QlU8xk9_hYE

Moriaty (der Sprecher) legt dies als falsch aus. Er sagt, dass Menschen nicht nett oder taktvoll wären, weil es nett ist, sondern weil "normale" Menschen Demut haben und wissen, dass sie selbst Fehler begehen werden die andere Menschen verletzen werden. Aus diesen Fehlern können dann Konsequenzen entstehen für denjenigen der die Wahrheit erfährt (die betrogene Frau bringt sich um) und die Konsequenzen wären dann die Schuld desjenigen der den Fehler begangen hat.

Er rechtfertigt sozusagen seine Lüge damit, dass er seine Frau betrügt, was auch schon falsch ist. Dh er rechtfertigt moralisch verwerfliches Handeln mit moralisch verwerflichem Handeln und das ursprünglich schlechte Handeln rechtfertigt er damit, dass er nun einmal Fehler begeht, weil er Mensch ist.

Ich halte diese Argumentation für überaus erbärmlich. Die Prämisse, dass er ein Mensch ist und Fehler macht die andere Menschen verletzen werden finde ich schon überaus fragwürdig. Wenn ich mit diesem Wissen durch die Welt laufen würde, dann wäre das Leben für mich trostlos. Aber dann auch noch die darauffolgende Lüge damit zu rechtfertigen, dass es jemanden verletzen könnte ist lächerlich. Die Wahrheit ist meiner Meinung nach immer besser als eine Lüge. Egal wie grauenvoll sie ist.

Ich sage nicht, dass ich jedermanns Geheimnisse ausplaudere, sobald sie mir erzählt werden, aber ich sage, dass jeder selbst in der Verantwortung steht zu seinen Taten zu stehen, egal wie schlimm sie auch gewesen sein mögen.

Ich hoffe ihr seht das ähnlich, weil ich ehrlich gesagt nicht in einer Welt leben möchte in der Leute denken wie dieser Moriaty. Da hätte ich lieber eine Welt voll mit Dr. Houses.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von frederick, 56

Vorab: Nur wenn Menschen sich die Wahrheit sagten und wahrhaftig miteinander umgingen, dann könnte auch diese ganze Falschheit und Verlogenheit unter den Menschen enden – einschließlich aller fehlerhaften und für Einzelne oder gar einen erwähnenswerten Anteil der Gesellschaft nachteiligen (Fehl-) Entscheidungen und Konsequenzen, die daraus erwachsen.

Im konkreten Fall: Gewiss sollte die Frau erfahren, dass ihr Mann sie betrügt. Andererseits erwachsen aus brachialen Offenlegungen auch oftmals unüberlegte Reaktionen, die gesellschaftlich gut angesehen sind, aber etwaig für die betreffende Person auch nicht zu einem glücklicheren Leben führen: Die Frau nimmt Reißaus und verlangt baldmöglich die Trennung. Oder nimmt sich das Leben (aber dazu gleich unten mehr).

Dabei wäre vllt eine Auseinandersetzung mit dem Ehemann der bessere Weg gewesen. Oftmals liegen die Ursachen eines Fremdgehens nämlich nicht oberflächlich und allein im männlichen Trieb, sondern auch darin, dass bei einem Paar die Kommunikation nicht mehr stimmt (was hier jetzt bitte nicht zwangsläufig als Schuldzuweisung an die Frau gelesen werden darf!). Oftmals ist Fremdgehen (übrigens auch für Frauen, nur deutlich seltener!) noch nicht einmal ein vom Fremdgehenden angestrebtes Ausbrechen aus einer Beziehung oder Ehe, sondern das Resultat sich bietender Möglichkeiten – das aber bei einer intakten Beziehung erst gar nicht als Möglichkeit in Betracht kommt!

Also zurück zur konkreten Frage: Sollte ein Außenstehender aus seinem Rechtsgefühl heraus mit der Brechstange eine Offenbarung in die Welt setzen, die ihm nicht oder nicht in dieser Weise zusteht? Denn weiter: Hat der Außenstehende das Recht zu offenbaren, ehe er sich vergewissert hat, wie er etwaig die betroffene Person nach der Offenbarung schützen und unterstützen kann? Denn der Mensch ist nicht pauschal dafür ausgelegt, mit jeder Wahrheit auch in gleicher Weise klarzukommen. Ein und dieselbe Wahrheit, brachial ins Gesicht gesagt, kann bei der einen Person bewirken, dass diese sich schüttelt und dann rational überlegt, welche Ursachen und welche Lösungen sich bieten – während eine andere schlagartig die gesamte Welt zusammenbrechen sieht (was in dem von Dir gebotenen Beispiel wohl der Fall war).

Für die beispielige Person muss man aber, wenn man sich von außen einmischt, zuerst das Netz spannen, in das die Betreffende (weitestgehend) unversehrt fallen kann!

Was man House also vorwerfen kann, ist NICHT sein Hang zur Wahrheit, sondern seine Bedingungslosigkeit. Bedingungslosigkeit ist, was das Wort sagt: ohne jegliche Bedingung und alternativlos. Und heißt damit: Es gibt nur einen Weg zum Ziel. Das Ziel aber ist dann leider nur noch: die Wahrheit an sich – nicht jedoch die Lösung eines Problems! Und ist folglich: RÜCKSICHTSLOS.

Kommentar von Diimiitrii ,

Das stimmt, dass Dr House die Wahrheit der Frau einfach ins Gesicht schmettert ist nicht richtig und rücksichtslos. Hierzu nochmal:


Ich sage nicht, dass ich jedermanns Geheimnisse ausplaudere, sobald sie mir erzählt werden, aber ich sage, dass jeder selbst in der Verantwortung steht zu seinen Taten zu stehen, egal wie schlimm sie auch gewesen sein mögen.

House hätte also gar nicht in die Situation kommen können, wenn der Mann von Anfang an ehrlich gewesen wäre. 

Ehrlich im Sinne von Ehrlichkeit zu seiner Frau in deren Beziehung um dem Verlangen fremdzugehen entgegenzuwirken. 

Ehrlich im Sinne von Treue, also selbst mit dem entstandenen Verlangen sie zu betrügen dies zu unterlassen

und 

Ehrlich indem er den begangenen Fehler gesteht und somit eine Lösung gefunden wird und wenn die Lösung Trennung heißt.

Ich gebe dir aber voll und ganz recht, dass die bedingungslose Wahrheit nicht von unbeteiligten Dritten ausgesprochen werden sollte. Da dies in der Tat rücksichtslos ist.


Antwort
von kiniro, 33

DIE Wahrheit gibt es schon mal nicht.
Falsch ist es nicht - aber es wäre taktlos und unter Umständen sogar sehr verletzend.
Möchtest du wirklich, dass manche Leute zu dir sagen (fiktiv - da ich dich nicht kenne): "Du bist blöd / eingebildet. Deine Klamotten stehen dir nicht. Siehst darin aus wie Vogelscheuche / Wurst in Pelle. Könntest dich mal wieder waschen / stinkst nach Parfum / Zigarettenrauch usw."?

Oder wäre es dir recht, wenn dir einer auf "mir geht es heute bescheiden" mit "interessiert mich einen feuchten Kehricht" antworten würde?

Ich bin für Ehrlichkeit, solange sie den anderen nicht maßgeblich verletzt. Es sei denn, ich möchte diese Verletzung dem anderen zufügen.

Kommentar von Diimiitrii ,

Das Gegenteil von einer Lüge ist nun einmal die Wahrheit, auch wenn es nur die Wahrheit aus eigener Sicht ist. Bsp Christen, für die ist Gott wahr (Wahrheit), weil sie an ihn glauben, das macht ihn aber nicht zu einer Tatsache (DIE Wahrheit). Es wäre aber gelogen, wenn ein gläubiger Christ behaupten würde, dass er nicht daran glaubt (Lüge).

Es geht hier um die Wahrheit (Gegenteil von Lüge) und nicht um DIE Wahrheit (Fakten).

Ja, ich möchte, dass Leute ehrlich zu mir sind. 

Wenn sie mich als blöd empfinden, dann möchte ich das aber begründet haben. 

Wenn sie mich eingebildet nennen, dann würde ich generell erstmal nicht widersprechen, würde aber begründet haben wollen in welchem Zusammenhang sie mich für eingebildet halten.

Wenn mir meine Klamotten nicht stehen, dann können sie mir das auch gerne sagen, aber dann werde ich antworten, dass mir Oberflächlichkeiten egal sind, ich mich in den Sachen wohl fühle und sie gerne mit mir Klamotten kaufen gehen können, wenn es sie stört.

Die Vogelscheuche und die Wurstpelle sind keine Wahrheiten sondern Beleidigungen. Das kann man durchaus freundlicher ausdrücken.

Waschen hat wenig mit Zigarettenrauch und Parfüm zu tun. Aber auch das wäre durchaus wünschenswert, wenn man mir das mitteilt, weil ich dann meine Zähne putzen kann falls ich daheim bin und wenn nicht, dann muss derjenige halt damit leben. Bzw beim nächsten mal weniger Parfum nehme. Ich gehe nie ungewaschen unter Leute, also ist es unwahrscheinlich, dass ich so etwas gesagt bekäme.

Auf die Aussage, dass es jemandem schlecht geht antworte ich auch ehrlich.Wenn ich die Person mag und Zeit habe frage ich nach den Gründen und ob ich helfen kann. Wenn ich die Person mag und keine Zeit habe, dann frage ich nach den Gründen sage, dass ich keine Zeit habe und später evtll Zeit für sie finde. Wenn ich wenig Interesse an der Person habe, weil ich sie nicht kenne oder wir nicht besonders eng befreundet sind, dann sage ich: "Es tut mir Leid, warum?" " und wenn es Interessant ist oder leicht zu beheben, dann helfe ich, wenn nicht, dann sag ich, dass ich nicht helfen kann. Wenn wenig Interesse an der Person und keine Zeit habe, dann wird es eben nur "Tut mir Leid, ich kann aber grad nicht helfen".

Natürlich gibt es Situationsbedingt auch andere Varianten davon. Aber keine davon ist unehrlich. 

Ich bin für Wahrheiten auch wenn sie den anderen verletzen könnten, jedoch kann man diese trotzdem nett formulieren und begründen. Wenn du jemanden verletzen möchtest, dann solltest du deine Einstellung überdenken.

Antwort
von Suboptimierer, 77

Lügen sind nicht immer böswillig, genauso wie der Wahrheit zu sprechen nicht immer ein guter Wille voraus geht.

Es wird sehr viel zum Schutz gelogen. Ob das der beste Weg ist, kann man diskutieren, aber sich schützen zu wollen ist nicht moralisch verwerflich.

Und selbst wenn es verwerflich wäre, so wäre es ein Reflex. Jemand, der gelernt hat, sich durch Lügen zu schützen, der kann das nicht ohne weiteres abstellen, denn von heute auf morgen gewinnt er kein Vertrauen in die Welt.


Entscheidend ist meiner Meinung nach die Intention hinter dem Gesprochenen.

Kommentar von Diimiitrii ,

Die Frage ist doch, warum lernt man sich durch Lügen zu schützen? Wer bringt einem so etwas bei? Bzw warum macht man in erster Linie Dinge über die man jemanden belügen muss?


Entscheidend ist meiner Meinung nach, dass man Nichts tut über das man Lügen müsste. Also das richtige Handeln. 

Kommentar von Suboptimierer ,

Kinder überlegen sich nicht immer genau, ob das was sie tun, moralisch vertretbar ist. Sie denken direkter. "Da ist Eis. Eis ist lecker. Wenn ein Eis fehlt, wird es schon niemand merken." Sie versuchen außerdem ihre Grenzen abzustecken.

Wenn sie Eltern haben, die viel mit Strafen arbeiten und zwar äußerst unangenehmen Strafen, versuchen die Kinder sich zu schützen. Gerade letztes Wochenende wieder miterlebt.
Bei Geschwistern herrscht oftmals Rivalität. Wenn sich ein Kind benachteiligt fühlt oder bevor einem etwas unterstellt wird, unterstellt man es dem Geschwisterkind. "Mama, Mama, die Schwester hat...".
Kinder verlieren häufig bei gewissen Spielen, weil sie nicht so gut strategisch denken können wie Erwachsene und nicht so geduldig sind. Also mogeln sie (eine Form der Lüge), weil die Erwachsenen ehrlich (nach Regeln) spielen und nicht absichtlich Fehler machen.

Es gibt etliche Beispiele.

Dass man nicht unterdrückt werden will ist eine Seite derselben Medaille wie sich in den Vordergrund stellen zu wollen, um Anerkennung zu ernten.

Kommentar von Diimiitrii ,

Und inwiefern soll das den Kindern lehren, dass lügen ein Schutz ist? Ich habe das als Kind auch gemacht, natürlich um Grenzen auszuloten, weil das eben in der Natur des Kindes liegt. Aber ich bin schon als Kind sehr schnell darauf gekommen, dass lügen keinesfalls schützt. Lügen führt (bei deinem Beispiel) nur dazu, dass jemand zu Unrecht bestraft wird, 

zB mein Bruder, wenn ich ihn beschuldige, bzw ich, wenn er mich beschuldigt. Ich sehe, dass er bestraft wird (oder andersrum) und weiß, dass er es (was auch immer) nicht getan hat. Das kann ich auch als Kind als unfair und unschön bewerten und weiß somit, dass lügen dumm ist. Für diese Erkenntnis muss man nicht einmal Vorschulalter erreichen.

Schummeln bei Gesellschaftsspielen ist bei Kindern normalerweise kein Schummeln im eigentlichen Sinn. Kinder versuchen normalerweise nicht unentdeckt zu bleiben, wenn sie versuchen sich einen Vorteil zu verschaffen, sondern versuchen die Regeln zu biegen oder kreative Lösungen zu finden warum sie eigentlich gewinnen sollten, oder mehr Karten ziehen dürfen oder oder oder. Aber meiner Erfahrung nach versuchen sie so etwas nicht verdeckt. Sondern möglichst öffentlich mit dem Niedlichkeitsbonus durchzuboxen. Das würde ich nicht als lügen auslegen, sondern als Kreative Lösungsfindung.

Kommentar von Suboptimierer ,

Keine Eltern "lehren" Kinder, dass Lügen ein Schutz ist. Die Kinder probieren es und bemerken, dass sie dadurch Vorteile haben.

Aber ich bin schon als Kind sehr schnell darauf gekommen, dass lügen keinesfalls schützt. Lügen führt (bei deinem Beispiel) nur dazu, dass jemand zu Unrecht bestraft wird,

Das Eine schließt das Andere nicht aus.

Das Beispiel mit dem Kind, das ich meinte deckt sich nicht mit deiner Erfahrung. Es wurden alle Karten vorgestellt und die Joker. Noch bevor alle Karten zusammengemischt wurden, hat sich das Kind einen Joker hinter sich versteckt, um ihn später nutzen zu können. 

Da mir das Spiel erklärt wurde, habe ich gefragt, ob das zu den Regeln gehöre. So konnte jeder von uns sich eine Karte verstecken und jeder hat sein Gesicht bewahrt.

Und da spielt es m. M. n. eine entscheidende Rolle, wie man reagiert. Wenn man das Kind dafür bestrafen würde, würde es es das nächste Mal wieder probieren, nur sich mehr Mühe geben, dass es nicht gesehen wird.


Du scheinst jedenfalls felsenfest davon überzeugt zu sein, dass Lügen persé schlecht ist. Mit dieser voreingenommen, unflexiblen Einstellung wird es jedem Antwortenden schwer fallen, dir irgendwie zu helfen, es sei denn er bläst ins gleiche Horn und klopft dir auf die Schulter.

Ist das überhaupt als Frage von dir gemeint oder wolltest du dich nur mal allgemein beschweren, dass soviel gelügt wird?

Kommentar von Diimiitrii ,

Deine Reaktion ist aber ziemlich genau das was ich meine. Kinder sind in der Regel nicht so gut im Betrügen, als dass es von Erwachsenen nicht erkannt werden könnte. Deine Reaktion eine Regel für alle Mitspieler aus dem Betrugsversuch zu machen ist genau die richtige Reaktion und kommt somit meinem Verständnis von kindlichem Schummeln recht nahe.

Natürlich hast du Recht, dass ich fest davon überzeugt bin, mich wundert es nur, dass es scheinbar nicht allen so geht. Im Endeffekt läuft es tatsächlich eher auf beschweren hinaus. =)

Jedoch ist die Antwort von "frederick" ziemlich genau das was ich hören wollte. Die bedingungslose rücksichtslose ungeschönte Wahrheit sollte nicht von unbeteiligten Dritten herausposaunt werden, wenn diese im folgenden Verlauf keinen Unterstützungsplan parat haben um die folgen der Wahrheit zu verarbeiten.

Kommentar von Suboptimierer ,

Das Gegenteil von lügen ist übrigens nicht die Wahrheit zu sprechen, sondern offen und ehrlich zu sein. Es kann passieren, dass jemand fest davon überzeugt ist, dass rosa Einhörner existieren und derjenige erzählt das überall herum, weil er sich denkt, die Wahrheit muss unbedingt jeder erfahren. Dann wundert er sich, weshalb niemanden diese Wahrheit interessiert.

Worte können nunmal stark verletzen. Und wenn ich es für die Wahrheit halte, dann rechtfertigt es nicht, mit dieser (geglaubten) Wahrheit z. B. andere Menschen zu mobben. So eine Ehrlichkeit ist fehl am Platz.
Aufs Körperliche bezogen wäre das genauso, als wenn ich jemanden windelweich prügle, weil ich es aufrichtig und ehrlich und aus tiefster Überzeugung für den besten Weg halte, ihm zum Beispiel seine Homosexualität auszutreiben. (Das ist nicht meine Einstellung, sondern nur ein Beispiel zur Verdeutlichung)

Ehrlichkeit ist nicht alles. Das finde ich wichtig und musste gesagt werden.


Vorbildhaft finde ich, wie gelassen du mit meiner Antwort und meinen Kommentaren umgehst. Dafür ein dickes Lob an dich.

Kommentar von Diimiitrii ,

Wieder geb ich dir recht. Offenheit und Ehrlichkeit sind passender. Ich habe Wahrheit im Sinne von; Sag die Wahrheit. / Sei ehrlich / Lüge nicht, gemeint.

Natürlich sollte man niemanden mobben, aber man kann jemandem durchaus sagen, dass man ihn nicht mag aus diesem und jenem Grund und danach kann man sich ja aus dem Weg gehen oder an den Punkten arbeiten. Jemanden anzugehen oder fertig zu machen ist für mich weit außerhalb von Ehrlichkeit, das ist zügellos und bösartig. Man kann sich auch zivilisiert nicht mögen ohne jemanden auf Schritt und Tritt zu schikanieren.

Ich gehe ja auch nicht jeden Tag zu Gläubigen und sage ihnen, dass sie nicht glauben dürfen, weil das dumm ist. Auch wenn ich es tatsächlich für sehr naiv und irrational halte zu glauben. Aber selbst wenn ich mit jemandem über Religion spreche, dann kann ich ihm ehrlich sagen wo ich meine Probleme habe und warum ich nicht glaube. Aber ich verurteile ihn deswegen nicht und ich kann mir auch seine Sichten anhören und zu verstehen versuchen. Wenn wir am Ende nicht auf die gleiche Wahrheit kommen, dann ist dem eben so. Ehrlich sein und die Wahrheit sagen heißt für mich nicht andere zu bekehren oder ihnen meine Ansichten aufzuzwingen. Es heißt nur zu versuchen, dass sie mich verstehen können, wenn sie das wollen und mir so eventuell sogar Denkanstöße geben können.

Kommentar von sarahj ,

also auch wenn es nicht 100% zur Frage oben passt:

Es gibt durchaus Situationen, in denen man Lügen muss.

Bsp: "wenn in der Nazizeit die Gestapo an der Tür steht, und fragt, ob Dein Nachbar Juden versteckt hält."

Wer da nicht lügt, und die Menschen damit in die Gaskammer schickt, ist hier moralisch/ethisch auf dem völlig falschen Dampfer.

Man muss also abwägen, was das kleinere Übel ist: die Lüge, oder die Konsequenzen.

So gesehen ist die pauschale Einstufung von Lügen als "Sünde" (oder als verwerflich) falsch.

Kommentar von Suboptimierer ,

Das passt sogar sehr gut zur Frage und bekräftigt meine Ansicht, dass es auf die Intention ankommt, mit der man lügt.

Kommentar von Suboptimierer ,

Kennst du den Film "Inglourious Basterds" von Quentin Tarantino?

Ein deutscher General, bekannt als "der Judenjäger" stürmt in das Haus eines Franzosen und hält erstmal ein nettes Pläuschchen.

Er fragt, ob der Franzose Juden verstecken würde. Wenn der Franzose sich kooperativ zeigen würde, würde er die Familie in Zukunft in Ruhe lassen.

Er ist sehr forsch und lässt vermuten, dass er dem Franzosen auf die Schliche käme, würde er lügen. Der Angstschweiß entrann dem Franzosen.

Der Franzose gibt für das Wohl seiner Familie auf und zeigt auf das Versteck unter den Bodenbrettern.

Die sich dort versteckenden Juden werden erschossen.

Hat der Franzose die moralisch beste Wahl getroffen?


Darüber kann man lange nachdenken und philosophieren. Auf jeden Fall ist es nicht ganz unnachvollziehbar, dass der Mann seine Familie und sich an erste Stelle stellte.

Es ist eine Gradwanderung. Die Richtigkeit der Tat hängt stark davon ab, ob der Franzose richtig einschätzen konnte, dass man ihn als Beherberger von Juden entlarven würde.

Kommentar von sarahj ,

daher habe ich "Nachbar" geschrieben. Da kann er sagen, er wisse von nichts.

Moralische Dilemmata wie das von Dir beschriebe, kann man sich viele vorstellen. Hier schlicht die Frage meine Familie oder die andere; und das ist sogar sehr gut nachvollziehbar.

Antwort
von pn551, 45

Und wenn alle Männer wie Dr. House wären, dann hätten viele Männer schon blaue Augen geschlagen bekommen von ihren Frauen. Schon die gefährliche Frage: Schahaaatz.............. hab ich zugenommen? verführt zum Lügen. Und das nur zum eigenen Schutz. :-)) 

Kommentar von Diimiitrii ,

Warum muss man da lügen? 

Die ehrliche Antwort ist: 

Weiß ich nicht, stell dich auf die Waage, dann siehst du es. 

In meinem Fall kann ich dem noch hinzufügen, dass es mir egal ist, ob sie zugenommen hat, weil mir ihr Äußeres ziemlich am Hintern vorbei geht. Und genau das sage ich ihr auch, wenn sie sowas fragt.

Um deiner Rückfrage vorzugreifen, ja das funktioniert und ja, schon mehr als eine Woche. Das funktioniert schon seit 8 Jahren mit der selben Person.

Antwort
von Halloio, 40

Ich denke genau so die wahrheit ist immer besser klar es gibt einige ausnahmen aber im ganzen ist der dr, house um einiges angenhmer als der typ

Antwort
von Whitekliffs, 21

Man muss nicht immer die Wahrheit sagen, aber man muss immer die Wahrheit sagen!

Mit anderen Worten: ich muss nicht immer jedem die Wahrheit ins Gesicht schmeissen, aber wenn ich was sage, muss es die Wahrheit sein.

Antwort
von webschamane, 52

Ich würde grundsätzlich unterscheiden, ob ich es mit einem Mann oder einer Frau zu tun haben. Kein Mensch sagt einer attraktiven Frau die Wahrheit, die Gründe sind, denke ich offensichtlich.

Deshalb kommt der Schock in der Damenwelt, erst wenn sie nicht mehr attraktiv sind. Und genauso interpretieren sie das dann vermutlich auch, nämlich als Zeichen genau dafür. In diesem speziellen Fall, eben ein doppelter Schock.

Kommentar von Diimiitrii ,

Von welcher Wahrheit sprichst du denn? Ich sehe keinen Grund mit einem Mann oder einer Frau anders zu sprechen als mit einem attraktiven Frau oder einem attraktiven Mann, oder einem Polizisten, einem Richter, meinem Lebensgefährten(geschlechtsneutral) oder einem Wildfremden auf der Straße.

Kommentar von webschamane ,

Auch einem attraktiven Mann zahlt niemand in der Bar Getränke.

Du musst auch keinen Grund sehen zu schummeln, das wird solange gut gehen, solange keiner schummelt. Wenn alle dopen, musst du auch dopen oder du wirst letzter beim Radrennen.

Wenn du sagst, du bist immer ehrlich und nimmst dafür die weniger attraktive Frau, ist das eben deine Entscheidung oder denkst du Dr. House wird Mitarbeiter des Monats werden ?

Kommentar von Diimiitrii ,

Ich kann deiner Argumentation noch immer nicht folgen. Es sollte auch niemand einer attraktiven Frau in einer Bar Getränke zahlen. Warum sollte man aufgrund des Aussehens irgendjemanden bevorzugen. Deine Weltsicht empfinde ich, wenn ich sie richtig deute, als peinlich. 

Ich zahle jemandem Getränke, den ich mag und der der über einen langen Zeitraum hin bewiesen hat, das Aussehen ist hierfür zu 100% irrelevant. Was will ich mit einer Barbekanntschaft mit als schön geltendem Körper, wenn sie nervig oder unsympatisch ist oder unehrlich. 

Warum sollte ich schummeln? Das nimmt mir den Spaß, weil die Chancen der Anderen gemindert werden. Wenn alle schummeln, dann sind eben alle unmoralisch und asozial, das soll doch nicht meine Sorge sein. Ich bin weiterhin ehrlich und sag ihnen ins Gesicht was für verdorbene und minderwertige Individuen sie sind, sobald sie auffliegen. 

Was hat Ehrlichkeit denn mit dem Aussehen meiner Freundin zu tun. Es interessiert mich nen feuchten Furz wie mein/e Freundin/Freund aussieht, solange ich mich mit ihm/ihr wohl fühle. Wenn ich meine Freundin nach dem Aussehen auswählen würde, dann würde ich mich selbst belügen und mich somit selbst unglücklich machen. Das ist schlichtweg dumm.

Kommentar von webschamane ,

Dann machst du doch alles richtig, wunderbar und weiter so. Ich freue mich über jeden einzelnen, der lieber ehrlich ist und dafür ein Auto mit Rasenmäher Motor fährt und seine Freundin nach Charakter aussucht.

Das lässt mir mehr von den schönen Dingen im Leben. Geht es auch ehrlich ? Ja. Wird das besonders gut funktionieren ? Nein, wahrscheinlich nicht.

Kommentar von Diimiitrii ,

Meine Freundin ist bildhübsch und ich weiß nicht, wie du den Rasenmähermotor in die Argumentationskette einbaust,
Und es tut mir leid, dass du dich selbst für so verdorben hältst, dass du es dir nicht zutraust ehrlich leben zu können.

Antwort
von Dthfan00, 53

Ich bin auch ein sehr direkter mensch und sage anderen auch gern die wahrheit direkt ins gesicht (punk eben )

Jedoch kann das auf manche verletztend wirken, weil sie eigtl eine andere aus höflichkeit gelogene Antwort erwarten.

Hoffe ich konnt dir helfen

Grüße

Dthfan00

Kommentar von Diimiitrii ,

Ja, ich verstehe es, dass Leute ungern verletzt werden. Aber ich sehe keinen Grund sich deswegen belügen zu lassen. Belogen zu werden ist nur eine weitere Verletzung.  

Das ist eher ein Grund niemanden zu verletzen.

Kommentar von Dthfan00 ,

Ja wo du recht hast ;)

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