Frage von matthilda, 124

Was sind Lösungsansätze zur Situation der Lebensmittelverschwendung?

Dass Lebensmittelverschwendung immer größere Dimensionen erreicht ist ja nicht unbekannt, und ich denke man sollte sich in diesen Zeiten auch mal explizitere Gedanken machen um das Thema Verschwendung, vor allem wo seht ihr denn Abhilfestrategien des Ganzen, wie kann man es vermeiden, dass so vieles weggeschmissen wird? Das betrifft ja sowohl den eigenen privaten Haushalt, als jetzt auch in den Märkten und co?!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Zynob, 64

Zuerst sollte man bei sich anfangen, da geht es am leichtesten etwas zu ändern.

Das beginnt damit bewusst einzukaufen, was brauche ich wirklich, was esse ich. Eine vorbereitete Einkaufsliste hilft da, Spontankäufe wenn möglich vermeiden.

Natürlich müssen die Lebensmittel auch richtig gelagert werden damit man sie auch essen kann bzw. länger lagern kann. Nicht nur, dass man mit der richtigen Lagerung die Haltbarkeit verlängert, man verhindert damit auch die Nährwertminderung.

Ich muss mir auch bewusst sein was ein Mindesthaltbarkeitsdatum eigentlich ist, vielen ist das nicht bewusst und sie schmeißen die Lebensmittel gleich weg wenn man da mal einen Tag drüber ist was meist nicht nötig ist.

Das sind ganz einfache Punkte die jeder leicht umsetzen kann wenn er die Lebensmittelverschwendung reduzieren will.

Essen verschwenden ist Mist!

Kommentar von matthilda ,

Das mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum finde ich ebenfalls sehr krass - also da kann man doch locker noch weiter essen, wenn es gut riecht und aussieht, ich bin da nicht so wählerisch!

Aber die Lebensmittelverschwendung liegt ja nicht alleine an den Privatpersonen, das muss man auch sagen.

Kommentar von Zynob ,

Natürlich nicht, es ist auch nur ein kleiner Teil aber auf den Bereich hat man eben am meisten Einfluss und kann schnell etwas daran ändern.

Sicherlich gibt es im Handel und der Landwirtschaft mehr Verschwendung, darauf hat man aber wenn nur mit seinem kaufverhalten Einfluss.

Der Handel muss seine Qualitätsansprüche senken was z.B. die Optik und Größe von Obst und Gemüse betrifft.

Auch sollten Mengenrabatte, die Menschen zum Kaufen animieren, reduziert werden.

Da bedarf es aber mehr Initiative der Gesetzgeber national und EU-weit.

Kommentar von matthilda ,

Da gebe ich dir auf jeden Fall Recht, es muss mehr eingebunden werden in die Thematik, eben gerade auch der Handel der viel in der eigenen Hand hat.

Kommentar von Elmanuele ,

Aber wie bringt man "den Handel" dazu? Ich denke es bedarf auch eines großen Umdenkens bei den Konsumenten selbst. Immerhin bestehen sicherlich noch viele Käufer auf perfektes Gemüse 

Kommentar von Zynob ,

Den Handel bringt man dazu indem auch mal der Gesetzgeber auftritt und dem Ganzen einen Riegel vorschiebt.

Die Qualitätsansprüche des Handels sind vollkommen übertrieben und führen dazu, dass viele Nahrungsmittel für schlecht empfinden nur weil sie optischen Standards nicht entsprechen. Der Geschmack ist ja meist derselbe.

Eine Banane muss nicht grün sein wenn man sie kauft, die kann auch mal braune Flecken haben, trotzdem ist sie nicht schlecht.

Sicher braucht es da auch ein Umdenken des Konsumenten, wenn man ihm aber jahrelang einredet, nur das unversehrte Obst oder Gemüse ist genießbar dann führt das eben dazu, dass vieles weggeschmissen wird.

Da muss man auch die Menschen wieder aufklären sonst geht die Lebensmittelverschwendung einfach so weiter.

Kommentar von matthilda ,

Da gebe ich Dir Recht, es gehört einfach mehr aufgeklärt in jedem Falle. Gerade was das Verderben von Lebensmitteln angeht, wie man es vermeiden kann. Oder auch das Mindesthaltbarkeitsdatum ist ja auch oft irreführend, müsste nicht überall aufgedruckt sein.

Antwort
von Bodaway, 51
  • Es gibt in vielen Städten sogenannte "Foodsharing"-Orte. Dort können Menschen sowohl containerte Ware, als auch sachen die sie selbst nicht mehr essen hinbringen und andere es rausnehmen. http://www.utopia.de/magazin/foodsharing-das-netz-gegen-lebensmittelverschwendun... (da gab es sie noch *schnüff*)Ich habe ewig kein Gemüse gekauft und noch länger kein Brot, weil ich esse was andere wegwerfen. Wir haben in unserem Haus so einen Einkaufswagen, wo containerte sachen drin sind. da kommt immer irgendwie genug für alle rein. (neulich gab es einen riesigen sack voll mit richtigem gutem, schön altem Käse... Grade im Winter sind die Sachen auch noch gut gekühlt. bei fleisch hört die liebe zu container food dann aber auf.)
  • Es gibt auch Bäcker, die "gutes von Gestern" zu sehr günstigen Preisen verkaufen.
  • Generell gilt: Augen offen halten und fragen.

Lebensmittelläden dürfen zwar nichts verschenken, was sie wegwerfen würden, aber es gibt viele Grauzonenregeln (wie altes brot unter der hand rausgeben, es im eingang stehen lassen, die garage mit dem müll offen stehen lassen (aus so was hatten wir mal richtig viel vanillesojamilch, und cornflakes)...).
Ich frage oft einfach nach, was denn mit den Sachen passiert, weil ich irgendwie so einen Blick dafür entwickelt habe (grade in unis oder nach Tagungen, gibt es oft richtig gute Sachen abzugreifen, laugengebäck, obst und Kekse). Manchmal gibt s dann unfreundlichkeit zurück, das ist unangenehm, aber auch irgendwie eine politische Botschaft.

Abhilfe?
Der Punkt ist, dass es in Deutschland und aber auch generell der EU krasseste hygienevorschriften gibt (das mit der Gurkennorm ist ja gemeinhin bekannt) und das geört geändert, nicht auf nationaler, sondern auf europäischer ebene. z.b. sollten Mitarbeiter*innen von KITAS mittagessensreste mitnehmen dürfen, einkaufsläden gute sachen offen hinstellen dürfen, die sie wegwerfen müssten, spdass leute sich nehmen können was sie brauchen, mehr foodsharing regale, mehr wertschätzung für lebensmittel (wenn ich an meine schulzeit zurückdenke... wo leute sich in der cafete brötchen gekauft haben, nur um den Belag an die Tafel zu kleben... oder wo leute mit brot nach mir geworfen haben, oder wo in der 7. klasse leute das essen auf klassenfahrt aus irgendwelchen popelgründen nicht essen wollten, oder so... *kotz*) und vielleicht auch weniger leistungsdruck und mehr zeit zum kochen.

Kommentar von matthilda ,

Danke, vor allem das mit dem Foodsharing Stellen wird immer mehr, setzt sich klar in der Stadt durch aber es gibt ja auch viele Mensche die ausserhalb leben, das muss man auch bedenken.

Und das mit den Normen da gebe ich Dir Recht das ist schon mehr als absurd kann man sagen, ich meien ich würde eine auch kaufen wenn sie krumm wäre, kennt man ja nicht anders aus Omas Garten!

Kommentar von Bodaway ,

außerhalb leben heißt ja nicht, niemals dinge in der stadt zu besorgen. ;)

Expertenantwort
von HikoKuraiko, Community-Experte für Ernährung, 64

Zuhause geht das ja eig ganz einfach nämlich: Wirklich nur das einkaufen was man braucht und in der Menge wie mans braucht. So wirft man nix weg ;) Bei mir wird z.B. so gut wie nie etwas weg geworfen da ich immer nur soviel einkaufe wie ich eben brauche und wenn ich doch mal etwas zu viel gekocht habe oder so gibs das eben am nächsten Tag noch einmal oder wird eingefroren. 

Wie das bei Supermärkten etc. klappen soll weiß ich allerdings noch nicht genau. Weniger bestellen wäre die eine Möglichkeit, allerdings bekommt dann nicht unbedingt jeder Kunde das was er haben möchte weils schon ausverkauft ist. Oder man spendet das was zuviel ist eben der Tafel (was zum glück schon viele machen)

Kommentar von matthilda ,

Was aber nicht das Schlimmste wäre - also wenn man nicht nur 100 Gebäckstücke kurz vor Ladenschluss zur auswahl hätte sondern weniger - da sind beide wohl in die Pflicht zu nehmen der Konsument und der Hersteller.

Kommentar von HikoKuraiko ,

Das ist was anderes ;) Ist ja jetzt schon der Fall das vieles Abends schon weg ist wenn man kurz vor Ladenschluss hin geht ;) Zumindest bei uns. Gerade was Gemüse und Frische Sachen an sich angeht. Da muss man sich auch mit dem Zufrieden geben was noch da ist wenn man erst so spät kommt

Kommentar von matthilda ,

Das sollte man sowieso und eben auch kreativ sein wenn nicht mehr alles verfügbar ist - umdenken heisst es da. Aber ich muss schon gestehen, dass es trotzdem noch ein Übermaß immer gibt an Dingen welche noch lagernd da sind. Denke alleine an die Backabteilungen.

Antwort
von MiZzImpossible, 64

Das stimmt. Es werden soo viele tonnen von noch gutem essen weggeschmissen, essen womit wir so vielen Leuten das leben retten könnten. Wir haben in unserem Dorf eine lebensmittelabgabe, dort kommen alle sachen hin die in den läden nicht mehr verkaufbar sind aber eigentlich noch essbar sind, normalerweise würden die Läden das wegschmeissen nur weil etwas zum beispiel 1 tag nach dem ablaufdatum ist oder nicht die korrekte form hat, das ist schwachsinn. Also so bekommen wor dann immer die "reste" so können wir viel mehr lebensmittel brauchen statt wegwerfen

Antwort
von Vivibirne, 43

- es obdachlosen geben
- auch "hässliche" Gurken (etc) verkaufen
- bei mc donalds nicht gleich alles nach 30min entsorgen
- so einkaufen dass man auch alles essen kann
- aufs datum achten
- es ist nicht schlecht nur weils abgelaufen ist
- aus resten noch was kochen
:)

Antwort
von Bodaway, 40

ah ich habe noch einen Vorschlag:
Lebensmittelverschwendung betrifft nicht nur Wegwerfgesellschaften und bereits im Verkauf befindliche Waren, sondern ist auch ein globales Problem. Dafür noch so ein paar Vorschläge

  • Keine Nahrungsmittel im Tankverbrennen (biosprit ist weder bio noch gut)
  • Keine Gentechnik für die Viehzucht
  • Keine Hybrid-Saagüter, die keine eigenständige Fortpflanzung mehr können (dazu gehören auch kernlose weintrauben und Melonen) kaufen, unterstützen, erlauben denn in gewisser weise ist das auch wegwerfscheiß
  • weniger fleisch und milchprodukte produzieren und verzehren und stattdessen den kram den die viehcher essen und der darüber in menschliche Mägen gelangt direkt verzehren (mais, bohnen, erbsen,...)
  • staatlicherseits keine Öl, Kohle, Gas, Uran, geschäfte mit staaten und firmen in und von denen keine mindestumweltstandards gesichert werden, denn hier wird fläche verseucht auf der vorher felder bewirtschaftet werden konnten
  • subsistenzwirtschaft weltweit subventionieren, statt sie zu zrstören, denn so werden statt nahrungsmittel anzubauen ölpipelines angebohrt, oder kaffee exportiert...
  • ...
Kommentar von matthilda ,

Gebe dir in vielen Punkten Recht, es liegt oft an den Menschen selbst sich einen Kopf zu machen und zu sehen wie sehr man das weiter denken kann, wo globale und kausale Zusammenhänge greifbar sind.

Antwort
von bettbeu, 48

Erster Ansatz wäre, wenn Supermärkten und ähnlichem streng verboten wird Lebensmittel wegzuschmeißen und MHD Ware an Hilfsorganisationen abgegeben müssen! Damit wäre schonmal der Größte Teil verbessert. Firmen schmeißen einfach viel zu viel weg...

Kommentar von matthilda ,

Ist denn nicht sowas schon in anderen Ländern Pflicht, ich bilde mir da ein was gehört zu haben!?

Antwort
von NorthernLights1, 55

Man sollte erstmal bei sich anfangen. Das heißt organisiert einkaufen und alles mögliche verwenden/ aufbrauchen, damit nichts schlecht wird. 

Wenn der Verbraucher es bei sich geschafft hat, dann wird der Handel folgen, da die Verbraucher strukturierter einkaufen.

Desweiteren sollte der handel mit Küchen sich in Verbindung setzen, wo Lebensmittel als Mahlzeiten für Wenigverdiener/ Kitas / Schulen angeboten werden könnten.

Antwort
von ukague, 29

Abschaffung eines Gesetzes, dass der Lebensmittelvernichtung Vorschub leistet: Deklaration des "Mindestens haltbar bis..........." Datums.

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