Was sind gesetzliche und private Krankenversicherung?

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8 Antworten

Hallo Typ1993,

grundsätzlich besteht in Deutschland eine "Pflicht zur Versicherung". Das heißt, dass jeder mit Wohnsitz in Deutschland krankenversichert sein muss.

Davon unterschieden werden muss die "versicherungspflicht in der Gesetzlichen Krankenkasse". Damit ist gemeint, dass es Personenkreise gibt, die sich nicht aussuchen können, wo sie sich versichern möchten. Sie müssen eine Gesetzliche Krankenkasse wählen. In Deutschland sind das ca. 90 % der Bevölkerung.

Um sich privat versichern zu können muss man bestimmte Voraussetzungen erfüllen. In eine private Krankenversicherung eintreten können z. B. Selbstständige oder Angestellte, die oberhalb der sogenannten Jahresarbeitsentgeltgrenze verdienen (das sind aktuell jährlich 56.250 EUR). Entscheidet man sich für die private Krankenversicherung, so endet die Mitgliedschaft in der Gesetzlichen Krankenkasse.

Die wesentlichen Unterschiede zwischen der Gesetzlichen Krankenkasse (GKV) und der privaten Krankenversicherung (PKV) liegen in der Beitragskalkulation und im Leistungsumfang.

In der GKV gilt folgende Regelung:

- der Beitrag berechnet sich prozentual vom Bruttogehalt.
- der Leistungsanspruch in der GKV ist für alle Versicherten gleich.

In der PKV sieht das anders aus:

- der Beitrag richtet sich nach dem gewählten Versicherungsschutz, sowie nach Alter und Gesundheitsstatus bei Antragsstellung. Das Einkommen spielt keine Rolle.
- du hast die Möglichkeit, den Versicherungsschutz auf deine individuellen Bedürfnisse anzupassen. Die Leistungen werden dir darüber hinaus lebenslang garantiert.

Grundsätzlich entscheidet man sich für die Gesetzliche Krankenkasse oder für die private Krankenversicherung.

Du kannst jedoch auch als Gesetzlich Krankenversicherter zusätzlich Ergänzungsversicherungen abschließen. Diese decken verschiedene Bereiche wie z.B. Zahnbehandlungen oder Zahnersatz, Krankenhausaufenthalte oder ambulante Behandlungskosten ab.

Ich hoffe, du bekommst hier schon einen ersten Eindruck der zwei Systeme.

Viele Grüße

Katharina vom Barmenia-Team

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Man sagt ja, dass man in Deutschland eine Krankenversicherung haben muss, also gesetzlich verpflichtend.

Korrekt.

Heißt das nun, dass der Staat solche Versicherungen anbietet und man
diese quasi abschließen muss oder heißt es, dass man sich irgendeine
Versicherung aussuchen muss, diese abschließt und dann ist man
versichert und hat die Versicherungspflicht erfüllt?

Du musst hier unterscheiden zwischen

  • der Pflicht eine Krankenversicherung zu haben und
  • der Pflicht sich bei einer gesetzlichen Krankenkasse zu versichern.

Jeder in Deutschland lebende Mensch ist verpflichtet eine Krankenversicherung zu haben.

Aber nur Angestellte (bis zu einem Jahresinkommen von aktuell 56.250,- € brutto), Azubis, die meisten Studenten und die meisten Rentner sind verpflichtet gesetzlich krankenversichert zu sein (vgl. u.a. § 5 SGB V).

Wer nicht zu diesen Gruppen gehört hat freie Wahl des Systems.

Er kann sich bei einer gesetzlichen Krankenkasse freiwillig versichern oder stattdessen eine private Krankenversicherung bei einem privaten Krankenversicherungsunternehmen abschließen.

Private Versicherer müssen aber außer Beamten niemanden versichern, wenn sie der Meinung sind der Mensch sei zu krank oder habe zu wenig Kohle.

Soweit alles klar?

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Die gesetzlichen Krankenkassen sind "Körperschaften des öffentlichen Rechts"

Private Krankenversicherungen sind Privatunternehmen

Die Wahl hast du nur als Selbständiger, Beamter oder Arbeitnehmer mit mindestens 4.237,50 € im Monat.

Privat Versicherte schließen mit dem Arzt einen privatrechtlichen Vertrag.  Er schickt ihnen eine Rechnung, und sie können mit ihrer Versicherung abrechnen.

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Kommentar von Apolon
27.07.2016, 18:19

@DerHans,

es wäre mal an der Zeit, dass du dir in dein schlaues Büchlein schreibt, dass das Einkommen eines Angestellten über der Jahresarbeitsentgeltgrenze von 4.687,50 € liegen muss, damit er sich privat versichern kann.

Die Beitragsbemessungsgrenze ist nur für die Berechnung des höchsten Beitrags maßgebend.

Außerdem für PKV-Versicherte die schon am 31.12.2002 privat versichert waren.

Solche ein Fehler sollte bei einem Cummunity-Experte für Versicherung nicht vorkommen.

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Also, es gibt einmal die gesetzliche Krankenversicherung, deren Beiträge richten sich nach dem Einkommen des Versicherten.

Es gibt ein Mindestjahreseinkommen, welches man haben muss, um nicht mehr in einer gesetzlichen Krankenversicherung sein zu müssen. Wo diese Einkommensgrenze momentan liegt, weiß ich nicht, kann man aber ergoogeln.

Gesetzliche KV haben festgelegte Leistungen. Und Du brauchst kein Geld in die Hand nehmen, wenn Du diese Leistungen in Anspruch nimmst. Es reicht, wenn Du mit der Versicherungskarte zum Arzt gehst. Wenn man mal von den Eingenleistungen absieht, wie zum Beispiel Rezeptgebühr.

Menschen, welche das besagte Mindesteinkommen überschreiten und dennoch in der gesetzlichen KV bleiben, sind freiwillig versichert.

Solche, die diese Einkommensgrenze überschreiten und solche, die selbständig sind, müssen sich gar nicht krankenversichern, dies machen aber fast alle Menschen, denn sonst müssten sie jede medizinische Leistung selber bezahlen.

Diese letztgennaten sind, sofern sie nicht freiwillig in einer gesetzlichen KV sind, privat versichert.

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Kommentar von kevin1905
27.07.2016, 18:33

Solche, die diese Einkommensgrenze überschreiten und solche, die selbständig sind, müssen sich gar nicht krankenversichern

Doch müssen sie.

Wer nicht mehr pflichtversichert in der GKV ist und

  • nicht familienversichert werden kann
  • eine private Krankenvollversicherung abschließt und dies der letzten Kasse nachweist
  • dauerhaft, nachweisbar ins Ausland verzieht

Wird automatisch ohne Mitspracherecht freiwilliges Mitglied (und in den meisten Fällen auch Beitragsschuldner) der letzten Kasse.

Die Rechtsgrundlage hierfür ergibt sich aus den §§ 188 Abs. 4 SGB V und 193 VVG.

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Gesetzlich musst Du Dich versichern bis zu einer bestimmten Einkommensgrenze. Du kannst Dir eine Versicherung aussuchen und Dein Arbeitgeber zieht das Geld vom Lohn ab und überweist es an die Krankenkasse. Wenn Du viel verdienst oder Beamter bist, nimmt Dich die gesetzliche Krankenkasse nicht und Du musst Dich privat versichern. Das sind andere Krankenkasse. Du musst das Geld selbst überweisen. Du hast da Vorteile und Nachteile. Privatkassen sind teuer, übernehmen aber mehr und Du bekommst schneller Termine. Du musst aber erstenmal alle Kosten selbst bezahlen, beim Arzt, beim Krankenhaus und musst die Rechnungen bei der Krankenkasse einreichen.  Wenn alles gut geht, bekommst Du alles ersetzt, aber oft zahlst Du drauf.

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Kommentar von gerolsteiner06
27.07.2016, 17:59

Da stecken ein paar Fehlinformationen drin:

"Wenn Du viel verdienst ..., nimmt Dich die gesetzliche Krankenkasse nicht " --> Falsch, du kannst freiwillig in einer gesetzlichen bleiben, das machen sogar sehr viele Leute so, aus guten Gründen !

"Privatkassen sind teuer," --> Falsch, meist sind die sogar günstiger als gestzliche und haben mehr Leistungen. Das klingt falsch, ist aber so, weil sie nicht die Sozialkosten  haben, von >Leuten die wenig oder gar nichts verdienen und trotzdem Leistungen beziehen.

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Kommentar von Akka2323
27.07.2016, 18:03

Ich bin privat versichert. Wenn Du in einer gesetzlichen warst und kommst über die Einkommensgrenze, kannst Du als freiwillig weiterversicherter bleiben, es wird aber auch teuer. Wenn Du von Anfang an zuviel verdienst oder selbständig bist, musst Du Dich privat versichern, da hast Du keine Wahl.

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Kommentar von Apolon
27.07.2016, 18:10

Gesetzlich musst Du Dich versichern bis zu einer bestimmten Einkommensgrenze.

Nein, dieser Hinweis ist völlig falsch!

Es gibt Menschen die verdienen gerade mal 400 € und sind privat krankenversichert!

Wenn Du viel verdienst oder Beamter bist, nimmt Dich die gesetzliche Krankenkasse nicht und Du musst Dich privat versichern.

Auch dies ist völliger Unsinn, denn jeder Beamte und auch Arbeitnehmer der nicht GKV-Pflichtig ist kann wählen ob er sich in der GKV oder PKV krankenversichert.

Das sind andere Krankenkasse.

Nein, dies sind auch keine Krankenkassen, sondern Krankenversicherungen.

Du hast da Vorteile und Nachteile. Privatkassen sind teuer,

Nein, private Krankenversicherungen sind meist preisgünstiger als gesetzliche. In einem hast du allerdings recht, sie bieten bessere Leistungen an.

Du musst aber erstenmal alle Kosten selbst bezahlen, beim Arzt, beim Krankenhaus und musst die Rechnungen bei der Krankenkasse einreichen. 

Auch dies ist falsch, der Privatversicherte reicht seine Kosten nicht bei der Krankenkasse, sondern bei einer Krankenversicherung ein und nach Eingang des Geldes überweist er die Rechnungsbeträge.

Wenn alles gut geht, bekommst Du alles ersetzt, aber oft zahlst Du drauf.

Auch dies ist falsch. Manchmal bekommt man sogar von der Krankenversicherung noch Geld zurück erstattet.

Und nur der, der einen Billig-Tarif abgeschlossen hat darf etwas dazu zahlen.

Gruß N.U.

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Kommentar von kevin1905
27.07.2016, 18:37

Wenn Du viel verdienst oder Beamter bist, nimmt Dich die gesetzliche Krankenkasse nicht und Du musst Dich privat versichern.

Niemand muss sich privat versichern.

Außer Beamten (Kontrahierungszwang) müssen private Krankenversicherungen niemanden aufnehmen.

Bist du zu krank, wird der Antrag abgelehnt und das ist auch gut so.

Privatkassen sind teuer

Das stimmt allgemein so auch nicht. Viele Selbständige wechseln in jungen Jahren gerne in die PKV weil es dann dort meist etwas günstiger ist.

Vergessen aber, dass bei einer PKV die Leistungen vertraglich festgelegt sind und nicht wie bei der GKV reduziert werden können.

Auf steigende Kosten kann eine PKV nur mit Beitragssteigerungen reagieren und wenn der Anbieter schlecht kalkuliert hat, DANN wird es irgendwann teurer als in der GKV.

Für mich z.B. macht eine gesetzliche KV keinen Sinn.

Wenn alles gut geht, bekommst Du alles ersetzt, aber oft zahlst Du drauf.

Man bekommt ersetzt, was man versichert hat und was medizinisch notwendig war, oberhalb der vereinbarten Selbstbeteiligung.

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Also grundlegend ist die Versicherung bei jedem Versicherungsunternehmen deines Vertrauens möglich. Du bist gesetzlich versichert wenn du die grundlegende Krankenversicherung abgeschlossen hast. Diese schließt du einfach bei deiner AOK, TKK oder ähnliche ab und hast deine Versicherungspflicht erfüllt.

Wenn du merkst, dass dir die Leistungen im "Standard" also im Pflichtpaket nicht gefallen oder dir zu wenig übernommen wird, kannst du jederzeit eine private Krankenversicherung abschließen und diese um die nötigen Module erweitern. Beispielsweise schließt du dann eine Zahnzusatzversicherung ab um beispielsweise bei Problemen mit Zähnen einen besseren Zahnersatz zu erhalten als gesetzlich versicherte Patienten.

Gleiches gilt im Krankenhaus. Während du als gesetzlich versicherter Mensch dort in Masse behandelt wirst, kannst du als privater Patient in den meisten Krankenhäusern auch direkt auswählen in was für einem Zimmer oder welche Art von Doktor (Nur der Chefarzt o.ä.) bestimmen. Dies ist dann von dir privat zu bezahlen und die Rechnungen kannst du dann deiner Krankenkasse einreichen um die Kosten wieder einzuholen.

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Kommentar von Akka2323
27.07.2016, 17:54

Es gibt zur gesetzlichen private Zusatzversicherungen. Das ändert nichts an der Versicherungspflicht. Privatversicherungen sind noch etwas anderes.

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Kommentar von gerolsteiner06
27.07.2016, 18:03

Du erklärst hier nicht den Unterschied von gestzl.KV zur Privaten KV, sondern von gestzl.Kv zu einer Zusatzversicherung.

Eine Private KV ist etwas anderes.

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Deine eine vermutung ist richtig: "...dass man sich irgendeine Versicherung aussuchen muss, diese abschließt und dann ist man versichert und hat die Versicherungspflicht erfüllt? " Die sogenannten gesetzlichen KV sinddie  AOKs, oder die Ersatzkassen wie  Barmer, TK, DAK,  und viele kleineren, z.B. betriebliche (BKKs) oder InnungsKK (IKKs). Indenen sind die leistungen und die Regelungen, wie die Versicherung abläuft (Beitragszahlung, Abrechnung mit Ärzten, Krankjehäusern, etc.) gesetzlich vorgegeben.

Wenn Du besser verdienst (Überschreiten der Beitragspflichtgrenze) bist Du nicht mehr verpflichtet, dich in einer gesetzlchen KV zu versichern. Dann kannst Du, um das Kostenrisiko abzudecken, eine Privatversicherung abschließen, bei der die Kosten frei vereinbart werden können und auch die Leistungen ganz anders sein können als bei den gesetzlichen.

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Wie genau das ist ob eine Private versicherung auch die Pflicht erfüllt weiss ich nicht genau. Ich weiss aber das man sich ab nem bestimmten einkommen nur noch privat versichern lassen kann.

Der unterschied zwischen beiden formen ist das die Leistungen der gesetzlichen versicherungen entsprechend vom staat geregelt sind. Also was gezahlt wird und wieviel gezahlt wird.

Bei den Privaten ist das entsprechend in der Versicherung selbst geregelt und der Versicherungsnehmer kann so glaube ich bestimmen was versichert ist und was nicht.

Getzeliche versicherungen können dich soweit ich weiß nicht kündigen und auch versicherungsnehmer nicht ablehnen. Die müssen dich versichern auch wenn du schon chronisch krank bist. Die privaten hingegen können dich entsprechend ablehnen etc.

Auch kommt hinzu das der versucherungsbetrag bei den gesetzlichen wieder vom gesetzt geregelt ist bzw. stark eingeschränkt ist wie der auszusehen hat.

Bei den privaten kann sowas soweit ich weiss frei verhandelt werden.

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Kommentar von DerHans
27.07.2016, 17:54

Fast richtig

Auch "besser verdienende Arbeitnehmer" können sich gesetzlich versichern. Sie haben die Wahl

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