Ich würde gerne wissen, wieso, oder welche Ursachen dazu führen, daß ein Mensch den Trieb zum Sado-oder Masochismus entwickelt.Egal in welchem Grade.
Weitere Fragen zu verwandten Themen finden Sie hier:

Sie machen den betreffenden Personen Spaß. Welche Ursache soll es dafür geben. Andere Menschen machen andere Sachen, ohne dass Ursachenforschung betrieben wird. Ich sehe das völlig neutral und wertfrei, solange mich keiner dazu zwingen will. Jeder soll glücklich werden können, auf seine Art.

Die Ursachen sind in der Persönlichkeit des Betroffenen zu finden: http://de.wikipedia.org/wiki/Masochismus

Da du sinngemäß geschrieben hast "egal, in welcher Ausprägung", schildere ich mal mein Empfinden.
Wie es bei (und in) Menschen aussieht, die eine extreme Form des Sado-/Masochismus für ihre Sexualität oder Befriedigung brauchen, weiss ich nicht.
Aber einen gewissen Hang zur Unterwerfung/ Dominanz haben bestimmt viele Menschen. Ich glaube schon, dass viele Männer es reizvoll finden, ihre (Sexual)Partnerin (ein wenig) zu dominieren, ihr Anweisungen zu geben, die auch ausgeführt werden müssen, ihre Unterwerfung und ihre "Demut" und völlige Hingabe wahrzunehmen. Der Ton kann etwas bestimmter sein, der Mann darf feste zupacken und sich nehmen, was er möchte.
Als Frau kann man das als sehr lustvoll empfinden, wenn man "frei" und aufgeschlossen ist, sich mit dem (Sexual)Partner auf einer Ebene bewegt, sich ausserhalb des Bettes Respekt zollt und den anderen wertschätzt. Es ist nur ein sexuelles "Spiel". Macht und Unterwerfung sind keine Abnormalitäten... jeder Mensch übt in irgendeiner Weise Macht aus oder unterliegt auch mal Bestimmungen, wieso nicht auch bei der schönsten (Neben)Sache der Welt?
Mein Mann muss schon dominant sein... Einen Kuschelbären brauche ich nicht. :-)
JoeWied am 13. Februar 2008 17:33 Der Vorgang der Unterwerfung oder der Dominanz ist bereits in der Keimzelle der Evolution begründet und gehört sogar zu den Spielen der Machtkämpfe (Rudel). Nur krankhaft wird es dann, wenn diese Vorgänge zur Suchtbefriedigung herhalten oder wenn Lebewesen geqäult werden oder geqäult werden wollen. Das kann sexuell motiviert sein, muss aber nicht.

ich möchte hier keine Klischees anführen.SM hat was mit absoluten Vertrauen zu tun,wie es in "normalen "Beziehungen kaum möglich ist.
Elster79 am 12. Februar 2008 00:07 was ist denn für dich eine "normale Beziehung"? Ich weiss mit bestimmtheit, daß das wunderbar funktioniert, in einer harmonischen normalen Beziehung.

Ich versuche es mal ganz kurz:
Die sadomasochistischen Neigungen entspringen den vielfältigen Formen der Misshandlung in Kindheitstagen. Das wird dann durchmischt mit der Persönlichkeit des Wesens, das da unbedarft auf die Welt kommt mit einem bestimmten, noch vollkommen unausgeprägten Grundcharakter. Und am Ende gibt es dann eben eine ganz breite Palette sadomasochistischer Bedürfnisse und Verhaltensweisen – manche wollen nur die psychische Erniedrigung (selbst erdulden oder ausüben), und am anderen Ende der Palette wird es manchmal schon ziemlich brenzlig (das sollten nur Leute machen, die sich wirklich zu 100 % gegenseitig vertrauen und die auch etwas vom menschlichen Körper verstehen, im physiologischen und medizinischen Sinne).
Spannender als der Sadomasochismus sind die Biografien, die dahinter stehen.

Dieser "Trieb" ist genetisch bedingt oder, vereinfacht, angeboren; Geben wie Nehmen bereitet Freude und Schmerz.....
Brigitta am 11. Februar 2008 22:36 Kompetente Antwort Strick4a. Bravo.DH
strick4a am 11. Februar 2008 22:40 ..danke Brigitta, das ehrt mich...
JoeWied am 13. Februar 2008 17:38 Wo liegt denn das SM-Gen ?
Mag sein, dass gewisse Genkomponenten einen Trieb begünstigen. Aber vor allem ist die Erziehung und das Umfeld, während der Kinder- / Jugendzeit massgeblich verantwortlich !
Gute Antwort! DH!
Genetisch bedingt??? Bitte erst einmal informieren, bevor solche Thesen verbreitet werden!!!
Natürlich sehe ich diese Phänomene auch 'wertfrei' etc. und darum geht es auch gar nicht.Die Ursachen liegen zum großen Teil in mangelndem Selbstwertgefühl und hierzu kann es keine kurze Erklärung in ein, zwei Sätzen geben. Dazu ist das Thema viel zu umfangreich und sensibel. Jedenfalls handelt es sich nicht nur um harmlose Spielereien, die Ursachen sitzen viel tiefer und sind oft dramatisch.
knetartpunktde am 11. Februar 2008 22:30 Hast du noch weitere Vermutungen zum Thema "dramatische Ursachen" ? Vielleicht mal mit einem nachvollziehbaren, wissenschaftlich begründetem Hintergrund ?
Minax am 11. Februar 2008 23:52 "in mangelndem Selbstwertgefühl" ?? *räusper
Ne, mangelndes Selbstwertgefühl haben jene Personen, die sich beim Sex nicht ordentlich ausleben und artiklulieren können. :-)
Gute Antwort! DH!

Minderwertigkeitskomplexe führen gerne zu sadistischer Ausprägung, wobei noch andere Faktoren nötig sind, ob es gelebet wird oder nicht. Primär ist ein gewisses Aggressivitätspotential nötig.
Masochismus ist eine Verhaltensstörung, die sich darin begründet, dass ein Patient Vergnügen, sogar Sehnsucht daran hat, sich unterzuordnen, sich zu unterwerfen, sich Schmerzen zuzufügen oder zufügen zu lassen. Ausgeprägt spricht man sogar von einer Sucht, wobei es sich klar um eine psychische Erkrankung handelt. Die Ursachen liegen tief in der Persönlichkeit des Betroffenen. Vielfach handelt es sich um kompensatiorische Handlungen auf psychsichen Druck (ähnlich Haare raufen, Nägel kauen).
Beide Erkrankungen können sexuell motiviert sein, müssen es aber nicht !

Ich wills gar nicht wissen...Für mich persönlich pervers
andreas48 am 11. Februar 2008 22:11 Wieso PERVERS? Erlaubt ist, das was beiden gefällt...
Lola60 am 11. Februar 2008 22:20 ich sage ja auch das es für mich pervers ist....jeder kann und soll machen was er will
JoeWied am 13. Februar 2008 17:40 Schöner spruch, der bis zu einer gewissen Grenze seine Richtigkeit hat. Du wirst wohl nicht behaupten, dass Doppelsuizid auch darunter fällt...
Super Kommentar! DH!
Früher wurde dieses Krankheitsbild in der Medizin tatsächlich als "Perversion" beschrieben (von lateinisch "pervertere": "verdrehen, verkehren"), heute wird eher von "Deviation" ("Abweichung") gesprochen. Gemeint ist allemal, dass es kein gesundes Verhalten ist ...
Definitionen von 'pervers'? per|vers [zu lat. pervertere, perversum = um- und umkehren; verderben]: (psychisch) abnorm, abwegig, krankhaft (veranlagt oder empfindend; Psychol.). Quelle: DUDEN - Das Wörterbuch medizinischer Fachausdrücke
Per|ver|si|on, die; -, -en [spätlat. perversio] (bildungsspr.): perverses Empfinden bzw. Verhalten; Verkehrung ins Krankhafte, Abnorme:sexuelle, geistige, moralische P.; Quelle: DUDEN - Deutsches Universalwörterbuch
So viel zur Definition.
z.B. bei der AOK gibt es eine gute Erklärung:
KRANKHEITEN
Masochismus, Passivismus, Sadomasochismus, Befriedigung durch Schmerz
Definition
Empfindet eine Person durch seelische oder körperliche Qualen und Demütigungen sexuelle Lust, spricht man von Masochismus. Ein Masochist erlangt also nur sexuelle Erregung oder Befriedigung, wenn er gedemütigt und erniedrigt wird. Der Masochismus ist das Gegenstück zum Sadismus, bei welchem der Lustgewinn wiederum durch das Zufügen von Schmerzen erreicht wird. Der Begriff Masochismus ist auf den Schriftsteller Leopold von Sacher-Masoch zurückzuführen. Man unterscheidet drei unterschiedliche Formen des Masochismus: den nichtsexuellen oder psychischen Masochismus, den sexuellen Masochismus und den perversen Masochismus.
Ursachen
Der Masochismus liegt tief verankert in der Persönlichkeitsstruktur der Betroffenen. Er wird durch krankhafte Persönlichkeitsstörungen verursacht. Die Erkrankten fühlen sich befriedigt, wenn ihnen Schmerz zugefügt wird. Häufig tritt der Masochismus zusammen mit einer Neigung zu sadistischen Verhaltensweisen auf. Der Masochismus gehört NICHT zum normalen Sexualtrieb, er ist krankhaft. Meist sind die Ursachen der Störungen in der Familiengeschichte der Betroffenen oder generell in psychisch traumatisierenden Erlebnissen zu suchen.
Symptome
Beispiele für die den Masochismus auszeichnenden Symptome sind etwa das Bedürfnis nach Bestrafung, Unterwürfigkeit, das Erdulden von Schmerzen und Demütigkeit, denen ein gesunder Mensch sich nicht aussetzen würde.
Diagnostik
Im Rahmen der Diagnostik spielt zunächst die Sexualanamnese eine Rolle, also die Vorgeschichte des den Masochismus evtl. auslösenden Sexualverhaltens. Die individuelle Familiengeschichte des Betroffenen trägt zur Ursachenfindung bei.
Auswirkungen
Masochismus ist eine Erkrankung, bei der es auch zu ernsthaften, körperlichen Verletzungen kommen kann. Da Schmerz ein Notfallsignal des Körpers ist, besteht bei extremem Schmerzgenussempfinden die Gefahr, gefährliche Situationen nicht mehr richtig wahrnehmen zu können. In schweren Fällen kann es zur Selbstzerstörung und Verstümmelung kommen.

Na endlich mal wieder eine interessante Frage . ...ähm ....die Antwort weiß ich leider auch nicht, bin aber sehr gespannt, was die ehrenwerten Erklärbären hierzu mitteilen werden . ...
HerrLich am 11. Februar 2008 22:14 "Erklärbär" ist ja ein niedlicher Ausdruck - grins Darf ich bitte ein Erklärbär sein? Viel besser als ein Fragant.
knetartpunktde am 11. Februar 2008 22:21 Natürlich darfst du. "Fragant" ist ja nun wirklich ein so unschönes Kunstwort - kein Wunder, daß es niemand benutzt.
Woran erinnert mich das bloß . . Fragant. ...Fragant . ...Flagellant ! Passt ja zum Thema hier !

Es gibt zu allem das Gegenteil. Die sowas lieben und machen, sind dementsprechend keine "Weicheier". Angeborene Gene werden die Ursache sein, wie oben "strick4a" gut definiert hat.
Deine Antwort verstehe ich nicht!
Masochismus entsteht aus großen, existentiellen Ängsten, die nicht verarbeitet werden können; oder, wie "Macchiato" oben richtig schreibt: "Die Ursachen liegen zum großen Teil in mangelndem Selbstwertgefühl".
Also: was hat das mit "Weichei" oder nicht "Weichei" sein zu tun?
Oder meinst Du mit "Weichei", dass Masochisten nur durch ganz extreme Reize zur Erregung kommen kann, also in diesem Sinne "Weicheier" sind???

vielleicht haben die als Kind zuviel Schüssler-Sa..--- ach nee, besser nicht
Gute Frage die ich mir auch schon gestellt hab. Aber warum, wieso, weshalb weiß ich auch nicht. Lustempfinden, Spaß, Persönlichkeit, Kindheit. Es wirken sicher viele Faktoren zusammen und bei jedem auch wieder andere.
Zu der Diskussion krank oder nicht, kann ich nur sagen, dass uns die Amerikaner mit ihren Diagnosekriterien (DSM) einen Schritt voraus sind: "Die Phantasien, sexuell dranghaften Bedürfnisse oder Verhaltensweisen verursachen in klinisch bedeutsamer Weise Leiden oder Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen." Erst wenn das erfüllt ist wird die Diagnose gestellt. In Deutschland gilt der ICD, in dem dieses Kriterium noch nicht aufgenommen ist. Wenn hier von Perversion usw. gesprochen wird sollte vielleicht bedacht werden, dass auch Homosexualität bis 1991 im ICD als Krankheit aufgeführt war...
Es ist immer wieder schön, zu wissen, daß man praktisch nur von Menschen umgeben ist, die auch Verhaltensweisen, die ein wenig von der Norm abweichen, stets unvoreingenommen, neutral und wertfrei sehen. (Natürlich nur, solange sie niemand zum Mitmachen zwingt.) Mit diesem neuen Typ Mensch haben wir endlich das dumpfe Zeitalter überwunden, in dem homosexuelle Menschen, abtreibende Frauen, Paare in wilder Ehe oder auch Sadomasochisten ein wenig ausgegrenzt wurden !
Ich nehme das mal als Kompliment hin. Ja, ich bin sehr tolerant, erwarte das aber auch von meiner Umgebung mir gegenüber.
Aber Hallo... Du mixelst Krankheiten, Vorlieben und kulturelle Gepflogenheiten. Homosexualität ist idR keine Krankheit, wilde Ehe auch nicht. Sado-Maso ist klar eine psychisch definierter Krankheitszustand oder sogar eine Sucht. Das hat mit Toleranz überhaupt nichts mehr zu tun.
Gute und sachliche (!!) Antwort zu diesem komplexen Thema! DH!
Masochismus beruht auf einem komplizierten Hintergrund von Ablehung durch eine wichtige Bezugsperson, Angst vor Ablehnung, Verdrängung, Sublimierung und Bewahrung des eigenen "Selbst" - so in Kürze lässt sich das leider nicht erklären ...
Eine schöne Antwort, DH! :)