Frage von COOKIEisBROKEN, 20

Was sind die Unterschiede zwischen den Krankheitsmodellen?

Was sind die Unterschiede zw. dem Bio-spycho-sozialen, dem Psychosomatischen und dem Stress-Coping Krankheitsmodell?

Bei allen Modellen wird davon ausgegangen, dass: - Biologisches, Psychisches und Soziales nicht eigenständig sind, sondern Teile eines verflochtenen Ganzen darstellen, welche interagieren. - diese dynamischen Wechselbeziehungen kausal für die Entstehung und den Verlauf von Krankheiten sind (Jede Ebene hat Einfluss auf die jeweils andere Ebene) - für eine erfolgreiche Behandlung und den Verlauf der Krankheit somit neben der medizinischen Ebene weitere Faktoren entscheidend sind (Erfolg: funktionierende bio-psycho-soziale Gesamtkonzeption)

(Beispiel: ungesicherter Arbeitsplatz-->Stress (permanente Cortison-Ausschüttung)-->Untergang wichtiger neuronaler Zellen-->wichtige Neurotransmitter (z.B. Serotonin) werden nicht mehr ausreichend neu gebildet-->Auftreten von Depression-->traut sich nicht zum Arzt-->Selbstmedikationsversuch mit Alkohol & Drogen-->andere Erkrankung(z.B. Alkoholismus, Lebererkrankung)-->weitere Verschlechterung der psycho- und ökonomisch-sozialen Situation)

Aber ich verstehe nicht worin sich die Modelle unterscheiden...

(ich studiere nicht Medizin, also nehmt es mir nicht böse wen ich eure Antworten nicht auf Anhieb verstehe)

Antwort vom Arzt online erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zu Ihrer Gesundheitsfrage. Kompetent, von geprüften Ärzten.

Experten fragen

Antwort
von garfield262, 15

Deine Frage fällt meiner Ansicht nach sogar weniger in die Medizin als vielmehr in die Psychologie ;)

Das biopsychosoziale Modell hast du schon ganz passend umschrieben, also ein Zusammenspiel aus verschiedensten Faktoren, darunter Persönlichkeitszüge wie Neigung zu Suchtverhalten etc, biologische Faktoren wie genetische Prädispositionen oder Auswirkungen von äußeren Einflüssen auf Genexpression, Hormonspiegel etc. bis hin zu sozialen Einflüssen und Umfeldern, die Verhaltensweisen modulieren...

Das psychosomatische Modell umschreibt den Einfluss von Psyche auf die Empfindungen und Wahrnehmungen. Im Groben gesagt besteht ein Unterschied zwischen reiner Empfindung eines Stimulus, dem puren Reiz, der durch Rezeptoren wahrgenommen, verschaltet und als codierte Information als Impuls über Nervenbahnen an das Gehirn geschickt wird und der Wahrnehmung, in der man den empfundenen Stimulus in einen Kontext einordnet. Ein Beispiel ist Hufgetrappel. Du nimmst den charakteristischen Schall wahr (Empfindung) und ordnest ihm eher einem Pferd als einem Zebra zu, da du eher das Pferd als das Zebra erwarten würdest (Wahrnehmung), obwohl beide möglicherweise das gleiche Hufgetrappel von sich geben können. Durch psychische Veränderungen kann die Kategorisierung, also die Wahrnehmung der Empfindungen verändert sein, und vice versa.

Das Stress-Coping-Modell unterscheidet in erster Linie 2 verschiedene Typen von Menschen: Typ A, welche Probleme erst mal sehr agil bis aggressiv und radikal angehen und dementsprechend an Erkrankungen wie Bluthochdruck und koronaren Herzerkrankungen leiden, sowie Typ B, welche gelassen an Probleme herantreten und vom Wesen her entspannt, phlegmatisch bis sogar lethargisch sind.

Kein Anspruch auf Vollständigkeit, aber ich hoffe, dass das grad etwas geholfen hat ;) Ich fürchte, ich muss mich mit den entsprechenden Folien der Vorlesungen selbst noch einmal auseinandersetzen :D

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community