Frage von valvaris6, 17

Was sind die Probleme bei dem kauf der Staatsanleihen von der EZB?

Ich hab schon viel dazu gesucht, aber die Erklärungen dazu verstehe ich aufgrund meiner nicht vorhandenen Wirtschaftskenntnisse nichts. Draghi will ja das Programm weiter führen, doch bis jetzt hat es nichts gebracht, woran liegt das und was sind die Probleme die damit einhergehen. Bitte verständlich erklären. Danke ^^.

Antwort
von lesterb42, 14

Ziel der EZB ist die Währungsstabilität. Diese soll gegeben sein, wenn die Inflation bei 2 %/Jahr liegt. Zur Zeit ist die Inflation deutliche niedriger. Deshalb kauft die EZB zur Zeit Staatsanleihen monatlich Staatsanleihen für 60 Mrd € und vergrößert damit die Geldmenge. Das Geld wird damit wertloser und die Inflation steigt. Problem dabei ist, das zur Zeit Energie billiger geworden ist und die Zinsen sind sehr niedrig. Dies wirkt einer Inflation entgegen.

Antwort
von Traveller24, 17

"nichts gebracht" ist meines Erachtens nicht ganz zutreffend. Die Frage ist halt, was das Ziel des Programmes ist. Das Programm hat die Kaßpitalmärkte erheblich entspannt und so die Finanzen einiger Länder stabilisiert. Das war schon recht erfolgreich, denn sonst hätten wir wohl mehr Fälle wie Griechenland gesehen. Was die Ankurbelung der Wirtschaft angeht, so ist es bei der Geldpolitk halt immer ein problem, dass sie nur indirekt wirkt. Sie unterstützt und fördert zwar Wirtschaftswachstum, kann es aber nicht erzwingen.

Antwort
von FrageSchlumpf, 8

Der Nutzen kann leider nicht bewiesen werden, da niemand sagen kann, wo die echten Zinsen wären, wenn die EZB keine Anleihen kaufen würde. Wichtig : Durch die Ankäufe sinken nur die Renditen der bestehenden Anleihen, davon wird für die Staaten nichts billiger und für die "Kunden" auch nichts, außer!!! die Anleihen stammen von Nichtbanken. Dieses Volumen lässt sich nicht ermitteln. ( Oder nur sehr aufwändig und ungenau ).

Und darin liegt auch die Hauptursache, dass der ganze Spuk nichts bringt, außer noch mehr Verlusten für die Banken. Die EZB kauft von den Banken Anleihen, die Banken bekommen Zentralbankgeld, das sie nicht brauchen und nicht verwenden können, und dann zu Minuszinsen wieder bei der Zentralbank anlegen müssen. Dadruch kann kein Effekt entstehen, das sollte ein Herr Draghi eigentlich wissen.

Einziges Problem ist, dass die EZB hierdurch mehr "Ausfallrisiken" in der Bilanz hat. Da aber die Gläubiger der EZB ja die Banken sind, welche die Risiken bisher hatten, passt es wieder. Gehen alle Staaten pleite, verlieren die Banken eben ihre Einlagen bei der EZB. Der Verlust ist der gleiche als wenn sie die Papiere selber gehalten hätten.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community