Was sind die Pro und Kontra der politischen Rechten?

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2 Antworten

Es ist an dieser Stelle relevant, was man unter dem Begriff "rechts" bzw. "den Rechten" versteht. In der Umgangssprache verwendet man dieses Wort auch ganz gerne, um mitunter auch Rassisten, Nationalisten, Chauvinisten, Sexisten, Homophobe, relig. Extremisten oder generell Ultrakonservative zu bezeichnen - nicht zuletzt fällt auch der Nationalsozialismus in dieses Feld. Für diese Menschen gibt es keine Pros.

Allerdings sind all diese Tendenzen eher Aspekte, die am rechten Rand zu finden sind. Ein Rechter muss von der politwissenschaftlichen Bezeichnung her nicht zwingend genannte Standpunkte vertreten, weil genau genommen "rechts sein" auch oftmals ein Synonym für "konservativ sein" ist. Konservatismus wiederum ist eine gängige politische Orientierung (s. CDU/CSU), die Fortschritt nur langsam zulässt und eher traditionell und religiös ausgerichtet ist. Hierbei ist Homophobie, Rassismus, Sexismus etc. eben kein obligatorischer Bestandteil des Konservatismus, auch wenn man ihm trotzdem zmd. realpolitisch die existierende Nähe zu diesen nicht absprechen kann (z.B. ist gerade die CSU, so auch die CDU, definitiv in Teilen homophob und anti-emanzipatorisch).

Insofern beziehe ich mich eher auf die konservativen Rechten und nicht auf irgendwelche Extremisten und Radikale:

Das größte Pro, dass es für jede polit. Orientierung gibt ist, dass wir in einer pluralistischen Demokratie leben und auch der konservative Bevölkerungsteil eine vertretende Stimme in der Politik verdient. Auch und das gilt letztendlich für alle nicht-extremistischen Orientierungen und Ideologien ist es wichtig, dass es zu der gängigen Meinung der Politik und des Volkes auch immer eine Gegenbewegung, eine Opposition gibt, die eine alternative Meinung hat und somit ein gewisses Gegengewicht in die Politik bringt. 

So kann zum Beispiel vermieden werden, dass das gesamte Volk durch die Politik dazu gebracht wird, ein bestimmtes Verhalten an den Tag zu legen. Bspw. kann es sein, dass in der Flüchtlingsfrage ein gewisser Teil gegen die Aufnahme von Flüchtlingen ist (was eher von Rechten vertreten wird) - durch den Pluralismus erlaubt man aber eben auch die Gegenmeinung - nämlich die, dass die Flüchtlingsaufnahme weiterhin stattfinden muss (was eher von Linken vertreten wird). Letztendlich gilt, dass Meinungsvielfalt wichtig ist, auch wenn einem bestimmte Meinungen nicht gefallen.

Die Bewertung der negativen Aspekte der politischen Rechten, also das kontra, ist eher eine subjektive Einschätzung:

Meiner Meinung nach ist rechte Politik zu schwerfällig und unflexibel, sie reagiert nicht mit effektiven Methoden auf Krisen und Probleme, sondern sitzt sie (realpolitisch) aus oder wendet veraltete Lösungswege an. Vor allem aber gefällt mir die bequeme Grundeinstellung nicht, so ist es zwar nicht fester Bestandteil dieser Ideologie (wie bereits ausgeführt) gegen die Emanzipation der Frau zu sein, gegen Gleichberechtigung von Nicht-Heterosexuellen zu sein oder auch ausländerfeindliche Tendenzen zu bedienen, aber dennoch findet genau das statt. In diesen Fragen geht es aber nicht mehr um pluralistische Meinungsvielfalt, sondern um Menschenrechtsfragen. Es geht nicht darum ob man diese Menschenrechtsfragen umsetzt, sondern darum, dass man es tut. (Immerhin war es auch mal Mehrheitsmeinung, dass bspw. Schwarze minderwertig seien - trotzdem ist diese Ansicht faktisch einfach falsch. Hier geht es nicht mehr um die "Meinung" der Mehrheit, sondern um den Schutz der Minderheit.)

Auch gefällt mir das (auch hier und da heuchlerische) Festhalten an religiösen Werten nicht. Das ist auch eine subjektive Einstellung, aber für mich gilt: Solange es keinen Beweis für einen Gott gibt, ist es sinnlos die Politik nach "seinen Willen" zu gestalten. Oftmals berufen sich konservative Parteien auf Gott und Religion, um ihre politischen Ziele durchzusetzen - ob diese Ziele aber überhaupt mit den Werten der Religion übereinstimmen, ist nicht selten unklar. Es ist zudem fragwürdig inwiefern es sinnvoll ist, die heutige Politik nach dem Vorbild von Büchern die mind. mehr als 1000 Jahre alt sind, zu gestalten (ob nun Bibel, Koran, Thora oder sonstiges).

Insofern ist m.M.n. ein großes Kontra zur rechten Politik, dass sie letztendlich einfach zu langsam und zu unflexibel ist. Sie ist in vielen Fällen einfach auch vom Prinzip her falsch, da sie zumindest in der realen Politik bestimmte Strömungen (ich verweise wieder auf Frauenrechte, Rechte von Ausländern/Nicht-Heterosexuellen) nicht wirklich zur Kenntnis nimmt und auch hier zu lange damit wartet, auf die Forderungen einzugehen - wenn sie dies überhaupt tut.

Man könnte noch einige Aspekte mehr nennen, aber das ist meine Meinung in einer Übersicht.

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Ein Pro gibt es für die Rechten nicht, ich wüßte nicht was ausgerechnet an denen positiv sein sollte.

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