Nudelsternchen am 29.01.2009 um 11:10 Uhr
Mich würde das mal intressieren, grade von Menschen die sich Bewusst dagegen entschieden haben!
Für mich persönlich ist es ja ehr unverständlich...aber mich würden die Argumente intressieren!

Sage ich Dir gerne:
Mein Sterben ist die allerletzte bewusste Erfahrung, die ich in diesem Leben erlebe. Diesen Übergang von ganz lebedig zu ganz tot möchte ich komplett und ohne Abkürzung erleben (weshalb ich mich auch niemals suizidieren würde, denn das würde das natürliche Erleben verfälschen).
Bei der Organspende werden natürlich keine toten Organe verpflanzt, also geht man dort nach der Devise: So tot wie nötig und so lebendig wie möglich.
Die Frage, wann ein Mensch tot ist, zu welchem genauen Zeitpunkt also der Tod einsetzt, hängt sehr sehr eng mit der Organspende zusammen: Wann darf man mit dem Ausweiden beginnen? In England z.B. wird der Tod viel schneller angesetzt, denn dort gilt nicht das Ganzhirntodkriterium. Das bedeutet im Klartext, dass man in England als tot gilt, während man in Deutschland noch lebt - in England also schon ausgeweidet werden darf, während in D noch (potentiell erfolgreiche!) Wiederbelebungsmaßnahmen durchgeführt werden.
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Ich bewundere jeden, der seine Organe zur Spende freigibt, würde das jedoch auch oben genannten Gründen niemals machen. Als Konsequenz würde ich auch eher mein Sterben akzeptieren, als ein Spenderorgan bekommen zu wollen. Ansonsten hätte das wenig mit Wahrhaftigkeit zu tun.
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Mir ist bewusst, dass diese Ansicht nicht sonderlich sympathisch ist - daher passt sie auch so gut zu mir. :-)
Das hartnäckige Gerücht, dass man schwerkranke Menschen schlechter versorgt, damit sie sterben und ihr Körper "gepündert" wird!
wieso Gerücht , Organhandel ist ein Einträgliches Geschäft. war da nicht erst was mit Entführung und Ausschlachten? wo sind die Ganzen vermissten ,die nicht wiedergefunden werden?
Hier in Deutschland?
attaatta am 29. Januar 2009 11:21 Hier in Deutschland weren nur die Placentas für viel Geld an die Kosmetik industrie verkauft.,weil die in die Salbe(Placentubex) kommt
ugglyBarbie am 29. Januar 2009 11:16 Wow, was schaust du denn für Filme?
Baiana am 29. Januar 2009 11:17 Klingt nach Jean Grangé "Flug der Störche"... ;-)
attaatta am 29. Januar 2009 11:17 bin ich denn ein Ersatzteillager? dann bitte schon zu Lebzeiten zu einem guten Kilopreis abrechnen. Verwandschaft könnte was bekommen ,aber irgendso ein Heio?

Religiöse, moralische oder sonstwie weltanschauliche Einstellungen... wobei ncihts davon auf mcih persönlich zutrifft, zumal mir relativ egal ist, was mit meinen Überresten geschieht, wenn drinnen kein Ich mehr steckt! ;)
Eben, ist ja nur die körperliche Hülle. Die Seele ist ja davon nicht betroffen. DH!

Es hält sich ja noch der Irrglaube, dass bei Organspendern die Lebenserhaltenden maßnahmen früher abgeschaltet werden, wenn man Bedarf nach Organen spürt. Das war jedenfalls das Argument der Gegenpartei als wir uns letztens darüber unterhielten. Ausserdem natürlich religiöse/ Ideen oder Weltanschauungen, die davon ausgehen, dass es besser ist wenn schließlich die Würmer dein Herz kriegen, anstatt dass es in jemandem anderen weiterpocht. Und schließlich werden die Organspenderausweise ja nicht nach Hause zugeschickt, so das das Element der Trägheit wohl auch hier eine Rolle spielt.

..sie haben angst, sie könnten sie ja eventuell nochmal gebrauchen^^ ..oder sie denken, sie spüren das =)
Also ich habe einen Organspenderausweis für Alle Organe, habe aber auf Wunsch meines zweiten Sohnes, die Entnahme der Hornhäute ausgeschlossen, es wird der ganze Augapfel entfernt, und ich will nicht, dass meine Kinder nach meinem Tod auch noch schockiert über mein Aussehen sind. Mein Sohn hat mit gute Gründe gegen einen Organspender ausweis genannt, ich habe eine sehr seltene Blutgruppe, und habe meinen Ausweis behalten mit der o.g. Einschränkung. Allerdings weiss ich nicht ob ich für eines meiner Kinder oder meinen Mann die Einwilligung geben könnte. Alleine der Gedanke, Dein geliebtes Kind wird jetzt ausgenommen wie ein Huhn, nein ich glaube ich könnte das nicht. Die Antwort von Klugschnacker entbehrt jeder Grundlage, da von zwei voneinander unabhängigen Ärzten die mit Deiner Behandlung nichts zu tun haben, der Hirntod festgestellt werden muss, kann Einen sicher machen, dass nicht aus egoistischen Gründen eines Arztes, Organe entnommen werden

Verlustängste vielleicht? Für mich nicht verständlich, aber man kann ja niemanden zwingen...
Ich glaube, dann muss man sich schon sehr konkret mit dem eigenen Tod beschäftigen und das ist vielen sehr sehr unangenehm

Ich habe seit jahren einen Spendenausweis und mein Sohn auch.Wieviele Menschen müssen duch Egoismus anderer sterben. Alle sollten das im Blickfeld haben,wenn sie selber in solch einer Situation kommen ein Spendenorgan zu brauchen und keines ist vorhanden,dann erst wird umgedacht ach hätte ich doch.

Angst zu haben, ohne die gespendeten Organe wieder geboren zu werden.

Wichtig für mich ist: wann tritt der Tod definitiv ein und wie könnte ich sicher sein dass nicht schon zuvor etwas entnommen wird.

ein schlechtes Gefühl zu haben nach dem Tod zerpflückt zu werden...man ist tot aber möchte doch ganz bleiben...Angst, dass damit auch die Seele nicht mehr komplett ist (also auch Glaubensbedingt...was ist nach dem Tod)

Ich glaube, es ist das "Risiko", die Ungewissheit, was nach dem Tod kommen könnte! Auch wenn es sich blöd anhört, aber vielleicht kann man dann die Organe ja doch noch für etwas brauchen. Keiner weiß es!
Stell doch mal die Frage so, was wäre, wenn Dein eigenes Kind oder Dein Partner so schwer krank wären, dass nur noch ein Trasplantation helfen würde. Wärst Du dann nicht jedem dankbar, der zu einer Organspende bereit wäre?? Ich jedenfalls habe einen Organspendeausweis. Zumindestens wäre ich dann in der Lage, noch unbewusst dafür zu sorgen, dass andere ihr Leben wieder geniessen können und nicht wegen fehlender Mittel sterben müssen. Wenn ich tot bin ist es nichts mehr zu ändern.Aber ich tue anderen noch etwas gutes.

Ich denke, die Gründe sind in den wenigsten Fällen 'rational', müssen aber akzeptiert werden. Leider wird auf diesem Gebiet zu oft 'unmoralisch' gehandelt, was viele Leute zu Recht abschreckt. Organhandel ist in meinen Augen das letzte. Dennoch: ich habe seit Jahren einen Organspendeausweis, bin in der Knochenspenderdatei registriert und lasse mir regelmäßig Blut abzapfen (obwohl ich weiß, dass damit auch Geld gemacht wird). Ich bin nicht religiös, will nach dem Tod eingeäschert werden und denke, dass es dem Häufchen Asche egal ist, ob da ein paar Milligramm ehemaliges Herz dabei sind. Der Mensch schlachtet Tiere und isst sie, aber er selber will 'unversehrt' unter die Erde, das ist für mich ganz persönlich ein Widerspruch.

Ich würde nicht wollen, das jemand z.B. mit meinem herzen durch die Welt geht. Irgendwie bilde ich mir ein dieser Mensch würde mich dann ersetzen- mehr oder weniger - und das will ich nicht.

Diese Menschen haben Angst im Zweifelsfall eher sterben gelassen zu werden.
okay, mieses deutsch, aber Du verstehst hoffentlich ;-)

da müsste man die Menschen fragen, ich vermute Angst
Ich denke viele habe einfach Angst es sollte noch mehr Aufklärung darüber geben
ich habe vor kurzem einen Bericht über Organspende gesehen, dass hat mich jetzt noch weiter davon weggebracht. Das war in ARD oder ZDF, also seriös. Da wurden Ärzte die organentnahme machen befragt, Pfarrer und Familienangehörige von Spendern... Nein Danke!
naja, es hat bestimmt auch viel mir egoismus zu tun, denn wenn ich nicht mehr leben kann, warum sollte dan jemand anderes mit meinen organen leben.... also ich würde meinen körper an die universität spenden, damit die wissenschaft nochwas von mir hat
Religiöse Gründe: Das Christentum, auch andere Religionen und Kulturen kennen den Gedanken der leiblichen Auferstehung im Himmel - ja, man glaubt es nicht, das meint den Körper im Himmel. Im christlichen Mittelalter war das ein Streitpunkt unter Theologen. Aus irgend einem Punkt benötigte man im christlichen Denken dieses Weiterleben auch des Leibes im Jenseits; das dürfte über die Kirchenväter auf uns gekommen sein. Deshalb denke ich, dass bestimmte religiöse Menschen einer Organentnahme nach dem Tod ablehnend gegenüer stehen.
Beispiel aus der altägypt. Mythologie: der zerstückelte und später eingesammelte, wieder zusammengesetzte Osiris. Also auch hier gilt: Kein Teil verlieren.

Wieso denn nicht? - Dieser Astralkörper muss irgendwie weiterleben! ;-)

man weiß nie ob der arzt der dich auf dem op tisch retten retten soll ein krankes familienmitglied hat - und du eine passende Blutgruppe. Es kann sein das der Arzt sich dann verschneidet- tja pech gehabt.
Wie immer eine sehr ehrliche Antwort von Dir! DH (für die Ehrlichkeit)!
DH - ich teile deine Ansicht. Ich hatte früher auch einen Spenderausweis. Den habe ich vor einiger Zeit vernichtet.
Auch wenn ich deine Meinung nicht teile und das mit der bewußten Erfahrung nicht für Demenzkranke, Komapatienten oder aus anderen Gründen 'dahindämmernde' Menschen gilt - DH