Frage von Poupo, 71

Was sind die Folgen (Haftstrafe) für einen Jugendlic angenommen 14 Jahre der seinen Vater umbringt aufgrund jahrelanger Psychicher und Physischer Misshandlung?

PS: Habe gerade einen Krimi gesehen in dem es um so etwas geht und der Junge da hat dann nicht mal ein Jahr Gefängnis bekommen Ich bin etwas zwigespalten ob ich das ungerecht oder gerecht finden soll

Antwort
von MissMarplesGown, 47

Psychologische Bildung und ein Blick auf Jugendrecht und Jugendstrafrecht würde Dir helfen, solche Fälle mit sachlicheren und realistischeren Augen zu sehen. Es klingt nicht so, als wärst Du hier in der Lage, die richtigen Perspektiven einzunehmen.

Kommentar von Poupo ,

Was hältst du davon

Kommentar von MissMarplesGown ,

In meiner pädagogischen Ausbildung habe ich mich 4 Jahre lang mit Jugend- und Sorgerecht bzw. -Sorgepflicht sowie mit den rechtlichen Definitionen, aber auch mit den psychischen, psychosozialen und entwicklungspsychologischen Äußerungen und Folgen problematischer Familienstrukturen, mit familiärer Gewalt, Misshandlung, Missbrauch, Vernachlässigung, Identifikation, Pubertät, Sozialisation etc. auseinander gesetzt. Auch die psychoanalytischen Abwehrmechanismen und Trauma, Therapie und psychische Verarbeitungswege waren Thema.


Wie schon gesagt: Um Dich da abzuholen, wo Du bezüglich Wissen, Information und Perspektive stehst, müsste ich Dir Dinge erklären, von denen Du offenbar noch niemals "beleckt" worden bist - und womöglich auch nicht wirst.

Wo soll ich anfangen? Möchtest Du einen Schnellkurs in psychoanalytischen Abwehrmechanismen und Trauma-Verarbeitung? Möchtest Du eine Schnellerklärung sämtlicher Jugendschutzgestetze und Elternrechte bzw. -Pflichten? Wieviel Zeit hast Du, wieviel Literatur möchtest Du lesen, bis eine Basis geschaffen ist, auf der Du mehr als irgend eine "Volksmeinung" nachvollziehen könntest?


Was hältst du davon

Was hältst Du von meiner Antwort?

Ich habe hierzu nicht "eine private Meinung", sondern meine Haltung entspricht der modernen Psychologie und dem gültigen Jugend- und Erwachsenen-Strafrecht.

Ich denke, Deine Wertung des Beispiels beruht auf Unkenntnis psychologischer Fakten - und einer Unkenntnis der Gründe, warum hier die Rechtsprechung ist, wie sie ist.

Ich habe bereits Schwierigkeiten nachzuvollziehen, warum Du offenbar meinst, dass eine Gefängnis- oder andere STRAFE für Teenager überhaupt irgendwie sinnvoll sein und einen pädagogischen Nährwert haben sollte - anstatt auf diverse Traumata nur noch ein weiteres drauf zu setzen. Auch über systematische und fortgesetzte familiäre Misshandlung von Kindern und Jugendlichen scheinst Du nichts Wesentliches zu wissen. Dein "Rechtsempfinden" ist hier sehr schlicht und taugt buchstäblich nicht, solche Situationen zu beurteilen.

Kinder erhalten aus GRÜNDEN grundsätzlich keine Gefängnisstrafe - und Erziehung funktioniert nicht über Strafe.

Strafe IST kein Erziehungsmittel, sondern Dressur, Manipulation, psychische Konditionierung, Erpressung - mit weiteren negativen Folgen für Psyche und Selbstbild von Kindern und Jugendlichen. Die moderne Pädagogik arbeitet nicht über Strafe. Und Eltern sollten sich hier ebenfalls auf den aktuellen Stand bringen, Strafe ist aus dem Fachbereich Erziehung / Pädagogik bereits seit Jahrzehnten verbannt.

Auch scheint Dir nicht bewusst zu sein, welche immensen Schäden die Misshandlung Minderjähriger und Schutzbefohlener, dazu im Rahmen familiärer = emotionaler Bindungen, in der Psyche und im Selbstbild der Opfer anrichtet. Auch über das hier vorhandene Machtgefälle, die Abhängigkeit, die Möglichkeiten zur Installation von Gewalthebeln und die von misshandelten Kindern erlebte Aussichtslosigkeit und Ohnmacht scheinst Du nicht nachzudenken. Es geht in solchen Fällen nicht in erster Linie darum, einen "Mord" zu sühnen, sondern die psychische Zwangssituation des Kindes zu analysieren und seinen Status als Opfer sowie sein Handeln als Notwehr zu erkennen.


Ich bin etwas zwigespalten ob ich das ungerecht oder gerecht finden soll

Hier geht es nicht lediglich um "Gerechtigkeit". Wir haben heute eine andere Definition von "Kindheit" und "Kind" im Vergleich zu der, die um 1750 bestand: Zu dieser Zeit gab es das Wesen "Kind" in der Gesellschaft noch gar nicht, da weder die Psyche von Kindern noch die sensiblen Entwicklungsphasen, die diese durchliefen, noch Pubertät, die Funktion von Vorbildern, Rollenmodellen oder Identifikation damals erforscht und beleuchtet waren. Auch zu Gewalt hatte man damals eine völlig anderes Verhältnis, Humane Betrachtungen von Kindern und jungen Menschen waren nicht populär und wurden im Strafrecht nicht angewendet.

Heute wissen "wir" mehr. Sollten wir zumindest. Wenn Dich die rechtliche, soziale und psychologische Situation schutzbefohlener Minderjähriger tatsächlich interessiert, bilde Dich. Hier kann Dir kein Schnellkurs gegeben werden. Dies sind die Fachgebiete Pädagogik, Psychologie (Angst, Aggression, familiäre Bindungen u. Strukturen, Trauma, Abwehrmechanismen etc.) Kinder- und Jugendrecht, Elternrecht/-pflicht, Jugendstrafrecht.


Antwort
von nowka20, 13

so ein mensch ist psychisch krank und kommt in die "klapse"

Antwort
von BlauerSitzsack, 47

Ich finde es gerecht.

Wer misshandelt wird, hat einen tiefen Hass in sich und dann noch von seinem eigenen Vater.

Also die Aktion finde ich jetzt nicht gerecht, man soll niemanden umbringen, aber dass er keine alt zu hohe Strafe bekommen hat.

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