Frage von niki9932, 198

Was sind die detailierten unterschiede zwischen katholizismus und evangelismus?

Habe eine aufgabe in der Schule erhalten und weiß nun nicht weiter. Bitte helft mir!!!

Antwort
von 1988Ritter, 142

Die Unterschiede

DER PAPST

Eines der zentralen Probleme aus evangelischer Sicht ist das Papstamt. Im katholischen Kirchenverständnis ist der Papst der legitime Nachfolger des Apostels Petrus und als solcher zum obersten Hirten der Kirche bestimmt, als „das sichtbare Zeichen und Garanten der Einheit“ des Christentums. Doch von Beginn an wurde die Position des Papstes von Protestanten bestritten. Weder seine Überordnung über die Bibel noch sein Rückbezug auf ein göttliches Recht könnten seine herausgehobene Stellung begründen, so die Reformatoren. Bis heute bleibt das Papstamt in der ökumenischen Diskussion eine offene Frage. „Gemeinschaft mit, aber nicht unter dem Papst“ (Reinhard Frieling) – so kann die Position der evangelischen Kirche beschrieben werden. Bestritten wird, dass der Papst unfehlbar in Glaubensdingen sei und dass er die Macht haben dürfe, in jedes Bistum unmittelbar hineinzuregieren. Diese beiden „Papstdogmen“ aus dem 19. Jahrhundert stellen zentrale Probleme des Papstamtes dar.

WAS IST DIE „KIRCHE“?

Für die evangelischen Kirchen ist „Kirche“ ein Ereignis. Kirche ist überall da, wo das Evangelium in Wort und Sakrament verkündigt wird. Dort ist laut biblischem Zeugnis Christus gegenwärtig. Wie die Kirche verwaltet und organisiert wird, wird nach funktionalen Kriterien geregelt. Das erklärt die protestantische Offenheit für unterschiedliche Kirchenordnungen und die Offenheit gegenüber anderen Traditionen. Wesentlich bestimmter ist die Definition der katholischen Kirche: Keine andere Glaubensgemeinschaft weist die Heilsmittel in der Fülle der katholischen Kirche auf. Konstituiert durch das geweihte Amt (Priester, Bischof, Papst) verwirklicht sich Kirche im eigentlichen Sinn nur in der römisch-katholischen Kirche. Dieses Amt führt sich durch die sogenannte „apostolische Sukzession“ auf die ersten Jünger Jesu zurück. Ohne geweihte Priester und diese Traditionslinie gibt es keine Kirche.

WER DARF ÖFFENTLICH PREDIGEN?

Nach evangelischem Verständnis ist jeder getaufte Christ „Priester“. Das heißt, alle sind beauftragt, ihren Glauben weiterzugeben und sich um Menschen in Not zu kümmern. Evangelische Pfarrer und Pfarrerinnen, Kirchenpräsidenten oder Bischöfe nehmen lediglich Spezialaufgaben wahr. Auch die katholische Kirche kennt ein gemeinsames Priestertum der Getauften. Allerdings betont sie deutlich den Unterschied zum geweihten Stand der Geistlichen. Nach katholischer Überzeugung erhalten die Geistlichen im Weihe-Sakrament eine besondere Prägung. Bei ihrer Amtseinführung legt ein Bischof die Hand auf. Das führt eine Tradition weiter, die nach katholischer Ansicht die von Jesus erwählten Apostel begründet haben („apostolische Sukzession“). Geweiht werden – also Priester werden – können bisher nur Männer. Frauen können auf andere Weise in der katholischen Gemeinde Verantwortung übernehmen, eine Gemeinde leiten dürfen sie bisher nicht. Gegen diese Praxis wehren sich vor allem in Europa und Nordamerika zahlreiche engagierte Christinnen.

DIE SAKRAMENTE

Die evangelische Kirche kennt nur zwei Sakramente: Die Taufe und das Abendmahl. Denn nur sie sind in den biblischen Überlieferungen als solche bezeugt. Die katholische Kirche feiert sieben Sakramente, die sich im Lauf der Geschichte entwickelten. Auch Firmung, Buße, das Weihesakrament und die Krankensalbung sind Sakramente. Und die Ehe! Weil eine katholische Trauung ein heiliger Akt ist, sind eine Ehescheidung und eine kirchliche Wiederheirat bisher ausgeschlossen. Gegen diese Praxis richtet sich vor allem in Europa und den USA aber starker Protest.

WARUM IST KEIN GEMEINSAMES ABENDMAHL MÖGLICH?

Das Abendmahl wird von nahezu allen Kirchen als Sakrament – als heilige Handlung – verstanden, durch das die Gläubigen Gemeinschaft untereinander und mit Gott erfahren. Aus diesem Grund spielt es in der modernen ökumenischen Diskussion seit jeher eine zentrale Rolle: An keinem anderen Ort ist die Spaltung und Einheit der Christinnen und Christen deutlicher als bei der Feier des Abendmahls.

Evangelische Christen sind vom katholischen Abendmahl, der Eucharistie, in der Regel ausgeschlossen. Und die katholische Kirche erkennt das Abendmahl, das evangelische Geistliche austeilen, nicht als gültig an. Denn evangelische Pfarrerinnen und Pfarrer sind nicht geweiht. Der verstorbene Papst Johannes Paul II. hat 2003 noch einmal verdeutlicht: Katholische Christen sollen sich von Brot und Wein anderer Konfessionen fernhalten.

Eine neue Wendung hat die Abendmahlsfrage durch Papst Franziskus bekommen. Am 15. November 2015 sagte er vor italienischen Lutheranern: „Ein Glaube, eine Taufe, ein Herr, so sagt uns Paulus, und daraus ziehen Sie dann die Konsequenzen [...] Wenn wir dieselbe Taufe haben, müssen wir gemeinsam gehen.“ Dass Papst Franziskus dem persönlichen Gewissen eine größere Bedeutung gibt als der herrschenden Lehrmeinung der katholischen Kirche, beurteilt das Konfessionskundliche Institut in Bensheim als päpstlichen Aufruf zum „konfessionellen Ungehorsam“.

Nach evangelischer Lesart ist es nicht die Kirche oder ihre Würdenträger, die zum Heiligen Mahl einladen, sondern Christus selbst. Deshalb dürfen alle Christen am Abendmahl teilnehmen, auch Katholiken sind eingeladen. In evangelischen Kirchen bekommen die Gläubigen sowohl Brot als auch Wein. Der Wein ist in der katholischen Kirche seit dem späten Mittelalter meist den Priestern vorbehalten. Ein weiterer Unterschied: Brot und Wein sind für viele Evangelische während des Abendmahls zwar „Leib Christi“, nach der Feier aber wieder normales Brot und Wein. Für Katholiken bleiben sie aber geheimnisvoll gewandelt und müssen daher in der Kirche aufbewahrt, verehrt und Kranken in die Wohnung gebracht werden.

http://www.ekhn.de/glaube/glaube-leben/oekumene/evangelisch-katholisch.html

Antwort
von Viktor1, 85

Hallo,

Was sind die detailierten unterschiede zwischen 
katholizismus und evangelismus?

Nun - besser formuliert wäre zwischen der evangelischen (reformierten) Lehre und der der kath. Kirche. Der "...ismus" kann da irreführend sein, es gibt ihn so nicht.
Dir werden auch einige Unterschiede einfallen und die Beträge hier mit Links dazu bringen diese zu hauf.
Der wesentliche Unterschied (wenn du den wissen willst) liegt in der Heilslehre. Die Heilslehre ist die Grundaussage jeder Religion egal wie das "Heil" verstanden wird.
Die Heilslehre beinhaltet immer das Heilsziel und den Heilsweg.
Bei fast allen christlichen Konfessionen bzw. Religionsgemeinschaften ist das Ziel (fast) gleich. Die Unterschiede finden sich im Weg.
Die Konfessionen aus der Reformation lehren, daß das (transzendente)Heil des Menschen allein durch die Gnade (Gottes) (Sola gratia) bewirkt wird und durch "Glaube" (Sola fide) Die Quellen dazu sind vor allem Auszüge aus den Schriften von Paulus - nicht die Botschaft Jesu.
Die kath. Kirche lehrt, daß der Heilsweg durch Jesus vorgegeben ist - das Tun der (höheren) Gerechtigkeit = Zuwendung und Liebe zu unserem Mitmenschen. Quelle ist die Botschaft Jesu in den Evangelien welche dies durchgehend heilsnotwendig einfordert. Jesus identifiziert sich sogar mit diesem (Heils-) Weg. ".....ich bin der Weg die Wahrheit (=Erkenntnis) und das Leben "(welches zum Heil führt).
Natürlich bejaht die kath. Kirche auch die präsente "Gnade Gottes", welche denen zu teil wird, welche darum bitten,sie annehmen und anderen gewähren. (z.Bsp.u.a. im V.U. "..vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben..")
Dies gestaltet sich auch in den Sakramenten der kath. Kirche , deren Anzahl und Verständnis (teils) unterschiedlich zu den Kirchen aus der Reformation ist.

Gruß Viktor

Die Begriffe "Sola gratia" und "Sola fide" z. Bsp. bei Wikipedia nachlesen.

Antwort
von Eselspur, 93

Da gibt es wirklich viele Seiten, die sich mit dieser Frage befassen, beispielsweise diese: https://www.heiligenlexikon.de/Glossar/Unterschiede_der_Konfessionen.htm

Antwort
von Raubkatze45, 82

Es heißt nicht Evangelismus , sondern Protestantismus.

Die Unterschiede sind zahlreich, die Gemeinsamkeiten dagegen kann man in einem Satz schreiben: Glaube an den dreifaltigen Gott, das Erlösungswerk Jesu Christi, das ewige Leben.

Und das war's auch schon.

Kommentar von Eselspur ,

es gibt wesentlich mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede!

Kommentar von Raubkatze45 ,

Der Katholizismus versteht sich in der ununterbrochenen Nachfolge der Apostel mit dem Petrusamt (Papst) und damit auch durch die Führung des Hl. Geistes in der Wahrheit der einen von Christus gegründeten Kirche mit den 7 Heilszeichen (Sakramente). Die kath. Kirche hat ein Lehramt, was die Glaubensaussagen verbindlich festlegt (Dogmen). Die Kirche beruft sich dabei auf Bibel und Überlieferung.

Evangelische Christen dagegen sehen sich nur als   e i n e   Kirche von vielen als Weg zu Gott. Sie haben kein Lehramt, keine Dogmen, sie erkennen nur die Bibel an und nicht die Überlieferung/Tradition. Da sie das Weihesakrament (Priesterweihe) nicht kennen, sind ihre Pfarrer nicht geweiht und stehen aus kath. Sicht deshalb auch nicht in apostolischer Nachfolge.

Evangelische Christen haben nur Taufe und Abendmahl als Sakrament, Katholiken kennen dagegen 7 Sakramente: Taufe, Bußsakrament, Hl. Eucharistie, Firmung, Ehe, Priesterweihe, Krankensalbung. Deshalb ist bei Katholiken die Ehe unauflöslich als Sakrament, ev. Christen heiraten auch standesamtlich gültig.

Katholiken und Protestanten haben ein anderes Glaubensverständnis vom Abendmahl, aus kath Sicht ist Brot und Wein in Leib und Blut Christi verwandelt, aus lutherischer Sicht ist Christus nur anwesend und aus reformatorischer Sicht nur als Gedächtnis. Deshalb gibt es bisher kein gemeinsames Abendmahl.

Katholiken glauben nicht nur an Himmel und Hölle, sondern auch an die Läuterung (Fegfeuer). Deshalb beten sie für ihre Verstorbenen und lassen Messen für sie lesen.Für ev. Christen gibt es auf Grund der Rechtfertigungslehre nur Himmel und Hölle und ein Gebet für Verstorbene wäre demnach nicht nötig.

Katholiken stehen in der Tradition der Marien- und Heiligenverehrung, sie machten Wallfahrten und glauben an die Fürsprache derer, die schon bei Gott sind. Das lehnen ev. Christen ab.

Noch andere Unterschiede gibt es, die uns trennen............

Antwort
von Koellemann, 86

Diese Worte in Google eingeben:

evangelisch, katholisch, Unterschied

Dann auf das erste Ergebnis klicken: http://www.glauben-und-bekennen.de/besinnung/begriffe-k/konfessions-unterschiede...

Und fertig

Kommentar von OnkelSchorsch ,

Genau. Zudem denke ich auch mal, dass einfach beim Unterricht aufzupassen ähnlich hilfreich sein könnte. Denn da das Hausaufgaben sind, wurde das Thema ja wohl im Unterricht durchgenommen.

Kommentar von niki9932 ,

Sind keine Hausaufgaben, bin grad in der Schule

Kommentar von OnkelSchorsch ,

Ah, also wohl bei einer Klassenarbeit. Ah ja...

Kommentar von niki9932 ,

Ich bin doch nicht so dumm religion ins abi zu wählen.

Das ist eine ganz normale aufgabe im untericht.

Kommentar von Eselspur ,

Die Seite ist leider sehr schlecht recherchiert: Nach katholischer Lehre ist Maria Jesus weder in irgendeinem bereich gleichgestellt, noch wird das Opfer Jesu Christi in der Messe wiederholt. Schade, dass es evangelische Pfarrer gibt, die so einen Unsinn verfassen!

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