Frage von misscreative, 53

Was sind die Chancen und Risiken der betroffenen Parteien im EDEKA-Tengelmann-Fusionsfall?

Was sind die Chancen und Risiken der betroffenen Parteien im EDEKA-Tengelmann-Fusionsfall?

Edeka plant bereits seit zwei Jahren die Übernahme der 451 Tengelmann–Märkte (Supermarkt) → Fusion. Edeka ist Marktführer des deutschen Lebensmittelhandels und Kaiser's Tengelmann spielt eher eine untergeordnete Rolle in der Wettbewerbssituation.

Ich habe schon sehr viele Chancen für Tengelmann und Edeka herausgefunden. Jedoch hapert es an den Risiken. Da will mir einfach nichts einfallen.

Die betroffenen Parteien sind

1. Kaisers Tengelmann Chancen: -Nutzung positiver Synergieeffekte (Einsparungen) -Marktanteil-Vergrößerung -Edeka übernimmt Verluste

Risiken: -Aufgebung der eigenen Identität

2. Edeka Chancen: -Nutzung positiver Synergieeffekte (Einsparungen) -Verstärkung der marktherrschenden Stellung (Monopol) -Steuervorteil durch Verlustübernahme

Risiken: -schlechtes Image durch fusionsbedingte Kündigung von Mitarbeitern

3. Arbeitnehmer

4. Zulieferer

5. Bundeskartellamt

Wenn euch noch Chancen und Risiken bei einer dieser Parteien einfallen, schreibt sie mir bitte. Vor allem die Risiken sind von großer Wichtigkeit.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von AntonMuenchen, 43

2. Risiko: Gefahr des Scheiterns (erhoffte Chancen treten nicht ein).

3. Arbeitsplätze bleiben im Falle der Fusion weitestgehend erhalten. Möglicherweise kommt es aber zu betriebsbedingten Kündigungen. Auch in Sachen Gehalt könnte sich was ändern.

4. Chancen für Zulieferer: wachsende Absatzmengen. Risiken: EDEKA drückt die Preise. Die Risiken sind größer als die Chancen.

6. Verbraucher: Die Markmacht EDEKAs und größere Abnahmemengen könnten sich zunächst positiv auf die Preise auswirken (Preissenkungen). Sollte es zu einem weiteren Konzentrationsprozess zu Gunsten EDEKAs kommen, ist mit Preissteigerungen zu rechnen.


Kommentar von AntonMuenchen ,

Zu Tengelmann sollte man vielleicht noch was ergänzen. Es gibt keine Alternative als Verkaufen. Der Laden läuft schon ewig defizitär und ist aufgrund der hohen Konzentration im LEH nicht wettbewerbsfähig. Der Tengelmannchef hat jüngst erst wieder angedeutet, dass er nicht länger warten will. Das Unternehmen macht ja Monat für Monat Millionenverluste. Ein Gesamtverkauf / die Zerschlagung ist demnach alternativlos. Im Gegenteil, die Unternehmensgruppe könnte sich ohne diesen Balast auf rentablere Sparten konzentrieren und dort investieren.

Antwort
von Marcel89GE, 35

Ich versteh den Deal ehrlicherweise überhaupt nicht. Ich sehe da für niemanden Vorteile. Die Arbeitsplätze die bei Kaisers erhalten bleiben (müssen), werden auf Seiten der Edeka langfristig eingespart. Da wo ein Kaisers die bessere Lage hat, wird der Konkurenzedeka geschlossen oder nicht eröffnet.

Synergien sehe ich keine.

Kommentar von AntonMuenchen ,

Die Kaiser-, Tengelmannmärkte würden ja dann nicht unter ihrem bisherigen Namen, sondern unter der Marke EDEKA laufen.

Kommentar von Marcel89GE ,

Ja.... ? Wo versteckt sich das Argument :)

Kommentar von AntonMuenchen ,

War kein Argument, nur eine Info. ;-) Mich hat folgender Satz ein wenig verwirrt: "Da wo ein Kaisers die bessere Lage hat, wird der Konkurenzedeka geschlossen oder nicht eröffnet."

Kommentar von Marcel89GE ,

Damit meinte ich, dass dort wo zum einen aktuell ein Kaisers steht und gegenüber ein Edeka, wird sich Edeka überlegen welcher der beiden Läden jetzt sinnvoller/schöner/besser/billiger ist, und den anderen schließen. Dort wo mal ein Edeka geplant war (einschließlich Arbeitsplätze etc.etc.) als direkter Konkurrent für einen bestehenden Kaisers, wird der jetzt natürlich nicht mehr aufgemacht.

Für jeden Arbeitsplatz für den die Edeka verpflichtet wird ihn zu behalten, wird sie auf seiten der (alten) Edeka einen weniger einstellen / verträge auslaufen lassen etc.

Daher hat man Gesamtwirtschaftlich nichts gewonnen.

Kommentar von misscreative ,

Sicher, dass die Märkte unter der Marke EDEKA laufen würden und nicht ihren Namen behalten würden?

Kommentar von AntonMuenchen ,

@Marcel: Das ist durchaus möglich, dürfte jedoch die Ausnahme sein. In München ist mir bspw. keine derartige Situation bekannt. Tengelmann hat frühzeitig die Standorte "erobert" und Fläche ist in Ballungszentren - die ja das Zielgebiet EDEKAs sind - rar. Deswegen möchte ja EDEKA diese Standorte haben. Sonst hätten sie längst schon woanders ihre eigenen Läden in direkter Nachbarschaft eröffnet. Tengelmann wäre mit oder ohne Deal "gestorben". Die Fusion ist jedoch weitaus "schonender" weil die Läden nur einen anderen Namen bekommen, und Mitarbeiter übernommen werden müssen - sofern es betriebsbedingt nicht anders geht!

@misscreative: Mit ziemlicher Sicherheit. Schließlich bleibt ja die originale Kaiser-Gruppe bestehen. Nur die LEH-Sparte wird verkauft. Darauf ergibt sich übrigens noch ein Vorteil für die betroffenen Geschäfte: zum einen findet mit Sicherheit ein Trading-up der Läden statt, zum anderen wird der Mittelstand gefördert. Viele der ehemaligen Tengelmannmärkte könnten dann durch Selbstständige Einzelhändler (z. B. EDEKA Mustermann) geführt werden. Außerdem hat der Verbraucher an den alten Tengelmann-Standorten ein größeres Warenangebot, da EDEKA mehr Artikel in seinem Sortiment gelistet hat.

Kommentar von Marcel89GE ,

Alles nicht verkehrt was du sagst. ABER: Auch ohne Deal wären die Flächen nicht zu Parkplätzen geworden. Jeder Standort hätte schon seinen neuen Eigentümer gefunden. Nur dass es im Falle einer kompletten Übernahme nur einen! neuen gibt (Als Marke, wie du richtig gesagt hast, werden die Edeka-Regional-Fürsten das unter sich aufteilen). Und das ist am Ende nicht gut für den Wettbewerb.

ABER Nr.2 , viele Player gibt es ja nicht mehr. Nur noch die Konzept-Discounter. Fraglich ob ein Netto/Aldi/Lidl ein Kaisers 1zu1 ersetzen kann. Da liegt Edeka grundsätzlich näher. Aber mit Rewe gäbe es da zumindest noch einen Mitspieler der dann leer ausgeht.

Kommentar von misscreative ,

Was ist eine LEH-Sparte?

Was ist ein Trading-up?

Du meinst also, dass der Name "Tengelmann" überhaupt nicht mehr existieren wird, aber Tengelmanns Produkte in Edeka-Märkten verkauft werden?

Sorry, verstehe das gerade nicht so :)

Kommentar von Marcel89GE ,

LEH wird vermutlich Lebensmittel-Einzelhandel heißen ?!

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