Frage von UnknownUser2561, 75

Was sind denn die Zusammenhänge zwischen diesen Dingen?

Was sind denn die Zusammenhänge zwischen: -Verfassung von 1791 -Jakobiner -Nationalkonvent -Maximilien de Robiespierre -Wohlfahrtsausschuss -Terrormaßnahmen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Albrecht, Community-Experte für Geschichte, 22

Alles ist Bestandteil der Französischen Revolution (1789 – 1799).

Die Verfassung von 1791 ist am 3. September 1791 von der verfassunggebenden Nationalversammlung (Assemblée nationale constituante) beschlossen worden. Frankreich war nach dieser Verfassung eine konstitutionelle Monarchie. Es gab einen König, dessen Macht aber durch die Verfassung beschränkt war. Eine gesetzgebende Nationalversammlung (Assemblée nationale législative) hatte eine starke Stellung konnte die Minister kontrollieren. Frankreich war eine Demokratie, allerdings mit Einschränkungen beim Wahlrecht, weil dieses nur erwachsene männliche Bürger mit einem bestimmten Mindestbesitz/Mindesteinkommen hatten (Zensuswahlrecht). Eine Minderheit (darunter Robespierre) war damals gegen edie Bedingung eines Mindestbesitzes/Mindesteinkommens gewesen.

Die Jakobiner waren ein für die Revolution eintretender politischer Klub, hervorgegangen als Neubegründung aus dem am 30. April 1789 gegründeten bretonischen Klub (Club breton). Der Klub nannte sich Gesellschaft der Revolution (Société de la Révolution), dann Gesellschaft der Freunde der Verfassung Club (Société des amis de la Constitution). Nach seinem Tagungsort in einem aufgehobenen Jakobinerkloster in Paris an der Rue Saint-Honoré wurde dieser Klub als Jakobinerklub (Club des Jacobins) bezeichnet.

Bei den Jakobinern war zuerst eine große politische Bandbereite vertreten, die für eine Veränderung durch die Revolution eintrat. Nach und nach spalteten sich Teile ab bzw. wurden Leute ausgeschlossen. Manche Politiker der sogenannten Girondisten waren zunächst auch Mitglieder im Jakobinerklub, erst später kam es zur deutlichen Trennung. Aber schon vorher waren andere Gruppierungen bei den Jakobinern ausgeschieden.

Maximilien de Robiespierre war Mitglied der Jakobiner und zeitweise ihr Vorsitzender. Unterstützung vom Jakobinerklub trug zu seinem politischen Aufstieg und seiner erreichten starken Stellung bei. Viele unter den Mitgliedern des Nationakonvents und des Wohlfahrtsausschusses waren Jakobiner. Längere Zeit war eine Mehrheit der Jakobiner für scharfe Maßnahmen („Terrormaßnahmen“) zur Sicherung der Revolution.

Für die Zeit des Direktoriums (1795 – 1799) werden als Jakobiner oft die Vertreter einer politisch linksstehenden Richtung bezeichnet, die entschieden eine Republik befürworteten.

Der Nationalkonvent (convention nationale) war das als Nachfolgerin der verfassunggebenden Nationalversammlung (Assemblée nationale constituante) 1792 nach der (zunächst vorläufigen) Absetzung des Königs gewählte neue Parlament.

1792 bestimmten zunächst die sogenannten Girondisten am stärksten die politische Richtung, bis sie im Sommer 1793 von den Montagnards (Anhänger/Mitglieder der Berg-Partei [La Montagne]) mit Unterstützung der Sansculotten (eine politisch mobilisierte revolutionäre Bewegung der städtischen Volksmenge) gestürzt wurden. Eine Reihe von ihnen wurde verhaftet und später hingerichtet.

Maximilien de Robespierre war ein zu den Montagnards gehörender führender Politiker und vom 27. Juli 1793 - 27. Juli 1794 eines von 12 Mitgliedern des Wohlfahrtsausschusses. Er trat für scharfe, energische Maßnahmen ein.

Der Wohlfahrtsausschuß (Comité de salut public) übte in einer Zeit des Notstandes praktisch weitgehend die Regierung aus.

Frankreich war eine Republik und 1793 hatte der Nationakonvent eine neue Verfassung beschlossen, der in einer Volksabstimmung eine große Mehrheit zustimmte. Die Verfassung von 1793 trat aber nicht in Kraft, weil aufgrund von Krieg und Bürgerkrieg sowie wirtschaftlicher Schwierigkeiten ein Notstand herrschte.

Terrormaßnahmen: Robespierre versucht ein hartes Vorgehen, die sogenannte Schreckensherrschaft (terreur = Terror, Schrecken) zu legitimieren (rechtfertigen), indem er es als zur Verteidigung und Durchsetzung der Freiheit und Demokratie in einer Notlage notwendig darstellt. Frankreich und seine Revolution seien vor der Tyrannei der Gegenrevolution zu schützen. Schrecken angesichts einer Notlage bezeichnete er als rasche, strenge und unbeugsame Gerechtigkeit. Die Gegner der Revolution beabsichtigen nach Robespierre die Tyrannei, was besondere Maßnahmen erfordert. Die wichtigste Antriebskraft/Kraftquelle der Demokratie (Volksherrschaft) ist nach Auffassung von Robespierre die öffentliche Tugend. In friedlichen Zeiten reiche sie allein aus. In stürmischen Zeiten wie einer Revolution komme der Schrecken hinzu, ohne den die Tugend ohnmächtig sei.

Es gab in dieser Zeit einen starken Druck durch Verdächtigungen, Überwachung/Kontrolle und Unterdrückung/Verfolgung von grundsätzlicher Gegnerschaft. Überwachungsausschüsse erhielten die Vollmacht, Haftbefehle gegen verdächtige Personen auszustellen. Hinrichtungsopfer konnten alle werden, die damals als Feind der Ordnung (die staatliche Ordnung bestand in einer Republik) und Gegner der Revolution beurteilt wurden.

Robespierres Festhalten an der „Schreckensherrschaft“ auch dann, als durch Erfolge im Kampf gegen Feinde gegen die Revolution ein wesentlicher Grund für so harten Maßnahmen weggefallen war, und der Anschein, Robespierre wolle die Schreckenherrschaft, deren Opferzahl durch Prozesse und Hinrichtungen sich steigerte, gegen weitere Personen vorantreiben, trug zu seinem Sturz bei.

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Geschichte, 20

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Arnold

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