Wolfgang Joost am 20.12.2007 um 8:41 Uhr
Das Kabinett in Berlin hat gestern eine entsprechende Verschärfung des Jugendschutzgesetzes beschlossen. Jugendliche sollen schwerer an gewalttätige Filme und Computerspiele herankommen.

Ich zitiere:
"es ist schlimm, wie stark die Reglementierungswut immer mehr durchschlägt..ist das Spiel halt erst ab 18, dann kauft es halt der 19-jährige..der Staat steigert sich immer mehr in der Rolle eines Symptombekämpfers herein, anstatt mal an den Ursachen zu forschen und diese nachhaltig zu verändern.."
Danke für's Tippen, Andreas. :-))

es ist schlimm, wie stark die Reglementierungswut immer mehr durchschlägt..ist das Spiel halt erst ab 18, dann kauft es halt der 19-jährige..der Staat steigert sich immer mehr in der Rolle eines Symptombekämpfers herein, anstatt mal an den Ursachen zu forschen und diese nachhaltig zu verändern..
Genau so sehe ich das auch. Solange der Händler noch Games die ab 18 sind an 14jährige Kids verkauft läuft definitiv etwas falsch und ein weiter verschärftes Gesetz bringt da nichts. Ständige Kontrollen und hohe Strafen für Händler wären da hilfreicher und effektiver. Aber unsere Regierung macht es sich mal wieder sehr einfach.

Bringt aber nur was, wenn der Staat deutlich mehr Mittel in die Jugendämter, die Bildung und die Ausbildung der Sozialarbeiter steckt.

Das Problem wird nur sein, wer schützt die Kids vor diesem Müll im Fernseher und wie will man dieses Verbot kontrollieren.
Wolfgang Joost am 20. Dezember 2007 08:45 Da gebe ich Dir auf ganzer Linie recht!
betrax am 20. Dezember 2007 09:02 Edgar, das sollte doch wohl Aufgabe der Eltern sein, oder?
Wolfgang Joost am 20. Dezember 2007 09:06 Ist richtig, sollte!
Raimund1 am 20. Dezember 2007 09:33 Klar sollte das Aufgabe der Eltern sein. Aber mal im Ernst: Wer schaut denn ganz bewusst fern? Die Eltern brauchen das als Kaugummi für die Augen. Die Kinder sehen anders als Erwachsene. Und genau da liegt der Hund begraben.
Edgar Niklaus am 20. Dezember 2007 10:10 @betrax: Da hast du recht. Das hängt aber von der Bildung der Eltern ab. Wenn ich mal nachmittags in die Talksshows reinschaue, wird mir immer ganz schlecht. Die dort dargestellten jungen Eltern sind gottseidank nicht der Durchschnitt unserer Gesellschaft.
Die Eltern haben schon die Pflicht danach zu schauen. Andernseits gibt es aber auch wieder Organisationen die eine solche unrealistisch, auf Dummheit aufbauende Fernsehkultur unterbinden können, sollten, eigentlich sogar müssen. Denn das heutige Kinderprogramm besteht hauptsächlich aus gewaltverherrlichenden Themen, und wenn es nicht diese Sendungen sind eben aus diesen hirnlosen Talksendungen. Wo sind die alten Kindersendungen, die die reiferen unter uns kennen? Das Programm der öffentlich-rechtlichen Sender ist nachmittags zumindest qualitativ hochwertiger.
Medien prägen heute mehr denn je unsere Kinder, deswegen sollte auch hier mal was gemacht werden.

Jetzt müssen sie nur noch das Alkoholverbot unter 21 Jahren einführen.
betrax am 20. Dezember 2007 08:54 Und was sollte das bringen? Wir haben doch schon ein Alkoholverbot für unter 16jährige. Und? Wie oft sieht man -leidergottes- 13-14jährige besoffen?!
SandraBerlin am 20. Dezember 2007 09:32 Eben! Wie viele 16 Jährige hängen mit 13- 14 Jährige rum.... ne menge! Und wie viele 21 Jährige? Das Rauchverbot wird auf 18 Jahre angehoben, aber Alkohol gibt es immer noch ab 16 Jahre. Wie viele im Alter zwischen 13-16 mussten in letzter Zeit wegen Alkoholvergiftung in die Klinik?! Viel zu viele. Denk mal drüber nach..
Es wird sich mit der Zeit als normal ergeben dass auch auf diesem Gebiet kontrolliert wird und das ist auch richtig so!
Tja das ist aber das Problem es wird eben nicht kontrolliert. Deutschland hatte schon eins der schärfsten Gesetze in Sachen Game weltweit. Hat es was gebracht? Nein, weil nicht kontrolliert wird.

Bei Kindern ist das einfach mal wichtiger denn je wenn man ständig die schiessereien und prügel an schulen sieht
Wolfgang Joost am 20. Dezember 2007 09:17 Da haben aber auch sehr viel Schuld unsere Medien, wo die Gewalt teilweise verherrlicht wird!

dies krankmachende Filme sollte es überhaupt nicht geben dürfen. Aber wie und wer sollte das überhaupt noch aufhalten können. Eigentlich sollte es solche Filme gar nicht geben. Als ob es nicht genügend Elend auf der Welt gibt. Schlimm genug, dass man den Kindern ihre Jugend nicht lässt und sie aus politischen Gründen "Wählern" schon mit 18 zu Volljährigkeit erklärt hat. Gleichzeitig gehen sie in die Schule bis fast 20 und können ihre Geschäfte noch gar nicht wirklich wahrnehmen, da sie häufig gar kein Einkommen haben. So werden sie in Schuldenfallen getrieben, aber das ist ein anderes Thema. "gg" LG Lotusblume

Das Erste, das Jugendliche doch lernen, ist, wie man Erwachsene "aktiviert", um an verbotene Sachen (Filme, Alkohol, Zigaretten u. ä.) zu kommen. Darin liegt doch gerade der Reiz; nicht mal so sehr wie an den Sachen selbst.

...denn dann kaufen es die Eltern oder Älteren. Und wo spielen die Kids? Zuhause. Bei verantwortungsbewußten Eltern gibt es sowas doch eh nicht. Also, was ist das mal wieder eine Sache für den Staat? Die Bürger werden immer mehr bevormundet und verblödet. :-((
Rolf u. Högemann am 20. Dezember 2007 15:33 Das würden die Bürger NICHT, wenn die Eltern ENDLICH einmal Ihre Erziehungs-Pflichten wahrnehmen würden/könnten... Und da liegt es doch leider im argen. Wo sind denn die verantwortungsvollen Eltern? Da gibt es viel zu wenige.
betrax am 20. Dezember 2007 17:41 Rolf, das ist eine sehr traurige Tatsache. Kann dir nur recht geben, aber genau da sollte angesetzt werden. Ich denke mehr gezielte Angebote von Kursen zum Thema "Erziehung" könnten auch schon helfen. Aber vielleicht hat auch jemand diesbezüglich noch bessere Ideen.
Das wird zwar nicht verhindern, dass viele Jugendliche trotzdem an solche Filme und Spiele heran kommen, aber die Zahl derer wird zuminmdest reduziert. Es gibt genug 18jährige, die die verbotenen Dinge (gilt auch für Alkohol und Zigaretten)für die jüngeren Jugendlichen besorgen.

würde nichts ändern. hilfreich wäre es, wenn die eltern sich mal wieder mehr um die kinder kümmern würden...

Es ist wie bei den Steuern - oder bei allen Verboten:
Jedes Verbot reizt dazu, umgangen zu werden.

Die gesamte Verschärfung des Jugendschutzgesetzes scheitert bereits an der Überwachung der Vorschrift. Die Normierungswut der Bundes- und Landesregierungen dürfte sich als zahnloser Tiger herausstellen, da es an dem erforderlichen Personal mangelt.
Vor nicht allzulanger Zeit konnten wir in den Medien miterleben, wie kläglich Jugendämter versagt haben, weil es eben an kompetenten Personal mangelt.
Nicht Verschärfung der Rechtsfolgen, sondern Prävention müsste das Stichwort sein. Wir wissen doch alle nur zu gut, dass das was verboten ist, am meisten reizt. Warum sollten die Kids heutzutage anders sein, als wir damals?
Die Prävention beginnt zunächst bei den Herstellern und Händlern. Dies ist jedoch offensichtlich nicht gewollt, weil dem Staate dann ja Steuereinbußen drohen würden. Also legt man fest, dass Ballerspiele nun doch etwas schwieriger in Kinderhände geraten sollen.
Man verschärft demnach ein Gesetz, wäscht sich die Hände in Unschuld und überträgt die Verantwortung auf die einzelnen Familien. So einfach ist Gesetzgebung.
Im Großen und Ganzen mal wieder viel Rauch um Nichts.
Elster79 am 20. Dezember 2007 12:28 DH!
Volker Kistenmacher am 20. Dezember 2007 12:37 Was heißt DH?
Rolf u. Högemann am 20. Dezember 2007 15:32 Daumenhoch = Zustimmung und Bravo... :-)

Prima, für solche Gesetze ham se zeit, aber mal zu beschliessen, das Jugendämter usw wieder mehr Mittel zur Ausübung ihres Auftrages bekommen, ne das bekommen se nich hin!
Mein Reden. DH.

Zeigt wieder einmal die Ohnmacht sich mit den Problemen und deren Ursachen eingehender zu beschäftigen. Wie oben schon so schön formuliert ist das nur Symptombekämpfung. Hilft aber auch Dauer garnicht.

Zwar bin sehr für Jugendschutz, aber dieses Gesetz wird wohl nichts bringen, da es hinreichend viele Umgehungsmöglichkeiten gibt.

Müsste aber auch besser kontrolliert werden.

Es gibt immer einen Umweg...
Was bringt bitte schön ein Gesetz wenn es keine Kontrollen gibt. Das alte Gesetz war schon eines der schärfsten Jugendschutzgesetzen auf der Welt. Gerade in Sachen Games, haben wir die meißten Einschränkungen.
Sie hätten das alte so lassen sollen wie es war und hätten vor allem Händler besser kontrollieren sollen und vorallem höher bestrafen. Ich habe schon öffters gesehen wie Kiddis im MM Games gekauft haben die erst ab 18 Jahren waren, die Kids waren selbst vielleicht 13 oder so. Den Verkäufer an der Kase hat es nicht gestört und hatte nicht mal nach dem Ausweis gefragt. Oder sie fragen nach dem Ausweis und wenn der Käufer den nicht dabei hat bekommt er es trotzdem. Genau da ist die Schwachstelle aber das interessiert unsere Politiker ja nicht.
Den jugendlichen interessiert das neue Gesetz doch eh nicht weil sie sich die Game dann wo anders beschaffen. Die einzigsten die dann das Problem haben sind die Erwachsenen die dann diese Games nicht mehr frei kaufen können, weil man sie im Laden nur noch unter den Ladentisch bekommt oder erst umständlich und teuer bestellen muß.
Lotusblume12 am 20. Dezember 2007 10:23 Als gute Vorbilder brauchen auch Erwachsene diese Teile nicht. Wenn es hier zu langweilig ist, sollen sie doch alle in Krisengebiete gehen und dort helfen, bis das eigene Blut spritzt. Wenn das den Kick ausmacht. LG Lotus
Klar sollten Erwachsene ein Vorbild gegenüber den Kindern sein. Ganz klar diese Games gehören nicht in Kinderhände, nur will ich als Erwachsener bitte schön noch selbst entscheiden können was ich zocke und was nicht. Nur ist dieses Gesetz so etwas von schwammig das effektiv jedes 2 Computergame unter diese Regelung fallen müßte. USK war bisher völlig ausreichend nur die Kontrolle der Händler hatte gefehlt und da liegt in meinen Augen die Schwachstelle. Und natürlich sollten die Eltern mehr aufpassen was die Kids zocken und was nicht.
In unserem Land wurden solche Dinge erst erlaubt,nun gibt es verschärfte Gesetze,so wird es für Kinder und Jugendliche noch interessanter,heimlich sich das wo zu besorgen und heimlich damit umzugehen.Man weiß nicht,ob es was bringt.
Hallo Kabark, dann geb ich dein DH an andreas. ;-))
Tu' das, betrax. ;-)
gern geschehen :-)