Frage von dsshb, 125

Was sagt ihr zu Römer 14,20/21?

In der Bibel steht unter Römer 14,20/21:

"Verstöre nicht um der Speise willen Gottes Werk. Es ist zwar alles rein; aber es ist nicht gut dem, der es ißt mit einem Anstoß seines Gewissens. Es ist besser, du essest kein Fleisch und trinkest keinen Wein und tuest nichts, daran sich dein Bruder stößt oder ärgert oder schwach wird."

Was haltet ihr von diesen zwei Versen? Bitte keine Diskussionen ob Religion Sinn macht oder nicht, ich möchte nur die Meinung von Euch haben.

Antwort
von newcomer, 78

dass bedeutet dass Lebenserfahrungen in die Bibel geschrieben wurden.
Damals gab es noch keine Gefrierschränke.
Wurde ein Tier geschlachtet und konnte nicht komplett verzehrt werden blieb der Rest des Fleisches an freier Umluft.
Als dieses dann 1 Tag später gegessen wurde war es verdorben.
Nun schloss man daraus dass Fleisch zu essen grundsätzlich gegen Gottes Willen verstößt

Kommentar von newcomer ,

so findeste allerhand neuzeitliches auch in der Bibel.
In dieser Gegend gab es fast nur Flachdächer da oben Regenwasser gesammelt wurde. Eines Tages geschah ein Unglück dass jemand das Übergewicht erlangte und vom Dach stürzte.
Dann wurde in die Bibel geschrieben dass auf Flachdächer Balkongeländer anzubringen sind

Kommentar von newcomer ,

http://www.bibel-online.net/buch/neue_evangelistische/5_mose/22/#8

Wenn du ein neues Haus baust, sollst du ein Geländer um die Dachterrasse
ziehen, damit du nicht Blutschuld auf dein Haus lädst, wenn jemand
herunterfällt.

Antwort
von WildTemptation, 10

Die Verse sind keine Aufforderung an die Menschen, Vegetarier zu werden. Es geht darum, dass man auf etwas verzichten soll, wenn es die Mitmenschen stören wurde.

Fleisch war früher etwas Besonderes (nicht wie heute) und gleichzeitig teilweise überlebenswichtig (weil es nicht in der Form und Fülle Gemüse und andere Lebensmittel gab, jedenfalls nicht das ganze Jahr über).

Und trotzdem, also obwohl Fleisch und auch Wein damals einen hohen Stellenwert hatten, wird der fromme Mensch dazu aufgefordert, das Wohl seiner Mitmenschen über das eigene Interesse und Verlangen nach Fleisch zu stellen. Eigentlich eine sehr gute Forderung, nach der mehr Menschen auch heute handeln sollten.

Vielleicht gefallen dir auch diese Verse (Genesis 1, 29-30):

Und Gott sprach: Seht da, ich habe euch gegeben allerlei Kraut, das sich besamt, auf der ganzen Erde und allerlei fruchtbare Bäume, die sich besamen, zu eurer Speise, und allem Getier auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das da lebt auf Erden, dass sie allerlei grünes Kraut essen. Und es geschah also.

Der Mensch darf die Pflanzen essen. Die Tiere dürfen die Pflanzen essen. Nirgends steht, dass der Mensch die Tiere essen soll.

Antwort
von anniegirl80, 18

Das heisst für mich persönlich zum Beispiel:

  • Wenn ich einen (trockenen) Alkoholiker im Freundeskreis habe, trinke ich auch keinen Alkohol oder rede darüber wenn er / sie dabei ist. Das gleiche gilt fürs Rauchen und anderes.
  • Wenn ich bei meiner katholischen Familie / Verwandtschaft bin, esse ich am Freitag möglichst kein Fleisch / Wurst und lasse im Gottesdienst meine freikirchlichen Gewohnheiten weg.
  • Wenn eine christliche Frau lieber Röcke trägt (freiwillig) und sich nicht schminkt, finde ich das nicht prüde.
  • Und da muss / soll man auch nicht groß drüber diskutieren ob das nun richtig oder falsch ist. Wir sollen uns auf das konzentrieren was uns eint, nicht auf die Unterschiedlichkeiten!
Antwort
von JoJoPiMa, 45

Briefe an die Gemeinden beantworteten viele Fragen, die seinerzeit auftauchten.

Die Mitglieder der Gemeinden zu Korinth und zu Rom hatten Bedenken, das Fleisch zu essen, das in Götzentempeln geopfert wurden. Römer 14 behandelt die gleiche Sache wie Korinth 8. Glaube, es ist Korinth 8.

Wein wurde auch als Opfergabe verwendet.

Antwort
von danhof, 50

Ich verstehe das so, dass man seinen Nächsten nicht provozieren soll. Wenn ich bei Vegetariern eingeladen bin, meckere ich nicht rum, dass es kein Fleisch gibt.

Wenn jemand kein Schweinefleisch isst, dann akzeptiere ich das und mach mich nicht darüber lustig.

Antwort
von chrisbyrd, 35

Im Bibelkommentar von Dr. John Walvoord findet sich zu Römer 14,19-21 folgendes: " Nochmals auf seine Mahnung zurückkommend, dass kein Christ einem anderen Christen zum Ärgernis werden darf, fordert Paulus seine Leser auf: Darum lasst uns dem nachstreben, was zum Frieden (wörtlich: "den Dingen des Friedens"; vgl. V. 17) dient und zur Erbauung untereinander (wörtlich: "zu den Dingen, die die Christen untereinander erbauen"; vgl. Röm 15,2; 1Thes 5,11).

Für Paulus sind Speise und die persönlichen Überzeugungen eines Menschen weniger wichtig als die geistliche Gesundheit eines Mitchristen und das Werk Gottes. Daher ist es nicht gut, in der Frage des Essens und Trinkens auf der christlichen Freiheit zu bestehen (es ist zwar alles rein; vgl. Röm 14,14 ,"nichts ist unrein an sich selbst"), wenn sich dein Bruder daran stößt (proskommatos, "Anstoß", vgl. V. 13.21).

Ein Christ sollte deshalb ohne weiteres auf Fleisch und Wein verzichten, wenn das Essen und Trinken dem anderen ein schlechtes Gewissen (proskoptei, "straucheln"; vgl. proskomma in V. 13.21) macht. Manchmal muss man also aus Rücksicht auf andere seine christliche Freiheit hintanstellen. Wie Paulus im Korintherbrief schreibt: "Alles ist erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten" (1Kor 10,23). Und: "Seht aber zu, dass diese eure Freiheit für die Schwachen nicht zum Anstoß wird" (1Kor 8,9)."

Antwort
von Eselspur, 34

Manche Schwierigkeiten entstehen, wenn eine Übersetzung gelesen wird, die ein sehr schwer verständliches Deutsch verwendet.

In der Einheitsübersetzung heißt es: 
"Reiß nicht wegen einer Speise das Werk Gottes nieder! Alle Dinge sind rein; schlecht ist es jedoch, wenn ein Mensch durch sein Essen dem Bruder Anstoß gibt. Es ist nicht gut, Fleisch zu essen oder Wein zu trinken oder sonst etwas zu tun, wenn dein Bruder daran Anstoß nimmt."

Ich denke, das ist selbsterklärend.

https://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/bibel/roem14.html

Antwort
von BirdPlayer, 25

Mein Jungscharleiter hat damals ein Thema über geau diese Zwei Verse gehalten, und ich fand eigentlich ziemlich interessant aber auch Logisch, was am Ende bei Rum kam...:

Dadurch, dass nun auch Heiden den Heiligen Geist empfangen konnten, waren auch diese Heilig, bzw. Nicht unrein... in einer großen Diskussion haben die Juden dann entschlossen, dass man den Heiden die Jüdischen Bräuche und Gesetze (Unreine Tiere etc...) NICHT auferlegen will, deswegen 

"Es ist zwar alles rein"

dennoch haben sich auch viele Juden zu Jesus gewandt und wurden durch ihn von den jüdischen Satzungen befreit, jedoch waren sie es seit der Geburt gewohnt keine Unreinen Tiere zu essen (Vielleicht kennen einige die Geschichte von Petrus, als er auf dem Dach gebetet hat und ein Tuch vom Himmel gelassen wurde, auf dem allerlei Unreine Tiere waren, und eine Stimme sprach zu ihm: "Nimm und iss" Petrus hat sich geweigert, da "nie in seinem Leben etwas Unreines an seine Lippen gekommen wäre.")

Und für genau diese Menschen wäre es eine Schandtat oder ein Anstoß jetzt ein Unreines Tier zu essen,

"aber es ist nicht gut dem, der es ißt mit einem Anstoß seines Gewissens."

Desweiteren wird geschrieben, dass wir auch auf das Gwissen unseres Nächsten Acht nehmen sollen, dass es besser wäre, dass du kein Fleisch mehr isst oder "Keinen Wein trinkst", als dass du das Gewissen deines Nächsten belastest...

Ich denke am besten kann man das Folgendermaßen erklären:

Du gehst mit nem Kumpel der auch seit kurzem ein motivierter Christ ist in Die Stadt Pizza essen.

Du stehst total auf scharfes Zeug und bestellst dir eine Pizza Diabolo, dein Kumpel schaut dich komisch an und fragt dich, ob du das ernst meinst, du denkst dir natürlich nichts böses dabei und bejahst.

Für dich ist das kein Problem, du siehst hinter dem Namen nur eine Scharfe Pizza, aber er weiß, dass 'Diabolo' 'Teufel' heißt, dieser Name schreckt ihn ab, und das ist okay.

Ab wann es aber für dich nicht mehr okay wäre, z.B. wenn du jetzt deinen Freund dazu überredet ein Stück deiner Pizza zu probieren und er danach total das schlechte Gewissen bekommt, weil die Pizza Teufel heist...

Ist das irgendwie verständlich?... :/

Antwort
von Mpischi, 43

Es geht bei dem Bibel Vers nicht darum was man essen darf sondern darum andere nicht in versuchung zu führen. 

Antwort
von aicas771, 6

Das beschreibt eine praktische Umsetzung des Gebotes der Nächstenliebe (aus Mt. 22,37-40). So wie auch in 1.Kor. 6,12 oder 1.Kor. 10,23-33 geht es Paulus darum, Menschen für Jesus Christus zu gewinnen indem man Rücksicht nimmt auf sie.

Als Christ ist man frei, aber man ist auch aufgerufen, verantwortlich und rücksichtsvoll und liebevoll zu handeln.

"Meine Freiheit endet dort, wo die des Anderen beginnt ..."

Antwort
von josef050153, 29

Es zeigt vor allem, dass es die 'alleinseligmachende Wahrheit' nicht gibt.

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