Frage von Lizakurdo, 45

Was sagt ihr zu Paris?

Jeder hat es gehört, gelesen, gesehn was in Paris passiert ist 100 Menschen sind gestorben und das von einer Terroristen Gruppe. Ich geh in Facebook rein und da wechselt jeder 2 Typ sein Profilbild mit der Pariser Flagge, was nützt das? Auch im Fernsehn wenn man Kanal wechselt seh ich nur Paris hier Paris da, ich frag mich eig. juckt es denen nicht was in Syrien, Palästine und in weiteren Kriegsländern passiert? Da sterben mehr 100.000 Menschen und die machen so ein großen aufstand über Paris nur weil da 100 Menschen gestorben sind. Versetzt euch mal in der Lage in den Kriegsländer da gibt es nicht mal was zum Essen und trinken. Und an die Leute die sagen das der ist islam schuld ist : Terrorismuss hat keine Religion! Schreibt euere Meinung dazu!

Antwort
von Tasha, 44

Paris ist so wie der 11. September: Das Gefühl, nicht mehr sicher zu sein, den Terror vor der Tür zu haben, ist der - beabsichtige - Effekt.

Das hat man ja sehr schön bei den folgenden Überlegungen zu Hannover und Co. an sich selbst gesehen!

Meine persönliche Meinung: Man sollte Leid nicht gegeneinander abwägen! Für die Menschen in Syrien ist der Krieg ohne Frage traumatisch, aber das heißt nicht, dass Pariser Einwohner jetzt auch traumatisiert sind, Angst haben und Trauern. Man darf das (Leid) nicht gegeneinander setzen und fragen, wer denn jetzt mehr Grund für Angst und Trauer hätte - für den Einzelnen ist seine Angst und seine Trauer sehr groß.

Hier wird jetzt Solidarität gezeigt, weil Paris einem geografisch und "emotional" näher ist als Syrien. Nicht, dass man das Leid in Syrien nicht nachvollziehen könnte, aber man kennt leider aus den Nachrichten Kriegsberichte, die immer weit weg sind. Paris ist das eben nicht. Daher möchte man jetzt Solidarität aussprechen.

Genauso war es nach dem 11. September 2001: Im Prinzip ist nichts Schlimmeres passiert als an vielen Orten der Welt, an denen noch viel Schlimmeres seit Jahren passierte - aber es war einem näher - besonders, wenn man Kontakte in die USA hatte - und man fühlte sich jetzt persönlich betroffen.

Je nach Sichtweise ist das schlecht (man hat mehr Angst, Unsicherheit und je nach Betroffenheit auch Trauer) oder gut (man bekommt, wie beabsichtigt, ein Gefühl für das Leiden der Menschen in Terror- und Kriegsgebieten, die einem vorher immer geografisch und emotional weiter weg waren).

Antwort
von asjdkfl, 9

Es ist schlimm was in Paris passiert ist, aber die Reaktionen darauf finde ich etwas übertrieben.
Die Flaggen auf den Facebook-Profilbildern finde ich sowieso scheinheilig. Erst war diese Charlie-Sache (da hab ich auch gepostet, muss ich zugeben) und heute weiß kaum jemand mehr was mit "Charlie" gemeint ist, dann kam diese Regenbogen-Sache und heute weiß kaum jemand ob sich überhaupt irgendetwas diesbezüglich geändert hat. So wird es wahrscheinlich auch mit Paris sein: nächstes Jahr wird sich wahrscheinlich kaum jemand daran erinnern.
Ich mag auch den Hashtag #PrayForParis nicht. Aus Prinzip bete ich nicht (da ich nicht an Gott glaube). Für niemanden. Warum kann man das nicht (zum Beispiel) #HopeForParis nennen? Hoffen ist nämlich nicht abhängig vom Glauben.
Auch in der Schule wurde ständig gefragt, ob Gesprächsbedarf besteht. Das endet in langen Gesprächen und Diskussionen, in denen das Thema ewig auseinander gezogen wird. Dabei fällt auf, es wird immer das genau gleiche von den genau gleichen Leuten gesagt. Das nervt wirklich. Klingt jetzt vielleicht pietätlos, aber es ist einfach so.

Irgendwie habe/hatte ich weder das Bedürfnis nach einem Gespräch, noch nach der Teilnahme an einer Schweigeminute oder sonstigen Ausdrucksformen der Anteilnahme. Was passiert ist ist schlimm, aber ich bin der Meinung dass man auch die Möglichkeit haben sollte, nicht öffentlich Anteil zu nehmen wenn es einem unangenehm ist.

Antwort
von loeweeweol88, 45

Ich finde man soll nicht an Menschen denken nur wenn es mal unmittelbar in unserer Nähe passiert sondern auch mal daran denken das jeden Tag sowas auf unserem Planeten passiert in anderen Ländern. Nur sowas wird dann nicht in den Medien gezeigt.

Antwort
von Maximilian0296, 32

Der Unterschied ist der, dass Syrien sehr weit weg ist und Paris quasi vor unserer Haustür. Da bekommen die Leute eben Angst und brauchen das Gefühl von Zusammenhalt. Ein gemeinsames Profilbild gibt den Leuten diesen Zusammenhalt.

Antwort
von PeterKremsner, 34

Paris ist nahe an Österreich und Deutschland, darum sind die Menschen hier auch so betroffen, zudem besteht noch eine kulturelle Verbindung.

Ein anderes Beispiel ist der Flugzeugabsturz mit Andreas Lubitz (ich weis die Flugnummer nicht mehr). Alle haben die Schwarze Schleife rein getan und gesagt das ist super traurig. Die russische Maschine, die vom IS gesprengt wurde, war vielleicht zwei Tage in den Medien und ich hab auch keine Schleifen auf Facebook gesehn, obwohl da auch Menschen gestorben sind.

Beide Abstürze sind tragisch, aber werden hier unterschiedlich aufgenommen.

Antwort
von tabstabs, 15

Sowohl Paris als auch der Rest sind mir eigentlich relativ wumpe. Ich kannte keinen von denen. Von daher. Traurig für die aber an mir geht es relativ eiskalt vorbei.

Antwort
von FelixFoxx, 35

Diese Frage solltest Du im Chat stellen.

Antwort
von FragaAntworta, 20

Das lässt sich nun auch leicht beantworten, sogar in einem Satz:

Der Pariser ist mir näher als der Koran. <-- Das ist Europa!

Die Kriege im Nahen Osten waren bis dahin weit weit weg. Jetzt kommt er nach Europa und die Angst ist groß.

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