Frage von Felix30, 43

Was protestieren Lehrer eigentlich?

Ich mein die verdienen doch genug, haben viel frei... Jetzt könnt ihr damit kommen, dass sie zuhause Arbeiten korrigieren müssen und den Unterricht vorbereiten usw. Aber um ganz ehrlich zu sein: Meine Lehrer händigen mir meine Arbeit erst 3 Wochen später aus und kommen vollkommen unvorbereitet in den Unterricht. Darum frag ich mich eigentlich was die hier so rumheulen?! Bei Schulen öffentlichen Schulen wo der Unterricht jz. ein bisschen härter sein mag verstehe ich dies ja noch aber ich besuche ein privates Gymnasium...

Antwort
von 2dave, 11

Lehrer haben es sicher nicht schlecht. Aber die meisten landen auch nach 10 Jahren im Burn-Out. Der Job ist echt nicht leicht.

Und auch wenn sie auf hohem Niveau jammern - warum nicht? Das ist ihr gutes Recht. Es gibt immer jemanden dem es dreckiger geht und der dann sagen kann "Was beschwerst Du Dich?"

Frag mal Leute in China. Die träumen von einem Gehalt von 6 Euro pro Stunde. Die würden auch sagen "Was beschwert Ihr Euch da in Deutschland und verlangt Mindestlöhne, ihr habt es doch gut"

Antwort
von hertajess, 9

Auch wenn Dein Gymnasium privat geführt wird braucht es eine entsprechende Genehmigung um als staatlich anerkannt gelten zu können. Im Landesschulrecht kannst Du nachlesen wie der rechtliche Rahmen dazu ist. 

Wenn bei Euch die Lehrkräfte gerne unvorbereitet erscheinen wäre es ein Thema für den Elternbeirat und die Schüler-Mitverwaltung. Beide Themen findest Du auch im Landesschulrecht beschrieben. 

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Tatsächlich verdienen Lehrkräfte nicht angemessen. Und sie verdienen von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Weiter sind sie nicht in jedem Bundesland Beamte. Es gibt Bundesländer da leben Lehrkräfte von aufstockendem Hartz-IV weil sie so wenige verdienen. 

Von Lehrkräften wird erwartet dass sie nicht nur gut vorbereitet in den Unterricht kommen sondern den gehaltenen Unterricht auch nacharbeiten. Beide Anforderungen kosten Zeit. Darüber hinaus sind sie mit ständig wechselnden neuen Vorschriften konfrontiert die sie sich oft eigenständig in ihrer von Dir unterstellten Freizeit erarbeiten müssen. Oft genug über Nacht. 

Dann haben Lehrkräfte oft genug in den sogenannten Ferien an Fort- und Weiterbildungsgeschichten teilzunehmen. Da können schon mal die ganzen Sommerferien für drauf gehen. 

Dass Lehrkräfte elterliches Versagen bzw. elterliche Verweigerung aufzufangen haben wollen wir mal ruhig weiter ausblenden. 

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Die Zustände an Deiner Schule musst Du nicht hinnehmen. Du gehst ausschließlich für DEINE Zukunft da hin. Wie Du sie abstellen kannst habe ich geschrieben. 

Kommentar von Teifi ,

Dein Beitrag enthält besonders zu Beginn und am Ende Hilfreiches. Drei Anmerkungen seien jedoch erlaubt.

Es gibt Bundesländer da leben Lehrkräfte von aufstockendem Hartz-IV weil sie so wenige verdienen.

Wo ist das so? Für Referendare und teilzeit-arbeitende Lehrer im Angestelltenverhältnis trifft das zu, aber die Mehrzahl ist nun mal im gehobenen und höheren Dienst eingestellt. Und A 13 oder  A 14 ist wirklich nicht wenig.

Oft genug über Nacht.

Na, ja. Bis zum späten Abend manchmal, aber nicht oft nächtelang.

Dann haben Lehrkräfte oft genug in den sogenannten Ferien an Fort- und Weiterbildungsgeschichten teilzunehmen. Da können schon mal die ganzen Sommerferien für drauf gehen.

Ganz so ist es nicht. Zumindest in dem norddeutschen Bundesland, in dem ich unterrichte, sind die Weiterbildungsmaßnahmen freiwillig (nur für die Schulleitung gibt es verpflichtende) und sie finden immer noch überwiegend außerhalb der Ferien statt. Kennst du jemand der während der Sommerferien sich ununterbrochen weiterbildete? Ich nicht. Drei Tage oder eine Woche, o.k., aber keine fünf oder sechs Wochen.

Kommentar von hertajess ,

Von Berlin und Sachsen weiß ich dank dradio dass die Bezahlung gerne mal prekär ist. 

Allgemein scheinen manche Bundesländer dazu über zu gehen Zeitarbeitsverträge anzubieten, Teilzeitstellen anstatt die Möglichkeit einzuräumen überhaupt verbeamtet zu werden. Auch hier als Quelle dradio wo Du im Archiv zum Thema reichlich fündig werden wirst. 

Dass mal die Sommerferien dafür drauf gehen können weiß ich von meinem Bruder. Und der war gewiss nicht Schulleitung zu dem Zeitpunkt. Das wäre dann NRW. 

Nach meinem Kenntnisstand hat Sachsen grundsätzlich die Verbeamtung abgelehnt im Schulwesen. Die anderen zuständigen Landesministerien haben darin einige Vorteile erkannt. Für sich, versteht sich. Und versuchen nun auf beschriebene Weise sich aus dieser Tradition heraus zu schleichen. Wie beschrieben. Dass im Umkehrschluss dann eben auch Lehrer ein Streikrecht haben ist ein Thema welches natürlich für diese - nach meiner Auffassung - Kriminellen unangenehm ist. Denn tatsächlich vertrauen wir die Zukunft unseres Staates den Schulen an. Worüber nachzudenken sich vielleicht mal allgemein lohnen könnte. Vor allen Dingen dank teilweiser absoluter Abwesenheit elterlicher Fürsorge und Erziehung. 

Aus gleicher genannter Quelle weiß ich z.B. dass in Hamburg einige Schulen die sogenannte Schulspeisung deshalb einführten weil zunehmend Kinder an den Wochenenden zuhause absolut Nichts zu essen bekommen. Sie kommen also montags hungrig in die Schule und sind froh sich irgendwo Essen erbetteln zu können. Es sei denn, Schulspeisung ist eingeführt. 

Wenn Du im Fach arbeitest wirst Du wissen dass jedes Bundesland seine ganz speziellen Süppchen kocht. Sind ja nur unsere Kinder. Sind also nicht systemrelevant. Denn wie sagte schon Adenauer: "Um de Kinder brauchen wir uns nett kümmern. Die kriejen de Leut immer."

Es liegt also an uns, den Erwachsenen, den Wahlberechtigten, einen entsprechenden Willen kund zu tun damit sich die dann dazu Verpflichteten kümmern. 

Antwort
von Teifi, 22

Ich denke auch, dass es Lehrer bei einem guten und sicheren Gehalt vergleichsweise gut haben und gerne auch mal auf hohem Niveau jammern.

Habe jetzt aber nicht mitbekommen, dass sie protestieren oder demonstrieren.

Kommentar von Felix30 ,

Sagen wir beschweren

Kommentar von jirri ,

Dann mach doch, wenn es so einfach ist, doch ein Lehramtstudium und lass dich anschliessend einstellen.

Und wenn ich die Antworten so anschaue hast du keine Ahnung was ein Lehrer auserhalb der Schulzeiten macht.

Kommentar von Teifi ,

Bin schon eingestellt und schon seit längerem und gerne im Schuldienst. Natürlich ist es punktuell stressig und zeitweise ist sehr viel zu tun, aber dafür hat man außerhalb des Unterrichtes auch die Möglichkeit der freien Zeiteinteilung.

Dinge, die Kollegen auf dem Herzen liegen, sind eher die subjetiv gefühlte mangelnde Anerkennung in der Öffentlichkeit oder bei Eltern, höherer bürokratischer Aufwand als früher (Entwicklungsberichte usw.) und vor allem Störungen des Unterrichts.

Trotzdem, verglichen mit Beziehern von vergleichbaren Gehältern in der freien Wirtschaft hat man es als Lehrer nicht übermäßig schlecht.

Antwort
von ArcticBear, 20

Habe noch nie mitbekommen das die Lehrer demonstrieren....
Viel frei XD was?
Die machen jeden tag Überstunden die sie dann in den Ferien als Urlaub nehmen.

Kommentar von Felix30 ,

Na also bei uns beschweren sie sich, dass sie zu wenig verdienen würden... Und das mit den überstunden ist ja mal der größte Kack ever... Manche kommen um 9 in die schule und gehen um 14 wieder und das fast die ganze woche lang

Kommentar von Teifi ,

dass sie zu wenig verdienen würden...

Es kann sein, dass sie bei einem privaten Gymnasium weniger verdienen, als wenn sie Landesbeamte wären und in einer staatlichen Schule arbeiten.

Kommentar von Felix30 ,

Kann ich mir net vorstellen

Kommentar von Teifi ,

Wenn sie bei nur Angestellte sind, haben sie netto weniger Gehalt als vergleichbare Beamte.

Kommentar von ArcticBear ,

Also mein Lehrer hat nie gejammert er würde zu wenig verdienen..... Dein lehrer meint wahrscheinlich, das ihr einfach zu anstrengend seid für das gehalt.:-) achso, schon mal was von teilzeit gehört?

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