Frage von fragensindwow, 91

Was plant erdogan?

Er hat bereits 100.000 Kurden inhaftiert oder vom Job suspendiert, was möchte er damit bewirken ?

Das hat ja nicht mehr längst mit macht zu tun... Den Kurden gings gut, sie kaufen Häuser, wurden Beamte, studierten,.... versucht jetzt erdogan das alle Kurden wieder bei 0 anfangen ? Das Kurden arm werden ? Oder was steckt dahinter? Oder werden sie nur eingesperrt weil sie Kurden sind ? Oder weil sie die hdp gewählt haben?

Das ist keine hetzte oder so, ich möchte nur wissen warum er das macht...? Habt ihr so Vermutungen?

Das kann ja man so vergleichen mit, das Angela Merkel alle Bürger inhaftiert die die afd gewählt haben.

Und warum versucht Deutschland so sehr mit der Türkei befreundet zu sein ? Was man so sieht und hört sieht ja nicht gut aus, Deutschland tut ja auf blind damit sie kein ärger von der Türkei bekommen... Oder findet ihr das nicht so?

Antwort
von marcus1984, 37

Guten Abend,

was Erdogan plant ist ziemlich offensichtlich: Er nutzt die innenpolitischen und außenpolitischen Unwägbarkeiten, um seine Macht zu manifestieren.

Dies gelingt ihm am besten, indem er innenpolitisch ein Präsidialsystem implementiert, beziehungsweise das bestehende parlamentarische System soweit ändert, dass sein Machterhalte gesichert ist. Hierzu hat er die Immunität von Parlamentsabgeordneten in der Türkei aufgehoben. Er hat somit ide Demokratie weitgehend ausgehöhlt. Abgeordnete müssen künftig sehr genau überlegen, was sie im Rahmen ihrer parlamentarischen Tätigkeit sagen. Jede Kritik an der Regierung, kann gleichbedeutend mit Inhaftierung und dem Ende der politischen Karriere sein. Zudem ist in der Türkei keine Pressefreiheit mehr gegeben.

Somit besteht kein Pluralismus mehr in der Türkei, der eine der Säulen der Demokratie darstellt und gleichzeitig Diktaturen erschwert.

Wovon wir nun Zeuge werden, ist die politische Eliminierung seiner Gegner, HDP-Abgeordnete werden nach und nach Verhaftet oder in der Ausübung ihrer Arbeit behindert. Das Totschlag-Argument ist hierbei immer die Unterstützung einer terroristischen Vereinigung. Nur welche Belege liefert Erdogan der Öffentlichkeit hierfür?

Sogar die USA als enger Verbündeter der Türkei kritisiert dieses Vorgehen und auch die Europäische Union (EU) äußert zum Teil ihre Besorgnis.

Das Problem ist nur: Der Beitritt zur EU scheint für Erdogan keine Priorität mehr zu haben, zumal dieser bei 8 Suspendierten Kapiteln der insgesamt 33 zu verhandelnden Beitrittskapiteln ohnehin aussichtslos war. Die EU hat also im Moment kein Druckmittel, um hier entgegen zu steuern, selbst wenn sie sich deutlicher positionieren würde. Außenpolitisch hat Erdogan als Präsident eines NATO-Mitglieds keine Konflikte zu fürchten, zumal Syrien oder der Irak ohnehin keine Gefahr darstellen. Einzig die Kurden im Nordirak und Nordsyrien sind schwer einzuschätzen. Dies nimmt Erdogan aber auch zum Anlass, Kurdische Einheiten auf syrischem Territorium ohne Mandat der UN anzugreifen und auch im Nordirak möchte er das türkische Militär einsetzen, um sicherzustellen, dass die Kurden keinen zu großen Einfluss erhalten.

Es ist wahrscheinlich, dass Erdogan die Todesstrafe wieder einführen lässt und in der Folge Hinrichtungen von politischen Gegner Erdogans stattfinden.

Sein Vorgehen stellt eine massive Bedrohung der kurdischen Bevölkerung in der Türkei und auch in den Nachbarstaaten Syrien und Irak dar.

Antwort
von livechat, 30

Meiner Meinung nach geht es zurzeit in der Türkei nicht mehr nur um, Diktator oder Diktatur, es geht um mehr.
Nicht einem Moment lang ist die türkische Opposition der Versuchung erlegen, auf ein Gelingen des Putsches zu setzen und somit den Autokraten Erdogan loszuwerden. Nicht einmal die Vertreter der Kurden haben darauf gesetzt. Die Opposition in der Türkei hat in der dramatischen Nacht zum Samstag eine große demokratische Reife bewiesen, die ihrem Präsidenten und seiner AKP schon lange abgeht. Dass sich das Volk so geschlossen gegen den Putsch gestellt hat, ist für dieses Land, in dessen Innenpolitik das Militär immer eine große Rolle gespielt hat, eine wichtige, vielleicht sogar historische Erfahrung. Nie wieder die Diktatur der Generäle.
Umso schlimmer wäre es, wenn jetzt statt der Diktatur ein Diktator käme. Alles sieht aber danach aus, dass Machthaber Erdogan die Situation nutzen wird. Dass er nun nicht nur die Führer der Putschisten bestraft, sondern sich aller Kräfte entledigt, die seinem Ziel einer Präsidialherrschaft auf Lebenszeit und einer unauslöschlichen Hegemonie der AKP noch gefährlich werden können. Dann würde sich der Sieg der Demokratie gegen die Militärs in sein Gegenteil verkehren.
Hier kommen auch die Europäer ins Spiel. Auch sie haben dem immerhin ursprünglich einmal demokratisch gewählten Erdogan in dieser Krisensituation beigestanden, wenn auch nicht mit Vergnügen. Das war klug. Umso mehr haben sie jetzt das Recht und die Pflicht, von ihm Mäßigung zu verlangen. Und eine Korrektur seine Politik. Rücksichtslosigkeit, Großmannssucht und vielleicht auch persönliche Vorteilsnahmen haben die Türkei in diese Krise getrieben. Europa muss Erdogan deutlich machen, dass es von ihm ein Ende dieser Politik der inneren und äußeren Konfrontation erwartet. Jetzt, wo er zu seiner großen Schlussoffensive ansetzt, muss ihm das klargemacht werden, nicht wenn es zu spät ist. Schon die Frage der Visafreiheit muss daran geknüpft werden, ob die grundlegenden Freiheits- und Menschenrechte eingehalten werden. Schon die Festnahme von Juristen und anderen, die mit dem Putsch nichts zu tun haben, muss scharfe internationale Proteste nach sich ziehen. Auch wenn es vielleicht den Flüchtlingsdeal kostet. Jetzt geht es um mehr!!!

Antwort
von Lachlan, 15

Es ist mir nicht so wirklich klar, warum die Kurden so verfolgt werden. Die Gründe dafür müssen lange Zeit zurückliegen. Aber unabhängig davon. Wenn man sich die Karte dieser Region ansieht, sind das Kurdengebiet über mehrere Länder verteilt. Allerdings hat dieses Gebiet keine erkennbare wirtschaftliche Bedeutung. Ich frage mich deshalb schon seit längerem, warum sind die betroffenen Länder nicht fähig das Gebiet der Kurden zu einem Territrorium oder im besten Fall zu einem Staat auszurufen, der dann wirtschaftlich selbstständig sein kann und dieser ganze Terror seitens der kurdischen Unabhängiskeitskämpfer hört auf.

Leider ist keiner der derzeitigen Machthaber in den betroffenen Staaten so intelligent, um dieses anzustoßen. Auch seitens der UN kommt offensichtlich kein Denkanstoß in diese Richtung. Vielleicht liege ich aber auch falsch und dieser Denkanstoß wird abgeblockt, damit man Druck auf die eigene Bevölkerung ausüben kann.

Meine Glaskugel ist im Moment gerade in der Inspektion, daher kann ich nicht vorhersagen, was der selbsternannte Sultan Erdogan plant. Aber es gibt Gerüchte, dass er die Grenzen des alten Osmanischen Reiches wieder herstellen will. Davon wären besonders die politisch instabilen Nachbarstaaten betroffen. Die Ausdehnung in Richtung Europa wird für ihn schwieriger. Das macht er dann wahrscheinlich über die in diesen Ländern lebenden Landsleute. Aber das ist Spekulation. Wenn man allerdings lesen muss, dass mehr als 60% der hier lebenden türkischen Staatsbürgern ihn gewählt haben, dann kommt man ins Grübeln. Von den in GB lebenden türkischen Staatsbürgern waren es nur 20%. Auch das gibt einem zu denken. Allerdings gehe ich nicht davon aus, dass sich die Geschichte wiederholt und "die Türken vor Wien stehen", wie es schon einmal war.

Aber der Wille zur unbeschränkten Macht beherrscht diesen Menschen, namens Erdogan und das setzt er mit allen Mitteln um. Weder die USA noch Europa haben bislang ein Mittel gefunden, ihn einzubremsen. Man ist viel zu sehr auf den Staat Türkei angewiesen, dass man irgendwelche Druckmittel als Regularium in der Hand hätte. Das letzte Mittel war der Beitritt zu EU und das hat ja sichtbar keine Priorität mehr.

Antwort
von LaQuica, 50

Warum Versuchen unbedingt Freunde zu sein? In der Politik kannst du nicht einfach mal sagen, ja komm lass mich inruhe du idiot und alles wird beendet. Sowas hat weitreichende Folgen .. Viele Staaten mögen sich heute immernoch wegen etwas nicht was vor ewig vielen Jahren war .. Also muss man eben vorsichtig sein was man sagt. Aber du kannst dir sicher sein das die Türkei auf dem besten Weg ist kein EU Mitglied zuwerden.    

Antwort
von zasch, 42

Er will Macht demonstrieren. Deutschland braucht ihn weil viele Flüchtlinge über die Türkei kommen und er die aus der EU draussen hält.

http://m.focus.de/politik/videos/fluechtlingspakt-merkel-gibt-zu-wir-sind-abhaen...

Jetzt schön noch Todesstrafe einführen und den Staat reformieren. Gruselig ey!

Cheers

Antwort
von melindaaaa, 21

Er ist ein Diktator. Er behandelt die Kurden so, wie damals hitler die Juden. Erdogan lässt den Kurden nichts mehr, er nimmt ihnen alles weg. Ihre Familien, ihre würde, ihren Stolz, ihre Spache, ihre TV Sender, er unterdrück sie einfach. Das, was gestern Nacht geschehen ist, war nicht spontan. Er hat alles genauestens durchdacht.

Antwort
von llllIIII, 40

Er möchte sie wohl aus der Gesellschaft ausschließen. Traurig das sowas heutzutage immer noch passiert.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community