Frage von haschproblem, 159

Was passiert wenn man sich selber in eine Klinik/Psychatrie einweist und wie macht man das?

Vor allem was passiert mit der schule und dem ganzen(muss man nicht sitzen bleiben weil man den unterricht verpasst)? Wie lange muss man dort bleiben? Kann man auch selber wieder raus?(nicht volljährig). Was passiert wenn man weg läuft? Kann man überhaupt weglaufen? Was macht man dort den ganzen tag? Darf man sein Handy nutzen? Was für Kleidung tragen die Leute die in eine geschlossene Klinik kommen und dürfen die überhaupt raus?Wie weist man sich selber ein? Und was für verschiedene arten von Kliniken gibt es? Ich wäre dankbar wenn mir jemand all diese fragen beantworten könnte.

Antwort
von summersweden, 32

Ich mach jetzt einfach alles der Reihe nach:

In den Klinik gibt es Schulen. Da hat man zumindest die Hauptfächer. Also musst du nicht grundsätzlich sitzen bleiben. Das kann man alles mit der Schule regeln. Zum Beispiel holt man Prüfungen einfach nach. Den Stoff schicken die Lehrer zur Klinik.

Wie lang man dort bleiben muss, hängt von der Situation ab. Von 12 Stunden bis 2 Jahre (das ist aber wirklich die Ausnahme) habe ich alles schon gesehen. Die meisten bleiben 2-4 Wochen. Das hängt aber wirklich von dem eigenen Zustand ab.

 Man kann sich auch als minderjähriger selber entlassen. Voraussetzung dafür ist, dass man weder für sich noch andere eine Gefährdung ist. Und man muss mindestens 14 sein. Und man muss freiwillig da sein und nicht nach einer Zwangseinweisung. Grundsätzlich entscheidet aber der Arzt, ob man sich selber entlassen kann oder nicht.

Wenn man weg läuft (was sogar möglich ist) hat man keine rechtlichen Konsequenzen zu erwarten. Aber man steht danach natürlich unter Beobachtung, muss vielleicht länger bleiben, verliert verschiedene Erlaubnisse (man darf zum Beispiel die Station nicht mehr verlassen, bekommt vielleicht eine Fußfesseln,...), muss einen Pyjama anziehen (erklär ich später). Also eindeutig nicht zu empfehlen. 

Also wenn man nicht gerade Schule, Therapie oder andere Aktivitäten hat, kann man sich selbst beschäftigen. Wir haben meistens uno gespielt. Ansonsten gab es noch verschiedene Nachmittagsaktivitäten wie Basketball, basteln, wandern, backen, Film (leider nur pädagogisch wertvolle),... Und es sind ja noch andere Jugendliche da. Es fühlt sich ein wenig wie ein Feriencamp an. Also langweilig wird einem nicht.

Das Handy darf man nicht die ganze Zeit haben. Wir durften es 1,5 Stunden am Tag haben. Aber du vermisst es auch nicht wirklich.

Zuerst: man kommt nicht so schnell auf eine geschlossene Station. Dafür muss man wirklich akut gefährdet sein. Aber die haben meistens auch normale Kleidung an. Nur wenn sie zum Beispiel wegrennen, bekommen sie diesen typischen Pyjama, den man aus Filmen kennt. Das ist, damit wenn sie wegrennen, die Leute auf sie aufmerksam werden und die Polizei rufen. Aber wer keinen Quatsch anstellt, bekommt den nicht.

Wie gesagt: so schnell landet man nicht auf der geschlossenen Station. Aber wie der Name schon sagt, sie ist geschlossen. Das heißt die Leute dürfen auch nur in Begleitung raus. Aber wer sich freiwillig einweist, kommt meistens eh auf die normale. Dort darf man auch raus (in bestimmte Bereiche), ist nicht eingesperrt und auch nicht ans Bett gefesselt, wie man das aus Filmen kennt.

Um sich selber einzuweisen, geht man normal erst zum Hausarzt. Der überweist einen zu einem Psychiater. Wenn der meint, eine Einweisung wäre nicht schlecht, dann kontaktiert man die Klinik. Dann musst du mit dem zuständigen Psychiater reden und wenn der meint, es ist nötig, kommt man auf die Warteliste. Und dann wird gewartet. Nur akute Notfälle werden sofort aufgenommen. Die Eltern sollten einverstanden sein, müssen aber nicht. 

Grundsätzlich gibt es vier Arten von Kliniken/Stationen: die geschlossene Psychiatrie, wo wirklich nur die krassen Fälle landen und auch nicht so schnell wieder heraus kommen. Davon gibt es nur ganz wenige, weshalb man da normal nicht hinkommt.

Die geschlossene Station/Akutstation: Da kommen akute Fälle hin. Normal bleibt man dort, bis die akute Phase vorbei ist und kommt dann auf die normale. 

Die Normale läuft dann lockerer ab. Man ist nicht eingesperrt und hat ziemlich viele Freiheiten. Und dann gibt es noch Tagkliniken, wo man nur am Tag ist. 

Wie gesagt: geh am besten zum Hausarzt. Der hilft dir dabei, die richtigen Ärzte zu finden. Wenn für ihn akute Gefahr besteht, wirst du auch sofort eingewiesen.

Kommentar von haschproblem ,

Ich leide unter Depressionen und hab höchstwahrscheinlich noch eine antisoziale Störung wo würde ich reinkommen? Mein Psychiater
meinte ich habe jederzeit das recht mich einweisen zu lassen wenns wirklich nicht mehr geht. Isst man dort in einer Kantine? Wen hat man dort als ansprechsperson? Und woher weisst du soviel darüber?

Kommentar von summersweden ,

Solange bei dir nicht akut die Gefahr da ist, dass du dir selber etwas antust (wonach das so nicht klingt), kommst du höchst wahrscheinlich auf die offene Station (kann bei dir aber aus irgendwelche Gründen auch anders sein). Da geht es recht locker zu. 

Es kann schon sein, dass man in einer Kantine ist. Aber gerade bei Jugendpsychiatrien isst man dann doch eher auf der Station in einem kleinen Speisesaal alle zusammen. 

Ansprechpersonen sind immer alle Pfleger und Pädagogen. Normal hat man sozusagen eine Hauptbezugsperson (ein ganz bestimmter Pfleger), die immer wen sie da ist für dich zuständig ist. Der kennt dich auch am besten. Wen man Glück hat, hat man seinen Lieblingspfleger als  Bezugsperson, und sonst klappt das auch sonst. 

Worüber ich all das weiß? Ich war selber mal dort. Und was man nicht aus Erfahrung/Erleben lernt, hat man uns erklärt. Eine Zeit lang war sogar unsere Lieblingsbeschäftigung, die Pfleger mit solchen Fragen zu löchern. Also wenn du noch irgendwelche Fragen hast, frag einfach. Gerne auch privat wenn du nicht öffentlich fragen willst.

Antwort
von FelinasDemons, 78

Bei mir (17) war es folgendermaßen :
Bin zum Hausarzt und hab mir eine Überweisung zur Psychiatrie geben lassen.Parallel dazu war ich bei einer Psychiaterin dir mir dabei geholfen hat,eine geeignete Klinik zu finden.
Bei den anderen Fragen muss man folgende Aspekte beachten:Wie alt du bist und in welche Klinik du kommst.Die Regeln dort sind natürlich unterschiedlich.
Ich war auf einer Erwachsenen Psychiatrie,dort gab es eine Station für junge Menschen (16-22)Die Adoleszenzstation.
Natürlich müssen die Eltern damit einverstanden sein,wenn man Minderjährig ist.

Hoffe konnte dir helfen.

LG FelinasDemons

Antwort
von xLunaRicambiato, 13

Hallo.

Die Schule sollte dir bei solch einer Frage unwichtig sein, denn wenn es dir so schlecht geht, dass du dich selbst einweisen möchtest, steht gesund werden erst einmal im Vordergrund.
Aber um dich zu beruhigen: Auch dort gibt es eine spezielle Klinikschule.
Der Aufenthalt ist abhängig von dem Grad deines Problemes. Wenn du unter Stress stehst und deswegen Selbstgefähredend wirst, kann eine sogenannte "Kriesenentziehung" (zwei Wochen) ausreichen. Maximalaufenthalt sind in Deutschland drei jahre, aber da musst du erstens volljährig sein und zweitens was richtig mieses angestellt haben.

Wenn du dich einweisen lässt, legst du die Verantwortung für dein handeln in die Hände der behandelnden Ärzte (deswegen sollte man auch nicht in die erstbeste Psychatrie gehen, sondern sich im besten Fall mind. vier verschiedene Ansehen und dann entscheiden), das heißt im Klartext: solange du minderjährig bist, kannst du nur entscheiden, wann du rein gehst- Rausholen können dich nur die Ärzte oder deine Eltern.

Weglaufen würde ich dir nicht empffehlen, es ist zu einem Großteil aber auch gar nicht möglich, da du immer mindestens eine beaufsichtigende Person hast, es sien denn, du bist in deinem Zimmer.

Du trägst dort ganz nomale Klamotten, keine Angst, allerdings ist es verboten, in zu aufreizender Kleidung herumzulaufen.
In den meißten Psychatrien gibt es bestimmte Handyzeiten, die von deinem Alter abhängig sind (z.B. 19-20uhr)

Über den Tag verteilt hast du verschiedene Therapien (gängig sind z.B. Musiktherapie, Kunsttherapie, Einzeltherapie mit psychologen...) und natürlich auch deinen Freiraum, indem du Fernsehen ect. kannst. Rausgehen darfst du in Begleitung eines Pflegers.

Es gibt verschiedene kliniken, wenn du allerdings minderjährig bist, würde ich dir eine "normale" KJP (Kinder-Jungend-Psychatrie) empfehlen, da du dort auf viele Gleichaltrige treffen wirst.

Einweisen lassen kannst du dich entweder, indem du selbst dort anrucfst (die Nummern findest du auf den Internetseiten der Kliniken oder im telefonbuch) und dann einen termin vereinbarst, oder aber durch den Notruf.
wenn du allerdings den Notruf wählst, kannst du nicht entscheiden, in welche Klinik du eingewiesen wirst, dann wirst du zur nächstgelegenen gebracht.

Ich hoffe ich konnte dir helfen, falls du Hilfe brauchst oder über etwas sprechen möchtest, kannst du mir gern schreiben.

Liebe Grüße, Luna.

Antwort
von wilees, 71

Du kannst auch als Minderjähriger eine Einweisung in die KJP anstreben. Die Einweisung erfolgt über den Dich begleitenden Arzt, in Absprache mit dem Dich betreuenden Psychologen. Jedoch müssen letztendlich Deine Eltern bei einer freiwilligen Einweisung zustimmen. Zudem hast Du regelmäßig noch eine recht lange Wartezeit zu überstehen.

Jugendliche in der KJP leben üblicherweise in einer "familienähnlichen" Gruppe.

In der Klinik sind nur Handys ohne Kamerafunktion erlaubt. Internet ist somit nicht möglich. Jeder trägt an Kleidung, dass was er mag. Manchmal sind Kleidungsstücke mt speziellen Sprüchen darauf nicht erlaubt.

In den ersten Tagen darf man die Station nicht verlassen. Nach kurzer Zeit ist es durchaus üblich, dass die Jugendlichen übers Wochenende nach Hause gehen.

Einige Stunden am Tag erhält man klinikeigenen Unterricht - ca. 3 Schulstunden, also nur das allernotwendigste. Zusätzlich gibt es Gesprächstherapie, Gruppentherapien etc.

Freizeitbeschäftigung der Patienten untereinander, jedoch ist ist regelmäßig ein Heilerziehungspfleger mit anwesend. So finden auch z.B. auch DVD- bzw. Fernsehabende statt.

Die Entscheidung zur Entlassung treffen Klinikärzte und Psychologen in Absprache mit Deinen Eltern.

Kommentar von xAdmiralAckbarx ,

Viel zu pauschal. Das wird in jeder Klinik absolut unterschiedlich gehandhabt. Auch treffen nicht pauschal die Eltern mit den Ärzten die Entscheidung. Am Ende hat IMMER der Arzt das letzte Wort! 

Kommentar von wilees ,

Werde seelig mit Deiner Meinung, sicherlich hast Du regelmäßig mit Jugendlichen in der KJP zu tun. Ärzte können nur das letzte Wort für sich beanspruchen, wenn der Patient selbst- oder fremdgefährdendes Verhalten an den Tag legt.

Kommentar von xAdmiralAckbarx ,

Das ist keine Meinung sondern eine belegbare Tatsache! 

Kommentar von wilees ,

Dann beleg mal.

Kommentar von xAdmiralAckbarx ,

Beleg du doch das Gegenteil! Ich habe nicht umsonst dazu geraten einen Anwalt da hinzuzuziehen! 

Kommentar von kindvbahnhofzoo ,

Man kann sich als Volljähriger jederzeit selbst entlassen auch gegen den Rat der Ärzte, solange keine Selbst- oder Fremdgefährdung besteht. Wenn man in der gleichen Situation noch minderjährig ist müssen die Eltern dem zustimmen und dann kann der Arzt da auch nichts mehr ausrichten

Kommentar von xAdmiralAckbarx ,

So wäre es wünschenswert. In der Praxis sieht das aber auch anders aus. Es gibt so viele dokumentierte Fälle wo eben genau das nicht so einfach gewesen ist und der Arzt lediglich den Verdacht hatte, dass selbst- und fremdgefährdendes Verhalten vorliegt. Warum räumt wohl der Gesetzgeber mittlerweile hier weitreichende Vorsichtsmaßnahmen ein. Aktiv kann man sich nur vorher gegen so etwas verteidigen. Zum Beispiel mit Hilfe einer Vorsorgevollmacht...

Kommentar von wilees ,

Welche dokumentierten Fälle von Jugendlichen gibt es denn? Ein Jugendlicher kann keine Vorsorgevollmacht erstellen. Was soll also dieses Blabla von - der Gesetzgeber räume mittlerweile weitreichende Vorsichtsmaßnahmen ein. Das ist doch Stammtischgeschwätz.

Kommentar von xAdmiralAckbarx ,

Wäre sehr hilfreich wenn du liest worauf du antwortest!

Antwort
von Midgarden, 68

Nur Volljährige können sich selbst einweisen - also erübrigen sich die weiteren Fragen

Kommentar von asdfghjmh ,

Nein das stimmt nicht! Kann man auch unter 18

Kommentar von Midgarden ,

Ausnahmen gibt es nur bei akuter Selbst- oder Fremdgefährdung und davon war hier aber nicht die Rede 

Kommentar von xLunaRicambiato ,

Selbsteinweisung ist immer möglich.

Antwort
von xAdmiralAckbarx, 65

Du selbst kannst da garnix machen. Das kann entweder mit Hilfe der Ärzte und der Eltern geschehen bzw. auf gerichtliche Entscheidung hin. Du selbst kannst lediglich erst mal nur den Wunsch äußern. 

Wenn du freiwillig in der Klinik bist, dann kannst du rein theoretisch jederzeit die Klinik auch wieder verlassen. Aber in der Praxis passiert es leider recht häufig, dass dann die Ärzte einen entsprechenden gerichtlichen Beschluss erwirken. So eine stationärer Aufenthalt sollte daher wirklich nur die letzte der Möglichkeiten sein. 

Es gibt vorab so viele anderen Möglichkeiten. Ambulante Behanldung, Tageskliniken. Kliniken mit eigenem Schulunterricht. Vielleicht auch nur Kur mit entsprechender Therapie und Unterricht in den Pflichtfächern etc.. 

Sowas solltest du zusammen mit den Eltern, den Ärzten und etwaig auch einer Jugendberatungsstelle besprechen. Auch würde ich vorher einen Anwalt aufsuchen. So eine stationäre Behandlung kann wie gesagt auch neg. Folgen haben.. 

Kommentar von kindvbahnhofzoo ,

Ich glaube du verwechselst da was mit offener und geschlossener Station, niemand wird gleich zwangseingewiesen. Solange man freiwillig dort ist kann man gehen wann man will. Und was soll denn ein Anwalt da nützen?

Kommentar von xAdmiralAckbarx ,

Ganz so einfach ist das in der Praxis ganz sicher nicht!

Kommentar von kindvbahnhofzoo ,

Gut, als Minderjähriger müssen die Eltern dem noch zustimmen, aber wenn man den Ärzten versichert, dass man sich nichts antun wird haben die keine andere Wahl als dich gehen zu lassen

Kommentar von xAdmiralAckbarx ,

Das stimmt ebenfalls nicht! HAben die Ärzte Zweifel, dann sieht das schlecht aus und die Ärzte können eine gerichtliche Entscheidung veranlassen. Das gilt sowohl für die geschlossene als auch die offene Station. Ruck zuck wird aus einer offenen Station so eine geschlossene.. 

Kommentar von kindvbahnhofzoo ,

Die Ärzte können dich nicht wegen einer Vermutung ihrerseits festhalten. Ich bin davon ausgegangen, dass der Patient auf einer offenen Station ist, keine Suizidabsichten hat und aus welchen Gründen auch immer die Klinik verlassen will und da kann ihn niemand dran hindern

Kommentar von xAdmiralAckbarx ,

Doch eben genau das können sie! Wenn man die Tags der Frage ansieht, kann ich auch obendrauf nicht nachvollziehen wie du den Suizidgedanken ausschließen kannst. 

Kommentar von kindvbahnhofzoo ,

Ich habe Bezug auf deine Antwort genommen ("Aber in der Praxis ist es leider recht häufig dass dann die Ärzte eine Beschluss erwirken) und die Situation der Fragestellerin nicht mit einbezogen.

Kommentar von xAdmiralAckbarx ,

Absoluter Blödsinn.. 

Kommentar von kindvbahnhofzoo ,

Auf welche Aussage ist das jetzt bezogen und wie begründest du das?

Antwort
von he1lan2, 46

Da du bei den "Themen", wie ich gerade sehe, auch "Selbstmord" angegeben hast: Wenn du glaubst, daß du dich selbst gefährdest, kannst du, wenn du glaubst, den Gedanken daran nicht beherrschen zu können, JEDERZEIT den Notruf 112 anrufen, bevor du wirklich was "Dummes" machst!

Antwort
von TheTrueSherlock, 35

Zur offenen Psychiatrie kann ich dir das Erfahrungsvideo empfehlen:

Eventuell gibt es zur geschlossenen auch Videos.

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