Frage von Nigol224, 36

Was passiert wenn man ohne Jobcenter Genehmigung umzieht?

Hallo, ich versuche es hier kurz zu halten wir haben seit fast 3 Jahren unsere Differenzen mit unseren neuen Eigentümer der direkt unter uns wohnt er hat uns 2013 wegen zu häufigen staubsaugen wegen "Ruhestörung" angezeigt bzw. fristlos gekündigt. Wir wurden vor Gericht auch gar nicht angehört ist aber eine andere Sache...Da wir leider nicht Vollzeit arbeiten beziehe ich und mein Sohn ALG2 mein Mann arbeitet als Gartenhelfer auf 400€ Basis.Wir suchen jetzt seit diesen 2 Jahren eine Wohnung jedoch ohne eine Chance.Jetzt hat sich auch der Gerichtsvollzieher gemeldet der nach Weihnachten kommen wird und uns auf die Straßen zu setzten will (das Jobcenter weiß davon Bescheid )Wir waren jetzt bei jeden der wohnungshilfen die es hier gibt und das einzige was man uns anbieten würde ist ein Zimmer entweder in ein Flüchtlingsheim oder Obdachlosenheim kommt darauf an wo grade Platz ist Jetzt komme ich zu meiner Frage ein sehr guter Freund meines Mannes kennt einen markler der würde uns eine Wohnung vermitteln allerdings ist besagte Wohnung 70€ über den angemessenen was das Jobcenter bezahlt was würde passieren wen wir den Vertrag unterschreiben und Dan zum Jobcenter gehen ?Welche Folgen hätte es würden bis auf die 70€ die Miete bezahlen oder wurden sie gar nichts bezahlen ?

Antwort
von Georg63, 36

Das JC bezahlt zumindest die bisherigen KdU weiter. Allerdings solltet ihr das Angebot vor Vertragsunterzeichnung beim JC vorlegen - zusammen mit einem Dutzend Absagen von Wohnungsunternehmen und einer kurzen Zusammenfassung der bisherigen Aktivitäten. Dann habt ihr eine gute Chance, die teurere Wohnung komplett bezahlt zu bekommen.

Ihr könnt ja als Alternative den Umzug in eine andere Stand mit günstigeren Wohnungen anbieten und dabei erwähnen, dass dann das JC deutlich mehr bezahlen muss, da ihr eure Jobs aufgeben müsstet.

Kommentar von Nigol224 ,

Wir haben einen ganzen Ordner voller schriftlicher absagen vorgelegt im Sommer wurde uns eine Wohnung wegen 28€ zu viel abgelehnt obwohl wir sie gebeten haben diese 28€ uns von unseren bezügen abzuziehen. Die Sachbearbeiterin schaltet da immer auf Stur und möchte nicht diskutieren..

Kommentar von Georg63 ,

Dann schreibt dazu, dass ihr ab Januar obdachlos seid und auf Kosten des JC in ein Hotel ziehen müsst.

Zum Termin einen Zeugen mitnehmen und nicht abwimmeln lassen.

Wenn es in zumutbarem Umkreis keine akzeptablen Wohnungen gibt, können bis zu 5% über Limit genehmigt werden - bei Härtefällen mehr.

Antwort
von GerdausBerlin, 24

"... würden bis auf die 70€ die Miete bezahlen oder wurden sie gar nichts bezahlen ?"

Das Jobcenter müsste die Miete übernehmen, aber nur den Teil, der angemessen ist. Also wahrscheinlich 70,- weniger, als die Miete tatsächlich beträgt.

Aber das Jobcenter muss euch vorher keine Zusicherung nach SGB II § 22 Absatz 4 geben - weil die neue Wohnung eben nicht angemessen ist.

Übernehmen muss das Jobcenter die Miete trotzdem - aber eben nur den Teil, der angemessen ist.

Über den restlichen Teil (hier also 70,- im Monat) kann man immer noch streiten mit dem Jobcenter - per Vorsprache, auch beim Vorgesetzten, per Widerspruch, und danach per Klage beim Sozialgericht.

Nur weiß man halt vorher nicht, wie der Streit ausgehen wird. Deshalb ist es immer besser, eine Zusicherung nach SGB II § 22 Absatz 4 in der Tasche zu haben, bevor man einen Mietvertrag unterzeichnet.

Gruß aus Berlin, Gerd

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community