Frage von klugshicer, 107

Was passiert, wenn man einen flüchtigen Straftäter mit dem Auto anfährt um ihn kampf- und fluchtunfähig zu machen?

In Reutlingen hat ein Autofahrer einen Amokläufer (mit Machete bewaffnet) absichtlich mit seinem Auto angefahren.

http://www.faz.net/agenturmeldungen/dpa/eine-tote-und-fuenf-verletzte-nach-mache...

Kann sich der Fahrer des Fahrzeugs auf Paragraph 127 stpo berufen oder droht ihm ein Verfahren dass ihn eventuell den Führerschein kosten könnte?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gri1su, 60

Da MUSS die Polizei zwangsläufig erst einmal ein Verfahren gegen den Autofahrer einleiten - sie kann und darf gar nicht anders. 

Aber es ist davon auszugehen, dass der Richter ihn freispricht, denn auch wenn die Tat vorsätzlich war, letztendlich konnten damit wohl Menschenleben gerettet werden.

Antwort
von partikel1, 12

Das wird ein schwieriger Fall für die Justiz.

Man darf mit einem Fahrzeug keinen Menschen "vorsätzlich" anfahren. Dieses ist lt. des benannten Zeitungsartikel so, heißt also die Tat wird von der Polizei auf jeden Fall verfolgt, da das Auto als "Tatwaffe" gesehen wird. und der Fahrer hat auch nur eine Sachbeschädigung gesehen (ein Auto beschädigt) und dann wäre ein Anfahren nicht "Angemessen als Nothilfe".

In einem TV-Bericht wurde es so dargelegt, dass der Autofahrer den "Täter" gesehen hat, und der IHM vors Auto gelaufen sei. Das wäre Fahrlässig und kann eher von der Anklage Fallen gelassen werden.

Jetzt im nachhinein kann man leicht sagen, der Autofahrer hat richtig gehandelt (was auch mein Bauchgefühl mir sagt), aber konnte er dieses in der Tat-Sekunde auch so bewerten und einschätzen?

Ich würde mit dem Auto niemanden "vorsätzlich Außerkraft setzen" wollen, weil wie stark wird der Angefahrene verletzt, ggf. getötet?

Antwort
von Realisti, 77

Das muss man unter mehreren Aspekten sehen.

Das Umfahren fällt unter Notwehr. Es ist auch eine Form der Hilfeleistung.

Das kaputte Auto ist ein anderes Thema. Normalerweise könnte man versuchen es vom Täter bezahlen zu lassen. Doch der wird nichts haben. Also wird der Autobesitzer auf seinen Kosten sitzen bleiben.

Antwort
von TheRedTiger, 106

jap könnte so enden, aber hoffe, dass sich da irgednjemand dafür einsetzt 🤔 weil ich finde, er hat 100% richtig gehandelt (der Mann im Auto)

Antwort
von NMirR, 49

Ich denke, das ist verboten, den Nothilfe ist nur erlaubt, wenn ein Angriff unmittelbar bevorsteht oder gerade ausgeführt wird. Kommt also drauf an ob er wirklich geflüchtet ist oder gerade die nächste Person angreifen wollte.

Kommentar von JohnSnow42 ,

Da sehe ich auch den größten Angriffspunkt - zumindest gegen Notwehr

https://dejure.org/gesetze/StGB/32.html sagt ja in (2) "Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden."

Wenn der Täter später sagt, dass er geflüchtet ist sehe ich (als nicht-Jurist) das nicht erfüllt

Kommentar von klugshicer ,

Zu dem Zeitpunkt hatte der Angreifer schon 6 Leute verletzt und lief mit einer Machete auf die Straße.

Diverse Bilder im Netz zeigen ein Fahrzeug mit zertrümmerten Scheiben, dass wohl unmittelbar zuvor von dem Täter mit einer Machete attackiert wurde.

Direkt dahinter fuhr anscheinend der Fahrer in einem weißen BMW der den Angriff wohl beobachtet hatte und dann den Täter mit voller Absicht angefahren hat.

Kommentar von JohnSnow42 ,

Na was bin ich froh, nicht Richter oder Anwalt zu sein.

Kommentar von Lkwfahrer1003 ,

Na JohnSnow42,

Da wäre man doch gerne Richter ,den Autofahrer würde ich so schnell Freisprechen , da hätte der Staatsanwalt noch nicht mal die Anklageschrift vorgelesen !.  

Das wäre dann jedenfalls mal ein Urteil im Namen des Volkes !

Antwort
von ichweisnetwas, 78

Naja is wohl auslegungssache. Wenn er damit helfen wollte kann man es als notwehr auslegen da der schutz anderer menschen ebenso unter notwehr fällt.

Wenn er schlau ist weint er etwas vor gericht und sagt er hatte zuviel angst das anders zu klären und es war ne kurzschlussreaktion.

Ich persönlich finde selbstjustiz ja was feines wenn es dafür gute gründe gibt. Hab vor gut 8 jahren meinen stiefvater demoliert als er meine mutter angriff.

Ich hab rein garnichts bekommen da es eben notwehr war. Meine mutter bekam schadensersatz und er 2 jahre bewährung da er auch bewaffnet war zu dem zeitpunkt.

Und das obwohl ich vollkommen unverletzt war und er ein körperlicher totalschaden. Immerhin ging er beinahe hopps

Antwort
von FLUPSCHI, 69

Bestraft eigentlich nicht er hats gemacht um eine Strafttat zu verhindern aber den Schaden am Auto hast du dann selber zu tragen

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