Frage von IchBinPassiv, 210

Was passiert, wenn man Diabetiker nicht behandelt?

welche Schäden treten auf?

Antwort
von Cassiopeija, 126

Es gibt 2 signifikante Arten von Diabetes, den Typ 1 und den Typ 2.  Andere Arten existieren, sind aber eher selten und basieren, sofern nicht Unterarten der ersten beiden, meist auf Gendefekten (Typ MODY).

Typ 2 Diabetiker haben wenig mit Unterzucker zu kämpfen, sondern eher mit zu hoem Zucker. Hier produzieren die Betazellen der Bauchspeicheldrüse in der Regel noch Insulin, jedoch zu wenig, meistens gepaart mit einer Insulinresistenz.

Unbehandelt sind es anfangs diabetische Neuropathie in Händen und vor allem Füssen (Nervenschädigungen), Mikro- und Makroangiopathie (Schädigung der Arterien), Arteriosklerose (Ablagerungen in den Arterien /Arterienverkalkung), Netzhautschädigungen (Auge), Niereninsuffizienz und Fettleber.

Die zweite Stufe sind sind dann Erblindung, Dialyse, Arterienverschluss mit anschliessender Nekrose und Amputation, Lebertransplatation, Herzinfarkt und Schlaganfall. Danach folgt nur noch der Tod.

Typ 1 Diabetiker sind Opfer einer Autoimunerkrankung. Das eigene Imunsystem "erkennt" die insulinproduzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse als Fremdkörper und zerstört sie. Der Betroffene hat gar kein Insulin mehr.

Unbehandelt würde hier relativ schnell der Tod eintreten. Da aber ein Diabetes Typ 1 im Gegensatz zum Typ 2 sehr schnell auffällt, ist das eigentlich ausgeschlossen.

Antwort
von TheAllisons, 119

Das kann bist zum Tod gehen. Aber auf alle Fälle werden vorher alle inneren Organe geschädigt, dann kann es sein, dass Körperteile amputiert werden müssen, man kann blind werden usw. Also die Palette ist sehr umfangreich

Expertenantwort
von Lirin, Community-Experte für Diabetes, 66

Hallo!

Es kommt natürlich darauf an, wieviel Insulin der Körper noch selbst erzeugen kann aber grundsätzlich steigt der Blutzucker immer höher an! Ist der Blutzucker einmal über 300mg/dl, dann steigt er auch ohne Mahlzeiten unaufhörlich.

Bei Typ 1 Diabetes kann das sehr schnell gehen, denn durch die Zerstörung der Bauchspeicheldrüse kann der Körper kein Insulin mehr erzeugen. Es treten dann viele, oft sehr starke, Symptome auf, wie Konzentrationsstörungen, Gewichtsverlust, trockene Haut, bis hin zum Coma.

Bei Typ 2 Diabetes geht alles viel langsamer und die Symptome sind weniger stark! Deshalb wird er auch oft jahrelang nicht entdeckt.

Spätfolgen bei dauerhaft hohen Blutzuckerwerten sind:

** schmerzhafte Nervenschädigungen

** offene, schwer heilende Wunden an den Beinen, diabetischer Fuß - bis hin zur Amputation in Notfällen

** Nierenschädigungen - bis hin zur Dialyse und Transplantation

** Schädigung der Kleinstgefäße in den Auchen - bis zur Erblindung

In jedem Fall muss ein Diabetiker bei einem Diabetologen sehr gut eingestellt werden mit Insulin, Tabletten oder Diät um diese Spätschäden zu vermeiden!

Gruß Lirin

Antwort
von strol, 116

Diabetiker werden jetzt nicht direkt behandelt, sondern ihnen wird eher gesagt, was sie jetzt im Leben ab der Diagnose alles machen müssen. Bei Diabetes hat der Betroffene ein Problem seinen Blutzucker zu regulieren.

Es gibt zwei Möglichkeiten: 

1. Überzucker. Wenn ein Diabetiker Oft Überzucker hat, dann führt das zu Gewebeschäden, was bis zur Amputation, Erblindung usw führen kann. Darum misst ein Diabetiker immer seinen Blutzuckerspiegel und spritzt sich dann Insulin.

2. Unterzucker. Das ist akut gefährlicher. Der Betroffene verliert langsam das Bewusstsein, bis der Blutzuckerspiegel so gering wird, dass nach der Bewusstlosigkeit der Tod einsetzt, weil dem Herzen der "Sprit" fehlt. Um dem entgegen zusteuern, muss der Betroffene Zucker zu sich nehmen. In welcher Form auch immer. Und falls bereits die Bewusstlosigkeit eingesetzt hat, bekommt er vom Notarzt Glucose gespritzt, sodass er dann innerhalb ein paar Sekunden wieder hell wach wird  

Expertenantwort
von Willy1729, Community-Experte für Schule, 101

Hallo,

Nierenschäden, Herzinfarkt, Schlaganfall, Erblindung, mangelnde Durchblutung in Füßen und Beinen mit Amputationen als Folge, schlechte Wundheilung...

Herzliche Grüße,

Willy

Expertenantwort
von Pangaea, Community-Experte für Gesundheit, 75

Ein  Typ-1-Diabetiker würde innerhalb weniger Tage ins Koma fallen und sterben.

Ein Typ-2-Diabetiker hätte langfristig (je nach Höhe des Blutzuckerspiegels) Schäden in seinen Blutgefäßen. Je nachdem, an welchem Organ sich diese Schäden zuerst manifestieren, könnte er impotent werden, oder erblinden, oder ein Nierenversagen erleiden, oder einen "diabetischen Fuß" bekommen, oder auch einen Herzinfarkt erleiden.  Die Schädigung betrifft eben alle Blutgefäße  im gesamten Körper.

Kommentar von strol ,

Typ-1 und Typ-2 hat nichts mit den Folgen zu tun. Diese sind bei beiden Diabetestypen gleich und hängen vom Überzucker bzw. Unterzucker ab.

Typ-1 bedeutet lediglich, dass Diabetes genetisch bedingt ist und Typ-2 ensteht durch ungesunde Lebensweise. Darum wird Typ-1 meistens bei Kindern und Typ-2 meistens bei Erwachsenen diagnostiziert.

Kommentar von Pangaea ,

Nicht ganz.

Bei einem Typ 1 wird gar kein Insulin mehr produziert. Es kommt zum diabetischen Koma, und daran stirbt man ohne Behandlung. Langzeitfolgen wie Gefäßschädigungen können sich also gar nicht entwickeln.

Nur beim Typ 2 kann man lange genug überleben, so dass je nach Höhe der Blutzuckerspiegel die entsprechenden Gefäßschäden über Jahre auftreten.

Kommentar von strol ,

Bei Typ1 kann es sein, dass kein Insulin mehr produziert wird, es kann aber auch einfach nur zu wenig produziert werden.
Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung, sprich der Körper zerstört selber die Insulinproduktion. Das geht nicht von heute auf morgen, weil sonst würde das nur bei Säuglingen wenige Tage nach der Geburt diagnostiziert.

Bei Typ2 werden die Zellen resistent gegen das Insulin.

Das Ergebnis ist bei beiden Typen, dass die Zellen zu wenig Zucker aufnehmen. Es kann auch bei beiden Typen zu Unter- und Überzucker kommen. Warum sollte das nur bei einem Typ vorkommen können?

Darum kann das Koma bei Typ 2 genauso eintreten und ist dort unbehandelt genauso tödlich, wie bei Typ 1 Folgeschäden auftreten können, wie Nierenschäden, Schlaganfall, usw. Das hängt nämlich davon ab, ob man Über- oder Unterzucker hat und nicht vom Typ.

Kommentar von Pangaea ,

Das ist ja im Prinzip alles richtig, aber unser Fragesteller will doch wissen, was passiert, wenn man Diabetes gar nicht behandelt.

Beim Typ 1 wird kein Insulin mehr produziert. Es kommt ohne Behandlung zum diabetischen Koma und zum Tod.

Beim Typ 2 überlebt der Patient lange genug, um Folgeschäden zu bekommen. Klar kann es auch da zum diabetischen Koma kommen, muss aber nicht, das kommt auf die Restwirkung des körpereigenen Insulins an.

Antwort
von Wuestenamazone, 43

Nierenschäden, Herzinfarkt, Schlaganfall bis hin zum Koma

Antwort
von Jonaruto2, 84
Antwort
von NaSolie, 77

Der Zucker im Blut macht Gefäße kaputt - Adern, Augen, Organe. Man kann erblinden oder Gliedmaßen müssen amputiert werden.

Antwort
von wiedermalich, 68

im schlimmsten fall stirbt man

Kommentar von IchBinPassiv ,

was passiert bevor man stirbt?

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