Frage von Maricat 27.10.2010

Was passiert, wenn jemand bei der Anhörung zwecks katholischer Eheannullierung lügt ???

  • Hilfreichste Antwort von wolfruprecht 01.11.2010
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Vorweg einmal zur Sache an sich: Die Antwort von potthas ist richtig. Die Kirche - in diesem Falls das Bischöfliches Konsistorium (Offizialat) - fällt das Urteil, welche Fakten als stichhaltige Beweismittel anerkannt werden und was nicht. Eheannulierungen werden sehr genau geprüft. Dazu müssen zwei kirchliche Ehegerichte unabhängig voneinander zum gleichen Ergebnis kommen. So weit es mir in Erinnerung ist, wird das ganze Verfahren nur schriftlich geführt und entschieden. Das Annulierungsverfahren ist auch keine Entscheidung, wie wir das von weltlichen Gerichten kennen, wo alle möglichen Umstände, Entwicklungen und wer weiß was noch in einer Entscheidung (!) berücksichtigt wird. Bei der Annuierung einer kirchlich geschlossenen Ehe wird lediglich geprüft, ob zum Zeitpunkt der Eheschließung alle Voraussetzungen für eine gültige Ehe bestanden haben. Mit anderen Worten: Die Kirche prüft nicht (!), ob heute gelogen wird, sondern ob zum Zeitpunkt der Eheschließung ein Versprechen abgegeben wurde, das im Prinzip damals eine Lüge war. Ein Beispiel: Zum Zeitpunkt der Eheschließung wird gefragt, ob man die Kinder, die einem Gott schenkt, annehmen will (die genaue Formulierung ist jetzt unerheblich, habe keine Zeit nachzuschauen). Wenn ein Partner zu diesem Zeitpunkt grundsätzlich und auf Dauer nie Kinder bekommen wollte, aber trotzdem diese Frage bejaht, dann hat er praktisch gelogen. Und genau das muss er im Nachhinein beweisen, was allerdings meistens sehr schwierig ist, außer man hat sich zu diesem Zwecke z. B. vorher (!) sterilisieren lassen. Wenn er heute lügt, dann muss er auch diese Lüge beweisen können. Das dürfte jedoch sehr schwer sein.

    Ihre Freundin hält - aus welchen Gründen auch immer - an ihrer Ehe fest. Sie hat die Möglichkeit, ihren Standpunkt zu den Lügen ihres (Ex-)Mannes beim Offizialat schriftlich Stellung zu nehmen und die von ihr angeführten Beweismittel/Unterlagen einzureichen. Mehr "Einfluss" hat sie nicht, aber der Pfarrer ihrer Freundin auch nicht. Wie gesagt, es entscheiden zwei kirchliche Ehegerichte unabhängig voneinander.

    Was mich jetzt aber persönlich interessiert, klingt in dem Beitrag von anjanni an: Warum hält sie an ihrer Ehe so fest? Das ist natürlich ein recht persönliche Frage und keine rechtliche. Aber interessieren würde mich das schon.

  • Antwort von Jaiina 27.10.2010
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    ich bin eindeutig kein Fachmann, aber: Ist es denn so wichtig? Was für Konsequenzen hat sie denn daraus..? Er will wieder heiraten, ok. Dass er hierfür die Ehe annulieren möchte, finde ich wirklich traurig. Warum heiratet er denn nicht einfach standesamtlich..? Kann man ja auch in schöner Location mit feierlicher Zeremonie machen. Aber gut. Dass er seine Ex dafür diffamieren muss, ist nur bemitleidenswert (und wenns mit Lügen auf die Bibel ist, eigentlich erschreckend), aber kann sie es nicht einfach darauf beruhen lassen und sich ihren Teil dabei denken?

  • Antwort von Andrar 27.10.2010

    wenn er lügt und das nicht beichtet wird er wohl zur Hölle fahren. Wenn er falsch angeschuldigt wird wird wohl der zur Hölle fahren der falsches Zeugnis gegeben hat. Ich weiß ja nicht- was war nochmal der Grund das so das so viele der katholischen Kirche den Rücken kehren?

  • Antwort von potthas 27.10.2010

    was Fakten und Beweise sind definiert die kath. Kirche selbst.

  • Antwort von anjanni 27.10.2010

    Hat sie etwas davon, wenn sie ihm die (berufliche) Zukunft verbaut?

    Ich meine, geschieden ist sie ja schon. Die Annulierung durch die Kirche hat keine Auswirkungen auf ihrn Status - bürgerlich hat die Ehe trotzdem bestanden und war gültig. (Falls das für sie wichtig ist, da sie vielleicht noch Unterhaltsansprüche oder was auch immer hat.)

    Soll sie das Verfahren doch laufen lassen. Kann ihr doch auch nur helfen, falls sie aus irgendeinem Grund noch mal katholisch heiraten möchte.

    Und was die eventuelle pädophile Neigung angeht: da solltes sie nur dann was unternehmen, wenn sie handfeste Beweise und nicht nur vage Vermutungen hat. Sonst wird das womöglich ein Eigentor (Klage wegen Verleumdung...).

  • Antwort von Rechtsaussen 27.10.2010

    strafrechtlich wohl nix....

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