Frage von Papierflieger72, 168

Was passiert wenn in der Arztpraxis ein Notfall eintritt?

Guten Abend! Es geht um meine 20 Jahre alte Tochter mit Schwerst-Mehrfachbehinderung. Ich habe demnächst einen Termin bei einer Urologin mit ihr, es soll eine Blasenspiegelung durchgeführt werden. Leider hat meine Tochter in letzter Zeit sehr häufig gekrampft (ist eine Epileptikerin), ihr Neurologe hat die Dosis der Medikamente nochmal erhöht und hofft dass es dadurch besser wird. Für den Notfall bekommt sie von uns immer Diazepam als Klistier verabreicht.

Ich frage mich, da Stress auch Krämpfe bei ihr auslösen kann, was passiert wenn sie genau während der Blasenspiegelung krampft ? Sind Urologen für solche Situationen geschult? Können sie sofort intervenieren, bzw. haben sie die geeigneten Medikamente da? Oder sollte ich vorsichtshalber ihre Notfallmedikamente mitnehmen?

Ich danke für hilfreiche Antworten!

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Papierflieger72,

Schau mal bitte hier:
Krankheit Arzt

Antwort
von dadamat, 37

Alle Ärzte haben in ihrer Ausbildung mal etwas über Epilepsie gelernt. Aber Urologen sind darin keine Sperzialisten, auch werden alle nötigen Medikamente nicht zur Verfügung stehen, aber Diazepam wird als Spritze bestimmt vorhanden sein. Falls sich ein Anfall anbahnt, wird das Endoskop aus dem Körper entfernt, das keine Verletzungen entstehenkönnen. Vielleicht sollte die Patienten eine Stunde vor der Untersuchung orales Diazepam einnehmen, aber das alles sollte im Vorfeld der Untersuchung besprochen werden.

Antwort
von DeliriumTremens, 20

Hallo Papierflieger72,

im Zuge meiner beruflichen Tätigkeit mit Menschen mit Behinderung war es immer so, dass man, sofern ein Klient Bedarfmedikation bei Unruhezuständen, Anfällen etc. erhält, diese bei Verlassen des Hauses mit sich zu führen hat. Das heißt, wenn ich deine Tocht betreuen würde, würde ich den Arzt vorher umfassend informieren und diese selbstverständlich bei mir haben.   

Ich weiß nicht, ob deine Tochter noch andere Medikamente erhält. Wir halten uns strikt an die Medikamentenverordnungen der Ärzte, zudem sind die Medikamente aufeinander abgestimmt. Bei einem Klienten hilft Tavor, um ihm aus dem Anfall zu helfen, ein anderer braucht aber eventuell Diazepam. Man kann nicht erwarten, dass jeder Arzt immer alle Medikamente parat hat. 

Was mir noch zu denken gibt ist, dass bei einer Spiegelung ein Röhrchen in die Harnröhre eingeführt wird. Die Frage ist, sollte deine Tochter krampfen, ob dieses innerliegende Röhrchen eine Gefahr darstellt... ob man es schnell genug wieder raus bekommt. Je nachdem, wie sich die Anfälle deiner Tochter darstellen. Ich habe Menschen kennengelernt, die bei einem Anfall auf dem Boden liegend regelrecht auf und ab hüpfen und sich der komplette Körper "zusammenzieht", andere verdrehen nur die Augen oder zittern leicht. Im Zweifelsfall würde ich eine Klinik einem "normalen" Arzt in einer Praxis vorziehen, da dort mehr möglichkeiten zur Verfügung stehen. 

Liebe Grüße :)


Antwort
von wobfighter, 27

Auch bei ambulanten Eingriffen sind Mediziner geschult darin in Notflassituationen handeln zu können. In jeder Praxis sind Notfallkoffer mit entsprechenden Medikamenten sogar Pflicht.

Die Ärzte die ambulant Eingriffe vornehmen haben zusätzlich eine extra Notfall Schulung und wie man bei Komplikationen während der Untersuchung reagieren sollte..

Wenn bekannt ist das eine Mehrfachbehinderung und Epilepsie vorliegt mit Krämpfen so wird der Arzt sich sicherlich auf die Untersuchung vorbereiten um vornherein sich selbst abzusichern und schneller handeln zu können...

Kommentar von tembaak ,

Schön wärs.

Antwort
von Chrissis16, 87

Ich würde das auf jeden Fall der Ärztin vorher sagen, dass sie darauf vorbereitet ist. Und zur Sicherheit einfach das Medikament mitnehmen, dass ihr es schnell zur Hand habt...Viel Erfolg und alles Gute!

Antwort
von musso, 73

sag der Praxis vorher Bescheid

Antwort
von sozialtusi, 58

Vorher bescheid sagen UND Notfallmedikamente mitnehmen. Wenns ganz dicke kommt, wird in Arztpraxen halt auch ein RTW/Notarzt gerufen.

Kommentar von Papierflieger72 ,

Leider muss bei meiner Tochter immer ein RTW/Notarzt kommen, auch wenn wir selbst den Krampf durchbrechen.

Würde sich die Urologin denn an unserem Standard orientieren?

Also unser Notfallmedikament verabreichen oder ein anderes nehmen?

Kommentar von wobfighter ,

Der Arzt selbst hat ja mehrere Möglichkeiten.. Ein krampflösendes Mittel selbst verabreichen oder auf die bekannte Medikamente für den Notfall zurückgreifen. besprechen bitte vorher mit dem Arzt das Prozedere und stellt alle Fragen die ihr habt ebenfalls auch eure Ängste..

Antwort
von FeeGoToCof, 68

Weshalb wird in diesem Falle der Termin nicht stationär in einer Klinik vereinbart?

Kommentar von Papierflieger72 ,

Wir möchten nach Möglichkeit einen Krankenhausaufenthalt vermeiden....weil sie das extrem stresst..... Wenn sie jedoch wieder stark krampft lässt es sich natürlich nicht vermeiden

Kommentar von FeeGoToCof ,

Sicherheit geht vor. Diese Entscheidung sollte in die Hände eines erfahrenen Mediziners gelegt werden. Das Risiko einer Komplikation würde ich als Eltern NIEMALS verantworten wollen.

Kommentar von Papierflieger72 ,

Danke für deine Antwort! Wir hatten noch nie eine Blasenspiegelung mit ihr gehabt, ist das denn ein erhöhtes Risiko mit Epilepsie?

Kommentar von FeeGoToCof ,

Bei den - von Dir geschilderten - Problemen, wäre mir jeder Eingriff an meinem Kinde eine "Sonderbehandlung wert".

Ich weiss nicht, weshalb Ihr das nicht so seht?!

Antwort
von MoniWollmaus, 36

Mein Mann hat auch Epi und ich sage bei jedem Arzttermin nochmal Bescheid 

Auch die Notfallmittel Diazepam Tropfen und eine Tavor Schmelztablette hab ich immer dabei 

Kommentar von Papierflieger72 ,

Orientieren sich die Ärzte im Falle des Falles an der Notfallmedikation von euch oder geben sie was anderes?

Kommentar von MoniWollmaus ,

Mein Mann hatte erst einmal in einer Arztpraxis einen Anfall und da haben Sie auf meine Notfallmittel zurückgegriffen 

Antwort
von Litschyy, 56

Notfallmedikamente am besten mit nehmen ... ist sicherer !

Antwort
von Bestie10, 45

wenn der Urologe bescheid weiß kann er reagieren !!!

wenn er Bescheid weiß

also bei meinem Zahnarzt musste ich ein Doppelblatt über meine Krankheiten Medikamente Allergien ausfüllen

vermute so ist es bei allen Ärzten

Kommentar von Papierflieger72 ,

Haben die auch Notfallmedikamente vor Ort?

Antwort
von Bharidi, 38

Ich würde auf jedenfall die Notfallmedikamente mitnehmen und den Urologen vorwarnen

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