Was passiert, wenn ich trotz bekannter Werksschließung schwanger werde?

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2 Antworten

Wenn Du bereits Deine Schwangerschaft gegenüber dem Arbeitgeber bekanntgegeben hast, also im Mutterschutz bist, kannst Du trotzdem betriebsbedingt gekündigt werden. Allerdings muss der Arbeitgeber vorher die Arbeitsschutzbehörde um Genehmigung bitten, die bei Betriebsstilllegungen aber ohne Probleme erteilt wird.

Außerdem wird Dein Arbeitgeber im Rahmen der Sozialauswahl prüfen müssen, ob Du nicht in einer anderen Abteilung eingesetzt werden kannst.

In jedem Fall solltest Du die Schwangerschaft unbedingt sofort beim Arbeitgeber bekanntgeben, Du kannst nicht erst nach der Kündigung die Schwangerschaftskarte ziehen.

Sonst gibt's vermutlich Arbeitslosengeld 1, Elterngeld und Kindergeld. Hier solltest Du Dich allerdings rechtzeitig umfassend informieren.

http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Familie/leistungen-und-foerderung.html

Aufmerksam lesen und mit dem Anfangswissen einen Termin z.B. bei Profamilia machen und Dich beraten lassen.

Zuletzt: In solchen Fällen lohnt sich immer die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft, dann hättest Du kostenlose Rechts- und Sozialberatung.


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Kommentar von Maximilian112
27.07.2016, 17:43

Du kannst nicht erst nach der Kündigung die Schwangerschaftskarte ziehen.

Doch das geht schon. Manche Frauen wissen zum Kündigungszeitpunkt gar nicht das sie schwanger sind. Kündigungsschutz besteht trotzdem.

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Bei einer Betriebsschliessung kann auch schwangeren Frauen gekündigt werden, nach behördlicher Genehmigung.

Allerdings ist es bei Dir doch nur eine Teilschliessung. Da wird Dein AG dich vermutlich nicht kündigen können. Das kommt aber hier auf die konkrete Situation an, vor allen, ob denn die Möglichkeit besteht, Dich im Restbetrieb weiter zu beschäftigen.

Übrigens kann eine SS auch nach einer Kündigung dem AG bekannt gegeben werden. Die Kündigung muß dann zurück gezogen werden. Du mußt rechnerisch zum Kündigungszeitpunkt schwanger sein.

Lass Dich im Falle der Kündigung rechtlich beraten.

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