Frage von touareg11, 176

Was passiert, wenn ich Nebenkosten aus alter Wohnung nicht nachzahle?

Hallo, Ich habe eine Frage bezüglich Nebenkostenabrechnung. Für meine alte Wohnung, die ich im letzten Jahr bis März 2015 bewohnt habe, habe ich eine Nebenkostenabrechnung bekommen.

Ich muss ca 95 Euro an meinen alten Vermieter überweisen. Theoretisch, ich bezahle nicht, was kann der Vermieter denn machen? Letzten Endes wohne ich ja woanders. Er hat zwar meine neue Adresse aber würde er mich wegen 95 Euro verklagen wollen oder mir einen Mahnbescheid zukommen lassen? Was passiert, wenn sich das auf ein Gerichtsverfahren zuspitzt, wenn ich dem Mahnbescheid innerhalb 2 Wochen widerspreche?

Würden sich die kosten von 95 Euro erhöhen oder ist es das Unternehmerpech des Vermieters, wenn er den Anwalt, den Mahnbescheid und das Verfahren zahlen muss?

Meine Hoffnung ist, dass der alte Vermieter aufgrund hoher Mahnverfahrenskosten aufgibt und ich im Endeffekt meine 95 Euro behalten kann.

Danke

Antwort
von Interesierter, 106

Du kannst nun natürlich spekulieren, ob der Vermieter Ernst macht. 

Ein Mahnbescheid kostet 32 €. Wenn er den erwirkt und du nicht widersprichst, kommen diese 32 € und evtl. Auslagen zu den 95 € hinzu. 

Widersprichst du und er erklärt das streitige Verfahren, kommen Gerichtskosten hinzu. Die Anwaltsrechnung des Gegners dürfte auch nicht ohne sein. Die Kosten gehen dann in jedem Fall über den eigentlichen Streitwert hinaus. 

Ich hatte vor knapp 3 Jahren einen EBAY-Käufer, der machte sich die selben Gedanken wie du. Er dachte wohl, ich würde eine Forderung von 125 € nicht weiter verfolgen. Für ihn war das ein teurer Irrtum. Die Rechnung belief sich am Ende auf über 700 €. Diese wurde auf Heller und Pfennig von ihm bezahlt. 

Ob du wegen 95 € dieses Risiko eingehen willst, musst du selbst entscheiden.

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Mietrecht & Vermieter, 57

Ich muss ca 95 Euro an meinen alten Vermieter überweisen. Theoretisch, ich bezahle nicht, was kann der Vermieter denn machen? 

Mahnbescheid erstellen lassen, Titel auf die Forderung bekommen, Gerichtsvollzieher oder Inkasso einschalten usw.

Aus 95 € können auch innerhalb kurzer Zeit sehr viel mehr werden. Jeder Besuch eines Gerichtsvollziehers kostet Geld und wird auf die Forderung aufgeschlagen.

Letzten Endes wohne ich ja woanders. Er hat zwar meine neue Adresse aber würde er mich wegen 95 Euro verklagen wollen oder mir einen Mahnbescheid zukommen lassen? 

Es gibt Menschen die wegen weniger Geld einen Aufstand machen.

Was passiert, wenn sich das auf ein Gerichtsverfahren zuspitzt, wenn ich dem Mahnbescheid innerhalb 2 Wochen widerspreche?

Es wird Dich letztendlich viel mehr Geld kosten.

Meine Hoffnung ist, dass der alte Vermieter aufgrund hoher Mahnverfahrenskosten aufgibt und ich im Endeffekt meine 95 Euro behalten kann.

Meine geringe Hoffnung ist, das Du Deine Einstellung änderst und diesen lächerlichen Betrag zahlst.

Letztendlich ist es eine Lebenseinstellung und wie heißt es:

Wie es in den Wald hinein schallt, so kommt es zurück.

Antwort
von HansH41, 81

Touareg, zu deinen übrigen Fragen:

Man kann auch ohne Anwalt einen Mahnbescheid abschicken, ein Gang zum Amtsgericht reicht. Aber warum soll der Vermieter das selbst machen. Er wird einen Anwalt beauftragen.

Vorher abmahnen? Vielleicht bekommst du noch einen Brief vor dem Mahnbescheid. Aber notwendig ist das nicht und ich glaube das in deinem Falle nicht.

Richter urteilen in gerne pro-Mieter, wenn sie einen Ermessensspielraum haben. Aber in deinem Falle gibt es keinen Ermessensspielraum.

Ich kann dir nur raten, zahle sofort. Du ersparst dir großen Ärger und Kosten.

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Recht, 96

Wenn du einfach nicht zahlst, wird der Vermieter einen Mahnbescheid erlassen und ggfs pfänden. Auf jeden Fall kommen dann noch erhebliche Kosten dazu.

Vermieter gehören meistens dem Grundbesitzerverband an und können die Kosten einer Klage locker aufbringen. Geschenkt wird dir da nichts.

Du wirst auch keinen Richter finden, der deine Einstellung lustig findet.

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 77

Wenn es so weit kommen sollte das Vermieter auf Zahlung klagt erhöhen sich die Kosten für Dich.

Zinsen, Anwalts- und Gerichtskosten.

Da können aus 95 € mal schnell einige 100 € werden.

Übrigens wenn der Vermieter erst mal einen Titel hat gilt der 30 Jahre und geht auf Deine Erben über wenn denn das Zeitliche segnest.

Und für Deine Bonität sieht das ganze auch nicht gut aus.

Angenommen Du willst mal was auf raten kaufen, einen Kredit aufnehmen oder eine neue Wohnung mieten.

Antwort
von schleudermaxe, 23

Bei uns: Abzug von der Miesi und wenn es diese nicht gibt, zukünftig ohne wenn und aber abverlangen.

Delhaln hier eben sofort an Anwalt und die Kosten und Lasten bekommt der Verlierer aufgebrummt. Bei uns bisher immer die von den Mietervereinen, denn die haben darüber hinaus auch noch weniger Ahnung.

Und wenn ein ehem. Mieter ohne die Mitgliedschaft dies so benötigt, helfen wir ihm dabei natürlich auch. Wir sind doch keine Unmenschen.

Antwort
von Nemisis2010, 79

Selbstverständlich kann der Vermieter eine gerichtliches Mahnverfahren durchführen und versuchen einen Vollstreckungsbescheid zu erlangen. Da Du Dich dann mit der Nachzahlung in Verzug befindest wirst Du auch neben der Hauptforderung die Gerichtskosten von 32,-€ tragen müssen.

Legst Du Widerspruch gegen den Mahnbescheid ein und der Vermieter betreibt daraufhin das Gerichtsverfahren weiter beträgt das Prozeßkostenristiko (Gerichts- und Anwaltskosten) max. bis ca. 420,-€.

Übrigens die Forderung verjährt in 3 Jahren am 31.12.2019. Bis zu diesem Datum hat der Vermieter Zeit ein gerichtliches Mahnverfahren gegen Dich einzuleiten.

Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 34

Der EX wird dich auf Zahlung verklagen. Und das wird richtig teuer. Dein Aberwitz würde dir ein Vielfaches deiner Schuld kosten.. Solcherlei Experimente gehen nie gut aus. Darauf zu spekulieren, dass der V. den Aufwand scheut, ist gefährlich. Es wurde schon wegen weit niedrigeren Beträgen vor Gericht gestritten.

Antwort
von user8787, 77

Warum sollte er, als Vermieter hat er ganz sicher eine Rechtschutzversicherung. 

Somit kommen, bei einer Klage gegen dich, auf ihn keine weiteren Mehrkosten zu. ( ausgenommen evtl. Selbstbeteiligungen).

Als Vermieter würde ich Klagen. :o) 

Antwort
von HansH41, 44

Die Nebenkosten, um die es hier geht, kann sich der Vermieter nicht einfach in die Tasche stecken, wie du vielleicht glaubst.
Die hat er vielmehr bereits vor längerem für dich ausgelegt, denn es sind zu rund 80% deine Heizkosten, sowie Grundsteuer, Mü+llabfuhr etc.

Antwort
von Bastine, 10

Das würde mein Ehrgefühl nicht zulassen. Jeder hat das Recht, das zu bekommen, was ihm zusteht. So steht deinem Vermieter auch die Nachzahlung zu. Wenn du nicht zahlst, einen prozess angehängt bekommst, wird es bei der Schufa registriert und wenn du mal irgend einen Kredit haben möchtest, wird der künftige Kreditgeber oder auch der nächste Vermieter sich bei der Schufa erkundigen und dann wirst du weder eine andere Wohnung noch einen Kredit erhalten.

Antwort
von HansH41, 86

Ich würde dir sofort einen Mahnbescheid schicken und wenn du ihn nicht bezahlst, meinen Rechtsanwalt beauftragen, dich zu verklagen.

Mich kostet das nichts, auch nicht ein Gerichtsverfahren.

Kommentar von touareg11 ,

Um wieviel würden sich die Kosten erhöhen, wenn der Anwalt eingeschaltet wird? Bekäme ich dann einen Schufa Eintrag? Kann er auch ohne Anwalt einen Mahnbescheid schicken oder müsste er mich vorher abmahnen? Er gab mir zur Zahlung eine Frist von 7 Tagen. Ist das nicht zu schnell?

Kommentar von DerHans ,

7 Tage Zahlungsfrist sind schon kulant. Er hätte auf sofortiger Zahlung bestehen können.

Kommentar von Menuett ,

Die Frist ist in Ordnung. Einen Mahnbescheid bekommt man  im Schreibwarenladen. Einen Anwalt braucht er nicht. Aber da du ihn bezahlen mußt....

Der letzte, dem ich einen Mahnbescheid zukommen ließ, mußte allein 500€ für den Anwalt zahlen.

Er muß Dich jetzt nicht mehr abmahnen.

Antwort
von Menuett, 33

Nein, das ist nicht das Pech des Vermieters, sondern Deines.

Er hat bis zum 31.12.16 Zeit, eine Nebenkostenabrechnung zu erstellen.

Und selbstredend zahlst Du den Mahnbescheid, die Gerichts- und Anwaltskosten. Selbstredend, dass er wegen 95€ einen Mahnbescheid erlassen kann.

Antwort
von HermannL, 77

Wenn der Vermieter es darauf anlegt, wirst du auf sämtlichen Kosten sitzenbleiben, und zwar zurecht.

Antwort
von jimpo, 76

Da kann man nur sagen, ein dickes Fell hast Du ja. Wenn der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht, geht das Gejammer los. 

Kommentar von touareg11 ,

Ich hätte gedacht, dass Richter geneigt sind , Mietern Recht zu geben.

Kommentar von DerHans ,

Na klar, vor allem, wenn sie so dummdreist daher kommen

Kommentar von jimpo ,

Nur weil Du Herr XY bist, sagt der Herr Richter Ja und Amen. Das kannst Du Dir gleich von der Backe putzen.

Kommentar von isebise50 ,

@ touareg11

Richter sprechen Recht und Justitia ist blind.

Warum solltest du also Recht im Unrecht bekommen?

Und ganz nebenbei, findest du das moralisch in Ordnung?

Kommentar von johnnymcmuff ,

Probiers aus, wenn Du zu viel Geld hast.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community