Frage von pedier, 96

Was passiert wenn ich in der Probezeit mit 16 km/h zu schnell geblitzt wurden bin?

Antwort
von TheGrow, 17

Hallo pedier,

der bundeseinheitliche Tatbestandskatalog sieht für eine Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit Außerorts um 16 km/h folgenden Bußgeldbescheid vor:

**************************************************************************************

Tatbestandsnummer: 103210

Tatvorwurf: Sie überschritten die zulässige Höchstgeschwindigkeit außerhalb geschlossener Ortschaften um .16. (von 16 - 20) km/h.

Zulässige Geschwindigkeit: *)."Hier steht die zulässige Höchstgeschwindigkeit". km/h.

Festgestellte Geschwindigkeit (nach Toleranzabzug): **)."Hier steht die Geschwindigkeit  die gemessen wurde minus 3 km/h Toleranz".. km/h.

Ordnungswidrigkeit gem.: § 3 Abs. 3, § 49 StVO; § 24 StVG; 11.3.3 BKat (andere Kfz) Tab.: 703011

Verwarnungsgeld: 30,00 Euro

Punkte: Nein

Fahrverbot: Nein

Eintrag als A oder B - Verstoß: Nein

**************************************************************************************

Vom Grundsatz her, fallen Geschwindigkeitsübertretungen unter A - Verstöße.

Bei Verwarnungsgeldern bis 55 Euro wird der A-Verstoß aber nicht eingetragen, so dass der Verstoß keine Auswirkungen auf Deine Probezeit hat. Mit Zahlung der 30 Euro hat sich die Angelegenheit für Dich erledigt.

Erst ab einer Überschreitung von 21 km/h:

  • werden Bußgelder von mindestens 60 Euro fällig
  • gibt es mindestens 1 Punkt
  • Erfolgt ein Eintrag als A Verstoß, der zur Folge hat, dass
  1. die Probezeit um 2 Jahre verlängert und
  2. ein kostenpflichtiges Aufbauseminar angeordnet wird.

Die Beiträge meiner Vorredner sind leider nicht korrekt:

Weder gibt es:

  • ein Bußgeld, sondern bis 21 km/h wird nur ein Verwarnungsgeld fällig, noch gibt es
  • Punkte, noch gibt es
  • ein Fahrverbot, noch gibt es
  • einen Eintrag als A oder B - Verstoß, weil diese Einträge erst erfolgen, wenn Bußgelder ab 60 Euro verhängt werden. Somit gibt es auch keine Probezeitrelevanten Maßnahmen für Dich.

Übrigens. Bei Verwarnungsgeldern wird auch anders als bei Bußgeldern kein Anhörungsbogen zugesendet, sondern es wird direkt eine Zahlungsaufforderung mit Zahlungsträger verschickt. Und nach Zahlung des Verwarnungsgeldes hat sich die Angelegenheit erledigt. Es erfolgt kein Eintrag in das Fahreignungsregister des Fahrers.

Schöne Grüße
TheGrow

Antwort
von Rollerfreake, 43

Keine Probezeitverlängerung und kein Aufbeiseminar, ist eine Ordnungswidrigkeit die mit einem Bußgeld geandet wird. Also mache dir keinen Stress, das hat keine Auswirkungen auf die Probezeit, ist ein B- Verstoß. 

Kommentar von pedier ,

Alles Klar. Habs auch grade nochmal gelesen. Blick da aber durch den ganzen Kram manchmal nicht durch. Danke dir für die Antwort. Wäre nicht so gut gewesen nach 5 Monaten schon an nem Seminar teilzunehmen und 4 Jahre Probezeit zu haben.

Kommentar von Rollerfreake ,

Das glaube ich dir, ich bin selber noch in der Probezeit und habe manchmal auch Angst, deswegen fahre ich auch eher selten. Ich habe meinen Führerschein seit 7 Monaten. 

Kommentar von pedier ,

Schon mal zu schnell gewesen ?. Hab ja auch keine Ahnung ob ich geblitzt worden bin oder nicht . Kann sein dass es einfach nur einer hinter mir war der unbedingt meinte er müsste Lichthupen. Vor ca ner Stunde ist das passiert und da ist eh alles dunkel und man nimmt Helligkeit anders auf . Vielleicht war es ja auch kein Blitzer 😂

Kommentar von Rollerfreake ,

Das wäre ideal, wenn es gar kein Blitzer gewesen ist😂. Ich hatte bis jetzt immer Glück gehabt.

Kommentar von TheGrow ,

Die Antwort ist in doppelter Hinsicht verkehrt.

Der Verstoß, wird nur mit einem Verwarnungsgeld und nicht mit einem Bußgeld geahndet.

Außerdem liegt kein B-Verstoß, sondern ein A-Verstoß vor. Nur werden A-Verstöße die mit einem Verwarnungsgeld geahndet werden, nicht in das Fahreigungsregister eingetragen

Antwort
von Alex97191, 30

Wenn das per stationärem Blitzer war, sprich du nicht angehalten wurdest, wird das Straßenverkehrsamt nie was davon mitbekommen ob du zu schnell warst. Es bekommt dabei immer der Fahrzeughalter den Bußgeldbescheid.
Bis 20 km/h bezahlt man "lediglich" ein Bußgeld, ab 21 km/h gibt es Punkte.
Es müsste also der Fahrzeughalter den Fahrer bei der Bußgeldstelle melden, wenn du einen netten Vater/eine nette Mutter hast wird dir das mit Sicherheit erspart bleiben.

Anders sieht das aus, wenn du angehalten wirst. Dann wird der Verstoß der Straßenverkehrsbehörde gemeldet. Ab dem 2. Geschwindigkeitsverstoß folgt ein Aufbauseminar.
Geschwindigkeitsverstöße sind zwar A Verstöße, werden aber gesondert behandelt.

Kommentar von pedier ,

Läuft alles über meinen Vater und der wird mich definitiv nicht anschwärzen.

Und nein ich wurde nicht angehalten.

Wie gesagt mir ging es darum das ich ehrlich nicht will dass meine Probezeit verlängert wird oder halt das ich an diesem Seminar teilnehmen muss.

Kommentar von Alex97191 ,

Dann passiert dir nichts. Bußgeld zahlen und die Sache ist gegessen.

Kommentar von TheGrow ,

Etwas wirr Deine Antwort und vor allem nicht korrekt.

Es bekommt dabei immer der Fahrzeughalter den Bußgeldbescheid

Das ist nicht richtig. Der Bußgeldbescheid, darf nur gegen den Fahrer des Fahrzeuges erlassen werden und nicht gegen den Halter, wenn er nachweislich nicht als Fahrer in Frage kommt. Stellt der Sachbearbeiter anhand des Fotos fest, dass der Halter des Fahrzeuges nicht der Fahrer sein kann (Beispiel Halter ist 50 Jahre alt, die Person auf dem Bild ist aber max. 25 Jahre alt oder Halter ist eine Frau und auf dem Bild ist ein Mann mit Vollbart zu sehen) darf gegen den Halter kein Bußgeldbescheid erlassen werden, sondern er wird aufgefordert den Fahrer zu benennen.

Bis 20 km/h bezahlt man "lediglich" ein Bußgeld

Es wird auch kein Bußgeld, sondern nur ein Verwarnungsgeld verhängt.

Anders sieht das aus, wenn du angehalten wirst. Dann wird der Verstoß der Straßenverkehrsbehörde gemeldet.

Gemeldet wird der Verstoß so oder so der Behörde, wie sollte sonst die Ordnungswidrigkeit geahndet werden? Aber ich denke Du meinst hier das richtige, nämlich dass der Fragesteller natürlich nur dann mit einem Schreiben seitens der Bußgeldstelle rechnen muss, wenn er als Fahrer auch namentlich festgestellt wird.

Ab dem 2. Geschwindigkeitsverstoß folgt ein Aufbauseminar.

Bei einem im Fahreignungsregister eingetragenen A-Verstoß erfolgt bereits beim ersten Verstoß die Anordnung eines Aufbauseminars (und die Verlängerung der Probezeit. Aber A-Verstoße die mit einem Verwarnungsgeld bis 55 geahndet werden, werden eben nicht in das Fahreignungsregister eingetragen. Somit erfolgt, weder beim ersten, noch beim zweiten, noch beim dritten mal die Anordnung probezeitrelevanter Maßnahmen.

Antwort
von thewalkingsushi, 59

http://www.bussgeld-info.de/bussgeldkatalog-probezeit/


Kein Stress, gilt als B-Verstoß, kostet etwas, max. 35€ :)

Kommentar von Dotter1981 ,

Es ist nach deiner Quelle ein A-Verstoß, aber bei "nur" 16 km/h zu schnell ohne Verlöngerung der Probezeit. Er sollte sich allerdings schon Stress machen. Zu schnelles Fahren endet schnell in einem Unfall - ggf. auch mit Beteiligung anderer. Wer bereits in der Probezeit leichtsinnig fährt, der wird das vermutlich auch später tun. Niemand ist perfekt, ich bin auch schon versehentlich zu schnell gefahren. Allerdings sollte man insbesondere in der Probezeit wie auf rohen Eiern fahren. Dann lernt man die Geschwindigkeit richtig einzuschätzen, auch bei Regen oder vereister Fahrbahn. Diese Erfahrungen sammelt man größtenteils erst nach der Fahrschule. Und diese Gefahren darf man einfach nicht unterschätzen. Deshalb ist insbesondere für Fahranfänger absolut vorschriftsmäßiges Fahren das Allerwichtigste.

Kommentar von thewalkingsushi ,

16 kmh liegen unter den 20kmh und gelten somit als B Verstoß und sicherlich ist zu schnelles fahren gefährlich, will ich auch niemanden raten. Ich gehe nur mal davon aus, dass sie es vielleicht übersehen haben könnte, dass z. B. ein 30er Schild angebracht war oder Ähnliches? Ist mir auch schon passiert, stolz bin ich auch nicht drauf, aber bitte keif mich hier nicht so an.

Kommentar von TheGrow ,

16 kmh liegen unter den 20kmh und gelten somit als B Verstoß

Die Antwort ist verkehrt. Dotter hat mit dem A-Verstoß völlig recht. Das ergibt sich aus der Anlage 12 der Fahrerlaubnisverordnung:

http://www.gesetze-im-internet.de/fev\_2010/anlage\_12.html

Allerdings wird der A - Verstoß nicht in das Fahreignungsregister eingetragen, wenn nur ein Verwarnungsgeld verhängt wird. Ein Eintrag erfolgt erst bei Bußgeldern ab 60 Euro. Somit hat der Verstoß vom Fragesteller auch keine probezeitrelevanten Maßnahmen zur Folge.

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