Frage von SpringinKlee, 60

Was passiert, wenn ich bei einer kurzfristigen Beschäftigung mehr als 70 Tage pro Jahr arbeite?

Hallo, ich habe mal ne Frage zum Thema kurzfristige Beschäftigung. Es gibt jetzt so verschiedene Jobbörsen, die einen auf kurzfristige Beschäftigung einstellen, also max. 70 Tage pro Jahr.

Wenn ich das nun für mehrere Arbeitgeber mache, und ingesamt nur 70 Tage im Jahr arbeite, ist alles klar. Aber was passiert nun, wenn ich aus Versehen insgesamt mehr als 70 Tage arbeite, z. B. 80 Tage?

Wird das irgendwo gemeldet? Muss ich Strafe zahlen? Wenn ja, wie hoch? Muss der Arbeitgeber auch was zahlen? Muss ich das irgendwo melden?

Die Frage ist rein hypothetisch, da ich überlege, solche Jobs zu machen. Aber ich bin mir halt noch unsicher.

Expertenantwort
von lenzing42, Community-Experte für Arbeit, 27

Überschreitet eine kurzfristige Beschäftigung entgegen der ursprünglichen Erwartung die Zeitdauer von drei Monaten bzw. 70 Arbeitstagen, so tritt vom Tag des Überschreitens an Sozialversicherungspflicht ein, es sei denn die Beschäftigung wird unterhalb der Geringfügigkeitsgrenze von monatlich max. 450 € ausgeübt.


Antwort
von wfwbinder, 39

die kurzfristige Beschäftigung ist auf 3 Monate, oder 70 Tage beschränkt.

Es geht also nicht um 70 Tage, die beliebig auf das Jahr verteilt werden können.

Kommentar von SpringinKlee ,

Hallo und danke für die schnelle Antwort. Die eigentliche Begrenzung ist mir schon klar. Aber ich muss ja bei jedem neuen Arbeitgeber angeben, wie viel ich schon auf dieser Art und Weise gearbeitet habe.

Was passiert, wenn ich Arbeitgeber A sage, ich habe 0 Tage gearbeitet, bekomme aber erst später den Job. Habe zwischenzeitlich aber schon 50 Tage für Arbeitgeber B und 10 Tage für Arbeitgeber C gearbeitet. Und sage aus Versehen, weil ich mich z.B. verrechnet habe, dass ich für Arbeitgeber A noch 20 Tage arbeiten kann (statt der eigentlichen 10 Tage).

Es geht hierbei um Messejobs. Da meldet sich bei den jeweiligen Jobbörsen an, füllt da schon so ein Personalbogen aus, aber dass heißt nicht, dass man direkt dort anfangen kann. Das kommt auf die jeweilige Messe an.

Kommentar von wfwbinder ,

Aber zwischen der Bewerbung und dem Arbeitsantritt werden ja wohl kaum mehr als 2 Monate liegen.

Sonst muss man das dann eben korrigieren.

https://www.instaff.jobs/arbeitsrecht/kurzfristige-beschaeftigung-70-tage-regelu...


Kommentar von SpringinKlee ,

Mit Pech eben schon. Anmeldung heißt ja nicht gleich auch Zusage oder Jobgarantie.

Antwort
von frodobeutlin100, 30

Das hat zur Folge, dass die Zeiten die 70 Tage überschreiten für den Arbeitgeber und für Dich voll versicherungspflichtig sind .... deswegen lassen sich Arbeitgeber in der Regel schriftlich geben, dass die Grenze durch die Ausübung der kurzfristigen Beschäftigung nicht überschritten wird ..

macht man dazu in der Erklärung für den Arbeitgeber falsche Angaben , kann man sich schadensersatzpflichtig machen ... (für die Arbeitgeberbeiträge)

Kommentar von frodobeutlin100 ,

https://www.haufe.de/thema/kurzfristige-beschaeftigung/

Zitat:

Mehrere kurzfristige Beschäftigungen

Bei der Zusammenrechnung mehrerer kurzfristiger Beschäftigungen sind 60 Kalendertage anzusetzen.

Wurden aber Beschäftigungen für einen vollen Kalendermonat ausgeübt, gilt der 3-Monats-Zeitraum. Werden Beschäftigungen mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mindestens und weniger als 5 Tage/Woche zusammengerechnet, sind 70 Arbeitstage anzusetzen.

Ein Überschreiten der Zeitgrenzen führt mit dem Folgetag der Feststellung grundsätzlich zur Sozialversicherungspflicht in allen Versicherungszweigen.

Selbst bei Einhaltung der Zeitgrenzen handelt es sich jedoch um keine kurzfristige Beschäftigung, wenn diese berufsmäßig ausgeübt wird und das Entgelt mehr als 450 Euro/Monat beträgt. Berufsmäßigkeit wird unterstellt, wenn die Beschäftigung für den Arbeitnehmer nicht von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung ist. Sie ist immer anzunehmen, wenn die Beschäftigungszeiten im Laufe eines Kalenderjahres 70 Arbeitstage bzw. drei Monate überschreiten. Bei den Beschäftigungszeiten werden alle Beschäftigungen angerechnet, in denen das Entgelt mehr als 450 Euro/Monat betrug.

Kommentar von SpringinKlee ,

Ich gehe davon aus, dass es dann aber nur den letzten Arbeitgeber mit der Sozialversicherungspflicht betreffen würde, bei dem ich dann zuviel arbeite, oder?

Kommentar von frodobeutlin100 ,

genau den - ab dem Überschreiten ....

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