Frage von nonepossibile, 98

Was passiert wenn ich bei der Versicherung zu niedrige Kilometeranzahl angebe?

Hallo Community, Ich habe mir ein neues Auto gekauft, jetzt haben sich auch durch neue Arbeitsstelle die jährlich gefahrenen Kilometer geändert. Dadurch erhöht sich doch aber mein Beitrag? Muss ich das angeben? Was passiert wenn ich das nicht tue?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DEVK, Business Partner, 41

Hallo nonepossibile,

erstmal Glückwunsch zum neuen Auto ;-)

Zu Deiner Frage: Natürlich solltest Du grundsätzlich die korrekte voraussichtliche Jahresfahrleistung angeben. Wieviel Du fährst beeinflusst ja auch wie wahrscheinlich ein Schaden eintritt und hat damit auch Einfluss auf den Beitrag den Du zahlen musst.

Wie Einige hier schon richtig festgestellt haben, kann bei einer falschen Angabe eine Nachberechnung im schlimmsten Fall ab Beginn des Vertrages erfolgen. Herauskommen kann das z.B. durch einen Tarifwechsel bzw. eine Vertragsanpassung oder einen Schadenfall.

Eine Versicherung kann allerdings niemals die Leistung nur aufgrund einer falsch angegebenen Fahrleistung verweigern!

Viele Grüße,

Saskia vom DEVK-Team

Antwort
von Apolon, 32

  Dadurch erhöht sich doch aber mein Beitrag? Muss ich das angeben?

Ja -    Du hast aber auch die Möglichkeit, wenn sich die Daten zu deinem Vorteil verändern dies dem Versicherer mitzuteilen und dann werden deine Beiträge ab dem Zeitpunkt reduziert.

 Was passiert wenn ich das nicht tue?

sorry - aber ich vermute mal nicht, dass du vorsätzlich die Daten dem Versicherer nicht angeben willst. Was man weiter dazu schreiben könnte, wirst du ja sicherlich schon vermuten.

Richtig ist zwar, dass der Versicherungsschutz trotzdem besteht. Bedeutet aber, wenn der Versicherer dies durch irgendeinen Umstand feststellt. Evt. bei einem Schaden, dass er die Beiträge rückwirkend ab Vertragsbeginn  erhöhen kann.  (Bei manchen Versicherungen wird dies aber erst ab dem Meldedatum oder Feststellungsdatum geändert, aber nicht wenn man Vorsatz unterstellen könnte). Es besteht dann aber auch die Möglichkeit, dass der Versicherer den Vertrag zum nächstmöglichsten Kündigungstermin kündigt.

Kommentar von nonepossibile ,

Natürlich nicht vorsätzlich, ich setze mich extrem ungern mit verwaltungstechnischen Dingen auseinander. Auch wenn es nichts kostet.

Habe mich telefonisch schon mit der Versicherung in Verbindung gesetzt, aber selbst das war schon stress für mich. Kann es auch gar nicht erklären warum.

Aber keine Sorge gebe alles korrekt an, wollte nur mal genau wissen was passiert wenn ich es nicht tue.

Antwort
von schleudermaxe, 19

Das Ergebnis kannst Du meist aus den Vereinbarungen (dem Versicherungschein) ersehen.

Meine berechnet den nicht geleisteten Beitrag nach und gut ist.

Andere brummen der lieben Kundschaft auch schon einmal eine Vertragsstrafe in Höhe eines Jahresbeitrages auf. Das sind dann schon manchmal 2.000,00 EUR, wie ich schon sehen durfte.

Antwort
von suzisorglos, 21

Ja, Du musst das angeben, da Du Dich per Vertrag verpflichtet hast, dem Versicherer die Änderung beitragsrelevanter Merkmale mitzuteilen. Da Du ja einen nachvollziehbaren Grund für die Änderung hast, ist es kein Problem, dies nun nachträglich dem Versicherer zu melden. Der Beitrag wird dann entsprechend der tatsächlichen Fahrleistung angepasst. Andersherum wäre das genau so unproblematisch - also wenn Du weniger fahren solltest, als zunächst angenommen würde der Versicherer ebenfalls den Beitrag korrigieren.

Antwort
von Joergi666, 55

solltest du angeben- die Differenz ist meistens nichts so extrem hoch. Im Schadensfall musst du sonst ggf. diesen Differenbetrag für alle Versicherungsjahre nachzahlen- der Versicherungsschutz bleibt aber bestehen.

Antwort
von Buerger41, 21

Auch wenn ich mich jetzt unbeliebt mache :-) -das mache ich meist am Aschermittwoch - , aber falsche Angaben zu machen, um die Prämienhöhe zu beeinflussen, ist ein Betrug im Sinne des §263 StGB und ist kein Kavaliersdelikt. Das Landgericht Kiel z.B. hat deswegen einem Autofahrer eine Freiheitsstrafe von 6 Monaten ohne Bewährung aufgebrummt.

Kommentar von Buerger41 ,

Die Fundstelle im StGB ist dem wiederholten Wunsch eines apolonischen Fachmanns geschuldet :D

Antwort
von holger1stone, 38

Wenn man weiss dass man mehr fährt muss man dies der Versicherung angeben und die Fahrleistung entsprechend anpassen lassen. Dies führt zu höherer Prämie.

Bei Versäumnis verliert man deswegen keineswegs den Versicherungsschutz und es hat keine Auswirkungen auf die schadenfreien Jahre.

Aber wenn man es versäumt die Fahrleistung rechtzeitig anzupassen (man weiss ja wenn man auf einmal mehr fährt als sonst..) und die Versicherung eine Überschreitung feststellt führt dies zu einer rückwirkenden Nachzahlung (je nach Versicherer zum aktuellen Jahr oder auch darüber hinaus).

Und bei ganz krasser Überschreitung kann zusätzlich auch eine Strafe in Höhe von meist einer Jahresprämie verhängen. Diese kann z. B. auch bei anderen Versämnissen verhängt werden wie der versäumten Meldung  z. B. Wegfall Beamtentarif, keine Garage mehr usw.

Solche Vertragsstrafen sind äußerst selten. Hab ich aber schon mal erlebt.

Kommentar von Apolon ,

 Und bei ganz krasser Überschreitung kann zusätzlich auch eine Strafe in Höhe von meist einer Jahresprämie verhängen. 

Diese kann z. B. auch bei anderen Versämnissen verhängt werden wie der versäumten Meldung  z. B. Wegfall Beamtentarif, .

Bitte um die entsprechende Rechtsquelle !!!

Gesetz oder Auszug aus den Versicherungsbedingungen !!!

Kommentar von holger1stone ,

AKB, also Vertrag. Man kann sowas auch in Wikipedia nachlesen:

"Zwar ist der Versicherer bei Falschangaben des Versicherungsnehmers zu den vereinbarten „weichen
Tarifmerkmalen“ nicht von der Leistungspflicht befreit, jedoch sind in
der Regel Vertragsstrafen bis zur Höhe der korrekten Jahresprämie vorgesehen."

In dem mir bekannten Fall (damals DBV Winterthur) waren es sogar zwei Jahresprämien als Strafe da der Vertrag noch so geregelt war. Aber wie erwähnt machen davon Versicherer nur äußerst selten Gebrauch.

Kommentar von holger1stone ,

Ich hab lustigerweise erst nachher geguckt wer fragte ;-) darum hier genau:

AKB AXA/DBV (hab jetzt nicht geschaut ob in allen Tarifen gültig):

"L.4.4 Haben Sie vorsätzlich unzutreffende Angaben gemacht oder Änderungen vorsätzlich nicht angezeigt und ist deshalb ein zu niedriger Beitrag berechnet worden, ist zusätzlich zur Beitragserhöhung eine Vertragsstrafe in Höhe eines Jahresbeitrags für das laufende Versicherungsjahr zu zahlen..."

Vorsatz wäre es nicht bei einem laufenden Vertrag zu vergessen dass man den öffentlichen Dienst verlassen hat. Wer aber immer wieder beim Neuantrag angibt er wäre noch im öffentlichen Dienst beschäftigt handelt vorsätzlich.

Manche Versicherer haben solche Strafen bereits nicht mehr in den AKB.

Kommentar von Apolon ,

Sorry - aber zwischen vorsätzlich und versäumte Mitteilung besteht nach meinem Rechtsempfinden ein gewaltiger Unterschied.

Oft wissen auch viele Kunden überhaupt nicht, dass ihnen noch der ÖD-Tarif zusteht.

Ich stelle auch heute noch oft fest, dass Kunden Nicht-ÖD-Tarife  bei anderen Versicherungsunternehmen haben, obwohl sie Anspruch auf den ÖD-Tarif haben. Daher vermute ich, dass auch viele Vermittler sich hier nicht auskennen.

Kommentar von holger1stone ,

Darum schrieb ich ja auch - wenn jemand was vergißt mitzuteilen passiert da nicht viel.

Wer dagegen bei einem Neuantrag Angaben macht die auch für den normalen Kunden von selbst leicht erkennbar unwahr sind ist das ohne Zweifel als Vorsatz zu werten.

Oder wie in dem von mir erwähnten Fall wo Fahrleistung 9.000 festgelegt war, aber Kunde über mehrere Jahre (ohne zwischenzeitliche Änderung des Vertrags) im Schnitt über 30.000 gefahren ist. Der Kunde konnte sich nicht auf Unkenntnis berufen.

Obwohl eigentlich der urspr. Vermittler damals generell alles mit 9.000 abschloss weil damals von den Versicherungen ja keiner genau hinschaute und wenn dann sowieso nix passiert. Meinte er..

In der Regel sind es tatsächlich eher die Vermittler die gar nicht nachfragen oder ungeprüft was vom Vorvertrag übernehmen. Der Kunde unterschreibt dann halt einfach.

Ausschließen kann man sowas nur wie z. B. bei der "Bayerischen" bei denen ohne Einreichung einer B-Bescheinigung (und zwar jedem Fahrzeug./Tarifwechsel vom Dienstherrn zum aktuellem Datum neu bescheinigt werden muss) nach ein paar Wochen automatisch zum teureren Normaltarif dokumentiert wird. Ist Verwaltungsaufwand...

Am besten ganz weg von den weichen Merkmalen wie es schon mal war bevor die Allianz damit anfing. Dann zahlen viele zwar wieder mehr, Rentner /Fahranfönger usw. aber wieder weniger. :-D

Antwort
von Ninombre, 49

Solltest Du schon angeben - nicht nur beim Unfall, sondern auch beim Wechsel des Versicherers kann die Differenz rauskommen.

Antwort
von Gandralf, 51

Genau weiß ich es nicht aber ich schätze mal das du evtl. nachzahlen musst wenn das raus kommt. Ist nur die Frage wie es raus kommen soll? Durch nen Unfall? 

Kommentar von kim294 ,

Genau dadurch.

Antwort
von Novos, 42

Dann werden Dir wohl im Schadensfall entsprechend Leistungsprozente abgezogen. Dazu wird die Versicherungsprämie angeglichen.

Kommentar von Apolon ,

 Dann werden Dir wohl im Schadensfall entsprechend Leistungsprozente abgezogen.

Was sind denn Leistungsprozente ???

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