Frage von goldeneye43, 120

Was passiert wenn der Fahrer nicht ermittelt werden kann?

Wenn die Polizei eine Fahrerermittlung durchführt und keine Auskunft vom Fahrzeughalter und von den Nachbarn bekommt. Was passiert dann? Beispielsweise hat ein freund von mir die Erfahrung gemacht dass bei ihm überhaupt keine Ermittlung durchgeführt wurde obwohl er mit 45 auserorts geblitzt wurde. Der Fahrzeughalter also sein Vater hat wohl sein zeugnisverweigerungsrecht "benutzt".. Führt die Polizei nur in bestimmten Sachverhalten eine Ermittlung durch?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Franticek, 79

Dein Freund ... wie lange ist das her? Ist die Verjährungsfrist bei ihm schon vorbei?

In seltenen Fällen kommt es vor, dass die Polizei den Fahrer wirklich nicht findet. Dann ist die Sache wirklich gegessen. Es gibt aber auch so einige Dinge, welche die Verjährung unterbrechen können. Wohnt man z.B. nicht an der angegebenen Adresse, dann wird oft die Frist unterbrochen zur Aufentshaltermittlung. Das ist nur ein Beispiel.

Sind Punkte im Spiel, mact man sich mehr Mühe zu ermitteln. Geht es um Fahrverbote, Entzug, um Probezeit usw, dann wird besonders intensiv ermittelt. Das Zeugnisverweigerungsrecht ist zweischneidig. "Da es sich um meinen Sohn handelt, mache ich von meinem Verweigewrungsrecht Gebrauch." Sagt jemand nichts, dann ist klar, in welchem kleinen Umkreis die richtige Person zu finden ist, man erleichtert der Behörde sogar die Suche.

Die Behörde hat aber die Möglichkeit, dem Halter dann ein Fahrtenbuch aufzuerlegen. Das hört sich einfacher an, als es tatsächlich ist. Man muß bei JEDER Fahrt VORHER den Startort und Kilometerstand eintragen sowie, wohin die Fahrt gehen soll. Hinterher zählt nicht, sonst könnte man zu leicht tricksen. Bei Kontrollen wird das auch grundsätzlich kontrolliert, ob es korrekt im Fahrtenbuch steht. Jeder Verstoß kostet dann empfindlich Geld. Das mag kein Halter.

Antwort
von claushilbig, 54

Ich denke, das hängt auch von der "Schwere des Vergehens" ab.

Ich bin z. B. als junger Mensch mehrfach mit kleinen Geschwindigkeitsüberschreitungen geblitzt worden. Der Wagen war auf meinen Bruder angemeldet, der hat jeweils von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch gemacht, und die Sache war damit erledigt. (Man hat ihm nur irgendwann angedroht, dass er ein Fahrtenbuch führen müsse, wenn das noch öfter vorkäme. In dieser Beziehung scheinen die Behörden inzwischen etwas strenger zu sein, also eher ein Fahrtenbuch anzuordnen, als zu meiner "Jugendzeit".)

Das waren aber jeweils "kleine Vergehen" - die Kosten für weitere Ermittlungen hätten wahrscheinlich die einzutreibende Geldbuße bei weitem überschritten (alleine eine Arbeitsstunde eines Polizisten kostet ja wohl erheblich mehr als die 15 Euro, die man bis 10 km/h zuviel zahlt), daher hat man da nichts weiter gemacht.

Bei 45 km/h zu viel hätte ich jetzt allerdings schon angenommen, dass da etwas weiter ermittelt wird, das ist immerhin mit 200 Euro und 2 Punkten belegt ...

Antwort
von Still, 46

Wenn der Fahrer deutlich jünger als der Halter ist, suchen die direkt nach Kindern. Ich habe 2 Söhne und die haben direkt den richtigen angeschrieben. Das kann man professionell oder erschreckend nennen ; - )

Antwort
von Andretta, 70

Wenn man Pech hat, wird man als Halter dazu verdonnert, künftig ein Fahrtenbuch zu führen. Was echt lästig ist. 

Wann die Polizei in welchem Umfang ermittelt, kann ich Dir leider nicht sagen. 

Antwort
von xaxa1202, 66

Je nach Schwere der Tat wird der Fahrzeughalter verpflichtet ab sofort ein Fahrtenbuch zu führen. Die Länge dieses Fahrtenbuchs ist ebenfalls abhängig von der Schwere.

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