Frage von ybbeR, 39

Was passiert wenn bei einer Mittäterschaft vom Plan abgewichen wird?

Huhu, ich sitze gerade in Strafrecht an einem Fall, bei dem es sich um Mittäterschaft handeln könnte, da T und M zusammen planen eine Rache auszuüben. Entgegen der Erwartung von M der nur mit einer Körperverletzung rechnet tötet T das Opfer jedoch. Wie behandele ich das? Breche ich die Prüfung ab und prüfe dann Beihilfe?

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von Jurasuppe, 22

Hi,

wenn der Fall simpel gehalten ist, wird wahrscheinlich ein Totschlag in Mittäterschaft an dem gemeinsamen Tatplan scheitern. M wollte das Opfer nur verletzen. Tötet T das Opfer nun einfach, so wird ein Mittäterexzess vorliegen. Ein Exzess des T ist M nicht zurechenbar.

Beihilfe zum Toschlag dürfte ebensowenig vorliegen, da hierfür ein Vorsatz für die Vollendung der Haupttat nötig, dafür war ein Vorsatz gerade nicht gegeben (u.U. Hemmschwellentheorie wenn Zweifel bestehen).

Einfach mal in einem Lehrbuch etwas genauer anschauen, falls gerade keines zur Hand ist empfehle ich "Hefendehl Mittäterschaft" zu googlen, da dürftest du auch fündig werden.

Viele Grüße, JS

Kommentar von ybbeR ,

danke, genau so hab ich es gelöst. Die Fallfrage ist wie sich T und M strafbar gemacht haben, aber M hat sich jetzt ja gar nichts zu schulden kommen lassen, oder?

Kommentar von Jurasuppe ,

Hi, war gerade einkaufen. Nunja die Köperverletzung, welche im Falle des T im Wege der Konsumtion zurücktritt, wurde mittäterschaftlich im Rahmen des gemeinsamen Tatplans begangen, diese ist auch M unproblematisch zurechenbar... Hat er da eigentlich auch einen Tatbeitrag erbracht? Ich denke aber der Fall soll so gelöst werden. Strafrecht AT Arbeitsgemeinschaft?^^

Viele Grüße, JS

Antwort
von smilenice, 9

Ich bin definitiv kein Experte, aber ich gebe trotzdem mal meinen Senf dazu.

Falls T bereits von Anfang an plante das Opfer zu töten, wäre es wohl zweifelsfrei Mord nach §211 StGB,denn eine Affekthandlung läge wohl nicht vor.

Da M anscheinend bei der Tat hilft, auch wenn ein anderer Ausgang erwartet wurde, macht er sich meiner Meinung nach der Mittäterschaft nach §25 StGB schuldig. Somit würde auch M als Mörder bestraft, schließlich haben er und T die Tat gemeinschaftlich begannen.

Falls der Mord nicht geplant war, die Tötung also im Affekt geschah, könnte hier dennoch die Mittäterschaft wegen des Totschlages angewandt werden.

Selbst wenn ihm die Mittäterschaft(en) nicht zur Last gelegt würde, wären da immer noch §227 und §18 StGB welche eine Körperverletzung mit Todesfolge behandeln. 

Auch hierfür könnte er der Mittäterschaft halber angeklagt und verurteilt werden.

So oder so denke ich dass die eine oder andere Mittäterschaft hier angewendet würde. 


Antwort
von Smexah, 33

Körperverletzung mit Todesfolge oder Mord? :P

Kommentar von ybbeR ,

haha weder noch ^^ist schon ein Totschlag war aber nicht geplant

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