Frage von fiskus666, 145

Was passiert mit Menschen ohne Freunde?

Hallo,

jeder Mensch braucht ja Freunde oder jemanden zu reden. Was passiert mit Menschen die z.B. als jugendliche durch irgendwelche Vorfälle immer alleine ohne Freunde sind und sich nie wieder sozialisieren können obwohl sie es gerne könnten. Stumpft man da nach einiger Zeit ab und gewöhnt sich ans alleine sein? Oder ist das bei jedem anderst?

Antwort
von Yuurie, 83

Manche Menschen brauchen immer Leute um sich herum, manche nicht.

Die meisten Menschen tendieren eher zur extroversion. Das sind Menschen, die viel und gerne Menschen um sich haben, nach deren Bestätigung, Anerkennung und Aufmerksamkeit suchen, mit Menschen generell kein Problem haben und schnell das Gefühl von Einsamkeit haben, wenn sie für eine längere Zeit alleine sind.

Dann gibt es wiederum die introvertierten Menschen (dazu gehöre ich auch), die Menschen auf Dauer anstrengend sind und daher viel Zeit und Ruhe für sich brauchen (allein sein zu wollen hat auch nichts mit Einsamkeit gemein).
Ausnahmeleute sind die, bei denen man sich in deren Nähe wohl fühlt (gute Freunde, Partner/in, enge, vertraute Familienmitglieder).

Dann gibt es auch die Menschen, die einfach nur Pech mit Freundschaften haben und an ganz miese Leute gekommen sind und nicht den Eindruck haben, überhaupt richtige Freunde zu haben...

Aber ist man im Grunde einsam? Ich sage nein. Wenn man sich genauer umsieht, ist man es nie. Und wenn man sich dennoch so fühlt, was spricht denn dagegen, neue Menschen kennenzulernen?

Kommentar von EinTypEben ,

Stimme ich 100% zu. Super Antwort

Kommentar von Yuurie ,

Das freut mich, danke! :)

Antwort
von Schattentochter, 42

War bei mir so bis vor vier Jahren (bin jetzt 22) - ich bin nicht abgestumpft. Aber ich habe Depressionen und eine Angststörung und bin in Therapie - aber nicht lebensunfähig oder Ähnliches. Bloß... leicht zu verängstigen mit dem Gedanken, etwas zu tun, das wieder zu Einsamkeit führt.

Es hängt von vielen Variablen ab, wie sich das auswirkt.

Ist man bloß alleine, oder wird man gemobbt?
Hat man in der Familie Sicherheit oder ist es dort genauso schlimm?
Hat man generell soziale Interaktion (bei mir war's z.B. Geigenunterricht), oder kann man buchstäblich drei Tage leben, ohne ein einziges Wort von sich zu geben?

Das Alles und mehr hat einen massiven Einfluss darauf. Und natürlich, wie der Mensch an sich gestrickt ist - manche stumpfen ab, andere werden noch sensibler, die Möglichkeiten sind vielfältig.

Antwort
von Timoteus1234, 44

Hey Fiskus666,

also da ich selbst nie enge Freunde hatte (nur so Schulfreunde mit denen man mal was in der Pause gemacht hat) bin ich sehr zurückhaltend geworden (introvertiert). Ich war nie einsam, aber es hat doch etwas gefehlt. 

Ich habe echt mehrere Jahre gar nichts mehr mit Freunden gemacht und war die meiste Zeit nur am PC, was ich jetzt nach diesen Jahren auch merke, weil ich mich kaum mit Leuten richtig unterhalten kann. Das liegt aber auch daran, dass ich Stress bedingtes Stottern entwickelt habe und ich dadurch kaum noch reden wollte, weil es mega peinlich war.

Mittlerweile Stottere ich kaum noch, habe aber starke Depressionen und bin halt sehr Introvertiert. Mittlerweile habe ich zwar ein paar gute Freunde, aber es ist leider zu spät. 

Kurz: Ich konnte immer alleine sein und es war auch nie schlimm für mich. Nur nach ein paar Jahren merkt man halt das man sich nicht mehr so gut in die Gesellschaft integrieren kann. 

Mfg Timo 

PS: Das mit dem alleine sein, hat auch was mit meiner Depression zu tun, aber nicht nur deswegen habe ich die Depressionen bekommen.

Antwort
von 2AlexH2, 77

Viele sind als Jugendliche durch irgendwelche Vorfälle alleine, einige erleben zusätzlich schreckliches. Dies hinterlässt Spuren. (ZB Kriege). Viele dieser Menschen sind heute teils reich, mit grosser Familie......

Vor allem in jungen Jahren ist man sehr robust und kann sich wieder von vielem erholen.Spätestens im Job, lebt und arbeitet man in einer Gemeinschaft.

Antwort
von relevant, 63

Wenn man die Frage so weit spinnt, dass so ein Mensch tatsächlich auch im weiteren Verlauf des Lebens ohne Freunde bleibt. Ist das Leben unter Umständen nicht lebenswert. Da muss man aber schon viele Annahmen treffen und Dinge voraussetzen, die evtl. nicht realistisch sind oder nur selten vorkommen.

Da gibt es aber in deiner Beschreibung ein Widerspruch. 

"und sich nie wieder sozialisieren können obwohl sie es gerne könnten"

Ich nehme an das zweite "könnten" sollte ein "wollte" sein. 

Im Wollen liegt das Geheimnis. Wer es ehrlich will, der schafft es im Leben Dinge zu realisieren.

Antwort
von WienMeidling, 72

ich habe seit meinen 25ten lebensjahr keine freunde mehr,der grund dafür ist weil die meisten davon den titel "Freund" nicht verdiehnt haben,eher ausnützer oder falsche schlangen.

Antwort
von Nube4618, 56

Man kann damit gut leben. Zu wissen, dass der einzige Mensch, auf den man sich verlassen kann man selbst ist. Man gewöhnt sich daran, alleine zu sein, und leidet deshalb auch nicht deswegen, ist halt normal. 

Umso schöner, wenn es sich später, vielleicht erst nach Jahrzehnten, ergibt, dass man doch echte Freunde, oder einen Lebenspartner findet. 

Antwort
von MrNoReason, 72

eine grundeinsamkeit hat bestimmt jeder. wie ausgeprägt diese ist kommt aber auf das individuum an.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community