Frage von MuttiSagt, 74

Was passiert mit einer Rückauflassung im Grundbuch, die bereits ihren Zweck erfüllt hat?

Vor ca 20 Jahren kauft Familie A ein Grundstück x . Bzw die Hälfte davon. Da das zum Zeitpunkt der Verkaufes noch nicht geteilt werden konnte, kommt das so in Grundbuch. Dann wird Grundstück X und Y geteilt und y , also das Stück von Familie A erhält eine neue Flurstücknummer. Die Rückauflassungvormerkung bleibt aber    zu Lasten Grundstück x, vermutlich weil sich keiner die Mühe macht, das zu löschen. Familie A ist mittlerweile verzogen, Grundstück Y mehrfach verkauft worden. Der Eigentümer von Grundstück x verstirbt und hinterlässt das Grundstück mir. So, wie bekomme ich nun das Grundbuch " sauber" ? Oder bleibt das bestehen und somit ist das Grundstück völlig wertlos?

Antwort
von Ronox, 40

Mir ist noch nicht ganz klar was nun eingetragen wurde und wie der aktuelle Grundbuchstand aussieht, aber für die Löschung einer Vormerkung, um die es hier wohl geht, wird die Löschungsbewilligung des Berechtigten, hier also der Familie A und ein Löschungsantrag des Eigentümers oder Berechtigten benötigt. Von alleine geschieht das natürlich nicht.

Kommentar von MuttiSagt ,

Das heißt ohne Einverständnis von Familie A geht da gar nichts?

Kommentar von Ronox ,

Sie ist Berechtigter eines im Grundbuch eingetragenen Rechts. Das kann nicht einfach ohne die Bewilligung des Berechtigten gelöscht werden, ausser das Erlöschen des Rechts und damit die Unrichtigkeit des Grundbuchs ist nachgewiesen. Das ist bei Vormerkungen aber kaum möglich. Näheres könnte man nur mit Grundbuchausdrucken sagen.

Kommentar von MuttiSagt ,

Den Grundbuchausdruck hab ich

Antwort
von ErsterSchnee, 29

Erstmal Antrag auf Löschung stellen.

Antwort
von kabbes69, 31

So ganz versteh ich das noch nicht. A kauft eine Teilfläche von Grundstück 1, ok. Auf Grundstück 1 , aber zu dem Zeitpunkt im Eigentum von B  kommt  üblicherweise eine AV. Grundstück 1 wird geteilt in 2 und 3. A lässt Grundstück 2 auf sich auf, wird Eigentümer., die AV bei B wird gelöscht. Grundstück 3 bleibt bei B. 

 zum Zeitpunkt des Verkaufes von Grundstück 2 lässt sich B im Eigentum von A eine RückAV eintragen, warum auch immer. Dann wirst du eine Löschungsbewilligung von B benötigen. Besorg dir die Kaufverträge  von damals. ( Vertrag und Auflassung). 

Kommentar von MuttiSagt ,

Was heißt AV? Und, es gibt nur 2 Grundstücke nicht 3

Kommentar von MuttiSagt ,

B ist gestorben, A ist seit Jahren fortgezogen!

Kommentar von kabbes69 ,

AV bedeutet Auflassungsvormerkung (wird u.a. beim Kauf einer unvermessenen Teilfläche eingetragen) und ist zu unterscheiden von einer RückAuflassungsvormerkung. Diese lässt du dir nur eintragen, wenn du mir etwas verkauft und es unter bestimmten Bedingungen wieder zurück haben möchtest. 

Flurstück 1 wird  nach der Vermessung geteilt in 2 neue Flurstücke und davon erhält jedes eine neue Nummer. Du könntest auch sagen 1/2 und 1/3. Das könnte nun für dich interessant sein, um in deinem  Grundbuchauszug die Reihenfolge zu bestimmen. Wenn meine Theorie stimmt, müsste das BewilligungsDatum der Eintragung von Grundstück 2 gleich dem Datum der Eintragungsbewilligung der RückAV sein und du müsstest jetzt A sein!

Ich würde dir immer noch empfehlen den Vertrag mit Datum der Bewilligung der RückAuflassungsvormerkung zu besorgen. 

a) weil auch Rechtspfleger nur Menschen sind und Fehler machen können, was sie aber nicht zugeben werden [sorry Ronox ;-)]. Also musst du es beweisen können. Evtl. wurden  die Anträge damals bereits gestellt und im Grundbuch nicht vollzogen.  Oder 

B) das Recht wurde abgeschrieben, aber nicht rot unterstrichen, das würde

C) einem Bänker nicht unbedingt auffallen und

D) könnte das Recht durch den Verkauf von Flurstück 3 und/oder den  Wegzug von B evtl gegenstandslos sein. 

Such dir jemand der einen Grundbuchauszug bis ins Detail versteht.

evtl einen Notar. 

Antwort
von Gustavolo, 30

Mutti:

Es ist eher unwahrscheinlich, dass sich 20 jahrelang niemand die Mühe gemacht haben sollte, das Grundbuch um eine gegenstangslose Eintragungenzu "bereinigen". Allein bei einer Beleihung wäre die Vormerkung als "Hindernis' aufgefallen.

Was du einsehen solltest  ist

1)  der Vertrag (die Eintragungsbewilligung), in dem vor 20 Jahren die Rückauflassungsvormerkung bestellt wurde,

2) einen vollständigen Grundbuchauszug neuesten Standes.

Vielleicht war die Vormerkung zeitlich befristet und ist durch Zeitablauf mittlerweile gegengstandslos geworden.

Solltest du nicht weiterkommen, empfehle ich, die Hilfe eines Notars in Anspruch zu nehmen.

Warum sollte das mit der Rückauflassungsvormerkung belastete Grundstück nach deiner Meinung völlig wertlos sein?

Kommentar von MuttiSagt ,

1. es ist nicht unwahrscheinlich sondern Fakt 2. der Grundbuchauszug ist neu 3. weil ich grad bei der Bank war

Kommentar von Gustavolo ,

Mutti:

Folglich besteht nach so lange Zeit das Recht aus der Vormerkung  immer noch. Du hast Rat bei der Bank eingeholt. Somit dürfte sich meine Empfehlung erübrigen. Von der Bank hast du sicherlich auch den Wertersatz nach § 92 ZVG erfahren.

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