Frage von Zauberermagicer, 32

Was passiert mit einer Gesellschaft in der alles zur Ware wird Was sind die Konsequenzen?

Hab ich mich gerade gefragt.. Was meint ihr und bitte mit stichhaltigen Argumenten

Antwort
von berkersheim, 8

Nun sind solche Fragen an eine marxistische Definition von Ware gebunden. Da der Marxismus diesbezüglich keine Lösungen außer dummen Sprüchen gebracht hat, sollte man sich mal fragen, ob es je anders war. Dazu sind vertieftere Geschichtskenntnisse eine Voraussetzung. Alle Generationen vor der Industrialisierung - mit Ausnahme der je Herrschenden - wären froh gewesen, sie wären bei Tauschgeschäften überhaupt gefragt worden. Als die hessischen Söldner an die Englische Krone verkauft und in die USA zum Sterben geschickt wurden, hat keiner einen Tauschhandel mit ihnen abgeschlossen: Die sind befohlen worden. Vor dieser Zeit bist du als armer Bauer geboren worden und als solcher gestorben. Ganz wenige Ausnahmen gab es im Mittelalter im kirchlichen Dienst, soweit es im Ämterhandel Platz dafür gab. Und wer zurückschaut, war die Sklaverei unter den Römern bereits milder als unter den Griechen und in Zeiten davor, wie z.B. im Alten Testament beschrieben.

Das Leben ist Ware und will erarbeitet werden. Wenn unser Wohlstand so groß geworden ist, dass wir da schon ein Fragezeichen dransetzen, dann hat uns die kulturelle Entwicklung weit gebracht. Erst durch den gesellschaftlichen Austausch sind wir so weit gekommen. Was wir gesellschaftlich tauschen und was wir uns privat vorbehalten ist immerhin in vielen Fällen bereits unsere Wahl - aber nur in den Wohlstandsländern. Frag mal in Brasilien, wer da welche Wahl hat. Frag mal in Afrika. Wie es aussieht, haben wir den Wohlstandszenit überschritten. Millionen Menschen in der Welt sehen das nämlich anders und drängen nach Deutschland. Es steht eine neue Völkerwanderung ganz neuer Art vor uns. Dann wird erst mal der Wohlstand in die Breite verteilt und Deine Frage stellt sich vorläufig erst gar nicht. Vielleicht in 100 Jahren. Die Römer vor den Germaneneinfällen hätten sich so um 400 n.Chr. auch nicht vorstellen können, dass ihr Lebensstandard erst wieder in über 1.000 Jahren erreicht würde.

Antwort
von PurpurSound, 13

Da muss man sich nur fragen was man unter "ware" versteht und was das gegenteil davon ist. Dann überlegen was die folgen davon sind wenn dieses gegenteil nicht mehr existiert...

Antwort
von UnitatoIsLife, 30

sry wenn ich da etwas plump rangehe ohne groß drüber nachzudenken aber leben wir nicht in solch einer Gesellschaft 

Antwort
von Rosenblad, 8

Der Mensch wird zum quantifizierten (kapitalisierbaren) Objekt und verliert seine Subjektivität die im Glauben an die Gleichsetzung von Identität und (Wert-voller) "Warensubjektivität" dann allerdings neu performiert werden kann

oder:

"Weil du es dir wert bist" 

(Anm.: Ähnlichkeiten mit bekannten Werbeaussagen sind nur zufällig und nicht beabsichtigt)

Antwort
von Harkness1995, 21

Die Konzequenzen sind dass sich alles nur noch um handel spielen wird bzw um geld...es wird nix mehr aus nächsten liebe geschehen und man will nur noch vermarkten und verkaufen...ganz einfach der soziale Anteil wird bei uns komplett abgeschafft und somit auch der Sozialstaat. Es wird der Kapitalismus in seiner totalitären Form siegen, "Money over all"....

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