Frage von Veganita, 24

Was passiert mit den Abfallstoffen bei der Plastikverwertung?

Antwort
von SGUHardy, 11

Kommt darauf an.

Plastikverwertung umfasst ein ganz breites Spektrum von Entsorgungsverfahren.

Hängt vor allem davon ab, welcher Kunststoff sich im Einzelnen hinter dem allgemeinen Begriff "Plastik" versteckt, wie sauber er ist und in welcher Größe er anfällt.

Im einfachsten Fall wird der Plastikabfall "einfach" verbrannt und dann nur der Heizwert des verbrennenden Plastik genutzt. (Der ist etwa so hoch wie der der gleichen Menge Erdöl!)

Alte Joghurtbecher (Beispiel für kleinteilige Plastikabfälle) aus der Sortierung weden geschreddert (zerkleinert) und in Hochöfen eingeblasen, wo sie sowohl Heizwert, als auch Kohlenstoff als Reaktionspartner liefern.

Größere Plastikteile aus dem gelben Sack werden einzeln aussortiert und wieder eingeschmolzen. Nutzung dann als Werkstoff z. B. für Gebrauchsgegenstände aus Recyclingkunststoff.

Gilt auch für größere (!) Folienstücke.

PET Flaschen (die mit dem gelben Punkt) werden gequetscht (im Laden) geschreddert, (ab hier oft im Ausland!) eingeschmolzen und zu anderen Gegenständen weiterverarbeitet. Deinen neuen Plastikkleiderbügel kannst Du letztes Jahr als Flasche schon mal in der Hand gehabt haben ;-)

Bisher sehr, sehr wenig gemacht, kann Plastik auch mit chemischen Verfahren wieder in seine ursprünglichen Bestandteile zerlegt, diese dann gereinigt und anschließend wie Neuware wieder für neues "Plastik" genutzt werden.

Reiner Plastikabfall, z. B. direkt aus der Herstellung von Neuware, kann auch direkt wieder eingeschmolzen werden.

Und dass war bis jetzt nur eine Auswahl an möglichen Verfahren!

Kommentar von Veganita ,

Ist es nicht so dass bei der Plastikverbrennung auch giftige Dämpfe entstehen können? Was geschieht damit? Was passiert mit den Abbauprodukten bei dem Recycling? Es ist doch sicherlich so, dass beim Recycling auch giftige Abfallstoffe entstehen. 

Kommentar von SGUHardy ,

Kommt wieder drauf an.

Je nach Kunststoffart entstehen keine oder auch ganz schön kritische Dämpfe. Reines Polyethylen und -propylen verbrennen sogar sauberer als Erdöl. Polyvinylchlorid hingegen erzeugt beim Verbrennen unter anderem Dioxine und Furane - und das ist giftig.

Eine moderne (!) Müllverbrennung kann das aber so beherrschen, dass die Luft aus dem Kamin außer CO2 und Wasser, die bei jeder (!) Verbrennung entstehen, nur sehr geringe Umweltbelastungen frei werden.

PVC-haltigen Abfall (z. B. auch in Form von Anhaftungen an lackiertem Holz) im eigenen Kamin zu verschwelen (verbrennen kann man das nicht wirklich nennen) ist eine reine Dreckschleuder!

Außerdem werden in Deutschland alle entsprechenden Recyclinganlagen von der Behörde überwacht, so dass die immer vorhandenen Umweltbelastungen in der Nähe dieser Anlagen nicht nennenswert erhöht sind.

So weit Beispiele zur Verbrennung.

Beim stofflichen Recycling entstehen wegen der dabei herrschenden niedrigen Temperaturen nahezu garkeine Dämpfe, schon garkeine irgendwie besonders Schädlichen.

In so weit ist stoffliches Recycling immer besser als einfaches Verbrennen.

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