Frage von Maaxx96, 67

Was passiert mit dem Geld, das die EZB den Banken gibt?

Die EZB kauft ja im Rahmen ihres Anleihenkauf Programms nun 80 Mrd an Staatsanleihen und Unternehmnsanleihen und die Banken können sich soviel Geld wie sie wollen zu 0 Zinsen leihen. Nun besteht ja saß Angebot aber die Nachfrage ist nicht gegeben. Also was machen die Banken mit dem Geld und kommt es in der Realwirtschaft an?

Antwort
von Mrnobody7, 31

Das ist gegenwärtig das Problem:

Die Kreditvergabe der Banken hat nahezu gar nicht auf das Zinsumfeld (insbesondere in Deutschland) reagiert.Und wird es meiner Ansicht nach auch nicht.

Was du noch nicht bedacht hast: Auch Nicht-Banken (also z.B. Versicherungen, Pensionsfonds, Privatkunden) halten Anleihen, die sie verkaufen können. Und die Banken brauchen die Staatsanleihen außerdem als Sicherheit, um überhaupt Geld von der Zentralbank zu bekommen. (Einfach so auf Zuruf bekommt keine Bank Geld!)

Wohin geht das Geld nun?

1.) Cash wird gehortet auf dem Konto
2.) Bargeld wird gehortet unter dem Kopfkissen oder im Großraumtresor (Die Allianz hat kürzlich genau das angekündigt)
3.) Asset-Price-Inflation (Umschichtung in Aktienmärkte und Immobilien... hast sicher mitbekommen, dass sowohl der DAX deutlich höher steht, als auch die Mieten/Hauspreise kräftig steigen)
4.) Abwanderung in andere Währungen (was aber wiederum zu 1./2./3. führt)

Punkt 3 ist am signifikantesten.

Die ganze Kohle wird produktiv nicht in der Realwirtschaft ankommen, weil die Regierungen mit der Verweigerung von Reformen und sogar Rücknahme von Reformen (siehe Deutschland mit Mindestlohn) keine Rahmenbedingungen setzen, damit unternehmerisches Handeln im Euroraum sinnvoll ist und Geld gebraucht wird. Viemehr füttern wir gerade die nächste Blase (Anleihepreise, Aktienpreise, Immobilienpreise), welche irgendwann platzen wird.

Antwort
von FrageSchlumpf, 19

Also die Banken legen das Geld wieder zu -0,40 % ( in Worten : mimus null komma vier Prozent ! ) bei der EZB an. Hier kann man sich mit etwas Mühe die Zahlen raussuchen :

http://www.ecb.europa.eu/stats/monetary/res/html/index.en.html

( Data on daily liquidity conditions ).

Ansonsten sind leider ein paar Irrtümer im Umlauf.

Dieses Zentralbankgeld "fließt" keinesfalls an die Aktienmärkte. Es ist ja weiter vorhanden. Aktienmärkte "absorbieren" niemals Geld.

Dieses Zentralbankgeld ist auch keine "Alternative" zu Krediten. Die steigenden Beträge in der Einlagenfazillität sind also kein Indiz, dass sich die Banken weigern, Kredit an Kunden zu geben.

Antwort
von Smartdude, 32

Eine Bank wird in der Regel nur Kredite weitergeben, wenn sie davon ausgehen, dass das Geld auchzurückgezahlt werden kann. Von diesen zahlungskräftigen Kunden ist die Nachfrage derzeit eher auch gering, da sie ja selbst nicht wissen, ob sie das Geld sinnvoll einsetzen können. Auch beim derzeitigen Zinsniveau.

Antwort
von soissesPDF, 10

Nichts, das Geld wird schlicht in ein Schwarzes Loch geworfen.

Was gern übersehen wird, die Gesamtverschuldung von Staaten/Banken/Unternehmen und Verbrauchern beläuft sich in der Eurozone auf 448 % der Jahreswirtschaftsleistung (in Deutschland 228%).

Das Geld wurde in früheren Jahren verfrühstückt, zuerst und vor allem von den Banken, siehe Finanzkrise.
Der Staat rettete die Banken und verschuldete sich noch mehr, als jemals zuvor seit dem zweiten Weltkrieg, siehe Schuldenkrise.

http://www.amazon.de/Euroland-Ein-M%C3%A4rchenland-ist-abgebrannt/dp/061584751X/...

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