Frage von EineNettePerson, 193

Was passiert im Krankenwagen nach einem Unfall (Suizidversuch)?

Hallo. Ich bin zurzeit daran eine Geschichte zu schreiben bei der der Charakter nach einem Selbstmordversuch ohnmächtig wird und im Krankenwagen wieder zu Bewusstsein kommt.

Mein Frage lautet: Was genau passiert eigentlich im Krankenwagen nach so einem Vorfall? Ich möchte so gut es geht auf die Umgebung, das Verhalten der Personen und auch auf ihr Äußerliches eingehen. Wie wird sie behandelt?

Danke schon mal im Vorraus!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DorktorNoth, 63

Die Frage ist nicht unbedingt einfach zu beantworten, da das medizinische Vorgehen von mehreren Faktoren abhängig ist. Das meiste einer solchen Behandlung passiert ja auch vor dem Transport im Krankenwagen, also z.B. in der Wohnung des Patienten. Da ist ja dann auch ncoh wichtig, ob aus der Ich-Pespektive geschrieben ist und der Charakter erst ab dem Zeitpunkt  alles mitbekommt (und es somit erzählt wird), wenn er wach wird, oder ob du auch schon die Notfallbehandlung an sich mit berichten möchtest.

Der Einfachheit halber fasse ich mal die Notfallbehandlung ab dem Eintreffen der Rettungskräfte so neutral wie möglich in Bezug auf Ort und Suizidmethode zusammen:

Bei einer gemeldeten Bewusstlosigkeit wird in der Regel ein Rettungswagen (RTW) mit zwei Notfallsanitätern/Rettungsassistenten und ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) mit einem Notfallsanitäter/Rettungsassistent und einem Notarzt zum Einsatz geschickt. Bei Ankunft wird das Team zunächst darauf achten, dass es sich nicht selbst gefährdet (z.B. bei Suizid durch Kohlenmonoxid). Kann eine Gefahr verneint werden, untersucht man zunächst die Vitalfunktionen, also die lebenswichtigen Grundfunktionen des Körpers (Bewusstsein-Atmung-Kreislauf). Dazu erfolgt unter anderem eine klinische Untersuchung (Abtasten, Abhören, Schmerzreiz setzen um nach Reaktionen zu schauen, falls eine normale Ansprache keine Reaktion ergibt) sowie eine apparative Untersuchung (Blutdruck, EKG, Pulsoxymetrie zur Bestimmung des Sauerstoffgehalts im Blut). Sind die Vitalfunktionen gestört, wird bedarfsgerecht behandelt. Bei starkem Blutverlust (durch Aufschneiden der Pulsadern, z.B.) würde man einen Druckverband anlegen und Infusionen verabreichen. Bei Störungen der Atmung (z.B. bei tiefer Bewusstlosigkeit durch Medikamentenvergiftung) wird man eine Notfallnarkose und künstliche Beatmung einleiten. Außerdem kann bei einer Intoxikation nach Rücksprache mit der Giftnotrufzentrale unter Umständen eine frühzeitige Giftelimination mittels Aktivkohle oder spezifischer Gegengifte erfolgen (z.B. bei Opiat-Vergiftungen oder Alkylphosphaten). Manche Vergiftungen äußern sich auch durch Herzrhythmusstörungen, denen eventuell medikamentös entgegen gewirkt werden kann. 

 Sind die lebensrettenden Maßnahmen getroffen, wird man in den Rettungswagen gebracht. Dies geschieht bei Bewusstlosen üblicherweise auf einem Tragetuch (eine Art Plastikplane mit Griffen, auf die der Patient gelegt wird) oder mit einem Spineboard. Nur in wenigen Treppenhäusern ist genug Platz, um mit der Rolltrage direkt neben den Patienten zu fahren. Im Rettungswagen angekommen wird bedarfsgerecht weiter behandelt. Immer wieder werden verschiedene Messwerte erhoben und darauf reagiert. Notarzt und ein Sani/Assistent fahren hinten beim Patienten mit, die anderen beiden Leute fahren die beiden Autos. War der Patient bewusstlos, muss zunähst von einer potentiellen Lebensgefahr ausgegangen werden, so dass man sicher eine Notaufnahme und keine Psychiatrie anfahren wird. In manchen Bundesländern kommt zu einem Suizid auch prinzipiell die Polizei dazu, die unter Umständen den Transport begleitet, das ist aber wie gesagt unterschiedlich.

Die Umgebung im Rettungswagen hast du gefragt. Ja, da schaust du am besten mal bei Google nach Innenaufnahmen eines RTW. Da sieht man ganz gut, wie es da drinnen so aussieht. Weiße, glatte Oberflächen, an der Wand meist medizinische Geräte wie Monitoreinheit, Beatmungsgerät, Absaugeinheit, zwei Typen in Uniform, die auf ausklappbaren Stühlen rechts und links der Trage sitzen und von denen mindestens einer meist auf einem Einsatzprotokoll schreibt, Piepstöne vom EKG, ab und zu ein Alarmsignal, wenn das Gerät eine Bodenwelle als Notfall fehlinterpretiert. Der Patient liegt mit dem Kopf in Fahrtrichtung auf der Trage, fährt also rückwärts, man weiß nicht wo es hingeht, es schaukelt ziemlich, im Hintergrund immer Tatütata. Wie die Rettungskräfte aussehen lässt sich auch leicht bei Google rauskriegen, da gibt es zig Variationen von Uniformen. Insgesamt wird es im RTW wahrscheinlich nicht sehr hektisch zugehen, da die meiste Arbeit ja bereits in der Wohnung bzw. bei der Auffindestelle getan wurde. Der Pateint wird immer mal wieder angeschaut, angefasst udn angesprochen, eventuell gibt man ein Medikament nach, wechselt eine Infusionsflasche oder rückt irgendwas zurecht.

Wenn der Charakter im RTW wach wird, hat er jedenfalls keine Notfallnarkose, das heißt, dass er nicht tief bewusstlos sondern nur so weit weggedämmert war, dass er/sie noch normal geatmet hat und gute Schutzgeflexe (Husten, etc) hatte. Da kann ich mir eigentlich nur ne Tablettenintoxikation vorstellen, die dann bekämpft wurde, was z.B. bei Benzodiazepinen oder Opiaten ganz gut machbar ist. Ehrlich gesagt habe ich sehr selten erlebt, dass jemand nach einem Suizidversuch richtig weg war, mir dann im RTW wach wurde und auch noch so weit orientiert war, dass er das ganze als richtige GEschichte wahrnehmen konnte. Aber das liegt natürlich ein wenig in deiner künstlerischen Freiheit ;-)

Ich hoffe, ich konnte helfen. Viel Spaß beim Schreiben

Kommentar von Youareme ,

Respekt viel wissen steckt schon

Antwort
von FragoDrago, 70

Hey ENP

So leicht lässt sich deine Frage leider nicht beantworten. Es sind ganz viele verschiedene Faktoren für das jeweilige geschehen zuständig. 

Nehmen wir mal als Beispiel, dein Charakter führt diesen Suizidversuch mit Medikamenten durch, dann kann er ja ohne groß drüber nach zu grübeln erstmal schon mal durch 2 Gründe wieder zu sich kommen:

  1. Zu niedrige Dosierung
  2. Von den Sanitätern bereits erfolgreich zurückgeholt.

Nun bei (1) würde er denke ich mal unerwartet aufwachen, da man ohne Bluttest die Dosierung als dritte Person nicht genau abschätzen kann. Wir gehen jetzt natürlich davon aus, dass dein Character alles genau geplant hat.

Er/Sie nahm also die Medikamente und nach einigen Minuten hieß es Goodbye. Nun stellt sich die Frage wann dein Character gefunden wird und von wem. 

Direkt von einem Sanitäter oder von einer Person welche sich nur Ansatzweise mit erste Hilfe oder vielleicht gar nicht mit erste Hilfe auskennt. Dann kommt es darauf an, welche Rettungsmaßnahmen getroffen werden.Ein Sanitäter kann natürlich besser reagieren als jemand der vielleicht gerade mal oder sogar gar nicht den Erste Hilfe Kurs belegt hat. 

Nach denn Rettungsmaßnahmen vor Ort kommt der Notarzt und das Krankenwagenteam. Die Fachmännische Rettung beginnt. Wacht der Patient nun unerwartet auf, obwohl man davon ausgeht das er nicht von alleine aufwacht, wird man ihn/sie denke ich versuchen ruhig zu stellen. Also ich meine jetzt nicht ins Koma schießen, sondern mit einem Medikament beruhigen. Wenn man den Patienten abschießt, denke ich ist das Risiko da,, dass der Patient noch schwerer zu retten ist, da der Patient ja bereits eine Überdosis Medikamente im Körper hat, welche eine Bewusstlosigkeit herbeigeführt haben. Das will man denke ich vermeiden.

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Wurde der Patient jedoch von den Sanitätern bereits erfolgreich zurückgeholt, denke ich auch nicht dass man ihn wieder wegschießt. Das wäre denke ich Kontraproduktiv. Man wird den Patienten wahrscheinlich auch dann beruhigen, jedoch läuft das alles besser kontrolliert ab. 

Im Grunde kann man eigentlich nur sagen, dass es wie ich oben angedeutet habe ganz viele verschiedene Faktoren gibt, welche das beeinflussen. Das kann man nicht auf 100% sagen. Jede Situation ist einzigartig, ob sie nun gut ist oder schlecht. 

Ich bin leider nicht so der Experte bei diesem Thema, möchte dir aber den Rat geben einfach mal bei einer Rettungswache in deiner Nähe oder in einem Krankenhaus zu fragen. Ich denke wenn die Sanitäter dort Zeit haben dann werden die das wohl mit dir durchsprechen. Wichtig ist hierbei zu wissen, was beim Suizidversuch gemacht wurde:

  1. Aufgehängt
  2. Messer oder Schußwaffe (ja es haben schon Leute einen Kopfschuss überlebt)
  3. Medikamente
  4. und viele andere Variationen.

Ich wünsche dir nun viel Erfolg bei deiner Geschichte....

....lieben Gruß...

FragoDrago

Kommentar von Phonemia ,

Das stimmt leider nicht. Wegschließen! in jedem Fall, da die Person eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellt und - wenn allein - sogar zwangseingewiesen wird. Gibt sehr virtuose Rechtssprechungen und ganze Vereinsgründungen zu diesem Thema. In jedem Fall geht es erst einmal ins Krankenhaus. Je nach Schwere der Verletzung eben erst die Intensivstation oder gleich die Psychatrie.

Kommentar von FragoDrago ,

Wo habe ich den geschrieben, dass die Person NICHT weggeschlossen wird oder NICHT ins Krankenhaus eingeliefert wird? LG FragoDrago

Antwort
von Patrickson, 73

Zuerst wird klar gestellt ob der patient tatsächlich nicht mehr ansprechbar ist. Es wird gefragt was geschen ist, ob medikamente oder drogen im spiel sind, wenn ja möglichst welche. Gleichzeit wird dem patienten eine infusion meistens nacl 0.9 iv angehängt. Die pupillenreaktion wird mittels lampe kontrolliert. Blutdruck und puls werden gemessen und ständig überwacht. Je nach art des suizidversuches werden medikamte gespritz verbände gemacht usw. Evtl.wird reanimiert mit herzmassage, beatmung, sauerstoffzufuhr, deffibrilator. Bis das alles gemacht ist ist man meistens unterdessen im spital angekommen. 

Kommentar von Patrickson ,

Ja nach dem herscht hektik im krankenwagen. Beim patienten im abteil sitzt meistens ein notfallarzt und ein notfallpdleger/schwester, welcher den arzt in der behandlung unterstützt. Es kann vorkommen, dass eine anwesende pezugsperson des patienten mitfahren kann, sofern sie die behandlung nicht stört. Vorne sitzt natürlich der fahrer des wagens. Es kann ganz ordentlich hin und herschwanken im wagen, aber nicht allzusehr. Meistens wird versucht den patienten zuerst einmal am ort des geschehens zu "stabilisieren" und dann wird er in den wagen getan und abgefahren. Im spital kommt er sofort in die notfallabteilung oder es muss eventuel gleich operiert werden. 

Antwort
von Joann3001, 50

Guck vllt mal auf Streife 😂❤Da werden manche Fälle nachgespielt , was aber echt mal passiert ist.

Kommentar von DorktorNoth ,

Ja, aber es sollte doch realistisch sein, da ist "auf Streife" mal echt nicht das richtige

Antwort
von moonrox, 62

Bei einem Suizidversuch ist davon auszugehen, dass auch ein Notarzt hinzugezogen wird. Der übernimmt die Leitung, auch im Rettungswagen. Den Notarzt würde ich erwähnen. Zum Ablauf im Rtw kann ich aber leider (zum Glück) nichts sagen.

Kommentar von LittleMistery ,

Es kommt nicht immer ein Notarzt.

Sei froh darüber, dass du es nicht weißt . 

Die Antwort ist nicht böse gemeint. Wollte nur gerne zu deiner guten Antwort kommentieren.

Kommentar von DorktorNoth ,

Bei der Meldung "Bewusstlose Person" kommt aber immer ein Notarzt

Kommentar von LittleMistery ,

Bei mir war weder bei solchen Versuchen, noch bei normaler Bewusstlosigkeit ein Notarzt bei. Wahrscheinlich beschäftigt, oder DorktorNoth?

Kommentar von moonrox ,

So ist auch mein Kenntnisstand. Danke für die Info.

Kommentar von moonrox ,

Bedenklich. Aber wie gesagt, Notarzt sollte in genannten Fällen dabei sein, da es zu Eingriffen und Maßnahmen (Medikation usw.) kommen kann, die - wenngleich auch top ausgebildet - Rettungssanitäter nicht durchführen dürfen. Aber eine Reform diesbezüglich ist wohl auf den Weg gebracht.

Antwort
von ApfelTea, 61

Da du nichts zur Art und Vorgang des Suizidversuchs sagst, kann man dir auch nicht sagen, wie ein Arzt drauf reagieren würde. Es ist eben Situationsabhängig.

Antwort
von derhandkuss, 45

Es kommt immer drauf an, was (aus medizinischer Sicht) vorher vorgefallen ist. Wurden Unmengen an Tabletten geschluckt, wird der Magen ausgepumpt und der Kreislauf stabil gehalten. Bei großem Blutverlust wird natürlich darauf eingegangen.

Bei Bedarf werden dem Patienten Medikamente bezüglich seiner psychischen Situation verabreicht (z,B. Beruhigungsmittel).

Antwort
von Andrastor, 16

Im Krankenwagen (und bevor die Person dort hineinkommt) wird erste Hilfe geleistet, je nach Art des Selbstmordversuchs fällt diese verschieden aus.

Antwort
von ASRvw, 52

Moin.

Wie wird sie behandelt?

Auf welche Art und Weise hat sie ihren Suizidversuch verübt? Die Erstversorgung / Stabilisierung hängt maßgeblich davon ab, was vorgefallen ist. Pauschal lässt sich das nicht beantworten. Und ich werde hier nicht auf tausend mögliche Varianten eingehen. Also musst Du schon ein paar mehr Details liefern, wenn Du eine adäquate Antwort haben willst.

- -
ASRvw de André

Antwort
von Phonemia, 56

Im Vorfeld "stürmen" Polizei, Notarzt und Feuerwehr die Wohnung des Betreffenden. Dann kommt es auf die Art und Weise des Suizids an. Hat die betreffende Person Tabletten geschluckt, wird im Regelfall heutzutage mit Kohletabletten behandelt. Ist Schwerwiegenderes geschehen, ist die Person gar nicht ansprechbar. Hier ist dann für die "Story" entscheidend, ob Du personell oder auktorial schreibst. Im Regelfall werden immer lebensrettende Maßnahmen eingeleitet. Überprüfung des Puls, Herzfrequenz etc. Handelt es sich um "Versuchten Selbstmord" sitzen alle schweigend im Wagen, bis man in der Notaufnahme vorfährt. Hier wird man dann direkt zur notärtzlichen Psychaterin überwiesen. Es folgt ein Aufnahmegespräch und ggfs. die Weiterleitung an Station XYZ. Hier kommt es wirklich darauf an, WIE der Selbstmord verübt worden ist, unabhängig davon, ob betreffende Person aufwacht.

Kommentar von Phonemia ,


Station XYZ hängt davon ab, ob Du "noch" suzidal" bist - dann folgt die Fixierung/medikamentöse Behandlung oder die Weiterleitung an eine geschlossene Station. Entsprechender  Befundbericht wird natürlich unmittelbar nach Ankunft des Notarztpersonals an das zuständige Krankenhaus übermittelt, der zunächst die Entscheidungsgrundlage darstellt. Ist der Suizid durch "blutige" Taten verübt worden, geht es zunächst zur Intensivstation (ggfs. ebenfalls mit Fixierung).

Hab alles durch! Rückfragen per PM



Kommentar von LittleMistery ,

Tut mir Leid, aber das meiste was du hier schreibst ist nicht ganz richtig.

Antwort
von LittleMistery, 27

Es liegt dran was für ein Versuch. Schreib mal mehr Details und am Ende würde ich den Teil der Geschichte gerne lesen.

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