Frage von Stilleswasser94, 85

Was passiert - Straftat nach dem StGB?

N'Abend :)

Mal ein kleiner fiktiver Fall für euch:

Mal angenommen ein User umgeht (teils unbewusst) Gebühren einer Plattform (insgesamt geht es um ca. 40€). Der Plattformbetreiber zeigt den User wegen Betrug an. Nun ist es bei dieser Plattform aber nicht der erste Fall, sondern einer von vielen hunderten. Dies weist auf ein schlecht laufendes System hin.

Gegenwärtig läuft ein weiteres Verfahren gegen den User (auch Betrug), welches aber sehr wahrscheinlich eingestellt werden wird - er ist unschuldig.

Der User ist 23 Jahre alt.

Mit welcher Strafe hat User zu rechnen?

Dankeschön

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Antwort
von SoDoge, 41

In ersterem Fall will der User unschuldig sein, im zweiten Fall sollen die Handlungen teilweise unbewusst sein. Das ist ggf. auch nach Ansicht der Staatsanwaltschaft zweifelhaft und je nach dem Ergebnis des Verfahrens und sonstigen Details, die dabei eine Rolle gespielt haben, kann sich der erste Fall strafschärfend auf den zweiten auswirken. 

Führt das erste Verfahren wider Erwarten also zu einer Verurteilung und wird der User später also doch als Wiederholungstäter zur Verantwortung gezogen, kann das anders ausgehen. 

Das Erwachsenenstrafrecht wird angewandt, der Betrug wird nach §§ 263 StGB mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Nachdem es hier mit 40€ eher geringwertig ist, gehe ich von einer Geldstrafe aus. 

Der Betroffene sollte sich auf jeden Fall anwaltlichen Rat suchen, auch da diese Antwort hier keinesfalls einen Ersatz für eine Rechtsberatung darstellen soll.

Übrigens, die Umstände, dass der Betreiber seine Seite offenbar nicht vernünftig sichert und es zu hundertfachem Betrug kommt, ändern nichts an der Erfüllung des Tatbestandes im Einzelfall. 

Kommentar von Stilleswasser94 ,

Kann sich der erste Fall wirklich strafschärfend auswirken, wenn der User unschuldig ist und es sich um eine Diskussion mit einem anderen User (der die Anzeige erstattet hat) handelt?

Kommentar von SoDoge ,

Es wird jetzt davon ausgegangen, dass das Verfahren eingestellt wird. Kommt es aber doch (!) aus welchen Gründen auch immer zu einer Verurteilung, ist die jetzige Sache schon der zweite Betrug und wie gesagt, als Wiederholungstäter hat man grundsätzlich schlechtere Karten. Wird das erste Verfahren wegen bewiesener Unschuld eingestellt, sollte es deswegen keine weiteren Probleme geben.

Kommentar von Stilleswasser94 ,

Und was wäre, wenn der User noch einen Verjährten Diebstahl auf seinem "Konto" hat, den er in seiner Jugend begegangen hat? Kann etwas verjährtes auswirkungen haben?

Kommentar von Stilleswasser94 ,

Aber mehr als eine Geldstrafe ist sehr unwahrscheinlich ?

Antwort
von Messkreisfehler, 43

Lässt sich nicht pauschal beantworten.

Von Einstellung des Verfahrens über Strafbefehl bis zu Gerichtsverhandlung mt Geldstrafe ist alles möglich.

Kommentar von Stilleswasser94 ,

Kommt eine Freiheitsstrafe auch in Frage? Was müssten da für Komponente zusammen spielen?

Kommentar von Kreidler51 ,

Bei 40 Euro wird es keine Freiheitsstrafe geben.

Antwort
von Kreidler51, 38

Sollte er verurteil werden bestimmt das Strafmaß der Richter ist immer von - bis.

Kommentar von Stilleswasser94 ,

Weißt du welche "Art" von Betrug es in diesem Fall wäre?

Kommentar von Kreidler51 ,

Betrug ist Betrug. Was dass ist kannst du Google

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