Frage von DP1978, 47

Was muss man in Deutschland beachten, wenn man Heimarbeitsplätze mit Bezahlung nach Stückzahl schaffen will?

Ich arbeite gerade an einem Kickstarter-Projekt, wo ich einen Artikel verkaufen möchte, der in Deutschland zusammengebaut werden soll. Natürlich könnte ich den Zusammenbau auch in Fernost machen lassen, aber ich möchte damit hier in Deutschland Arbeitsplätze für die Menschen schaffen, die aus körperlichen Gründen (Wie z.B. Querschnittslähmung) oder persönlichen Gründen (Wie z.B. Erziehung) nur von Zuhause aus arbeiten können. Diesen würde ich dann alle Gerätschaften zur Verfügung stellen und nach Stückzahl bezahlen, damit sie in ihrem normalen Tagesablauf nicht eingeschränkt sind.

Nun muss ich dabei hier in Deutschland sicher einiges an Gesetzen und Auflagen beachten!

Was muss ich beachten? Wie und wo muss ich diese Arbeitsplätze anmelden und versteuern? Wo finde ich diese und weitere Informationen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von thlu1, 26

Es sind schon namenhafte Arbeitgeber mit Stücklohn in die Schlagzeilen geraten. Beispiel Mr. Wash. Hier wurde ein Stücklohn pro gereinigten PKW bezahlt und gleichzeitig Anwesenheit verlangt. Während eines starken Winters waren die Mitarbeiter über 8 Stunden für 0 Euro anwesend, weil keine PKW gekommen sind.

Solche Dinge solltest du prüfen lassen, ob so etwas bei dir passieren kann. Dann kommst du u.U. in Konflikt mit dem Gesetzgeber.

Kommentar von thlu1 ,

Google sonst mal nach Mindestlohn, Entsendegesetz oder vielleicht sogar beim Zoll.

Kommentar von DP1978 ,

Die Mitarbeiter müssen nicht aus dem Haus. Ich sorge dafür, dass die Materialien zu den Mitarbeitern gelangen und hole die fertigen Teile im Anschluss auch wieder ab.

Was ist jedoch, wenn zeitweise viel Nachfrage ist und dann zeitweise so gut wie keine Nachfrage? Muss ich eine Mindeststückzahl pro Monat garantieren?

Ich möchte ja langfristig Arbeitsplätze schaffen und nicht nach dem Prinzip Hire&Fire arbeiten.

Kommentar von thlu1 ,

Das müsste ich selbst noch mal nachlesen. Ich vermute, dass Heimarbeit hier noch wieder anders behandelt wird, weil du hast bei Heimarbeit ja die Möglichkeit deine Zeit auch anders zu nutzen. Kritisch ist da eher die Frage, ob es realistisch möglich ist, in der kalkulierten Zeit die Arbeit zu erledigen. Beispiel Hotelgewerbe, wo die Mitarbeiter nach abgearbeiteten Zimmern bezahlt werden. Hier berechnet man glaube ich einen sogenannten Effektivlohn, weil die Leute aufgrund ihrer Arbeitszeit plötzlich doch unter den Mindestlohn gefallen sind. Du siehst, das Thema ist höchst kompliziert.

Antwort
von AntwortMarkus, 24

Auch bei stücklohn ist zu beachten,  dass bei normaler Arbeitsgeschwindigkeit  der Mindestlohn eingehalten wird.

Kommentar von DP1978 ,

Das könnte etwas schwierig werden, da die Arbeitsgeschwindigkeit ja von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist. Mein erster Gedanke zum Berechnen des Stücklohns war, dass ich 50 Einheiten selber fertige und dabei die zeit Stoppe. Dann teile ich die Zeit durch die 50 Einheiten und rechne das so auf eine Stunde um, dass man problemlos auf 10€ bis 12€ pro Stunde kommen kann.

Nun stellt sich mir an dieser Stelle die Frage, wo ich Schwierigkeiten bekommen kann, wenn jemand einfach handwerklich ungeschickt und total langsam ist. Oder wenn der sich beim Fertigen vom Fernsehen so ablenken lässt, dass er kaum etwas schafft. Da kann ich dann ja nichts für.

Kommentar von Messkreisfehler ,

Nun stellt sich mir an dieser Stelle die Frage, wo ich Schwierigkeiten bekommen kann, wenn jemand einfach handwerklich ungeschickt und total langsam ist... dass er kaum etwas schafft. Da kann ich dann ja nichts für....

Doch, das ist dein unternehmerisches Risiko.

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