Frage von YSamuelBerger, 44

Was muss man bei einer Bildserie beachten (Fotografie)?

Wir müssen ein Sheet zum Thema Bildserie gestalten Was eine Bildserie ist hab ich schon aber... Was muss man beachten wenn man so eine Bildserie aufnimmt Blende, Zeit, ISO Motiv..

Antwort
von ASRvw, 10

Moin.

Das kommt darauf an, was Du unter einer Bildserie verstehst. Leider wird dieser Begriff für unterschiedliche Aufnahmetechniken verwendet und vielfach auch eine Belichtungsreihe unter einer Bildserie verstanden. Bei der Belichtungsreihe sind die Belichtungsparameter wichtig. In der Regel macht man dort drei oder fünf Aufnahmen von einem statischen Motiv. Die erste mit korrekter Belichtung, sowie eine oder zwei jeweils um eine bzw. zwei Stufen unter- und überbelichtet. In der entsprechenden Nachbearbeitung werden dann meist durch Tone-Mapping oder Fusion daraus HDR-Aufnahmen erstellt.

In der Sportfotografie meint eine Bildserie eine Reihenaufnahme von einem dynamischen Motiv, wobei der Fotograf sowohl statisch als auch selbst dynamisch sein kann. Bei der statischen Variante soll ein sich bewegendes Objekt an einem bestimmten Punkt abgelichtet werden. Man wählt einen bestimmten Punkt (Hintergrund) aus, startet die Reihenaufnahme, kurz bevor das Objekt diesen Punkt erreicht hat und beendet sie, kurz nach dem das Objekt den Bereich verlassen hat. Meist behält man hier am Ende nur die eine Aufnahme, auf der das Objekt am richtigen Punkt ist und verwirft den Vor- und Nachlauf. Wichtig sind hier vor allem die richtige Auswahl von Blende und Verschlusszeit.

Bei der dynamischen Variante erstellt man eine Reihenaufnahme, bei der man dem bewegten Objekt mit der Kamera folgt, sogenanntes Mitführen. Ziel ist, die Bewegung abzulichten. Wichtig sind hier eine kurze Verschlusszeit, ein schneller und präziser Servo-Autofokus und ein Stativ.

Neben diesen schnellen Bildserien gibt es auch langsame, Stichwort Time-Lapse. Die Kamera ist in der Regel statisch und wird in einem bestimmten, sich wiederholenden Zeitintervall für jeweils ein Einzelbild ausgelöst. In der Nachbearbeitung entstehen dann aus diesen Einzelbildern kurze Filmsequenzen, z.B. als animiertes GIF. Die Auslöseintervalle reichen hier von etwa einer Sekunde, über Minuten und Stunden bis hin zu einer bestimmten Tageszeit die täglich abgelichtet wird. Die korrekte Parametrisierung der Bilder hängt hier vom Zeitintervall ab. Bei kurzen (Sekunden, Minuten) und sehr langen (ein Mal täglich) verwendet man feste Parameter für eine gleichbleibende Bildkomposition. Bei mittleren Intervallen (Stündlich über ein oder mehrere Tage) müssen vor allem die Belichtungsparameter dynamisch sein, um zu große Hell-Dunkel Unterschiede zu vermeiden.

Darüber hinaus kann unter einer Bildserie auch eine Serienaufnahme mit extrem langen Intervallen verstanden werden. Z.B. die Ablichtung eines bestimmten Motivs im Wechsel der Jahreszeiten. Die Schwierigkeit liegt hier vor allem in der korrekten Ausrichtung. Für den richtigen Effekt muss sich das Hauptmotiv stets an der gleichen Stelle des Bildes befinden. Das erfordert bei jeder Aufnahme den gleichen Standort, den gleichen Winkel, die gleiche Brennweite und die gleichen Parameter hinsichtlich Blende, ISO und Verschluss. Besonders schwierig wird es, wenn man für einen Jahreszeitlichen Effekt nur ein Bild jeweils im Zenit der jeweiligen Jahreszeit erstellt, also nur ein Bild alle 3 Monate. Königsklasse wird es, wenn das Hauptmotiv hier nicht in der Bildmitte, sondern auch noch dem goldenen Schnitt folgend im Bild platziert abgelichtet werden soll.

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ASRvw de André

Antwort
von dervogtler, 27

Kommt drauf an, was für eine Bildserie. Wenn ich (Motor) sportfotographie betreibe, möglichst kleine blende, um ein bokeh ums Auto herum zu erzeugen, sehr kleine Verschlusszeiten. ISO kommt wirklich auf die Kamera und Lichtverhältnisse an.
Bei einer Zeitraffer muss man wieder anderes beachten...

Kommentar von YSamuelBerger ,

Danke mehr wollte ich nicht wissen ^^

Kommentar von mloeffler ,

Das eine offene Blende also eine kleine Blendenzahl z.B. f1.7 eine schöne Hintergrundunschärfe (Bokeh) mit sich bringt ist zwar richtig. Allerdings kann ein Foto eines Rennautos, Flugzeuges o.ä. bewegten Objektes mit sehr kurzzer Belichtungszeit unnatürlich eingefrohren wirken. (stehende Räder, Propeller, ...)

Oft ist es schöner mit einer etwas längeren Belichtungszeit und dafür geschlossener Blende zu arbeiten. z.B. f8 Damit bekommt man etwas mehr Toleranz um das bewegte Objekt scharf zu bekommen und durch Mitziehen erhält der Hintergrund eine Bewegungsunschärfe, die den Eindruck der Geschwindigkeit verstärkt. Außerdem muss man sich bei den in der Sportfotografie verwendeten langen Brennweiten meist sowieso keine Gedanken über zu viel Schärfentiefe machen.

Kommentar von mloeffler ,

achso. Siehe Beispielbild als gesonderte Antwort.

Antwort
von mloeffler, 13

Als Bildserie bezeichnet man im Allgemeinen eine Anzahl Aufnahmen, die in Irgendeiner Form das gleiche Thema haben. Ob der Zusammenhang darin besteht, dass es sich um verschiedene Aufnahmen zu einem Thema, oder immer das gleiche Objekt in verschiedenen Perspektiven, Umgebungen, Formaten, Lichtsituationen u.s.w. handelt oder um Aufnahmen die sich in der Aufnahmetechnik ähneln aber völlig verschiedene Dinge abbilden ist dabei nicht relevant. Eigentlich macht die Idee des Fotografen die Serie zur Serie. 

Etwas anderes sind Serienbilder, die in schneller Folge aufeinanderfolgend geschossen werden. Sie machen bei einem sich bewegenden Objekt Sinn. Je schneller die Bewegung ist, desto kürzer muss die Belichtungsszeit sein um das Objekt ohne Bewegungsunschärfe abbilden zu können. Eine Kurze Belichtungszeit erfordert aber bei gegebenen Lichtverhältnissen eine große Blende (Gefahr von Unschärfe in der Tiefe) oder eine hohe Empfindlichkeit (Gefahr von Bildrauschen)

Antwort
von Fox1013b, 20

Eine Bildserie ist nicht zu verwechseln mit einem Reihenbild. Bei einem Reihenbild wird für gewöhnlich auf den Auslöser gedrückt und die Kamera schießt mehrere Fotos bei gleichen Einstellungen. Eine Bildserie kann auch zu verschiedenen Zeiten aufgenommen werden, mit komplett unterschiedlichen Einstellungen, Optiken, Belichtungen. Da ist es wichtig, dass sie Fotos nur im Zusammenhang stehen, z.B. immer das gleiche Model in unterschiedlichen Posen oder ein Haus einmal morgens, mittags, abends oder nachts aus dem gleichen Winkel etc...

Antwort
von GanMar, 27

Blende, Belichtungszeit und Empfindlichkeit spielen eher eine Rolle bei einer Belichtungsreihe.

Antwort
von mloeffler, 6

zur Veranschaulichung meines Kommentars auf die Antwort von dervogtler

Blende: F10 Belichtungszeit 1/200 Sek. ISO-200 Brennweite 270mm, Redbull Airrace Lausitzring 04.09.2016

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