Frage von WhiteRunner, 137

Was muss man bei der Berufsunfähigkeitsversicherung angeben?

Hallo zusammen,

ich brauche bezüglich Berufsunfähigkeitsversicherungen mal einen Rat... vielleicht kennt sich ja irgendwer damit aus? :D

Im Internet habe ich gelesen, dass man vor Vertragsabschluss einer BU einer geneuen Prüfung unterzogen wird, wenn man bereits psychotherapeutisch behandelt wurde und dies beim Antrag angegeben hat. So hat man dann schlechte, bis keine Chance eine BU abzuschließen. Ich habe auch schon von Fällen gehört, die aus einer Versicherung komplett ausgeschlossen wurden, weil sie in den letzten 5 Jahren eine Therapie gemacht haben.

Laut Angaben im Internet muss man alles zu seiner Krankheitsgeschichte der letzten 5 Jahre (bei stationärem Krankenhausaufenthalt auch der letzten 10 Jahre) angeben.

Nun zu meinen Fragen:

1) Heißt das, dass ich, wenn ich in den letzten Jahren eine Psychotherapie gemacht habe oder ein paar Stunden beim Psychologen genommen habe, eigentlich nur warten muss, bis ich 5 Jahre lang keinen Psychologen mehr besucht habe, um eine BU abzuschließen?

2) Wenn zum Beispiel folgendes Szenario wäre: Ich bin ein Manager für Finanzen, habe in der Vergangenheit eine Psychotherapie gemacht und einige verschriebene Physiotherapie-Stunden wegen Handgelenken und Schulter genommen. Dann besuche ich bewusst 5 Jahre Lang keinen Arzt oder Psycho-Dok. Nun stelle ich meinen BU-Antrag, in dem ich bewusst keine Angaben mache, weil ich ja nur die Krankheitsgeschichte der letzten 5 Jahre, in denen ich ja nachweislich keinen Vorfall hatte und nicht beim Arzt war, machen muss. Nach BU-Vertragsabschluss, indem explizit erwähnt ist, dass ich Leistungen erhalte, sobald ich meinen derzeitigen Beruf nicht mehr ausüben kann, mache ich dann wieder eine Psychotherapie. (Ps. Muss man dass auch nach Vertragsabschluss noch angeben)

Und wenn ich dann irgendwann man wegen eines Burnouts meinen Beruf nicht mehr ausüben kann, würde die BU dennoch die volle Leistung bringen? (Weil Theoretisch gesehen habe ich ja alles richtig gemacht..)

Ich weiß, es ist etwas lang geschrieben, dennoch hoffe darauf, dass jemand mir hiermit mehr Infos geben kann. :)

Vielen Dank schonmal..

Antwort
von wilees, 83

Lies Dich in des Thema - Ausschlüsse bei BU ein.

Auswirkung von Vorerkrankungen auf den Abschluss einer ...

www.wegweiser-berufsunfaehigkeitsversicherung.de/artikel/id/9 

Berufsunfähigkeitsversicherung Psychotherapie

https://www.berufsunfähigkeitsversicherungen-testsieger.de/berufsunfaeh...

Wenn Gesundheitsfragen nicht den Tatsachen entsprechend beantwortet wurden, so besteht eine Anzeigenpflichtverletzung. Die Versicherungsgesellschaft hat dann insbesondere in schweren Fällen das Recht, 

vom Vertrag zurückzutreten

die bereits gezahlten Beiträge einzubehalten 

die gegebenenfalls begonnene Rentenzahlung zu stoppen. 

Beispielsweise haben arglistige und vorsätzliche Falschangaben bei den BU-Gesundheitsfragen eine Verjährung erst nach bis zu zehn Jahren.
Werden dem Versicherer die Falschangaben innerhalb dieser Frist
bekannt, so kann er Konsequenzen ziehen. Allerdings sollten
Antragsteller auch nicht mehr preisgeben als tatsächlich gefragt wird. Hier ist es sehr wichtig, auf Formulierungen zu achten.

 
Antwort
von RudiRatlos67, 59

1. die allermeisten BUV stellen die Frage nach Psychologischen "Behandlungen" nicht über einen Zeitraum von 5 Jahren, sondern über den Zeitraum der letzten 10 Jahre.

2. alle Fragen sind wahrheitsgemäß bei Antragstellung zu beantworten. Der Versicherer kann dann frei entscheiden ob er das Risiko einkauft oder nicht.
Bei Antragstellung wird der gesundheitliche Status Q festgestellt. Später auftretende Krankheiten sind versichert.... Das ist ja der Sinn der Versicherung. Lediglich Änderungen des Rauchverhaltens müssen je nach Gesellschaft nachträglich angegeben werden. Es genügt die Fragen wahrheitsgemäß zu beantworten. Ein Ärztliches Zeugnis ist nur selten erforderlich und dessen Kosten können, müssen aber nicht vom Versicherer übernommen werden.

3. Die wahrheitsgemäße Beantwortung der Gesundheitsfragen nach bestem Wissen und Gewissen stellt die rechtssichere Basis einer BUV dar. Im Zweifelsfall lieber mal den Arzt fragen ob eine relevante Erkrankung innerhalb oder außerhalb des Abfragezeitraums lag. Falsche Angaben sind eine vertragliche Obliegenheitsverletzung und lassen den Versicherer im Schadensfall leistungsfrei ausgehen und begründen die fristlose Kündigung aus dem Vertrag. (Kündigung bedeutet in dem Fall: gezahlte Beiträge gehören der Versicherung, Leistung muss jedoch nicht erbracht werden)

4. Alternativen: neben der Erwerbsunfähigkeitsversicherung gibt es weitere wirkungsvolle Möglichkeiten sich gegen Berufsunfähigkeit abzusichern, die ich aber nur auf private Anfrage beantworten werde.

Antwort
von kevin1905, 61
  • Zu 1) Im Grunde schon, nur was ist wenn die in der Zeit was anderes passiert, nebst deinem steitigen Älterwerden, was den Vertragsschluss behindern oder erschweren kann? Meist aber dennoch die sinnvollste Lösung, da im Grunde alle Versicherer bei psyschichen Erkrankungen ein rotes Tuch schwenken.
  • Zu 2) Ggf. sind zwischen Anstragstsellung und Antragsannahme durch den Versicherer neu auftretende Beschwerden nachzumelden. Das ergeht aus den AVB des Versicherers.
  • Alles was vor dem abgefragten Zeitpunkt liegt ist nicht antrags- oder leistungsrelevant.

Ich rate dir bei einem derart beratungsintensiven Produkt wie einer BUV die Hilfe eines darauf spezialisierten Maklers in Anspruch zu nehmen.

Allein die anonyme Risikovorabanfrage an mehrere in Frage kommende Versicherer kann goldwert sein.

Antwort
von herja, 59

Hi,

gute, aber nicht alle Berufsunfähigkeitsversicherer sehen in den Anträgen vor, dass der Gesundheitsstatus maximal für fünf Jahre in der Vergangenheit offengelegt werden muss – nur bei Krankenhausaufenthalten und psychischen Erkrankungen reichen die Fragen gelegentlich zehn Jahre
zurück. Ist dieser Zeitraum abgelaufen, sind Sie nicht mehr zur Angabe
der gesundheitlichen Beschwerden verpflichtet.

Ps: Physiotherapie und Psychotherapie sind zwei ganz verschieden Dinge.

Kommentar von DerHans ,

Es gibt durchaus Fragen, die lauten: "Wurden JEMALS......."

z.B. bei Alkohol- und Drogenmissbrauch

Antwort
von Dickie59, 24

HAllo,

du hast hier schon ausreichend Antworten bekommen. Bei Makler, der in der Vermittlung von BU Versicherungen Erfahrungen hat, sollte konsultiert werden.

Es gibt immer wieder mal Sondertarife im markt, es wäre zu prüfen ob da einer passt.

Eine Manipulation der Gesundheitsprüfung, gerade im psychischen Bereichist aussichtlos, auch wenn die eine oder andere Rechtssprechung auch mal zugunsten des Versicherten bei psychsischer Erkrankung ausfiel.

Beste Grüße

Dickie59

Antwort
von Apolon, 43

@White Runner,

bei jeder Antragstellung zu einer BU-Absicherung muss man die gestellten Fragen wahrheitsgemäß beantworten.

Und dazu zählt auch jeder Arztbesuch. Auch die Ausstellung eines Rezeptes durch einen Arzt muss angegeben werden.

Beispiel: es gab mal den letzten Besuch beim Psychologen in 2010. Medikamente wurden allerdings noch bis 2013 eingenommen. Dann ist der Zeitraum von 5 Jahren noch nicht beendet, denn die Behandlung dauerte ja schließlich bis 2013.

Daher ist es ratsam, einen Antrag auf eine BU-Absicherung über einen Versicherungsvermittler zu beantragen.

Dieser geht dann die gestellten Fragen Wort für Wort mit dir durch und füllt den Antrag für dich aus.

Ergänzend wird dann auch noch ein Beratungsprotokoll erfasst, was u.U. später im Schadensfall wichtig sein könnte.

Gruß N.U.

Kommentar von DerHans ,

Und ein Vermittler (egal in welcher Position) haftet dann auch für die Richtigkeit des Angebots.

Antwort
von Harald2000, 35

BU-Versicherungsfall aus psychischen Gründen so gut wie aussichtslos (obendrein ist Burn-out noch nicht mal eine gesicherte Diagnose nach ICD).

Antwort
von steefi, 57

Geh einfach mal davon aus, daß so eine Versicherung Nicht zahlen will, das heißt selbst wenn Du es schaffst und die nehmen Dich versuchen die dann alles zu tun, um Nicht zu zahlen wenn Du Geld willst. Wenn die dann feststellen, daß Du schon Vorerkrankungen hattest, die Du denen nicht angegeben hast werden die die Zahlung verweigern. Dann klag mal vor Gericht gegen eine Versicherung mit top Anwälten.

Wenn Du Dich super vorbereitest, klappt es vielleicht, aber die Versicherung wird kämpfen.

Kommentar von DerHans ,

Die Fragestellung beinhaltet ja bereits jetzt den Betrugsversuch.

Kommentar von steefi ,

Ich habe weder ein Frage gestellt, noch ein Betrugsversuch beschrieben.

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Versicherung, 72

Bei einer Psychotherapie ist eine BU praktisch nicht mehr möglich.

Natürlich kannst du das auch nicht einfach verschweigen. Da kannst du dir das Geld gleich sparen.

Du sprichst selbst Burn-Out an. Das könntest du ja später jederzeit behaupten. Wer soll da das Gegenteil beweisen?

Im Leistungsfall wird selbstverständlich dein gesamtes Vorleben durchleuchtet, bevor du eine Rente bekommst.

Kommentar von Apolon ,

 Bei einer Psychotherapie ist eine BU praktisch nicht mehr möglich.

Ich bin nicht deiner Meinung.

Es kommt darauf an, weshalb diese Psychologische Behandlung war.

Beispiel: vor vielen Jahren stießen bei einer Flugschau in Ramstein - Nato-Flugplatz zwei Flugzeuge zusammen. Feuer regnete vom Himmel. Es gab viele Tote und Verletzte. 

Ich sah dies zum Glück aus der Ferne, da ich mich noch auf der Autobahn Richtung Flugplatz befand.

Danach habe ich noch einige Berufssoldaten wie auch Polizeibeamte die damals auch von Psychologen behandelt wurden, versichert.

Gruß N.U.

Kommentar von DerHans ,

Ich habe ja auch nicht geschrieben, dass es vollkommen ausgeschlossen ist.

Aber wer in jungen Jahren "burn-out" Syndrom zeigt, und das verschweigen will, sollte es tatsächlich ganz lassen.

Dann ist das weg geworfenes Geld

Kommentar von Apolon ,

@derHans,

 Aber wer in jungen Jahren "burn-out" Syndrom zeigt, und das verschweigen will, sollte es tatsächlich ganz lassen.

Warum sollte er darauf hinweisen, wenn im Antrag dies gar nicht abgefragt wird ?

burn-out kann auch durch ganz normalen Stress ausgelöst werden.

Und weshalb sollte dann nach einiger Zeit eine BU nicht möglich sein ?

Kommentar von DerHans ,

Es gibt auch jede Menge Ärzte, die sagen, dass ein "Burn-out Syndrom" gar nicht gibt.

Aber darum geht es bei dieser Frage ja gar nicht.

Hier will jemand eine Gesundheitsprüfung manipulieren. Das geht zu fast 100 % nach hinten los

Antwort
von cireball, 65

Du musst expliziet darauf achten, dass du genau das beantwortest, was die Versicherung fragt. Und das musst du dann auch wahrheitsgemäß angeben. Ich denke, dass die eher allgemeiner fragen, z.B. haben Sie jemals Psychologen aufgesucht. ... Überlege genau, bei welchen Ärzten du warst, welche Beschwerden du bei den Ärzten geäußert hast und und und. Es ist sehr wichtig, weil im Fall eines Ausfalls durch Krankheit forschen die genau nach.

Bei meinen drei Kindern haben wir fast jeweils einen kompletten Aktenordner an Korrespondenz. Alles angegeben. Einmal wurde Rücken rausgenommen wg diagnostizierter Skoliose....

Fragen die bei dir wirklich nur die letzten 5 Jahre ab ?  Ist die Behandlung abgeschlossen ?

Ehrllich gesagt kann ich dir nicht viel HOffnung machen. Leider hast du schlechte Karten. Das ist in meinen Augen total unfair... aber ich hab die Vorlagen nicht gemacht.

Vielleicht gibt es für dich die Möglichkeit, regelmäßigGeld zurück zu legen für den Fall der Fälle.

Viel Glück

Kommentar von DerHans ,

Wieso soll das unfair sein?

Ein Versicherer ist ein Wirtschaftsunternehmen.

Freie Wohlfahrt gibt es nur bei den Sozialstationen.

Es bleibt doch jedem unbenommen, sich zu versichern, so lange er noch NICHT krank ist.

Es kommt ja auch niemand auf die Idee, einen Wertgegenstand zu versichern, der bereits gestohlen wurde.

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