Frage von Jupiter2019, 32

Was muss ich jetzt da machen?

Das Ding ist ich habe mich vor Monaten bei meinem Fußballverein abgemeldet. Aber ich habe meinem Trainer einfach gesagt ich komme nicht mehr. Das wars. Gestern haben diese ** 84,- € abgezogen. Also bin ich wohl noch nicht richtig abgemeldet. Mein Vater ist richtig sauer auf mich und er meinte ich soll das jetzt alleine , eiskalt alleine klären. Was soll ich jetzt machen ? Hab noch ein Begriff im Kopf "Einschreibung" oder so.

Und wie schreibt man sowas. Und wie sende ich sowas ab

(Über E-Mail kann man sich nicht mehr abmelden bei dem Verein)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von PeterSchu, 16

Dein Vater hat keinen Grund sauer zu sein. Er hat dir erlaubt, in den Fußballverein zu gehen und hat dir sicher auch den Beitrag bezahlt. So etwas ist bei Minderjährigen nur mit Einverständnis der Eltern möglich.

Auch für eine Kündigung ist die Unterschrift der Eltern notwendig. Dass du deinem Trainer Bescheid gesagt hast, ist korrekt, aber es diente nur dazu, dass er dich nicht mehr in der Mannschaft einplant. Eine Kündigung der Mitgliedschaft war das nicht.

Um die Kündigung sollte sich dein Vater schon selbst kümmern, denn ohne seine Unterschrift oder die der Mutter wäre sie nicht gültig.

Ein einfacher Brief reicht normalerweise. Einschreiben ist nicht unbedingt notwendig.

In einem Verein ist oft die Kündigung sowieso nur zum Jahresende möglich. Also wären die 84 Euro vermutlich auch dann fällig gewesen, wenn du dich im Januar abgemeldet hättest.

Antwort
von GuenterLeipzig, 19

Grundsätzlich ist es so, dass die Anmeldung in einem Verein eine Art Vertragsverhältnis darstellt.

Das Beginnen und Beenden von Vertragsverhältnissen bedürfen grundsätzlich der Schriftform. Die Schriftform wird von Mails nicht erfüllt (das ist Textform)

Im Ausnahmefall kann die Satzung abweichende Verfahrensweisen regeln.

Bis Du schon selbst geschäftsfähig, kann der Austritt aus dem Verein vor Dir selbst erklärt werden.

Wenn nicht, müssen das Deine Eltern erledigen.

Beachte eventuelle Küdigungsfristen, die jede Satzung anders regelt.

Günter

Kommentar von PeterSchu ,

Das stimmt nicht ganz. Wenn du am Kiosk eine Cola kaufst, hat du mit dem Verkäufer einen mündlichen Kaufvertrag abgeschlossen. Selbst Arbeitsverträge müssen nicht unbedingt schriftlich vereinbart werden.

Der Beitritt zu einem Verein ist normalerweise auch schrlftlich zu erledigen. Wenn das nicht geschieht, aber beide Parteien übereinstimmend so handeln, als wäre eine Mitgliedschaft entstanden (Zahlen des Beitrags, Zugang zu Angeboten des Vereins), dann ist rechtlich gesehen eine Mitgliedschaft entstanden.

Eine Kündigung ist aber, so ist es in den meisten Vereinssatzungen geregelt, normalerweise nur schriftlich möglich. Wie beim Arbeitsvertrag auch. Daher ist der Rest deiner Antwort durchaus korrekt.

Kommentar von GuenterLeipzig ,

Der vergleich hinkt - wir sollten das Eingehen von Dauerschuldverhältnissen nicht auf die gleiche Stufe heben wie den Erwerb von Dingen des täglichen Bedarfs.

Formell ist zwar auch der Erwerb von Dingen ein Vertrag, es liegt im Ermessen des Verkäufers, bei nicht geschäftsfähigen Personen diese zu bedienen oder auch nicht.

Günter

Kommentar von PeterSchu ,

Der Vergleich hinkt nicht. Die Gültigkeit von mündlichen Verträgen gilt mit Sicherheit auch für Dauerschuldverhältnisse. So ist es eindeutig beim Arbeitsvertrag.

Auch bei der Vereinsmitgliedschaft ist es vorauszusetzen. Wer sich mündlich im Verein anmeldet, am Vereinsangebot für Mitglieder teilnimmt, seinen Mitgliedsbeitrag bezahlt, der kann sich schlichtweg nicht darauf berufen, kein Mitglied zu sein.

Im Übrigen braucht jeder zum Fußballspielen einen Spielerpass, und der Antrag für diesen Pass enthält eindeutig die Formulierung: "Der Spieler/die Spielerin erklärt, dass er/sie Mitglied im antragstellenden Verein ist..."

Ohne die Unterschrift unter diesem Formular (ggf. der Erziehungsberechtigten) bekommt niemand einen Spielerpass.

Kommentar von PeterSchu ,

Der Erwerb von Dingen ist nicht nur "formell" sondern juristisch fundiert ein Vertrag. Mit Minderjährigen ist durchaus auch ein Vertrag möglich, und zwar im Rahmen der Bestimmungen des Taschengeldparagraphen (§110 BGB) und mit der Voraussetzung, dass die Eltern damit einverstanden sind. Wenn der Verkäufer Zweifel an der Zustimmung hat, kann er sich selbstverständlich weigern, den Vertrag einzugehen.

Kommentar von GuenterLeipzig ,

Nichts anderes habe ich geschrieben.

Günter

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